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SPEISING Open
16.01.08 @ 09:18
Teuer muss schmecken.
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Die derzeit durch alle Medien geisternde US-Studie (als ein Beispiel von vielen möge dieses tinyurl.com/23skb3 dienen) zur Korrelation von Weinpreis und Geschmacksempfinden enthüllt, was wir eh schon immer wussten: Teures MUSS schmecken.
Deshalb besuchen wir eifrig Blindverkostungen, um das Gegenteil zu beweisen, frönen in kostspieligen Lokalen der Genusssucht, um das Haar in der Suppe zu finden, und trauen selbstverständlich keinem Marketing-Strategen über den Weg.
Blöd nur, dass das, was mehr kostet, auch wirklich sehr oft besser ist. Haben Sie schon mal Kaschmir gefühlt? Zum Süchtigwerden! Ja, guter Geschmack kann leider auch teuer sein. Muss aber nicht, wissen wir eh, und ich frag mich, wie das so ist, Cabernet-Schlürfen im Computertomographen?
Angelika Deutsch
88 Kommentare | Kommentar abgeben
PICCOLO, 02.02.08 @ 10:37
Weana Stehaufmanderl als Watschenmann
Passt auch zu teuer und gut:
Auszug:
---""Reinhard Gerer ist tot, es lebe Reinhard Gerer. Der Großmeister der klassischen Nuancierung steht noch immer ungerührt im eisigen Wind der Gourmetkritik. Vielleicht noch ein bisschen mürrischer als üblich, noch ein bisschen grimmiger. Mit napoleonischer Größe wirft er seinen tiefroten Schal über die Schulter, bereit für die Reinhard-Schlacht. Kurz wankte er, als er bluten musste, die Auszeichnung des Pirelli-Manns wie eine Sternschnuppe verglühte und die Enthaub(pt)ung von früher vier auf eine exekutiert wurde, aber – Gerer tüftelt bereits an einem Gerer neu---""
Mehr - wie es ist wenn der "PIRELLI" Mann zuschlägt:
Wer ist eigentlich der Pirelli Mann? Wisst ihr das meine Lieben??
http://www.rollingpin.at:80/article/view/1659/1/84
Happy Weekend!
TomCool, 01.02.08 @ 21:08
;-)
piccolina, 01.02.08 @ 20:33
@ TomCool
Lieber TomCool! Ich meinte das 20. Jh., das ich so zwischen 1900 bis... rechnete, allerdings die erste Hälfte, da liegt der Hund begraben! Danke für den Hinweis... - :-)
TomCool, 01.02.08 @ 19:15
@piccolina
Aber diese Fangmethoden gab's im vorigen Jahrhundert auch schon. in diesem Jahrhundert ist in dieser Hinsicht eher noch nicht so viel passiert. ;-) :-D
dschungeltier, 01.02.08 @ 18:30
sag piccolo
hab ich diesen heringskäse vor kurzem gekostet und hat er mir gar wohl gemundet?
piccolina, 01.02.08 @ 16:42
Nicht nur Matjes...
Hering galt im letzten Jahrhundert lange als "Arme Leute-Essen", denn es gab ihn so reichlich, dass ihn auch wirklich arme Leute bezahlen konnten... - das änderte sich erst mit den modernen Fischerei-Fangmethoden, die ein Überfischen erlaubten.
Nun ist er zur Delikatesse geadelt, weil er nur noch begrenzt zur Verfügung steht. An der Küste hat man früher sogar die Hühner damit gefüttert, bis sich herausstellte, dass die Eier fischelten.
Sic transit... und manchmal auch andersherum!
PICCOLO, 01.02.08 @ 15:57
Hering Luxusgut des 14. Jahrhunderts
Der Aufstieg der HANSE ist eng mit diesem Massenfisch verbunden der ab dem 13. Jahrhundert in ganz Europa bekannt wird. Es war eines der ersten Massegüter das in Fässern durch Europa, bis nach Russland und Persien gekarrt wurde. Der Heringsschmauß dürfte aber in den Klöstern seinen Ursprung haben. Zu Beginn der Fastenzeit. Als Quatemberfisch (EIn Superhering - Heringus Godzillensis) hat er eine mythologische Bedeutung. Wenn dieser Fisch, den man sich als Riesenhering unter der Erdscheibe im Ringozean vorstellte mit dem Schwanz wackelte gabs Sturmfluten und Erdbeben. Die Christen nutzen diesen Mythos und schrieben das Wackeln des Fischschwanzes der Unkeuschheit und exzessiver Fleischeslust zu. Fleisch während der Fastenzeit zu essen erregte diesen Tatzelwurm sehr.
Aber zurück zur Kultur: Viele viele Gerichte, sogar Süßspeisen wurden aus Stockfisch und Hering hergestellt, fast alle vergessen.
Vielleicht der Heringskäse für die Speisinger:
Salzheringe gut abwaschen - ist immer ein Schei-- Salz dabei.
Die Haut abziehen - sie dralassen ergibt eine unappetittliche Farbe und etwas Bitterkeit. . Dann faschieren - zwei Mal - diese Masse dann nach Belieben mit Topfen und etwas aufgeweichter Butter - Butter kann man aber auch sparen, abmischen. Man verdünnt so den Salzgeschmack und spart den Fisch.
Würze dafür wäre auch etwas Honig, gemahlener Anis und Fenchel. Man kann das gut auf Vorat machen. Wenn Besuch kommt nimmt man dann eine Portion heraus und wenn man will arbeitet man in die Masse, jetzt etwas gefestigt , guten Portwein oder frische Dille und alle anderen Kräutlein darunter. Nicht ein gehacktes Zwiebelchen vergessen!! Fein Fein der Heringskäse...
Man soll nur aufpassen dass das Salz gut herausgelaugt wird....
Huhn wie einen Hering schmecken zu lassen liebte schon die Zarin Katharina die Große... Das war sowieso eine gute Frau..
Iknit, 01.02.08 @ 12:31
Ich danke
den Herren für die ausführlichen Erklärungen bezüglich meines geschlechtsunreifen Heringschmaus, den es sichtlich nur beim Vikerls gibt.
dschungeltier, 01.02.08 @ 11:49
trotzdem
es sind heringe, wohlschmeckende gar, find ich halt
aber ohne mein mausilein geh ich nicht hin zu vikerls, hab ich gsagt
5622, 01.02.08 @ 11:11
kein bisserl spaß hams ghabt, die armen matjes...
genau genommen sans "geschlechtsunreife" salzheringe, also müsst der heringschmaus, "geschlechtsunreifer heringschmaus" heißen, genau genommen. is aber egal. im mittelalter galt das ausbleiben von heringsschwärmen übrigens als zeichen für den bevorstehenden weltuntergang - aber ich glaub, ich schweif gerade ab...
piripiri74, 01.02.08 @ 11:10
@ dschungeltier
http://de.wikipedia.org/wiki/Matjes
lieben gruß
dschungeltier, 01.02.08 @ 11:04
wieso nur, lieber piccolo?
PICCOLO, 01.02.08 @ 10:45
@dschungeltier
maatjes --- das sind nur die girlies, mädchen, dirndln ... von den heringen.
dschungeltier, 01.02.08 @ 09:52
matjes
sind doch heringe oder bei euch nicht?
5622, 01.02.08 @ 09:28
heringschmaus?
ja, schon ein schöner heringschmaus: aber wo ist der hering. vielleicht hatten diese beiden doch recht:
http://de.youtube.com/watch?v=Tcrz2HAyBgk
veuveclicquot, 31.01.08 @ 23:03
na gut
aber nur weil ich nicht in wien bin am mittwoch und daher du mir nichts wegessen kannst! beim vikerls gibts sowas, ich hab den newsletter bekommen und zeige seither symptome eines ausgewachsenen boxerrüdens...... wennst weißt ,was ich mein.
nein, ich krieg nix gezahlt für die werbung. ich tät halt nur selber gern dorten sein. viel spass und mahlzeit!
Aschermittwochmenü 06.02.08
Holländisches Matjesfilet mit Apfel & roter Zwiebel
~~
Variation von der Fine des claires Auster
~~
Bisque von Krustentieren mit Raviolo
~~
1/2 Hummer "Thermidor"
~~
Schokolade & Topfen
~~~~
€ 49,-
Reservierung erforderlich !!!
Reservierungen unter: office@vikerls.at - oder ++43 1 8943430
Besuchen Sie uns auf unserer Homepage - www.vikerls.at
Iknit, 31.01.08 @ 18:28
Heringschmaus
Ich habe eine Frage an die werte Speising Gemeinde,passt zwar nicht zum Thema, aber ich weiß nicht genau wo ich sonst die Frage posten soll. Kann mir jemand bitte einen Tipp geben, wo es in Wien einen guten Heringschmaus gibt?
TomCool, 30.01.08 @ 22:06
Das
hast Du schön erklärt, Piccolo.
Das hilft garantiert!
Gibt's jetzt schon Nachwuchs bei den Sonjaaas?
PICCOLO, 30.01.08 @ 20:02
@swanie
Du machst nichts falsch. Jede Konservierung bringt einen Qualitätsverlust. Am Ende ist das auch beim richtigen Lagern so. Du kannst ja eine ganze Sau sowieso nicht wie die Gallier verspeisen.
Man kann kleine Fehler machen. Ich sehe immer wieder dass Hausfrauen alles in die Gefrierbeutel packen. Da ist zuviel Luft im Sackerl! Am besten ist die PVC Folie die glatt herumliegt und gut vor dem austrocknen schützt. Auch unterm Gefrierpunkt kann Waser gut verdunsten. Daher ist ein hermetischer Abschluß wichtig. Dann soll man das Fleisch immerhalb von 3 bis 6 Monaten auch verbrauchen. Ein paar Kubikzentimeter Luft im Gefrierbeutel kann den Wassergehalt von Fleisch - beim Gefrieren zerstören sich Zellenhäutchen - enorm senken. Weniger Wasser im Fleisch - trockene Braten.
Schweinsbraten immer mit der Schwarte und Speck einfrieren.
Schon beim Zerteilen kann man so schneiden dass wenig Saft austritt! Einfach mehr längs der Fasern schneiden. Je mehr die Längsfasern des Fleisches geschnitten werden , desto höher der Saftverlust. Immer das durchtrennen von querlaufenden Fleischfasern vermeiden! Immer den Speck drauflassen! Dann luftdicht einpacken. Langsam auftauen vom TK - in den Kühlschrank, so nutzt man auch die Energie wieder besser.
Das zu bratende Fleisch schon am Abend vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen. Dann bereits in erwärmter Temperatur einbraten! Nicht zu heiss anbraten, sondern die Hitze über gut 30 Minuten kontinuierlich erhöhen! Über den Mittelteil der Bratzeit dann gut durchbraten, bis man das Anklopfen mit einer Fleischgabel am einen Ende des Bratens am anderen Ende des Bratens mit dem Finger spüren kann. Das bedeutet dass im Braten soviel Spannung ist dass er bereits drei viertel durch ist! Jetzt wieder die Temperatur herabsenken bis zur Stufe eins (160 Grad) . Der Braten enspannt sich und bleibt saftig! Nicht voreilig anschneiden oder anstechen..
Hoffe das hilft.
Hoffe das hilft.
TomCool, 30.01.08 @ 19:52
A bissl auf die Bremse
muss ich jetzt aber schon steigen, Piccolo.
Denn das ist so leicht dahingesagt mit dem Wasser am Fisch, aber das ist da aus gutem und erklärbarem Grund. Denn die Wasserschicht hindert das Filet am Ausfrieren. Und der Wasseranteil ist auch auf jeder Packung exakt vermerkt. Wer das nicht rechnen kann, der checkt auch sonst keinen Wareneinsatz. Frier einmal ein Fischfilet ein, ohne es durch eine Eisschicht zu schützen. Das Fleisch hat spätestens nach 3 Tagen einen hässlichen Gefrierbrand und ist ausgetrocknet.
Auch das Aufmassieren beim Fleisch hat durchaus positive Effekte, allerdings ist es hier tatsächlich so, dass diese erst gar nicht notwendig wären, hätte das Fleisch von vornherein die nötige Qualität. Aber wenn schon einfrieren, dann auch hier richtig. So schnell wie möglich (schafft keine handelsübliche Haushaltstiefkühltruhe) und sobald das Fleisch gefroren ist, kurz ins Wasser tauchen, damit sich eine Eisschicht drüber legt. Dann noch in einen Beutel, aus dem man so viel Luft wie möglich raussaugt.
So hält das Fleisch wirklich gut.
swanie, 30.01.08 @ 14:57
@PICCOLO
Jetzt weiss ich, wie Du Deinen Ruhetag verbringst ;-)
Aber im Ernst - ich habe eine 300L Tiefkühltruhe, extra für solche Zwecke.
Aber bei Schweinefleisch, auch sorgfältig vom Nachbarn gefüttert, fand ich, dass die Qualität durch's einfrieren abnahm. Noch mehr bei Rindfleisch, auch von einem nahe gelegenen Bauern erstanden.
Oder mache ich etwas falsch??!
BTW: Habe mir wieder mal das Kokoro vergönnt...
PICCOLO, 30.01.08 @ 14:06
@liebe epicuria
Sei unbesorgt, ich bin mir ganz sicher, wenn man seine Sache kennt - sie richtig objektiviert - dann ist das Weitere absolut kein Problem. Es war früher einmal Brauch, in Tiefkühlhähnchen Wasser zu spritzen um sie schwerer zu machen.
Wer Koch ist und Tiefkühlfische verwendet wird merken - auch bei Garnelen - sie sind in einer Wasserhülle. Daher auch oft so billig weil man den Liter Wasser auch um 20 euro kauft. Als ich Lehrling war kamen Scampi im Block. Die waren weit besser als das Einzelgefrostete Zeug. Kosteten aber 1970 das Kilo bei 700 Schilling!
Schollenfilets waren damals mit einem dünnen Papier getrennt. In einem Karton waren 25kg, nicht wie jetzt 5 kg. Jetzt wird das Filet in Wasser getaucht und schockgefrostet, damit der Dödelkoch das immer schnell zur Hand hat.
Beim Fleisch ist es aber wahrlich eine Vertrauenssache. Eine frühere Kochweisheit - die waren immer recht brutal und nicht so sehr zum ausstellen geeignet hieß es : Man soll einen Metzger und einen Gemüsehändler schon vor der Stadt gekreuzigt an den Straßenrand zur Abschreckung aufstellen... Damits am Markt keinen Müll gibt.
Weil wie oft ist man nach Ablage der Lieferung draufgekommen, dass das Fleisch zäh und der Salat faul war. So hat jede italienische Obstkiste, ob Zitrone oder sonstwas noch immer ein faules Objekt drin. Zur Herbeiführung größeren Geschäfts. Was heissen soll, der welcher verkauft, will gleich wieder nachliefern. Denn wenn der Koch die Kiste nicht gleich umfüllt und die schimmeligen Objekte herausnimmt, braucht er gleich wieder eine neue Lieferung. Sogar prominente Lieferservices haben ihre Fahrer angewiesen, die Sachen die sie schon dreimal durch die Stadt führen speziell zu verkaufen.... Was immer das dann ist, es ist schon angefault, welk oder an der Grenze zum Erlaubten.
Wer aber weiß was er verspeist, nimmt nicht unbewußt schädliche Substanzen zu sich. Das macht die Organe sehr wachsam und die verzehrte Speise viel genußfähiger. So weisen Südtiroler Speckproduzenten ihre Kunden sehr darauf hin, dass ihr Speck nicht gepoltert wurde.
http://www.speck.org
Man erkennt das Fleisch aber auch gut an der Schwarte. Gepolterte Stücke haben eine aufgeweichte Schwarte, während ein gutes Schweineteil ein trockene Schwarte und sehr hellen weißen Speck hat. Gepoltertes Fleisch kann so angepriesen werden: "Schauns gnä´Frau wie weich das Scherzerl ist.." .. Gutes Fleisch ist fester, griffiger , fast starr.
Man muß auch bedenken dass ein Viehhändler nach Cent und Groschen einkauft, dass Schlachthöfe verdienen und dann noch Fleischdistributoren das ihrige dazulegen. Und dass es nirgends so große Gewinne gibt als bei Feisch - durch die Technik welche das Fleisch bis zum Endverbraucher begleitet.
Hier muß man einfach diese Wege umgehen und sich eine 300Liter Tiefkühltruhe anschaffen.
Bedenke dabei aber immer, dass viel Akusmatik in den Metaphern für gutes Essen steckt und man Tiefkühlfleisch jetzt wo jeder nur nach frisch schreit, etwas verdächtig anschaut. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn man eine halbe Sau gut zerlegt, hat man Delikatessen zur Hand und spart sich die Fleischerei.
piripiri74, 30.01.08 @ 13:04
@ dschungeltier
ich hab doch nicht gesagt, daß ich es hier esse, oder !!!!???????
jedoch wenn ich mir im fernsehen anschaue woher unser österreichisches Schwein, das uns im Supermarkt vorgesetzt wird so herkommt (lebendtransport aus litauen oder sonst woher, dann ist mir das Tk Schweinderl aus Portugal oder Spanien schon lieber!
in diesem Sinne
Mahlzeit
ich gehe jetzt Schweinsbraten (aus Polen oder so..?) essen
dschungeltier, 30.01.08 @ 11:24
@piripiri
ein österreichisches gutes schwein ist mir lieber als eine arme sau die quer durch europa gekarrt wurde, ich find diesen weltweiten lebensmitteltourismus zum kotzen. steak aus argentinien, schwein aus spanien, apfel aus neuseeland, halten zu gnaden,aber das ist doch alles nonsense.
epicuria, 30.01.08 @ 11:12
geh, piccolo,
du nimmst mir meine wirklich allerletzten illusionen. jetzt hab ich tierliebende carnivorin geglaubt, meine ernährung durch verzehr von biofleisch, freilaufenden eiern und allem solchen gutmenschelnden nahrungsmitteln etwas vom haut gout des bösen zu befreien. und nebenbei noch die umweltrentabilität des besseren geschmacks einzustreifen. und jetzt das! es wird gepoltert - und nicht nur auf zelluloid. schöne neue fleischwelt, entstanden durch maschinen. huxley hätte auch daran seine freude gehabt, wo doch der bruder sogar biologe gewesen ist.
deine idee mit dem eigenen hausschwein, das von pflegeeltern großgezogen wird, scheitert leider am nichtvorhandensein einer größeren tiefkühleinheit.
btw: das einfrieren tät dem lieben "du, bauer" schweinderl dann nicht schaden?
und - muss ich jetzt also auch sich vergrößerndes fleisch ebenso scheel ansehen wie das, das schrumpft?
fragen über fragen. seuzf.
aber ich bin sicher, du zerbrichst dir weiter für uns alle dein philosophisches hirn und bietest mir ein brauchbare alternative zum traurigen vegetarierdasein, das für mich am ende der long and winding road sonst lauern tät.
piripiri74, 30.01.08 @ 10:59
ach du dickes schwein
http://www.selection-online.com/p3_2_detail.php?SA_ID=64
piripiri74, 30.01.08 @ 10:58
ach du dickes schwein
da lob ich mir doch das fette (der wandelnde Olivenbaum - wegen seiner unmengen an ungesättigten Fettsäuren - fast wie Olivenöl ) "Iberico Schweinderl"
OberkllnerPatzig, 30.01.08 @ 10:53
Großes Missverständnis
Zu oft wird von Medien und Mitmenschen der Bio-Aspekt gänzlich falsch verstanden. Bio bedeutet in sensu strictu Umwelt- und Tierschutz, und nicht besserer Geschmack und gesündere Ernährung. Beide können Konsequenzen sein, müssen aber nicht.
Es ist ein Irrglaube, dass eine Biokarotte gesünder sei als eine Karotte ohne dieses Siegel. Wiewohl es für das Ökosystem verträglicher ist.
Darin liegt die aufkeimende Unzufriedenheit mit Bioprodukten, da Erwartungen aufgebaut wurden, die in der Realität gar nicht erfüllt werden können.
PICCOLO, 30.01.08 @ 10:26
@karlheinz
Sie treffen den Nagel am Kopf. Denn nicht jedes Bio- Schwein erfüllt die "Genusskriterien". Nur ein glückliches Schwein das sich selber und seine Natur genossen hat wird für unsere Nahrung richtige Tauglichkeit besitzen. Ich rate jedem Feinspitz der auf gutes Fleisch steht sich einen Bauern zu suchen, der ihm "sein" Schweinchen füttert und eventuell fertig zugerichtet , sauber verpackt ins Haus liefert. Das geht recht einfach auch wenn man in der Stadt lebt. Diese Symbiose wäre gegen den Markt und würde vielen Kleinlandwirten ein gutes Einkommen bescheeren. Wichtig für Schweine ist Frischluft und gutes Wasser. Das Futter ist bei jedem Tier zweit- und drittrangig. Da wird für die Futtermittelindustrie viel interpretiert aber es gibt wenig Beweise. Schweine besitzen den besten Magen aller Haustiere, der ist ein Alchemist und kann selbst Schwermetalle so binden dass sie nicht ins Fleisch kommen. (Daher bleibt beispielsweise der Dung der Wildschweine unbeachtet im Wald für die Käfer liegen, weil keinerlei Nährstoffe für größere Tiere mehr zu holen sind.
Der Schweinespeck war lange ein Mittel für Lungenkranke - eben weil gutes Fett nur an der frischen Luft gebildet werden kann. Die fettarmen Rassen werden durch die Stallhaltung noch extremer. Und auch wenns niemand wahrhaben will, es gibt bereits sehr viele Bio - Mäster die sich nur um das Pickerl bemühen, denen die Sau selbst aber egal ist.
Und es gibt bereits techniusche Methoden (Poltergeräte) die das Fleisch so bearbeiten, dass es beim Braten richtig gut "aufläuft" also eine besser Qualität vortäuscht. "Poltern" ist auch bei Speck und Shcinken die Fälschertechnik pur.
http://www.visilex.com/plugin.php?menuid=45&template=../plugins/lexikon/templates/lexikonfront.html&vc=5&visilex_key=P%C3%B6keln#Poltern
http://www.steinmetzohg.de/html/pkelauto.htm
Was nicht auf den Webseiten steht ist, dass durch diese Technik auch nur Wasser eingespritzt werden kann.... ich betone "kann"... Dann nämlich kommt es zu diesem Effekt allen guten Fleisches, es vergrößert sich beim Kochen.
karlheinz, 29.01.08 @ 18:16
@epicuria
"und jenes stück bioschwein, das ich unlängst zu schweinsbraten verbraten habe, kann man auch nicht mit einem billigschwein, das kaum geboren, fast zu tode gefüttert, schon wieder verpackt im supermarkt liegt, vergleichen."
stimmt. auch das mangalitza - schweinderl, nahezu ein ferrari unter den säuen, ist eine komplett andere kategorie als das 'oink vulgaris'.
fast ist es ja ein unmögliches möglich zu machen, es zu schweinebraten.
trotzdem kann ich meinen normalen hausschweinsbraten braten und ohne gröbere probleme essen , arm wär ich, wär ich angewiesen auf das hochpreisige. und solange ich low-food nicht von der speisekarte verdamme, kann ich noch unterscheiden.
der kontrast gibt mir viel!
sonjaaa, 29.01.08 @ 16:39
Nachwuchs
noch alles ruhig
sonst wuerde ich entweder flaschen intus haben oder flascherl geben
duerfte sich aber nur noch um Stunden handeln
TomCool, 29.01.08 @ 16:16
Natürlich
gibt's Flaschen in allen preisklassen.
Oder glaubst Du, eine portweinflasche kostet das selbe wie eine weiße Jungweinflasche?
Btw.: Wie schaut's denn mit dem Nachwuchs aus?
sonjaaa, 29.01.08 @ 15:39
Flaschen ???
Sind die Flaschen auch verschieden teuer?? Ich dachte immer, dass die Gebinde (ausgenommen den beschichteten Karton) allesamt ungefaehr das Selbe kosten?
TomCool, 29.01.08 @ 15:17
So was machst Du???
ich hab gedacht, man schenkt den guten Wein in die billigen Flaschln um, damit man seine Gäste nicht überfordert, aber selbst keinen Fusel trinken muss.
Wie mit dem frisch gepressten orangensaft, den der Papa ins Packerl umleeren muss. :-D
mazi, 29.01.08 @ 12:39
Ein Wahnsinn!
Also, S&G (Kubses Link, für Linksfaule) sind ja der absolute Hammer!!! Hihihi, die Veränderung in ihren Gesichtern ab dem unbehandelten, nein, SCHLECHT behandelten Oberschenkelfurunkel der Dame ist welt!
Jaja, die Zeiten, wo man Polos selbst bastelte und als edel verkaufen wollte. Und jetzt gießt man den roten Tropfen in die Karaffe, lässt die Flasche vom 5.90 Wein verschwinden und stellt die lang getrunkene Edlemarke am Seitentisch, nur so für alle Fälle, wenn wer schauert;-)))
dschungeltier, 27.01.08 @ 17:00
kubse
das ist ja fast schon körperverletzung, jetzt hab ich etliche minuten gebraucht, bis ich wieder was halbwegs vernünftiges stammeln konnte.
kubse, 27.01.08 @ 16:27
Chesterfield
Achtung, jetzt kommt auch von mir ein link, kennt ihr das schon?
http://www.youtube.com/watch?v=MFv-akyemx4&NR
PICCOLO, 27.01.08 @ 14:44
@piripiri
Das Wort Alpenlachs ist ja schon alt. Es gibt auch einen Alpenhering, nur ist der Hering kein so optimaler Fisch, hat den Geruch von Armut und Proletariat... Und den Begriff hat sich noch keiner schützen lassen! Ich habe seit 20 Jahren diese Saiblinge ab und zu auf der Karte. Würde mir nie einfallen den Fisch so saudumm zu bezeichnen!
Es ist "Marketing". Man streicht ein Stück Dreck gelb an und schon kaufts wer der meint es wär Gold.. Oder der Bio - Schmäh. Jeder Bauer muß sich technologisch aufrüsten und Unsummen in die Werbung stecken. Auf der Strecke bleibt das Produkt. ein Beispiel: Das Grilly Ferkel. Die tollen Rassehühner und natürlich auch die Rindviecher.
Man sollte um das "vermarketingte" Zeug einfach einen Bogen machen!
piripiri74, 26.01.08 @ 23:38
wie kann es sein dass der hr. brauchl einen saibling als lachs verkauft??? (auch wenn sie verwandt sind) warum nennt er das fischerl nicht alpensaibling - klingt komisch, ist es auch.
zum hohenlohe! dem gerer die hauberln zupfen und selbst gar nicht wissen was er isst!!!!
wie sagte schon hr eselböck?
PICCOLO, 26.01.08 @ 22:25
@was ist das?
Gra Fazzo - Grausliches Gsicht?? Ein Hellseher?
PICCOLO, 26.01.08 @ 22:18
@grafazzo
Durchaucht entschuldigen....
Es war immer schon so, am Markt gab man sich sehr heikel bis überkompetent. Beim Zubereiten darf gemogelt werden. Immer schon. Wenn seine fürstliche Hoheit kein Wild hatte aber welches wollte, dann wurde aus einer Kuh ein Hirsch, und was für einer. Biftek wie ein Wiltpret zu bereiten - machzulesen in alten Büchern. Die alte trockene Kuh wurde ein guter Hirsch, noch dazu zwei bis dreimal gut gegart, durch und durch braun und toll gewürzt. Beim Fisch wars ähnlich. Ich wette dass aus den Tonnen Pangasius filets die herrlichsten Mousses und timbales und und und werden. Der gereicht locker zum Barsch und mit etwas Räucherlachsabfall im Paco Jet www.pacojet.com wird er zur Explosion im Rachen. ein Essen zum Niederknien. ISt wie mich falschem Kaviar. Manche kennen nicht einmal das.
grafazzo, 26.01.08 @ 14:49
5622 -- !!
Ich schau da nimmer lang zu, weil das ist ja zum davonlaufen, wenn man draufkommt wie verarscht man jetzt überall wird! Da kann man mit größter Sicherheit alle Kochkapazunder zusammen in einen Sack stecken und in der kulinarischen Jauchengrube versenken. Ein Horror wie jetzt das "Produktbekochen" ausartet. Um auf die Zeitung zu kommen, die Soße der Frau Maier am Bild schaut auch aus wie zerlassener Schuhkrem. Da macht sich der Küchenkrepp am dürren Beinchen noch am Besten. Und neue Pfannerln und Schisserln? Dass es teuer bleiben kann grifen die Leute jetzt zum Geschirr!! Jüngst war am Tisch schon kein Platz mehr für die Napferln mit Sößchen die ich allesamt - weil idiotisch versalzen, gerne dem kochenden Vollkoffer ins Hemd gegossen hätte. Wer eine Allergie auf bestimmte E-Nummern hat der soll auf keinen Fall ab 2 Hauben essen! Und der Alpenlachs?? Das ist das Maishendl und die Attersau hoch 3. Nur mal nachlesen woher der Saibling die rote Fabe kriegt?? Ich als passionierter Fischer brauche da keinen Vortrag zu machen. Der steht dem norwegischen marinen Abfallverwerter um nichts nach, auch nicht bei den Schwermetallen die bei uns im Salzkammergut als Folge des intensiven Tourismus den Bach runter rinnen! ein gutes Verhütungsmittel wird Ihnen jeder Hausarzt der auf einer frischen Weiterbilkdung war bestätigen!
5622, 26.01.08 @ 14:02
teuer muss schmecken, weil...
... sich bei dieser geschichte in der heutigen ausgabe der sn fast jeder kommentar erübrigt:
http://www.salzburg.com/nwas/archiv_artikel.php?xm=3433735&res=0
piccolina, 26.01.08 @ 04:06
@ mazi
Endlich ist mazi wieder da und hat mich heute Nacht, nach kurzem Schlaf, so recht erfreut, genau gesagt: Mich zum herzhaften Lachen bewogen! Danke für die himmlische Formulierung (an kubse) - das kann nur eine Mutter schreiben!
Liebe Grüße an die lang Vermisste!
kubse, 25.01.08 @ 23:27
Diesmal hab ich nicht den link links liegen lassen. ;-)
Widerspreche: Auch einen billigen Wein KANN Romantik umgeben. Alles eine Frage der Umständ'... Wer dazu den großen Jahrgang braucht...;-)
Lieber lall ich lausiger Lustmolch lockere Losungen lasziver Lasterweiber loser Leiberfülle.
(Entschuldigung. Tut mir Leid. Zuviel Meistersinger. Deutscher Humor aus Wagners Feder kann zu großer Geistekrise führen.)
-ad-, 25.01.08 @ 21:25
Romance
Zurück zum Wein: Einen teuren Wein umgibt ja auch einiges an Romantik, an Mythos - gut hin oder her. Stellen wir uns vor, im Bordeaux gäbs keine Jahrgangsdifferenzen mehr, weil dank moderner Kellertechniken und ausgereifterem Wissen um Weingartenarbeit usw ecc pp selbige nicht mehr so in den Vordergrund treten könnten (was ja auch tatsächlich zunehmend geschieht, dort wie auch in anderen europäischen Weinregionen), wenn man sich gar zu jahrgangslosen Weinen entscheiden würde (weil, ähnlich wie beim Champagner, mit älteren Reserven gearbeitet würde, um ein gleichbleibendes Ergebnis zu erzielen): wer wollte einen solchen Bordeaux, wiewohl exzellenter Wein, denn um teures Geld kaufen? So ohne Jahrgangsmythos? 1945? 1947? 1961? 1982?
Also mal abgesehen von einzelnen Weinen aus diesen bedeutenden Jahrgängen: teuer fußt doch auch auf einer sehr romantischen Idee dessen, was es sei.
(Dank an Hugh Johnson - http://www.decanter.com/news/155385.html - für diesen Ideengang)
dschungeltier, 25.01.08 @ 13:34
hihi
ihr erinnerts mich an zeiten, wo leute sich krokodile auf billigpolos und hemden nähten. aber was ist denn das tragen von falschen breitlings und rolex. man will halt markenfuzzi sein, selbst wenn mans gar nicht vermag. wichtig ist ja nicht dass es gut ist, sondern dass es vom meinl am graben ist.
kubse, 25.01.08 @ 12:53
Vielen Dank. Wollte mich davor drücken... ;-)
mazi, 25.01.08 @ 12:31
Mit links
Ich hab den link mit Rechts gelöst (Maustaste), schon vor kubses Frage (Herr kubse, links soll man LESEN, nicht nur das Rot bestaunen:-))) . Kommt mir bekannt vor, wenn ich meinen Schützlingen nahelege, Kant zu recherchieren... "Ah soooo, wir hätten's auch durchlesen sollen!")
Ich bin so sicher, dass diese Forschungsergebnisse stimmen - wozu gibt's sonst das kleine Krokodil an Pullovern? Markenfuzzis gibt's halt auch beim Wein:-)) "Waas, die haben keinen Pétrus? Na geh...!"
katiza, 25.01.08 @ 10:15
Wie recht Sie haben - ich löse so etwas mit links: Folgen Sie dem Link der Tischmutter.....
kubse, 25.01.08 @ 09:49
Nicht das Latein...
...war das Problem, und ich meinte sehr wohl die Tischmutter! Den letzten Satz ihres Blogthemas, den kapier ich nicht :-(
Bitte um Hilfe, liebe Frau Katiza, Sie lösen solche Sachen mit links ;-)
katiza, 25.01.08 @ 08:50
Nachtrag
http://www.jamieoliver.com/jamiesfowldinners/
katiza, 25.01.08 @ 08:47
@kubse
stinkt nicht (aber erfreut) - wenn ich nicht irre, Frau 'Fessa und war die Tischmutter nicht eine andere? Und so manche Qualität hat eben ihren Preis wie Jamie Oliver eben in einer sensationellen Fernsehshow bewiesen hat. Da ging es um billige Eier und Hühner - wer sehen will, kann fühlen ..
TomCool, 25.01.08 @ 08:16
Heeeee, mazi!!!
Auch wieder hier her verirrt! Wie schön.
Es geht auch andersrum. Was billig ist, kann nicht gut sein.... Wie oft habe ich bestes Essen nicht verkauft, weil sich niemand vorstellen konnte, warum ich es so billig hergebe.
Dass ich oft etwas einfach nur deshalb gekocht habe, weil ich LUST darauf verspürt hatte, ging nicht in die Köpfe einiger Menschen.
kubse, 24.01.08 @ 23:23
Outing
Liebe, verehrte Tischmutter!
Beim nochmaligen und nochmaligen Lesen des Themas, das wie so oft den Nerv der Gemeinde getroffen zu haben scheint, ringe ich mich nun doch zu der für mich möglicherweise arg peinlichen Frage durch:
Was bedeutet der letzte Satz?
mazi, 24.01.08 @ 22:32
Hier irrt Goethe
Danke, liebe piccolina, für das Stichwort: es gibt eine schöne Anekdote zum Interpretationswahnsinn (was in gewissem Sinne auch das Thema betrifft)! In einer Fußnote zu einem autobiographischen Text Goehtes, in welchem er meinte, seine große Liebe sei Friederike Brion gewesen, schreibt der Interpret: Hier irrt Goehte.
Wenn einem ein teurer Wein besser schmeckt, schreibt dann jemand, der's besser weiß: Hier irrt der Gast? Was ist bei einem billigen Wein? Oder bei einem guten, aber günstigen Wirtshaus?
Geschmack muss nicht mit Geld zusammenhängen, ist aber subjektiv und kann weder von Studien noch von gutgemeinten Tipps (weißt Du noch, lieber dfw, vor fast einem Jahr haben wir da über Geschmack debattiert:-)) Und darüber, dass man Geschmack nicht angreifen soll, weil man damit die Kinderstube schlecht macht...) objektiviert werden. Und wenn einer das Geld braucht, um etwas schätzen zu können - na dann!
non olet (sed delectat, hoffentlich).
PICCOLO, 24.01.08 @ 21:54
@Paul
Im Mittelalter war ein Hering in Salzburg 70 Mal teurer als an der Nordsee wo man ihn fing und einsalzte.
Als die Handelsherren wie Jakob Fugger beispielsweise das Guajakholz zu importieren begannen, verstand jeder sofort warum das Mittel so teuer sein mußte. Alles was teuer war - war zu recht teuer. Es dürfte sich genetisch eingeschrieben haben. Weil dazumal etwas dumm überteuert zu verkaufen war verdammt gefährlich. Nicht nur die Marktverwaltungen auch der Pöbel machte mit Preistreibern kurzen Prozess.
Wenn mich in Spanien ein marokkanischer Straßenhändler mit einer 30 Euro Rolex überzeugen will, sage ich immer, Mensch verkauf das doch nicht so billig, eine Rolex kostet mindestens 2000Euro! Du kannt Millionär werden. Also ich würdei hm 1500 Euro dafür gerne zahlen. Der schaut dann etwas blöd und haut ab.
Paul, 24.01.08 @ 16:04
Teuer schmeckt besser
Erlaube mir für die spanischsprechenden Mitglieder einen link und einen kurzen Ausschnitt aus einem Wein-blog zu schicken, der besagt, dass man in einer Studie in Calfornien nachgewiesen hat, dass Wein besser schmeckt, wenn der Trinker weiss, dass er teuer ist.
mfg,
http://www.elgrancatador.com/2008/01/17/mas-caro-mas-placer-%c2%bfes-posible/#more-943
I
nvestigadores californianos demostraron que el placer al beber vino aumenta si es caro.
Usted pensará cómo es posible y de qué manera fue probado. Pues éstos investigadores son bastantes inteligentes y han podido demostrar la fuerza que tiene el Marketing.
En este caso, en el estudio que divulgaron esta semana, los investigadores mostraron que se puede aumentar el placer que siente una persona al beber vino incrementando su precio.
TomCool, 24.01.08 @ 10:37
Genau...
Weil die Philharmoniker spielen auch mimer schlecht, wenn man die Karteng eschenkt bekommt. ;-)
kubse, 24.01.08 @ 07:56
undankbar...
Ist der deppert?
Der war sauteuer. Banause.
Na gut. Wieder was gelernt.
TomCool, 24.01.08 @ 06:16
Geh!
@piripiri
Letztens hab ich einen Wein getrunken, der hat nichts gekostet. Den hab ich geschenkt bekommen. Und der war trotzdem super.
;-)
piripiri74, 23.01.08 @ 14:34
was nichts kostet ist nichts wert!!!
das ist doch der grundtenor der heutigen zeit - worauf sehr viele stehen!
andreasbigler, 23.01.08 @ 13:13
Illy
Na ja, der war mal absolut gut, aber seit sich diese Marke zu einer Massenware entwickelt hat und man das Zeug sogar im Supermarkt bekommt, regiert Säure den Geschmack und der harmonische Kaffeegeschmack bleibt auf der Strecke, ein perfektes Heißgetränk für Geländewagenfahrer mit Halbschuhen ....
dschungeltier, 22.01.08 @ 15:47
kaffee
grad der illy ist für mich so eine sache: IMO teuer und überschätzt, von VicereRoma gibts z.B. kaffee, der die hälfte kostet und doppelt so gut ist, oder laBrasiliana. und man sollte halt billig und preiswert nicht verwexeln. billig ist immer billig und nicht zwangsläufig das gegenteil von teuer sondern kann noch teurer als teuer sein, nämlich wertlos.
peter_s, 22.01.08 @ 15:35
Zeichen kulturellen Verfalls???
(@piccolo)
"Daher ist "teures" Essen auch ein sicheres Zeichen des kulturellen Verfalls."
"Essen ist dort Arroganz"
"Der Betrug beim Wirt oder auch daheim mit sogenannten "elitär gemachtem Dreck" "
Ist das tatsächlich -- so wie es sich liest -- generell auf die "Haute Cuisine" bezogen, oder doch -- hoffentlich! -- nur auf Roßtäuscher, die durch hohe Preise und äußere Aufmachung Ansprüche vortäuschen, die sie nicht erüllen (können)?
Verfeinerung (auf allen Gebieten, auch bei Speis und Trank) ist kein Zeichen kulturellen Verfalls, sondern im Gegenteil das Resultat der kulturellen Entwicklung des Menschen.
peter_s, 22.01.08 @ 15:16
subjektiv oder objektiv?
(@dfw)
Natürlich -- ob etwas (gut) schmeckt oder nicht, kann nur subjektiv beurteilt werden. Geschmack ist auch nicht meßbar. Trotzdem gibt es objektive Qualitätskriterien -- auch geschmackliche. Es gibt (objektiv) bessere Grundprodukte, es gibt (objektiv) besser zubereitete Speisen. Und leider (wenn auch fairerweise!) ist das bessere meist auch teurer (weil aufwendiger oder seltener). (Die Umkehrung stimmt natürlich nicht!) Erkennen von Qualität muß (unter Umständen) erst gelernt bzw. geübt werden.
(Eine gute Analogie: Musik. Welche Musik gefällt, ist subjektiv. Trotzdem gibt es -- insbesondere innerhalb eines Genres -- objektiv bessere Musik. Und um Nuancen erkennen zu können, muß man sich erst einhören.)
OberkllnerPatzig, 22.01.08 @ 14:20
Teuer schmeckt verdammt oft verdammt besser.
Mir schmeckt Illy-Cafe besser als Santora-Espresso, ich finde in der Regel 10 Euro-Rotwein besser als 3 Euro-Rotwein und der Hamburger Royal stellt den normalen Hamburger geschmacklich weit in den Schatten.
piccolina, 22.01.08 @ 13:46
Frei werden...
...wie piccolo es so schön formuliert hat - genau das sollte man werden, wie Katzen, die sicher lieber Whisky saufen würden, als das ähnlich lautende Produkt aus der Dose zu fressen.
Wir müssen in allem "Frei werden" - kein Diktat der Mode, der Küche und niemals ein Diktat der freien Meinung. Ich bin immer wieder verblüfft, wie leicht sich manche Menschen der "Allgemeinen Meinung" anschließen, brav nachbeten was andere propagieren, ohne ihre eigene Erfahrung zurate zu ziehen. So vervielfältigt sich vorgefertigte, oft fehlerhafte, Meinung - einer sagt 's und der Rest übernimmt es kritiklos und schon ist manch goßer Blödsinn zum "Zitat" des Lebens geworden. Man bedenke, auch Goethe irrte... - manchmal.
sonjaaa, 22.01.08 @ 13:39
Piccolo, du bist ja ein 68er des Essens ;-)
Freiheit durch bessere Nahrung - das koennte durchaus auf bunten Fahnen stehen. Davon abgesehen haette es auch deutliche politische Relevanz, doch darueber wurde schon des oefteren diskutiert.
Noch eine kleine Anmerkung zu HH (zitieren tu ich nimmer, denn da happerts offenbar - habe mich bei Wilde schon entschuldigt):
Wir verkaufen uns so lange zu billig, bis wir zu teuer sind.
WenzelEusebius, 22.01.08 @ 12:55
bittschön
beim parmesan simma aber schon nur mit dem besten grana zufrieden
dschungeltier, 22.01.08 @ 10:59
und wieder einmal
trifft piccolo den nagel auf den kopf
wenn ich mir meine kater wenzel und eusebius anschau, die ungeachtet des preises das teure sheba zeugs verweigern und lieber anderes speisen, andererseits sich aber auch das billige zeugs vom hofer auch nicht vorsetzen lassen, sieht man wieder einmal dass nur wir depperten menschen auf den preis hereinfallen. bei hochpreisigem essen war ich schon oft sehr enttäuscht, in der hoftaverne oder der katz noch nie.
und von wein hab ich eh keine ahnung.
PICCOLO, 22.01.08 @ 10:08
dfw
Eigentlich wollte ich nichts mehr dazu beitragen, aber wenn Du das auf so hohem Niveau anlegst:
Der Geschmacksinn ist neben dem was Du angeführt hast auch der am primitivsten ausgebildete Sinn in uns. Wir haben ihn mit vielen Lebewesen gemeinsam, aber noich ist der Mensch auf der suche nach dem idealen Brei..... Daher ist "teures" Essen auch ein sicheres Zeichen des kulturellen Verfalls. Schaut man sich auf den noblen Teller nan was Hauben und Sterne und Klamaukkoch so kocht, dann graust es den Schweinen jederzeit...
Essen ist dort Arroganz, Hochmut einfach ein tödliches Laster dem man aber auf eine ganz andere Art verfällt als einem technisch mechanischem Apparat wo man Verarbeitung und Material sehr genau bestimmen kann. Der Betrug beim Wirt oder auch daheim mit sogenannten "elitär gemachtem Dreck" ist eine öffentlich gewollte, ja für gewisse Kreise zu ihrem Lebensgefühl gehörender Fall.
Weil eine Trüffel, was ist das schon? Ein Gotteslachs beginnt wie eine Forelle, wenn zulange an Land zu stinken. Das machen Rolex und Porsche, Kleider von Dior und Chalet in Davos nicht.
Man muß einmal ausmessen wie niedrig gewisse Gourmands vegetieren. Hunde und Katzen haben es besser. Sie fressen bei Gott nicht alles was nur teuer ist. So wird eine Katze niemals eine Spitzmaus oder Maulwurf verzehren wei lsie aus nicht leicht erkennbarem Grund sicher nicht zu ihrem Futter gehören.
Um persönlich weiter zu kommen, muß man sich vom "vermarkteten" Essen lösen und FREI werden!
dfw, 22.01.08 @ 00:30
preiswert...
... hängt ab vom grenznutzen des geldes; oder verständlicher ausgedrückt von der leistbarkeit jedes einzelnen. auch billig oder teuer ist subjektiv.
geschmack von wein und essen ist was sehr persönliches, entzieht sich daher der objektivierbarkeit; geschmack ist nicht messbar. wie geschwindigkeit oder ps-anzahl oder beschleunigung oder....eines autos.
weil das beim geschmack also so ist, auch beim wein, halten wir uns an andere kriterien, z.b. auch an den preis, oder empfehlungen von "fachleuten", usw. dies sagt die studie aus. nicht mehr und nicht weniger.
so halte ich es mit piccolina: wir menschen sind so konditioniert, dass wir das teurere grundsätzlich als das "bessere" ansehen. auch wenn es uns nicht schmeckt :-)) da spielt uns das hirn einen streich. das nennen wir dann erfolgreiches marketing.
peter_s, 21.01.08 @ 18:06
Die Studie besagt wenig
Das Ergebnis der Studie überrascht mich nicht wirklich -- es ist ein
zu erwartender "Placebo-Effekt" Interessant wäre (auch), was herauskommt, wenn man einen billigen und einen teuren Wein anbietet und beide als billig ausgibt.
Generell ist die Studie -- wie viele solche Meldungen aus den USA -- recht fragwürdig: 20 Probanden -- wie wurden sie ausgewählt? Waren es Personen, die sich für Wein interessieren?
Auch die Schlußfolgerung erscheint nicht zwingend. Höherer Preis wird die Erwartungen steigern -- und vielleicht schon dadurch die Aktivitäten im Gehirn auslösen (ohne daß er deshalb auch als besser wahrgenommen wird).
peter_s, 21.01.08 @ 18:04
Billig oder teuer)
Man sollte unterscheiden zwischen billig/teuer und preiswert.
Sowohl Billiges als auch Teures kann preiswert oder aber überzahlt
(seinen Preis nicht wert) sein. Höhere Qualität, die höheren Aufwand
erfordert, kann nicht (auf Dauer) gleich billig angeboten werden,
wie schlechte Qualität mit weniger Aufwand.
Billiges Wirtshausessen kann gut oder schlecht sein, aber auch teure
Menus in Dreistern-Restaurants können preiswert sein, andere hingegen überzahlt -- zum Beispiel, weil unnötiger Nebenaufwand betrieben wird, oder auch, weil nicht die zu erwartende Qualtiät geboten wird. (Das Ikarus ist zwar teuer, trotzdem aber preiswert.)
Zu den sich am Preis widerspiegelnden Aufwand kommt aber noch ein
Markteffekt: Wenn Qualität -- oder auch nur vermeintliche Qualität --
außerdem noch nur in beschränktem Umfang verfügbar ist, dann kann der Preis unverhältnismäßig ansteigen, solange sich Kunden finden, die ihn bezahlen.
Ob man (individuell) einen Preisunterschied als gerechtfertigt ansieht,
wird überdies auch von der Erfahrung beeinflußt. Im Spitzenfeld sind
Qualitätsunterschiede ohne gewisses "Training" kaum feststellbar
-- in der Kunst, bei der Musik, ebensowenig wie beim Wein und bei der Haute Cuisine.
epicuria, 21.01.08 @ 14:43
kaschmir
genau dahin gingen auch meine gedanken. als frau sei mir verziehen, dass ich halt essen mit g'wand vergleiche.
pashmina ist auch nicht gleich pashmina - auch wenn mit dem namen sehr viel schindluder getrieben wird (die letzen "echten" kaufte ich in frankfurt, das stück zu 2,50). wenn ich mich aber in das gute stück wickle, das ich um echt wohlfeile 55 euro irgendwo in china gekauft habe und merke, wie mich das zarte etwas, das grad einmal 100 g wiegt, wärmt, was die anderen, trotz einem mehr an gewicht, nicht tun, ist der höhere preis allemal sein geld wert gewesen.
umgelegt aufs essen war halt das langsam gewachsene kobe beef (wagyu rind *gg*), das sicher das beste an fleisch, das ich je auf meinem gaumen zu spüren bekam, und halt auch lichtjahre von jedem braven stück tafelspitz heimischer provenienz entfernt und (ich nehme mal an, auch preislich). und jenes stück bioschwein, das ich unlängst zu schweinsbraten verbraten habe, kann man auch nicht mit einem billigschwein, das kaum geboren, fast zu tode gefüttert, schon wieder verpackt im supermarkt liegt, vergleichen.
beim wein ist es schon schwieriger zu werten. sicher ist, dass die arbeit in weingarten und keller, beim roten auch die barriques, sich zu buche schlagen. es gibt eine grenze, unterhalb derer ein wein einfach nicht den ansprüchen genügt, die man sich "ertrunken" hat, die sollte aber nach oben hin irgendwo einen logischen horizont erreicht haben, der, wie kubse vorhin auch erwähnt hat, bei gewissen weinen, schon lang überschritten wurde. nicht nur bei restaurants, sondern gerade bei winzern ist ein entdecker-gen sicher wichtig. dass man aber, wenn man fündig geworden ist und seine freude darüber nicht bei sich behält, eine spirale nach oben in gang setzt, ist leider auch klar. also, wieder auf zu neuen ufern. macht ja nix - hält uns jung und motiviert jede menge gastronomen und winzer, ihre qualität zu steigern, weil sie ja auch ein stück von dem kuchen haben wollen.
noch einmal zurück zu kaschmir. so einen pulli kann man, weil aus der vergangenen kollektion, im ausverkauf mit glück zum halben preis recht günstig erstehen.
leider wird gutes essen nie so alt, dass man es verramschen muss. und guter wein mit den jahren leider noch teurer.
aja: ruskin war wirklich ein kluger mann.
kubse, 20.01.08 @ 21:18
Gemacht
Ich muss bei dem Thema sofort an "Preisgestaltung" denken. Ich versteh ja nicht viel davon, aber es ist dem dümmsten Menschen klar, dass ein neu auf den Markt geworfenes Auto, das in derselben Klasse wie der Golf antritt, nicht zufällig fast auf den Euro denselben Knödel kostet wie dieser. Auch wenn die Vergleiche oft schwer anzustellen sind aufgrund der diversen Marketingstrategien.
Beim Wein ist genau dasselbe festzustellen, man braucht da nur die Preislisten beispielsweise der Wachauer Topwinzer anzuschauen. Diese Preise ERGEBEN sich nicht, sie werden GEMACHT. Natürlich ist der Lagenriesling mehr wert als die Veltliner-Frühlese, ist Kaschmir geschmeidiger als Polyester. Aber da ist überall derart mafiose Absprache dabei, dass ich bei einigen Sachen für mich die Ärger-Bremse gezogen hab, seien es besagte Wachauer oder gleich die Bordeaux-Primeurs.
Ein ebenso wichtiger Aspekt scheint mir gleichzeitig einer der großen Anziehungspunkte dieser Gemeinde zu sein: Teuer genießen kann jeder, aber die Geheimtipps aufspüren, da liegt der Reiz, gerade in Speising. Natürlich gebührt den Hanners und Petzen ihr Platz, aber den kriegen sie sowieso in allen Guides.
Das Schlimmste aber: Auch bei den Restaurants gibt's den falschen Kaschmir, der nicht selten das Geld eines echten kostet ;-)
piccolina, 20.01.08 @ 10:03
Gestern gehört...
Kürzlich: Weinprobe - New York - lauter Richies & Mirsindwas und sie schlürften gar köstliche Tröpflein. Keiner wusste, dass man zu hintergemeinen Testzwecken auch die Sorten "Ziehrg Mizam" und "Ehscho Gwürgt" dazwischen mengte... - und siehe da, keiner hat's bemerkt - womit die Urmenschheitstheorie: "Teuer muss schmecken" bewiesen werden konnte!
dfw, 19.01.08 @ 21:41
"was eine uhr teurer als 2 dollar ist purer luxus" sagte mir schon mein freund in london vor vielen jahren.
"was ein mann schöner ist als ein aff'....!
nachzulesen in tante jolesch. :-)
solche sager lassen sich beliebig fortsetzen.
der preis regelt sich über angebot und nachfrage und ist zudem auch abhängig von der nutzenstiftung.
wer aus prestigegründen (status-) oder aus angeberei - wie ich - den luxus vorzieht, leistet sich halt, was anderen verwehrt bleibt.
meine erfahrung ist, dass qualität ihren preis hat, und ich ein vielfaches erhalten oder nützen kann im vergleich zum billigen. da muss ich hh recht geben.
das ist auch beim essen und trinken so.
deshalb trag ich auch eine teure armbanduhr.
ansonsten, na ja: "i keep a low profile" .
sonjaaa: ich glaube, das zitat wird oscar wilde zugeschrieben.
piccolina, 19.01.08 @ 09:28
Was es wiegt...
Ich denke immer an die uralte Volksweisheit, die so treffend sagt: „Was’s wiegt, des hat’s!“, nur den Nepp kann ich nicht leiden, aber manche Gschpreizte brauchen halt „Tutti frutti“, damit es ihrem leeren Hirn bekommt, damit der flache Verstand ins Gebirge schauen kann und wenn es unsinnig teuer war, dann war es unsinnig gut, so glauben sie.
Piccolo hat natürlich Recht, Billigware kann nicht so gut sein wie Qualität, die halt auch
gutes Geld kostet, wie wir alle wissen, sogar ich als Nichtprofi weiß das. Doch was ist billig? Niemand wird seine Ware unter dem Einkaufspreis verkaufen, unkalkuliert sein Gasthaus betreiben, das ist sicher. Vielleicht sollte man den Titel ändern? "Überteuert muss
nicht immer schmecken".
hh, 18.01.08 @ 22:02
Ruskin war ein gescheiter Mensch...
Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.
John Ruskin
engl. Sozialreformer (1819-1900)
lg hh
PICCOLO, 18.01.08 @ 15:10
Einfache Logik.
Ich habe es mein ganzes "Kochleben" so erlebt: Was Billig ist ist auch nichts wert. Daher gibt es ja auch nirgends mehr einen guten Brei. Man hat die Speise, üffentlich genossen zum Leckerbissen erhoben, um jeden Preis. Man baut um das Essen herum einen Palast, nicht nur materiell auch in geistiger Form. So bestehen viele Luxusküchen auch neben einen besonderen Gebäude, noch aus Historie, wie ein Wallfahrtsort auch dann noch aus klangvollen Worthülsen gut abgefasst auf Papier und in elektronischen Medien. Es ist ein Glaube, man opfert einem Gotte, dem Men. Wer dort dann speist erwartet sich niemals eine Billigkeit. Ähnliches erlebt man auch in der Religion. Eine Kerze für die schwarze Madonna um 50 cent? Sowas sieht der liebe Gott nicht einmal, da meint der doch glatt man sei auch im Gehirn krank... Aber einen goldenen Haxen gegens Zipperlein im Fuß, ja bitte her damit!
Ja ich bin absolut dafür dass es Weine und Essenzen und Restaurants zum "ausbrennen" gibt. Was wäre denn die Landesküche ohne die Üppigkeit und die einzigartigkeit eines Witzigmann, Bucuse und Adriá. Der alle Minderbemittelten durch seine hohen Preise ausgeschlossen hat. Das machen ja in Salzburg die Festspiel - Lokal auch. Wer als Normalverdiener in den HAngar geht ist wirklicher Depp. 'Ich muß das nicht haben, ich bin ein hinduistischer Christ und brauche immer ein paar Leute im Lokal die so arm sind wie ich. Sonst würde ich mich zu alleine auf der Welt fühlen.
PICCOLO, 18.01.08 @ 14:54
@nietzsche
Dieser Aphorismus ist in "Morgenröte" 3.Buch Nr. 203.
Andere Bezüge zu Nietsche, der die Küche der piemont als die beste meinte:
In "Warum ich so klug bin" 1. Sure
Und in "Unsere Tugenden". etwas nettes über die Frauen als Köchinnen: -- 234
sonjaaa, 18.01.08 @ 11:22
Nietzsche
also Nietzsche hat mir schon auf manchen Wegen die Richtung gewiesen, aber bislang ging s dabei nie um Kulinarisches. In welchem Werke, lieber Piccolo, verfasste Nietzsche denn dies trefflich Wort? Danke im Voraus.
PICCOLO, 17.01.08 @ 22:56
@nietzsche
Über unsere Diät
Pfui über die Mahlzeiten, welche jetzt die Menschen machen, in den Gasthäusern sowohl als überall, wo die wohlbestellte Klasse der Gesellschaft lebt!
Selbst wenn hoch ansehnliche Gelehrte zusammenkommen, ist es dieselbe Sitte, welche ihren Tisch wie den des Bankiers füllt: nach dem Gesetz des „Vielzuviel“ und des „Vielerlei“, woraus folgt, dass die Speisen auf den Effekt und nicht auf die Wirkung hin zubereitet werden, und aufregende Getränke helfen müssen, die Schwere im Magen und Gehirn zu vertreiben.
Pfui, welche Wüstheit und Überempfindsamkeit muss die allgemeine Folge sein! Pfui, welche Träume müssen ihnen kommen! Welche Künste und Bücher werden der Nachtisch solcher Mahlzeiten sein! Und mögen sie tun, was sie wollen: in ihrem Tun wird der Pfeffer und der Widerspruch und die Weltmüdigkeit regieren! Zuletzt um das Lustige und nicht nur deren Ekelhaftes an der Sache zu sagen, sind dicke Menschen keineswegs Schlemmer; unser Jahrhundert und seine Art Geschäftigkeit ist mächtiger über ihre Glieder als der Bauch: Was wollen also diese Mahlzeiten? Sie repräsentieren!
Was in aller Heiligen Namen?
Den Stand? - Nein das Geld: man hat keinen Stand mehr!
Man ist „Individuum“! Aber Geld ist Macht Ruhm Würde, Vorrang, Einfluss; Geld macht jetzt das große oder kleine Vorurteil für einen Menschen, je nachdem er davon hat! Niemand will es unter den Scheffel, niemand möchte es auf den Tisch stellen; folglich muss das Geld einen Repräsentanten haben, den man auf den Tisch stellen kann: Unsere Mahlzeiten!
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Danke Fritz! Das hast Du schon vor 130 Jahren gut erkannt!
sonjaaa, 17.01.08 @ 15:06
Mark Twain meinte mal ganz treffend: " Ich habe einen ganz einfachen Geschmack. Ich nehme von Allem nur das Beste".
Mehrere Ideen:
Witzig find ich aber auch immer den Ansatz, dass das Beste nichts kosten darf - ein sehr subjektiver Ansatz uebrigens, der je nach Zeitgeist auch zwischen den Berufsgruppen variert. Und nachdem Wein (ein Bisserl auch Essen) gerade noch en vogue ist, darf sie irgendwie was kosten, ehe beim Nachhauseweg zum Lidl zugekehrt wird ;-)
Im Uebrigen: am Brunnenmarkt einer betagteren, tuerkischen Dame zu den Standeln und zum Gemuese zu folgen bringt meist die besten Geschmaecker zutage - auch fuer mich degenerierten Moechtegernstaedter. Preis hin, Preis her.
Teuer kann auch das Gewissen beruhigen. Bio als individuelle Zusatzgesundheitsversicherung zum Beispiel oder Fair Trade Produkte als Klingelbeutel fuer Atheisten,....
piccolina, 17.01.08 @ 14:30
Teuer und gut?
Teuer ist immer ein gutes Täuschungsmanöver für unsichere Menschen. Manche fragen sogar zuerst: "Wie teuer war das?", um einschätzen zu können, ob eine Sache, ein Geschenk auch wirklich wertvoll ist.
Ist es bei Speisen nicht ebenso - bei vielen, die ihrem eigenen Gaumen nicht trauen?
Da hatten es die Steinzeitmenschen einfacher: Kosten = gut oder schlecht - essen oder in die Landschaft - basta!
Ich lebe immer noch in der Steinzeit... -
alma, 17.01.08 @ 10:56
Einen Gefallen tun ...
Ein Herr Luxusblogger hat das Thema ebenfalls aufgegriffen ( http://www.luxusblogger.de/2008/01/16/hohe-preise-lassen-den-wein-besser-schmecken-615.html ) und kommt zur für Gastwirte bedenkenswerten Schlussfolgerung, dass sie ihren Gästen einen Gefallen täten, die Weinpreise anzuheben: damit der Wein auch ja gut munde!
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 06.05. @ 11:56
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33