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SPEISING Open
31.08.07 @ 18:04
URBI ET MAHLZEIT
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jaja, der Papst kommt und gestern vernahm ich, dass lokale Spezialitaeten fuer ihn gut sein sollen. Das ist doch wirklich Grund genug, um ein klein Wenig ueber Essen und Religion zu fabulieren. Tatsaechlich trage ich zu diesem Thema schon seit Monaten eine Frage mit mir herum, die nun gespeisingt werden soll:
Gibt s eine kulinarische Gegengegenreformation - also eine essbare Retourkutsche fuer die habsburgische Rekatholisierung? Klingt furchtbar kopfig, oder? - Beschaeftigt mich aber wirklich.
Also zur Sache:
Waehrend in katholischen Gebieten zumindest versucht wird mit staerkerer Würzung (Mittelmeerraum) und Zuckerfettorgien (Frankreich, Boehmen, Oesterreich,...) Lust am/ beim Essen zu zelebrieren, haben ja die reformierten Puritaner die Abkehr vom Genuss vollzogen. Man denke dabei nur an England, einst Gegend scharfer Gewuerze, kraeftiger Braten,... wo zur Zeit Victorias Bescheidenheit und Lustverzicht zur hohen Lebenskultur avancierte. Und bis heute fallen protestantische Gebiete nicht unbedingt mit schweren, kraeftigen, reizenden Rezepturen auf. Ich wage einen weiteren Schritt: Abgesehen von ein paar Londoner Spitzenrestaurants bekommt man: Industrie.
Und genau da will ich nun hin. Zwar behaupten die kulinarischen Oberbehaupter, dass Frankreich, Italien oder Spanien (Katholiken) die kulinarischen Zentren Europas seien, aber unsere allseits verwendeten Fertigprodukte produzieren die protestantischen Schweizer (Nestle), Briten (Unilever) oder Norddeutschen (Frozen Fish).
Zugegeben, das ist keine besonders metaphysische Auseinandersetzung mit Vatikans Kaiser, aber dennoch stelle ich hiermit die Frage: Ist die Lebensmittelindustrie die spaete Rache fuer die Gegenreformation? Das ist doch eine todernste Sache,...
--sonjaaa
24 Kommentare | Kommentar abgeben
PICCOLO, 12.09.07 @ 18:30
Ich bin ein Ferkel..
..gut. Der Papst ist wieder heimgeflogen oder ist er mit der Eisenbahn gefahren. Was hat er gespeist? Hat es ihm gemundet? Hat er ein Bäuerchen gelassen. Wo? Um welche heilige Stunde? Ich habe gehört, dass in Maria Zell mindestens eine Toilette völlig abgebaut wurde, auf ebay sieht man noch nichts davon.... Habe auch gehört alle großen heiligen katholischen Köche die mit dieser Papstvisite zu tun hatten dürfen sich ab sofort geistlicher Brutzelprobst und die Kellner Servierprälatenrat - nennen, ja sogar deren männliche Nachfolger dürfen diesen Titel erben. Er ist einfach irgendwie ganz ein Österreicher der Bendikt mit seinen Titeln. Dafür lieben wir ihn und dafür danken wir Dir o Herr!
mari, 09.09.07 @ 10:30
unten ohne??
Kochferkel solls ja auch geben.. Da wären dicke Wolleunterwäscheteile schon wichtig. Und christlich ist es ja auch nicht. Was sagt der Papst dazu inseinem nächsten Buch. Gibts auch bei Köchen Päpste?? Den Bierpapst kenne ich schon.
PICCOLO, 08.09.07 @ 23:51
Paul -- der reinste Horror.
Zuerst Sciherheitsregel Nummer 1 zum Eierschutz: Man sollte stets ohne Slip arbeiten, am besten unter der Kochschürze nackt, denn wenn ich es mir so vorstelle waren es die baumwollernen Huber trikot - Seiteneingreif 14 Tage Panties die das heisse Fett noch schön ums Gemächt verteilt haben. Solche Köche haben ja keinerlei Unterhosenkultur. Jamie Olliver trägt Damenunterwäsche - wenns den mal erwischt! Man sollte ihn jetzt waren! Man stelle sich das vor, dieses wärmende Baumwollszeug hat die Temperatur noch um einige Grad erhöht. Ich kann nur sagen : Bitte liebe Köche zieht endlich Kittel an, denn ich habe noch nie gehört dass sich eine Köchin "etwas" in dieser Weise verbrannt hat. Denn ich kenne kaum Köchinnen die jemals eine Unterwäsche getragen haben. Daher kann man, wenn sich eine Köchin mal Fett übers "PIEPPIEP" gießt, das heisse Zeug oder sonstwas schnell abwischen, oder mit einem Kübel Wasser ablöschen oder eben gerade mal mit tiefgekühltem Convienience Teilen kühlen...
Ich glaube im Namen aller Speisnig Blogger - wir wünschen dem Gordon Rämsei gute Besserung.
Auch ein Weltkoch kann mal die Nudel verbrennen. Who cares?
Paul, 08.09.07 @ 17:21
Köche leben gefährlich:-)
Ich weiss, es gehört nicht in diesen Blog, aber ich konnte es mir nicht nehmen, folgenden Bericht zu schicken, der zeigt, wie gefährlich Köche leben, und darunter auch dieser "berühmte" Gordon Ramsay, der sich einen Teil seiner Männlichkeit am Herd verbrannt hat.
mfg,
Paul
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http://www.mediabistro.com...
Friday, Sep 07
Gordon Ramsay Hospitalized. Awkwardly.
Just reading about how Gordon Ramsay was hospitalized after accidentally burning his privates on an oven makes you want to cringe:
TV Chef Gordon Ramsay needed urgent hospital treatment after burning his meat and two veg.The F-Word and Hell's Kitchen star rushed to London's private Cromwell Hospital after roasting his sensitive parts. Ramsay, 40, said: "I burnt my right b*****k and I'm in absolute agony. "You wouldn't believe how much this hurts." [...] "The other day I was standing too close to the hob when I was cooking. "I was wearing cotton trousers and underneath I was going commando." "Then suddenly I felt this searing heat - my b***s were burning."
There's a lesson to be learned from this for the staff of his New York restaurant. But again: Ow.
PICCOLO, 08.09.07 @ 15:12
@dschungeltier
Ja. Der Paracelsus hat auch dazumal davor gewarnt Sachen als Medizin zu verwenden die von weit her kommen. Alles wächst um Dich herum was dir hilft. Das Verschneiden von Gewürz beispielsweise wird heute noch betrieben. Und es gibt Leute die merken das nicht, daher die Konsumentenschutzorganisationen ständig irgendwas zum aufzeigen haben. Gefährlich sind halt auch diese Waren, welche als Delikatessen hoch im Kurs stehen. Alles kan gefälscht werden - bis zum Kaviar. Wenn nicht gefälscht - gestreckt.
Völlig uncristlich und ein Sakrileg ist es aber die natürlichen Ablaufzeiten zu verändern. Oder die Farben. Da habe ich derzeit große Bedenken was die verpackte Ware angeht. Die Behörden wollen ein gesundes Essen, das der Lieferant mit immer mehr Zusätzen und Techniken erreichen kann. Jeder Handgriff und jede Maschine bringt Arbeitsplätze und Umsatz. Das Kapital bestimmt was gegessen wird.
dschungeltier, 08.09.07 @ 14:13
und alles ist richtig und alles ist falsch
wie schon paracelsus feststellte macht die dosis das gift. wenn ich mich ausschließlichlich von teigwaren ernähre werd ich krank, wenn ich mich nur von fleisch ernähre auch. einige dinge sind aber effektiv giftig, in jeder menge, die frage ist nur wie lange der körper damit zurecht kommt, z.b. die transfette. es gab eine zeit, in der wir sich die mittelschicht recht gut und ausgewogen ernährte, das waren die 60er jahre. es gab viel erdäpfel, reis und gemüse, nur das was in der gegend wuchs, und nicht unreifes von anderen kontinenten, fleisch am sonntag, im winter lagerobst, eingelegtes und eingekochtes. wir waren 15 kilo leichter und frische zutaten zum kochen, um die heute in der nobelküche so ein gschiss gemacht wird, waren eigentlich kein thema sondern normalität. und gekocht wurde auch noch zuhause und nicht mikrowellisiert.
aber gut, mein eigener spruch ist, dass die gute alte zeit nur schlechtes gedächtnis ist, drum hör ich wieder auf.
piccolina, 07.09.07 @ 21:01
Das Gebet der Ökotrophologen
Der erste Ernährungswissenschaftler, der mich mit Spinat gequält hat, hatte sich beim Eisen (Fe) um eine Kommastelle geirrt. Der oder die Nächste hat in seiner/ihrer Hexenkücher herausgefunden, dass man vom Schweinefleisch Dickdarmkrebs bekommt, ohne je einen Patienten zu Gesicht bekommen zu haben. Dann griff die Theorie umsich, dass Rindfleisch auch ungesund sei. Da war ich so Mitte zwanzig. Dann beschwor man die ökotrophologische Theorie, dass Teiwaren Gift seien und tunlichst zu meiden sind. Die armen Italiener - noch leben sie geund und fröhlich mit ihren Spagehttis und ich auch.
Fast wäre das Fast-Food ausgestorben, wären die Menschen nicht so wild darauf und absolut taub, was diese Ernährungsfuzzis für jede Diplomarbeit so herausfinden müssen.
Dann waren die Eier dran! Hilfe, wie gefährlich! Zuletzt dann - die große Erleuchtung: Körndlfutter! Alle Welt aß Weizenklei, Leinsamen und sonstiges Hüherfutter und siehe da - die Chirurgen fanden endlich wieder Darmsteine, die schon als ausgestorben betrachtet wurden!
Was schließen wir aus diesen auszugsweise errungen Errungenschaften? Eßt was Euch schmeckt! Mit Freude und mit Maßen und Dinstags Gurkensalat!
Ich frage mich nur, ob der Papst auch vor dem Essen betet, betet dass es ihm wohl bekommt, das feudale Mal?
Ökotorphologen beten jeden Tag um eine neue "Theorie vom Ungesunden", von allem was wir essen, vielleicht sind morgen schon die Bäcker in Visier, die Maisbauern oder gar QimiQ-Hersteller und Ramaexperten? Lasst Euch überraschen... -
motorradlberger, 07.09.07 @ 14:25
yessss
Ich muß dem Oberkellner Patzig gratulieren und dem Pikkolo auch. Das macht diese Blogger G´schichtln richtig fett - wie der Wiener sagt. Ja es geht darum: Wo ist das Böse im Essen? Wo versteckt sich der Teufel, wo findet er Plastz und wer lässt das zu?? Mit Gott hats nichts zu tun. Im Koran gibts Antwort. Als Adam erschaffen wurde, sollte ihn das erste von Gott erschaffene Wesen anbeten. Der schüttelte den Kopf. Ein von Feuer gestatetes Prinzip betet kein Wesen aus Lehm an! Es (Iblis) hat sich ausbedungen bis ans Ende der Welt zu leben, und hat dem Gott versprochen alles zu tun um recht viele Lebewesen vom rechten Weg abzubringen. Daher viele auch wissenschaftlich geprüfte Sachen recht böse sein können. Unter Blattgold und in seidenen Tüchern, selbst ein Papst muß das wissen.
OberkllnerPatzig, 07.09.07 @ 13:47
@ dfw, 5622 und wens halt noch interessiert
Ein bisserl Pfeffer tut nicht nur einer lauteren Suppe gut.
Widerspruch ist für mich das Fleur de sel - und nicht das Glutamat in der Klostersuppe. Also, gemma gemma, salzt rein!
PICCOLO, 07.09.07 @ 09:53
@dschungeltier
Bravo. Was alte Männer essen, welche angeborene, angewohnte, an - erzogene Marotte sie auch haben ist für den eigenen Genuss völlig uninteressant. Der Mensch soll kein Lemming sein! Das religiöse ist ja auch das Nachäffen, das rituelle usw... Um so mehr hat es mich erstaunt wieviele Köche auf "erfundene" Marotten, solche nämlich aus der Küche des Marktes - die der Köche Leben schwer machen hereinfallen und das noch durch ihre peinlichen Auftritte in TV und Zeitschriften als der Weisheit letzter Schrei vermarkten. Da kläfft ein deutsches TV Kochferkel : Koch ist der unsozialste Beruf - und applaudiert sich dazu... Da mault ein Österreicher der nicht das Geld für seine Lehrbuben im Sack hat auf einer von "fackmac - scheckweg" gesponserten Veranstaltung von der Härte des Berufs und gibt Tipps die ein Unsinn in sich sind usw.. Was wichtig ist, wäre den Beruf zu entstressen. Aber wie geht das wenn der tolle Fusion und weis Gott was Drei Hauben Gault Millau Koch in seinem Lokal richtige Tyrannosaurus Rexis des Geschmacks sitzen hat?
So gestresste "Hast schon ghört - wo gemma hin das Deal feiern" Typen die wegen der hohen Preise kommen und dann mit der Geschmacks Fühlerlehre nachmessen und sich die Wut anfressen die er braucht um vielleicht nachher 30 Leute zu entlassen - zum Digestif. Oder der Zuhälter der seinen neuen Import just im Haubentempel hochleben lässt und sich zwischen zwei Gabeln auf Trockeneis gegarter Shrimps überlegt was er mit dem Schwarzgeld vom letzten Deal noch machen kann.
Es ist wie in der Kirche, man weiß nie neben wen man sitzt. Dabei hats der Herr verboten sein "Haus" zu entweihen und hat die Händler verbannt. So wenig wie ein LKamel durch Nadelöhr kann, kommt ein Reicher ins Himmelreich. Predigt das der Papst???
Essen im religösen Sinn ist mit Sicherheit auch eine Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse.
Die milch im Packerl ist nicht mehr die Milch die den Namen Milch verdient . Die Wurst, der Schinken, das Öl - und wenns das Teuerste ist. Es kann jederzeit der größte Mist sein, als das was wir vielleicht nebenan beim Wirt - no name - Bescheiden - ehrlich um wenig Geld zum essen bekommen. Aus einer warmen Hand. Auch wenns mal Convienience Food ist.
dschungeltier, 06.09.07 @ 23:46
furchtbar
was der alte ratzinger isst oder nicht ist mir doch vollkommen egal.
aber deshalb die vorurteile über andere länder weiter ungerechtfertigt zu tradieren halt ich einfach für unfair. tatsache ist, dass man in englands pubs mittlerweile recht anständiges, zeitweise sogar recht gutes essen kriegt, wo vermutlich nicht mehr chemie drin ist als bei mir beim wirten ums eck. irgendwie ärgert mich sowas.
abgesehen davon ist die lebensmittelindustrie nur die antwort auf unser aller dummheit. und gar nichts methaphysisches. ein geschäft weil wir das zeug kaufen.
PICCOLO, 06.09.07 @ 22:12
@Lieber OberkellnerPatzig
Wunderbar. Wir meinen es gut. Auch sind wir nicht weit von einander entfernt. Ich wurde vor gut 25 Jahren einmal Zeuge eines Gesprächs zwischen Dr. Lutz und Dr. Höntsch. Zwei damals bekannte Salzburger Lebensmittelexperten. Dr. Lutz war der "Fleischmensch" lehnte in seinem Buch jede Nahrung mit Kohlehydraten ab. Fleisch und Milchprodukte ohne Nudeln Reis und Kartoffeln. Seine "Gegnerin" war eine Prophetin von Dr. Brukker dem berühmten Arzt mit der vollwertküche. Der Ort war eine luxuriöse Kurklinik. Mit dabei am Tisch war Manfred von Ardenne, der war dort wegen seiner Mehrschritt Sauerstoff Therapie die man dort angeboten hatte.
Am Ende der langen Beratung welche Ernährungsform für die Klinik die Hauptsache sein würde - ich war der Chefkoch - meinte der Professor von Ardenne zum Direktor ironisch, dass es noch nicht klar war wie man den Menschen in seiner Körperlänge misst. Vom Scheitel bis zur Sohle - dann wären wir Fleischesser. Das Rückgrat alleine wie bei der Kuh? Dann wären wir Pflanzenfresser.
So scheiden sich die Meinungen auch jetzt noch. Besonders gesunde Menschen aber schwören auf natürliche Ernährung - ohne Patente eingemengt. Die idealste Kostform wäre dann erreicht wenn man die Nahrung in einer Zusammensetzzung bekommen könnte die so in der zusammensetzung ist wie der eigene Körper. Sich selbst essen also. Geht nicht. Denn alles ist irgendwie doch auch ein Gift. Die Dosis.
Ob nun angereicherte Kost damit sie Funktionen hat, vielleicht als Dopingmittel fürs Herz oder für die Nerven gut ist, darüber streitet man sich doch immer noch.
Die Zunahme von gewissen früher seltenen Krankheiten jedoch rechnet man in den USA dem "processed" Food zu. Transfette, Acrylamid meine ich damit aber nicht. Sondern das Pürieren in Großanlagen, das Umpumpen von Flüssigkeiten, die Massentierhaltung für Massenproduktion, die Habgier beim Handeln. Nehmen wir mal die aura des Essens. Vergleichen wir im Geiste den Krapfen aus der Hand einer alten Bäuerin den sie einem müden Wanderer mit einem Krug Hollersaft reicht mit einem Hummerauflauf und Krimsekt im besten Restaurant Wiens, von besten Oberkellner einem ausgebufften Bankmanager gereicht.
Die Aura ist nicht die selbe. Tauschen wir das aus wirds noch komischer, unreal und verrückt. Wobei die alte Bäuerin mit ihren roten Händen immer noch besser wegkommt als der ober der einen fetten Bauernkrapfen in einem Restaurant - Palast serviert.
Natürlich aber hst du vollkommen recht mit Deinen Überlegungen. Essen ist ein esenzielles Bedürfnis. Eigenartig ist es dass auch in früheren Epochen die Wohlstandszeiten für die Geniesser die problematischsten waren.
5622, 06.09.07 @ 20:20
patzig. wos is mit du?
ganz schön patzig, der patzig, gell? aber ich glaub, du interpretierst da schon ziemlich schräg herum. mir kommt vor, dass piccolo nicht die errungenschaft des reifenden rohmilchkäses gemeint hat, sondern solchen, der gerade heute von der ages in salzburg getestet wurde. ein großteil hätte nicht verkauft werden dürfen, weil die so mangelhaft sind. steht morgen in den zeitungen. aber is eh alles supertoll, weil irgendwie super fortschrittlich und so...
bei den anderen beispielen, die du gebracht hast, kenn ich mich beim überfliegen leider jetzt mal gar nicht aus. les ich morgen mal in ruhe, inzwischen setz ich mich neben dfw aufs sofa und mach mir mit ihm im geiste einen clos vougeot auf.
dfw, 06.09.07 @ 18:59
na servas, do gets zua !!!
also ich setz mich jetzt in die fussfreie und schau, besser gesagt, les euch zu :-)
natürlich kann sich jeder an die ente a la dra erinnern. wir sind ja nicht deppert. :-)
OberkllnerPatzig, 06.09.07 @ 18:02
Korrektiv @ Piccolo
[Hier wird versucht in viele Speisen völlig artfremde Stoffe einzufügen]
... bitte was ist ein artfremder Stoff? Etwa Schimmelpilze, die in durch Lab geronnene Milch injiziert werden? Oder Hefepilze, die aus zerriebenen Getreidekörnern mit Wasser und Hitze Brot werden lassen?
[Denn die Natur soll zerfallen wann sie will]
... die Natur hat einen Willen? Die Natur (was meinst Du damit eigentlich) zerfällt immer in Abhängigkeit diverser chemophysikalischer Parameter, wie Temperatur, umgebende Gaszusammensetzung, Lichtintensität - es ist nicht wider die Natur (sorry, der Begriff ist wirklich schlecht), wenn man diese Parameter verändert, es ist den Proteinen und Kohlenhydraten vollkommen egal, wann, wo und unter welchen Bedingungen sie zerfallen.
[Die Haltbarkeit von Milchprodukten zu erhöhen ist für mich erkennbar negatives] ...
ich nenn das Käse- und Butter-Erzeugung ;-), und Fortschritt.
[Wenn kühlen und erhitzen nicht ausreicht dann solls eingehen. Welche Gefährlichkeit bringt das biederer Einsalzen schon mit sich??]
... hier führst Du Dich ja komplett ad absurdum. Nur weil wir mit der Chemikalie NaCl2 gut umgehen können, ist sie nicht besser oder schlechter als andere Chemikalien. Und das künstliche Erhitzen stört Dich nicht? Welche Natur würde sich selbst künstlich erhitzen, um sich haltbar zu machen. Bleibe kongruent!
[Entartete Gene]
... ist schon sehr polemisch. Ein Gen kann nicht entarten, da es keine Art hat. Ein Gen kann biologische Mechanismen aktivieren bzw. abstellen, aber nicht entarten. Darüber hinaus werden DNA und RNA bei der Verdauung zerstört und treten nicht in unseren Organismus über. Schönen Gruß an die gewissen Fachkreise! Unser 0815 Weizen ist das in Deinem Sinne "Unnatürlichste", was mir im Bio-Studium so untergekommen ist: Der ist, glaub ich, mit einem 24-fachem Chromosomensatz ausgestattet, allein durch Zuchtselektion. Pfuideibel! Wenn wir unsere Früchte und Gemüse nicht domestiziert hätten, wären wir noch auf den Bäumen. Einmal in einen nicht domestizierten Apfel beissen, und wir sitzen 14 Tage am Häusl.
[Zuckermoleküle für welche die Bauchspeicheldrüse keine Lösung findet und dann in gefährlichen Tumoren festgestellt werden.]
... Ich nehme an, Du spielst auf das Inulin der von mir so geliebten Topinambur-Wurzel an (wer erinnert sich an "Ente a la Dra" in der Katze?)? Schrecklich unnatürlich. Hoffentlich wächst mir kein Topinambur-Geschwür, nach Deiner These. Ball flach halten.
Lieber Piccolo, nicht zum Nachdenken, sondern leider zum Vergessen. Ja, man soll kritisch bleiben und hinterfragen. Ja, man darf aber auch nicht alles glauben, was so verzapft wird, sonst wird man rasch zu einem Verschwörungstheoretiker, düster in den Prognosen....
Auch gibt es die "Natur" nicht, schon gar nicht in dem Sinne, dass das "Natürliche" richtig und wünschenswert ist. Pflanzen selbst bauen Wachsschichten gegen Parasitendruck auf, unnatürlich? Und wenn wir uns selbst ausrotten? -natürlich oder unnatürlich?
Darüber hinaus würde ich den Menschen nicht aus Deinem Begriff "Natur" ausschließen. Die Konsequenzen dessen sind Dir hoffentlich bewusst.
Zurück zum Urbi et Mahlzeit: Manchen scheint das "Natürliche" heilig zu sein, hoffentlich werden sie nicht von der Natur deshalb gefressen!Parasiten, Wölfe, Bären, Pilze, Viren, Bakterien - sie warten schon.
PICCOLO, 06.09.07 @ 16:25
Ein Link
http://salzburg.orf.at/stories/219822/
Es geht um das Lagern von Fischen für Großmärkte
PICCOLO, 06.09.07 @ 11:24
@TOM
Der Papst selber wird, da über 80 Jahre alt wohl sehr wenig Nahrung zu sich nehmen. Und bei der Kirche oder allen Kirchen dieser Welt gehts ja um ein Häuferl "Auserwählter". Die leben mit Sicherheit ganz sparsam mit der Kost. Kardinal König ließ einmal von sich hören, er esse Abends nie.
Und : Auf die große Menge Leute müssen sie ja sogar mt dem Militär aufpassen, die sogenannten Konsumenten der päpstlichen Segnungen haben ab und zu den Dolch im Gewande.... . Das ist wie im Tierreich: Keine Mandragora oder Orchidee wächst fürs Ungeziefer. Die seltenen Pflanzen sind selten auf Grund ihrer Art, nicht weil sie dezimiert und angefeindet werden. Das Gras aber oder der Kohl und Weizen wie jede Massenware, darüber fallen die Heuschrecken gerne her. Das ist beim Papstbesuch nicht viel anders.
Dass die Verwendung von soviel giftigen Substanzen natürlich die Aura des Essens völlig zertritt, muß klar sein. Ich wundere mich bei der ganzen Klimadiskussion schon warum man das nicht hart besteuert.
Und warum reichen für diese Massenaufläufe nicht die Würstlstandln?
Ich habe heuer bei einem Gastro Event gesehen wie man Haubenküche in Häppchen verteilte, Running Buffet nannten sie das. Jeder konnte draufhusten, obwohl es sicher sehr steril erzeugt wurde.
Grauslich solches Essen.
TomCool, 06.09.07 @ 07:27
Papst-Catering
Darf ich das da herinnen schreiben, dass wir für die Verpflegung des Großteils des Papst-Events zuständig sind?
Dass wir dafür extra Geschirr aus Maisstärke, das man notfalls auch mitessen könnte, das aber jedenfalls bestens verrottet, besorgt haben? Dass wir keine Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel verwenden? Dass das auch für 30.000 funktioniert? Dass das sehr convenient, aber trotzdem nicht ungsund ist?
Sind wir eigentlich auch Molekularköche, weil wir jede Menge Stickstoff benötigen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Abkühlzeiten für Cook & Chill einhalten zu können? Mit unserem täglichen Stickstoffverbrauch könnte der Adria sein Lokal 10 Jahre lang betreiben, grob geschätzt.
Aber das ist ja alles eigentlich viel zu weit weg vom Ursprungsthema, das ich tatsächlich genial finde. Um mich selbst wieder dahin zu führen, stelle ich mir die Frage: Wird bei einem Besuch des protestantischen Kirchenoberhaupts ausschließlich Industriedosenfutter serviert? Hoppla, die haben den Job ja eingespart, die brauchen keinen Papst. Ist das bei den Briten nicht die Queen? So in Doppelbesetzung? Wird also folglich bei Staatsbesuchen durch die Queen der Inzersdorfer Sterilisationshochmacht der Vorzug gegeben?
Mehr Fragen als Antworten stellt Dein Blog, lieber Sonjaaa, dennoch grandioser Gedankengang. Das wird mich noch beschäftigen. ;-)
PICCOLO, 05.09.07 @ 22:26
Etwas zum Nachdenken.
Es war einst das Militär, das für die Verpflegung konservierte Speisen oder gut haltbare Speisen benötigte. Dazu noch sehr nahrhafte. Solches das wir heute noch in Rexgläsern und Konservendosen haben. Da ist nichts "Böses" dran.
Anders wirds jetzt aber bei den Sachen die sich "novel foods" nennen mitunter. Hier wird versucht in viele Speisen völlig artfremde Stoffe einzufügen, Farbstoffe, Fette, Kohlehydratverbindungen aus der Milch, die alle von ihren natürlichen Zusammensetzungen und Eigenschaften gelöst sind und von denen man noch nicht sicher weiß welche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus zu erwartensind.
Die Surimi Technik ist so eine Form. Die Begasung und das mit präpariertem Wachs behandeln von Obsst und Fisch ist so etwas. Die Haltbarkeit von Milchprodukten zu erhöhen ist so etwas - für mich erkennbar negatives. Denn die Natur soll zerfallen wann sie will. Wenn kühlen und erhitzen nicht ausreicht dann solls eingehen. Welche Gefährlichkeit bringt das biederer Einsalzen schon mit sich??
Dazu gehören auch viele Bestandteile der Molekularküche.
"Entartete" Gene in Fettlebern oder bei Zuchtfischen, die ihre Omega3 Fette nicht richtig aufbauen, gelten für gewisse Fachkreise in der Medizin als Auslöser für exorbitante und nicht reversible Fettsucht bei den "Verwertern".
Zuckermoleküle für welche die Bauchspeicheldrüse keine Lösung findet und dann in gefährlichen Tumoren festgestellt werden. Sachen welche mit Stickstoff irrtümlich "gegart" worden sind und chemische Verbindungen mit Spurenelementen eingegangen sind von denen die Chemielaboranten nie was erfahren können, weil bereits im Krematorium verbrannt ( mit dem corpus defunctus.... Die nahe Zukunft wird voll sein von solchen ernüchternden Offenbarungen, weil mit der weiteren Verbreitung diverser Methoden auch die Auffälligkeiten dieser Ernährungsformen sich steigern.
Was wenige ansprechen, sind einige Methoden der Molekularküche bereits in Labors einer unseligen politischen Epoche Europas erkannt worden. Aber kein Physiker möchte sich damit brüsten, lieber gibt er es für seine Entdeckung aus als derartige Rückschlüsse zu erlauben.
Wie macht man sich eine feindliche Nation übers Essen dienstbar? Biologische Kriegsführung durch die Kochkunst? Frisst sich hier nicht auch die "elite" schon längst dumm und dämlich mit biochemisch modifizierten Stärken, Essigen und Ölen?? Möglich wärs, wenn man sich so durch die aktuellen Zeitschriften blättert...
Im Koran jedenfalls stehts: Lasst die Ungläubigen in ihrem Elend. Das wird vermutlich auch der Papst im kleinen Kreis bestätigen.
-ad-, 05.09.07 @ 19:21
Böses Wort
convenient an sich ist ja kein böses Wort, es wurde nur zu einem, weil darunter all jene Produkte subsumiert werden, die nicht nur der Bequemlichkeit (jedes hausgemachte Tomatensugo aus vollreifen Spätsommerfrüchten wäre doch ein solches convenientes Produkt), sondern auch der Gedankenlosigkeit dienen. Und halt voll sind mit Zutaten, die auf Dauer wenig bekömmlich sind. Nicht das Halbfertige an sich ist schlecht, sondern wird es erst durch billige Industrialisierung. Rein mit der Künstlichkeit!
Ich nehm jetzt einen aus der Spitzengastronomie: Thomas Walkensteiner hat in seinem Riesenkühlkastl jede Menge vorbereiteter Glasln stehen, quite convenient, wenn im Winter die frischen Sachen aus der Gegend nicht mehr zur Verfügung stehen: alles hausgemacht aber. Oder der Tom Riederer in Leutschach: Fonds, Suppen etc. eingefroren, gekühlt, damit er alles bei der Hand hat, wenn erst braucht. Auch das ist doch Convenience!
Ein Fertiggericht sind auch die gefüllten Paprika von der Montschi-Tant in Hainburg, gewiss besser frisch, aber allemal gut für Überraschungsbesuch. Ich hab keine Großküchenerfahrung. Da schaut vieles anders aus, und es geht um Geld. Der Tom Cool könnt da sicher weiterhelfen! Aber die Haushalte, die könnten auch ein convenientes Leben ohne böse Produkte haben. Protest gegen den Nahrungsmittelindustrie-Protestantismus!
PICCOLO, 05.09.07 @ 00:11
@ o-patzig
Das eine ist bequem (convienient) und das andere halt strapaziös. Eine Eierspeis ist bequem, eine Polenta vielleicht auch. so gibt es viel bequemes Essen. Je nach dem wie man es kann. Ich finde meine Arbeitsweise auch bequem, weil ich nur das mache was ich sicher kann. Das ist nicht viel ;-)
Es ist in der Tat jetzt ein sehr ausgebeuteter Begriff. Im Großhandel und darum gehts wahrscheinlich wenn Gastromomen das Wort in den Mund nehmen, bezeichnet man damit halbfertige Produkte. Solche die man mit wenigen Handgriffen und erwärmen bereits servierfertig am Teller haben kann. Ein Dosengulasch ist nach meiner Meinung kein Convienience Produkt. Es gibt fertig angerichtete Vorspeisen die man nur mehr auf den Teller stülpen muß. Oder fertige Fonds, wo sich der Spitzenkoch die ganze Prozedur spart.
Der Vorteil ist vielfältig sichtbar. Strapaziös - unconvienient - sind viele Dinge der Küche geworden, teils mangels Personal, dann auch mangels Raum oder Hygienevorschriften welche besonders bei frischen Fleischwaren oft nicht vollziehbar sind. Fleischabfälle weche durch die Tierkörperverwertung entsorgt werden müssen sind problematisch. Daher erreicht man durch Halbfertigware ein abfallfreies arbeiten. Genau nachvollziehbare Geschäftsfälle auch..
Diese Art Küche wird mit Sicherheit der strapaziösen Arbeitsweise überlegen sein. Es ist ja auch oft völliger Unsinn in Großgaststätten, Kantinen usw. traditionell zu arbeiten, wo es vom Publikum zum größten Teil nicht einmal anders erkannt wird. Billig soll es sein und jederzeit verfügbar. Traditionell zubereitetes Esen ist ab und zu ausverkauft.
PS: Ich habe auch nur eine Meinung --und nicht die Wahrheit. Die ist - beim Herrn!
OberkllnerPatzig, 04.09.07 @ 22:54
Es ist auch etwas speziell Religiöses, Meinung als Tatsache hinzustellen und an den alles steuernden Macher zu glauben, oder ;-)
By the way: Piccolo, Du kannst mir doch bestimmt die Grenze zwischen Convenience und Nicht-Conveniece erklären, mir fehlt da noch die Einsicht, bitte.
PICCOLO, 04.09.07 @ 22:29
Lebensmittelindustrie
Ich habs ja nicht erlebt, aber Kochbücher aus der Zeit Victorias kannte ich. Ähnliches war ja im Bierdermeier auch auf Höfen hierzulande. Man fürchtete sich vor Revolutionen. Erinnert Euch - feudales Frankreich für eine Oberschichte. Kinder als Arbeitssklaven auf den Olantagen in den Kolonien usw.. Auch in London war es so: Die Obrigkeit versteckte sich und ihr Essen. Dem Pöbel gab man auch damals schon eine Art Industrieessen. Escoffier hat da auch seinen Beitrag geleistet in seiner Zeit in London wo seine luxuriöse Küche immer wieder Gegenstand zu wütenden Angriffen über diese Auswüchse wurde. Die Kirche arbeitet nach dem Spruch aus dem Mund ihres Herrn: Esset! Das bin ich!
Industriessen kann uns in kommenden Krisenzeiten gut vor Unruhen bewahren. Gentechnik kann - wenn erst vollkommen - gewiss ein Schlaraffenland Erde erzeugen. Wenn...
Wenn da die Habgier nicht wäre. Denn Tatsache ist ja dass heute gerissene "Macher" es sich noch einfacher machen wollen. Gammelfleisch im Dosenravioli usw... Aber im Grunde ist die Lebensmittelindustrie etwas höchst religiöses: Man muß glauben und brauchg am Besten nichts zu wissen...
-ad-, 04.09.07 @ 13:49
späte rache
Wenn dem so ist, warum straft sie dann uns? Wo doch, geht man nach den heimischen Speisenkarten, ganz Österreich am Mittelmeer liegt (bie jedem zweiten Restaurant könnte man sagen "regional-mediterrane Karte"). Und unser Katholizismus immer wieder fröhliche Urständ feiert.
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
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Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
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--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 06.05. @ 11:56
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33