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Konoba Pescaria (Wien)

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Aus Dubrovnik stammen hier alle. Der Besitzer Njegoslav Kunovac, kurz Svabo genannt, besaß sogar ein Wirtshaus am Stadtrand des alten Ragusa, bevor er nach Wien kam. Und der liebenswürdige Kellner Rajko servierte früher zwar nicht in, sondern im "Dubrovnik", einem der ältesten Wiener Balkanrestaurants. Nun begegnet man beiden in der Pescaria Konoba, die, nur ein paar Schritte vom legendären Billard-Kaffeehaus "Weingartner" entfernt, eine ganz andere Art von altösterrreichischem Flair verströmt.

Die Konoba Pescaria hat nichts vom morbiden Charme der mittlerweile fast durchwegs sanft entschlafenen Zwischen- und Nachkriegsbalkanesen wie Budva, Beograd, Rila oder Agramgrill. Sie ist vielmehr eine jener erfreulich zahlreich gewordenen istrisch-dalmatinischen Antworten auf Wiens Italo-Boom. Während sich die meisten Italiener Wiens nach der Pizza-und-Spaghetti-Pionierphase zu mediterranen Zeitgeist-Restaurants ohne bemerkenswerte autochthone Handschrift aufgeschwungen haben, wird man eine unverfälschte adriatische Meeresküche heute eher in "Ostküsten"-Lokalen wie Ilija, Kornat, Konoba, Cinque Terre, Ragusa — oder nunmehr eben in der Pescaria Konoba antreffen.

Sie ist, wie es sich für eine echte Konoba (das Pendant zur italienischen Osteria) geziemt, schlicht, aber sehr gemütlich eingerichtet und mit vielen historisch bemerkenswerten Landkarten und Stichen geschmückt. Die Küche kann auch in der Goldschlaggasse nicht verbergen, dass sie Jahrhunderte lang von venezianischen Einflüssen geprägt wurde. Was die Fischqualität betrifft, so hat die Balkanküste indessen ganz eindeutig die besseren (Gewässer-)Karten.

Die steilen und tiefen Felsenküsten sind, wie das dreimal wöchentlich frisch aus Zadar angelieferte Fischangebot beweist, den italienischen Sandlagen bei weitem überlegen. Hauchzart-weiß sind die Scampi, herrlich festfleischig ist der Drachenkopf, von superber Qualität der St. Petersfisch. Dass der Delikatesse des Grundprodukts nicht immer eine Raffinesse in der Zubereitung gegenüber steht, ist allerdings ebenfalls "ortstypisch". Die Konobaküche spart zwar an Salz, liebt aber intensive Würzungen, safran- und chiliträchtige Fischsuppen, tintenreich-lippenschwärzende Risotti neri (wie fast überall an der Balkanküste beinahe trotzig nicht mit Rundkorn-, sondern mit Langkornreis zubereitet), intensive Buzara-Saucen und deftige, mit Prs¡ut gefüllten Calamari.

Weshalb auch der frische, süffige Z¡lahtina von der Insel Krk von allen angebotenen Weinen mit Abstand am besten passt und die Travarica, der Kräuterschnaps, am Beginn und zum Schluss ganz einfach sein muss.

Christoph Wagner

2 Kritiken | Kritik verfassen

OberkllnerPatzig, 23.03.10 @ 22:11

Cermanek war auf der Toilette.
Cermanek wäscht sich die Hände und kehrt zu seinem Tisch zurück, wo Di Stefano bei zwei kroatischen Kräuterbitter, die er während Cermaneks Toilettegang bestellt hat, wartet. Sie prosten einander maliziös zu. Wirklich grün sind sie einander nie geworden, denkt Cermanek, und man sieht es ihm an. Aber er wollte wieder einmal einen Versuch starten, Di Stefano für sich zu gewinnen und hat ihn dazu in die Konoba Pescaria in der Goldschlaggasse eingeladen.

Immer noch ärgert sich Cermanek, dass Di Stefano die Einrichtung als passend für eine Sauna bewertet hat und sich über den behübschenden Tand in den Regalen lustig gemacht hat. Kann der Di Stefano nicht einfach akzeptieren, dass sein Geschmack nicht maßgebend ist? Di Stefano spricht ja nicht viel, aber wenn, so sind seine Worte in der Regel schmerzhaft für den Empfänger - und das magerlt Plaudertaschen wie den Cermanek, der sich so gern als Mann von Welt, mit Geschmack und Stil ausgestattet, darstellt. Für Di Stefano bleiben das jedoch Possen.

Zum Wohl, und Cermanek nippt am leicht trüben, grünbraunen Kräuterschnaps.

Er denkt noch an das Aroma des Calamari-Eintopfs, auch wenn es sich ihm erst langsam, mit abnehmender Hitze, erschlossen hat. Zucchini, Melanzane, Erdäpfel und Calamari schmorten wahrscheinlich recht lange in einer leichten Paradeissoße - nichts Aufregendes, aber eine solide, leichte und feinaromatische Küche. Ebenso die Fischsuppe, die er zuvor verspeist hat: feine, bescheidene Fischeinwaage und leicht scharf. Es fehlte irgendwie das Bemerkenswerte an Suppe und Hauptgang, dalmatinische Schonkost könnte so schmecken, hat er Di Stefano erklärt. Der antwortete wie so oft nicht.

Bei der Vorspeisenplatte für zwei Personen hatte Di Stefano sich ausgesprochen zurückgehalten, von jedem Produkt nur gekostet und keine Bewertung, keinen Kommentar zu deren Qualität verloren. Was ist das für ein Sonderling, fragt sich Cermanek nicht das erste Mal. Eine gute Sardine, hervorragender Prsut, gute Oliven, eine kalabrisch-scharfe Rohwurst - darüber hätte Cermanek gerne mit Di Stefano geplaudert. Aber bis auf eine Bemerkung zum Käse war dem Sonderling nichts zu entlocken: Den hätte er besser erst nach der Bestellung aufgeschnitten und nicht schon am Nachmittag im Zuge des Mis-en-Place, meinte Di Stefano trocken und rührte die angetrockneten Käsestücke auf der Platte nicht an.

Na ja, denkt Cermanek, stürzt den Bitter ´runter und überlegt, welche Anfahrt er für einen Abend in der Konoba Pescaria in Kauf nehmen würde, wahrscheinlich 15 Minuten. Cermanek wird langsam flau und er wundert sich, dass er ein wenig den Gleichgewichtssinn verliert. Hat der Di Stefano kurz überlegen wissend gelächelt ...? Cermanek wird schwarz vor Augen.

epicuria, 05.12.06 @ 00:03

wir haben uns heute zu viert in die doch etwas sinistre gegend gewagt und haben es nicht bereut. als vorspeise der beste prsut, den ich in meinem doch schon recht langen leben vorgesetzt bekommen habe, die mitesser lobten den schwarzen risotto, dann ein wunderbarer drachenekopf mit gemüse gebraten, einzig die nachspeisen sind ein bisschen dürftig, der weißwein nicht ganz so gut, wie von c.w. verheißen - doch ein bissl wenig körper und bukett. der chef so liebenswürdig, dass es uns doppelt leid getan hat, dass an disem abend der besuch eher spärlich war - aber wie schon oben erwähnt - wer würde in der gegend so ein gutes lokal vermuten.....

Speising sagt

empfehlenswert

ø 1.83 Punkte (6x bewertet)

empfohlen am 30.04.06 @ 16:41

Adresse

Goldschlagstraße 22
1150 Wien
Telefon: 01.982 30 13

Küchenzeiten: 11 bis 15, 17.30-23 Uhr, Betriebsferien: 1 Monat (im Sommer)
Menüpreis: €€

Inhaber: Njegoslav Kunovac

www.pescaria-konoba.com/

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