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SPEISING Open
02.02.08 @ 09:14
Keiner will das Wirtshaus!
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Zwei rezente Lokalbesuche lassen mich vermuten, dass das Wirtshaus einerseits von den Gästen nicht erwünscht wird, bzw. auch die Wirtsleut, vormals "Koberer", dieses negieren. Wie geschah es?
Der Wirt eines von mir sehr geschätzten Wirtshauses hat sich unlängst Luft gemacht: Die Gäste wüssten zwar die Preise eines Wirtshauses zu schätzen, erwarteten sich aber dennoch einen Service, eine Karte und eine Atmosphäre wie in einem Restaurant. Das Benehmen ist dann auch dementsprechend, weil die falschen Erwartungen natürlich nicht erfüllt werden können.
Wirtswechsel: Ich besuche ein Lokal, das sich –wirt nennt und sich den Nimbus eines Wirtshauses verleihen möchte, aber eindeutig ein gut- bis hochpreisiges Restaurant darstellt. Man zahlt Gedeck, sitzt sehr fein an geschmückten Tischen, freut oder ärgert sich über das Design der Räumlichkeiten und wird professionell betreut. Den Spagat zum Wirtshaus sollen wahrscheinlich die Würstel mit Saft erledigen und einige typische Wiener Gerichte. Die Hauptkarte aber offeriert jene aktuelle, gute Küche, die vor ein paar Jahren noch als kreativ gegolten hat.
Das echte Wirtshaus wird als Restaurant wahrgenommen und das Restaurant wäre so gerne ein Wirtshaus – seltsam. Weshalb stellt sich einerseits ein Lokal gerne als einfaches Wirtshaus dar und wieso gehen die Gäste hin, um sich andererseits dann doch ein Restaurant zu erwarten?
Gregor Fauma
39 Kommentare | Kommentar abgeben
dschungeltier, 24.02.08 @ 17:42
es gibt sie doch
die wirtshäuser, auch auf höchstem niveau. in zürich haben wir eins kennen gelernt. mit einem service, besser gehts kaum. küche top. service top. gemütlichkeit top. preise leider zürich. (dort nicht einmal teuer)
piccolina, 23.02.08 @ 19:45
Fehler gemacht...
"dschungeltier" und "steiten" muss es heißen, meine Tastatur ist schlecht beleuchtet und das "n" ist abgewetzt... - sorry!
piccolina, 23.02.08 @ 19:44
Ach...
...liebes duschubgeltier, wollen wir jetzt um Vokabel steiten? Im Gegensatz zum Luxusrestaurant ist ein Pappteller doch wirklich "banal" oder etwa nicht??? ;-) Hatte ich nicht auch "tierisch gut" geschrieben?
Vielleicht muss ich aber auch eine Schreibwerkstätte besuchen, damit ich lerne mich besser auszudrücken... -
dschungeltier, 23.02.08 @ 18:44
wieso banal, piccolina?
würstelstand ist nicht banal. und drum war ich heut mit veuveclicquot in linz auf eine bosner. einfach köstlich. mit fachkundiger beratung und bedienung durch die würstelstandl"wirtin".
mir ist auf jeden fall ein guter würstelstand lieber als ein mittelmäßiges restaurant.
piccolina, 23.02.08 @ 07:30
Alle wollen das Wirtshaus...
...JEDER nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten! Piccolo hat es endlich allen erklärt - vom Fuselheur bis zum "Professor Generaldirektor" wählt der Konsument den Tempel, den er bezahlen kann und fast jeder landet zwischendurch am Würstelstandl, weil's so tierisch gut, banal und für manche schon fast blamabel ist, doch nicht jeder gibt es zu, aber alle brauchen eine Zufluchts-Köchin mit der rettenden Küchenschürze, sind wir doch einmal ehrlich.
Als 12-jährige wurde ich ermahnt, "den Hang zum Küchenpersonal" aufzugeben, doch gerade dort fand ich wirkliche liebe Menschen, die das Prädikat "Menschlichkeit" verdienten und mich lehrten, die Menschen nach ihren "inneren Werten" zu beurteilen und niemals nach Aktienbesitz und Pseudobildung(Standesdünkel)! Ich habe es mein Leben lang so beibehalten und habe festgestellt, dass es nur zwei Kathegorien Mensch gibt: Die, die ich mag und die, die ich nicht mag - Punkt - es stimmt sogar Weltweit!
Man kann es auch auf Beisl, Wirts- oder Gasthäuser und Luxusreautrants anwenden - da wo man sich wohl fühlt, da ist ein kleines Stück "zu Hause" und dort geht man sicher gerne hin und kommt auch sicher wieder!
PICCOLO, 22.02.08 @ 22:23
Andere Sichtweise...
Früher da hatten die Großkopferten alle miteinander wie sie waren eigene Haushofmeister. Ärmere "Gfraster" Kaufleute und Handwerksmeister hatten eine Köchin. Die war feist und fischelte, was die Sardellenhändler Europas zu reichen Männern machte, denn jedes Kind, das zu diesen Köchinnen, die wie Panzernashörner den meisterlichen Herd warm hielten, in gewissen brenzligen Situationen vor der strengen Züchterhand seines Vaters unterm Kittel floh bekam diesen Mief mit, und fortan, eben da dieser Fluchtpunkt im Unterbewußtsein eine Art Himmel vorstellte, war der feine Geruch von eingesalzenen Jahrgangs - Sardellen ein Standard im Geschmackuniversum des heranwachsenden Schuster- oder Tischlersohnes.
Bei den Baronen und fürstlichen Gnaden und Durchlauchts da schafften Haushofmeister das tägliche Brot unters Lusterlicht des Speisesalons. Das Wirtshaus mit Verpflegung benutzte man auf Reisen. In Städten war es anders. Die Restaurants befanden sich in den großen Hotels, wo man aber keinerlei Interesse hatte, sich von der Strasse ein Gesindel ins Haus zu ziehen. Wer im Hotel wohnte konnte "unter sich" sein.
Rein historisch gesehen war das namentlich erste Restaurant ein Bauchladen , eine Suppentonne mit Kohle Unterfeuer in Paris war , nennen sich heute ganz andere Gebilde Restaurant.
1765 gab es in Paris einen Suppenkoch der seine Produkte erstmals "Restaurants" nannte. Weil sie in der Lage waren den entkräteten Körper zu restaurieren. Er hatte ein Schild wo es sinngemäß so draufstand: "Boulangere verkauft ein Aufbaumittel. einen warmen Energydrink".
"Venite ad me! vos qui stomacho laboratis et ego resataurabo vos".
Seine Schafsfüsse in weisser Soße wurden berühmt. Die Pariser "Wirtshäuser" waren dazumal bereits eine schlagende Verbindung und sie wollten dem Restaurateur den Garaus machen. Boulangere gewann und sein Restaurant wurde bald in einem Haus weitergeführt.
So gesehen hätte ein Dönerstand viel mehr das Recht sich Restaurant zu nennen. Wirtshäuser aber sind etwas mit der Menschheitsgeschichte eng verbundenes. Menschen Handeln und wer handelt muß reisen und sich verpflegen.
Es gibt in Salzburg ein berühmtes Wirtshaus dort gabs einen recht gescheiten Wirt . NAchher ist es gleich ein Haubentempel geworden und das Wirtshauswesen ist weggekommen. Der hat eine guten Spruch hinterlassen:
Im Gasthasu schafft der Gast an, im Wirtshaus der Wirt!
Wer schafft im Restaurant an? Die Bank. Aber wer ginge schon in ein Bankhaus essen? Also mißbraucht man den Namen halt ab und zu ...
Ja und die Restaurants die wir heute so bezeichnen sind doch nur Erstzwohnzimmer für die Geschäftsmänner und Promis, so richtetes ein Jeder her obwohl er nie einen Promi dort sehen wird. Aber man machts halt so. Weil der Neureiche leistet sich keinen Hauskoch und die Kinder haben ja eine andere Zufluchtsmamma : Die Häusln mit dem großen M drauf, das sind die Restaurants...
OberkllnerPatzig, 22.02.08 @ 15:20
... dann empfehle ich Schweinsschwartlschmalzbutteröl als Gegenmittel!
PICCOLO, 22.02.08 @ 14:32
@geiles Zeuch...
Hick Bosonen Herr Patzig. Hicks Bosonen. Ja und Weinsteinsoße Kondensat. Das kann wahrlich ein wenig deppert machen...
OberkllnerPatzig, 22.02.08 @ 14:30
... ich käme halt nie auf die Idee, das "Winter" als Wirtshaus zu bezeichnen, ebenso wenig das "Landhaus Bacher" oder das "Kokoro". Bei der Katze bin ich mir schon nicht mehr sicher.
dfw, 22.02.08 @ 11:12
über alles...
...definiert sich so ein lokal, lieber patzig. alles muss passen. ob wirtshaus, gasthaus, restaurant, usw. auch übers service, usw. auch über den gulaschduft und den zigarettenqualm. und das beissend stinkende pissoir ;-)
deine frage hab ich schon verstanden, deshalb erwart ich nix, sondern lass mich überraschen, wenn's ein neues beisl ist, oder ein haubentempel.
die hütten, die ich schon kenn, kann ich ganz gut einordnen. und geh wieder hin oder net.
seit ich speisinger bin, hab ich 7 kilo zugenommen; sag mir lieber, wie ich die wieder runterbring :-)))
beim cipriani waren wir nicht, der ist zu uns gekommen - ohne kutteln, aber mit den besten bellinis, literweise.
für die kutteln fahren wir eh zum piccolo.
piccolos essays werden demnächst in buchform veröffentlicht. ich fang schon an zum sammeln und sortieren.
ich bin für piccolinas "woran die wirtin denkt" :-)
OberkllnerPatzig, 22.02.08 @ 10:17
Geiles Zeuch ...
Geh Piccolo, sei fesch und verrate mir, welch geiles Zeuch Du zu Dir genommen hast, bevor Du diesen Text in die Tasten geklopft hast. Is ja irre.
Zum Thema: Meine Frage wurde einfach nicht verstanden. Definiert sich ein Wirtshaus über die Küche (ist Zitronengrasbonito zulässig?), über den Preis (20 Eurokeln für ein Reisfleisch), über das Interieur (reicht eine alte Schank und der Geruch nach Zwiefel, koide Tschick und Bier?) oder über den Wirten, der nicht dienstleistet, sondern sich eventuell herablässt?
Und wer braucht dann noch das spartenfreie Restaurant?
PICCOLO, 21.02.08 @ 23:22
Thematisches Problem
Im Grunde ist es ja anders: Jeder will ein Wirtshaus. Will doch keiner das Luxusrestaurant. Luxusrestaurant, das ist ein Begriff mit dem ein notorisch arbeitsloser Stadtstreuner in seiner einfachen Sprache jedes mit Heizlüfter warmgehaltene Stüberl das über eine isolierte Baustellenplanken eine Stehschiffanlage besitzt beschreibt. Dort macht der seine Weihnachtsfeier. Etwas das halt mehr ist als der Schlafplatz unter einer Abluftdüse des Gerngroß, wo man wenn die Zeiten schlecht sind schon vom Geruch ausgekühlter Dönerspieße und von faulen Bananen und einer Buddel Monopolsprit mit Himbeersaft, satt wird.
Weil auch der vollgeile nur bestge sterneküchenfutternde dollardepperte Ausbeuter der Arbeiterklasse sieht sich mit seinem glutonenbetonierten Hirnschmalz ganz im Beisl wenn er nach langer Flugzeit in einem Dreh - Dachterassenlokal eines Shanghaier Luxushotels in ein Langustenschwanzerl beisst. Die Johanna Maier, der Heinzi Hanner, das Mörli Tonnerl und dreißig Dutzend anderer vollfett Gastronomen unseres Landes sind bittesehr nur einfache Leitgebe. Minimalisten, völlige Simpeln die im rechten Moment jedem wissen lassen sie können ja gar nicht auf ihren Fingern bis zehn zählen. Richtige Wirtsleute halt mit ihren Frauen die der Gault Millau gerne Patronnen nannte. Platzpatronnen oder magersüchtige die vegetative Dystonie durch schwere Tiroler Kropfketten kaschierende auf Sauerkrautstampfern polternde oder Storchenstelzen dahinmschwebende Bier- und Weinbringerinnen. Das Style in Style designierte Ristorante ein Ebenbild des himmlischen Brimniersaales, Sährimnir und Andrimnir. Ein Wirtshäusl das halt 3 Mille kostete, damit der jetzt - Bankierende - zukünftige Häfenbrudernde Spitzeningenieur ein Örterl hat zum gepflegter pinkeln....
So iss es ungefähr , zirka in etwa meine Lieben... Oder doch nicht..
Ja dieses Wirtshäusl will Jeder, damit streite ich Dir hochverhrter Herr Oberkellner ganz patzig und frech Dein Ansinnen ab uns und Allen diese Lebens - Illusion zu rauben.
piccolina, 21.02.08 @ 18:50
???
Fast jeden Tag schaue ich ins "Speising" - nix ist, außer dschungeltierchen und dfw und ab und zu einer dazwischen... - Sind alle der Grippewelle anheim gefallen oder fehlt ein neues Thema???
Vorschläge: "Das Liebesleben der Küchenschabe"
"Woran die Wirtin denkt" oder "Über das Seelenleben des Tellerwäschers, der davon träumt in Amerika zu leben, um Millionär zu werden"... - ich wüsste noch so viele Titel, bitte, bei Bedarf anfrangen - natürlich kostenlos! ;-)
Falls das ganze Team im Skiurlaub sein sollte, bitte ich jetzt schon prophylaktisch um Vergebung meiner Ungeduld!
dschungeltier, 14.02.08 @ 15:55
nix
in st moritz geht man offenbar zum mc donalds
dfw, 14.02.08 @ 15:50
nix UND, geduld
...morgen geht's los, dschungeltier. hast schon tips für st. moritz?
dschungeltier, 14.02.08 @ 09:12
UND?
jetzt sitzt er schon wieder beim lieblingshausberger, mümmelt kaiserschmarrn, erzählt aber nicht, wie die kutteln warn, der dfw
TomCool, 13.02.08 @ 07:14
Wir hätten schond abei sein können....
Hat halt keiner was gsagt.
Oder hab ich was verpasst?
Aber wenn ich so nachdenk..... Schwiegerpapas 60er ghört ja auch gfeiert. Also haben wir ja tatsächlich keine Zeit.
Viel Spaß!!!! Wir werdn schon noch nach Venedig kommen. :-)
dfw, 12.02.08 @ 19:45
@TomCool & Piccolo et al
ja, wir fahren, natürlich; nach venedig; besser gesagt einige fliegen, der flieger ist bummvoll - sorry tom, überbucht, - einige reisen per bahn.
die harrys bar werd' ma besuchen, aber nur wegen des bellini, nicht wegen der kutteln, eh klar. wir werden nur den cipriani fragen, warum die bei ihm so teuer sind, weil ja doch massenware :-)).
die -ad- hat da ein restaurant gefunden, da schnallst ab. schad nur, dass ihr nicht dabei sein könnt's. da gemma hin, weil im expedit war's halt doch nicht so das wahre.
dann schauen wir auch im palazzo pisani vorbei und auch im la fenice; dort soll's was geben, zum essen, :-); so für ein paar hundert leut, halt.
und im gritti probieren wir die betten aus, das macht vorzugsweise der kubse; der spielt auch ein ständchen, gell kubse. mehr darf ich nicht verraten. ah ja noch was, im floriani werden wir frühstücken, das hat sich die mazi gewünscht. der mfg geht derweil schwimmen, am lido, im geheizten pool. und katiza schaut ihm zu, vermutlich, oder ist auch im floriani; ganz wie sie will.
und kutteln hab ich gestern gegessen, in einem dreihaben-beisl. leicht eingemachte lammkitz-kutteln mit gedörrten maulbeeren. also, schlecht waren's nicht.
aber die beim piccolo sind sicher besser; auf die freuen wir uns schon alle.
OberkllnerPatzig, 12.02.08 @ 19:33
[Denn liebe Freunde merkt Euch schließlich : Ein Tier das sein Leben in einem Stall verbracht hat stinkt durch und durch.]
--> Stimmt, deswegen gibt es ja auch den Weg zur Arbeit und wieder zurück nach Hause. Das muss dann reichen.
PICCOLO, 12.02.08 @ 17:40
@epicuria
@ ganz richtig. Die Kutteln jetzt sind nicht mehr jene aus der Zeit wo das eine gute Speise war. Man denkt sich einfach was die Tiere zum Fressen bekommen. Es ist ja in der Tat so, dass von den gut gefütterten Tieren kein Magen es in die Vertriebsketten heutiger Lebensmittelmärkte schafft. Der landet im Cantainer für die TKV. Weil wegen einer Portion fährt kein LKW nach Hintertupfing weil man dort eine schöne Kalbin geschlachtet hat, die auf der Weide erschossen wurde.
Die Kutteln - auch in Italien sind Massenware und kommen von weiß Gott wo her. Es gibt richtige verzehrbar - Tiermüll - Sammler im Großformat, die kaufen Hoden, Nieren, Lungen Herzen und Köpfe von allen Schlachthöfen en gros auf. Teilweise um Wurstfüllstoffe daraus zu generieren und auch an die Pharmaindustrie für Präparate. Gammelfleisch...
Gute Kutteln gibt es praktisch nur von Lämmern und Kälbern die noch kein Heu im Magen hatten. Sofort nach dem Schlachten sollten sie in kaltem Wasser gereinigt, sofort blanchiert und die Innenhaut abgezogen werden... und mit Salz eingerieben kann man sie ein paar Tage auch lagern.
Leider haben sich viele Kuttelfreunde schon an den leichten Kadaver - Eingeweidegeruch gewöhnt, so dass sogar Gourmetbuchautoren sie loben obwohl sie nach Stall riechen. Ich habe bei einem bekannten Haubenkoch vor vielen JAhren eine hochgelobte Kuttelsuppe gekostet und nach dem ersten Löffel fast auf den Tisch gekotzt. Der kellner konnte meine Abneigung nicht verstehen, das sei der Hit meite er wird wohl an mir gelegen sein, dabei waren die dünnen Nudelchen nicht einmal geputzt.
Denn liebe Freunde merkt Euch schließlich : Ein Tier das sein Leben in einem Stall verbracht hat stinkt durch und durch.
epicuria, 12.02.08 @ 16:38
kutteln
trippa hört sich besser an.
hm. eigentlich doch nicht.
also doch kutteln.
what shall's - ich äße sie so und so nicht.
weder im wirtshaus noch in der trattoria.
brrrr.
TomCool, 12.02.08 @ 13:56
San marco
Fahrt's ihr jetzt tatsächlich nach Venedig?
Auf ein paar Kutteln?
dfw, 12.02.08 @ 11:16
danke, piccolo, für die spende; du wirst in die gebete eingeschlossen. auch am wochenende in der kathedrale zu san marco :-)
PICCOLO, 12.02.08 @ 00:00
Liebe Speisinger!
Heute 12. Februar vor 73 Jahren ist der Jahrtausendkoch A. Escoffier verstorben. Was schreibe ich? Er ist in den Himmel aufgefahren!
Bitte feiert den Himmelfahrtstag in angemessener Weise. In allen Wirtshäusern gibt es Freibier, Cordon bleu und Pfirsich Melba, Omelette Surprise und Kalbsballotine Grand duc dazu -- sofern die depperten Wirte Österreichs dieses Datum überhaupt kennen... Na ja der Rudi Kellner wird ja persönlich so von Geist zu Geist mit ihm anstoßen... Hoffe ich doch und glaube ich auch! Ungefähr , cirka beneidenswert, nicht wahr?
Seine Eminenz der Herr Kardinal zu Speising möge eine Messe lesen. Ich spendiere sie.
motorradlberger, 07.02.08 @ 23:31
Viel Wahres...
War einige Wochen in Norditalien unterwegs und habe alte "Haltestellen" besucht. Ich bin nicht einer der sich die Top Adressen leisten kann gebe ich zu. Aber es ist shclichtweg schon ein Jammer dass ich meinen Slowfood Guide wegwerfen kann. Überall hat die Gastlichkeit der Tourismus gefressen und wenn man mit jemanden redet, der jammert was geht. Und in der Tat, das Problem des Wirtshauses ist sein Personal. Gute Wirtshäuser hatten früher immer ein paar Leute drauf, die sich um die Nebenarbeiten kümmerten. Seit das soziale Netz so gemacht ist, dass jeder der ein wenig bescheuert ist gleich in die Anstalt muß, gehen den Wirten die Hilfstschaggos aus. Das drückt auf die Kosten und dort hakt die Industrie dann ein. Denn ein richtiger wirtsjob das sind 18 Stunden hackeln. Basta. Das mag keiner mehr und durch den Verkehr bauen sich auch nirgends mehr Stammkunden auf von denen sich leben lässt.
Was ich auch bemerkte, da als Speisinger Leser recht aufmerksam geworden - überall wo einst ein guter Laden war sind jetzt mehrere, so Bistromäßig moderne Läden die sich gegenseitig das Gras abnagen...
So ist schon fast ganz Norditalien südtirolerisiert!
PICCOLO, 06.02.08 @ 23:32
@dfw
Na ja, im Möbelhaus KIKA da gibts ja auch ein volksnahes Wirtshaus, eine Kantine mit haubenverdächtigen Gerichten zu kleinen Preisen. Der Grafazzo hat ja so etwas weiter unten mit Nobelwirtshäusern angerissen... .
Was ein Wirtshaus eigentlich ausmacht ist das Wesen eines Hauses an sich. Ein Haus wo jeder hineinkann auf jeden Fall. Und wenns nur für die Notdurft ist. Wenn das Wirtshaus Image aber für etwas Spezielleres angewendet wird, gehts schief. Da gabs einmal einen berühmten Salzburger Wirt der erklärte das so: Ein Gasthaus ist - dort wo der Gast das Sagen hat. Im Wirtshaus ist der Wirt Chef. Aber das geht so oder so auch wieder schief. Im Grunde sind die "Herren" eines Wirtshauses aber die Frauen und Kellnerinnen. Weil oft ist der Wirt recht grauslich, auch wenns ein junger , moderner ist.
Nach Feuersbrunn komme ich nach Ostern, was wär ein kleines Speisinger Treffen mit der Niederösterreich Zelle dort?? Müßte aber Dienstag oder Mittwoch sein.
katiza, 06.02.08 @ 14:05
Wie aus gut informierten Kreisen vermeldet
hat ein gewisser Julian, das Wirtshaus zu den glücklichen Sonjaaas bezogen. Gratulation (übrigens auch zum hervorragenden Design honey&bunny productions)
dfw, 05.02.08 @ 23:00
@piccolo
den bezug zu kika kapier ich noch immer nicht ???
der hinweis da von wegen mörwald hatte einen anderen bezug ;-)
bei der herumbusslerei wär ich schon gern dabei, gell.
PICCOLO, 04.02.08 @ 15:02
Burghummer...
Sie meinen das KIKA Restaurant in Eugendorf, nicht wahr? Da geb ich Ihnen recht, ja das stimmt. Die führen sich so auf.
@dfw: Es ist ein Missverständnis, um nicht Irrtum zu schreiben, der von mir hochverehrte hochwohlgeborene Herr Anton Mörwald ist einer meiner liebsten Gastro - Götzen. Ich erinner mich noch gerne an meinen ersten Kontakt zu ihm, ich mußte eigens ins Postamt um die Prspektschwarte in A3 Format mit einem halben Kilo Gewicht die er an mich abgelassen hatte, um sein kleines Wirtshäusl zu bewerben.
Und er hat mich ewig oft schon eigeladen, der Allerguteste. Zum Kochkurs und zum Essen. Ja und heuer wirds dann endlich soweit sein. Da wird geopfert. Anstatt nach Altötting dicke Kerzen tragen gehts mit dem Auto in die Niederösterreichische Pampas. Ob zur Weinblüte oder Ernte, steht noch in den Sternen. Auf jeden Fall wirds wenn wir uns in den Armen liegen zur langen Herumbusslerei ausarten. Kann sein dass es dann auch zum Feuersbrunner Weibertausch kommt. Das soll ja in den Wirtshäusern Niederösterreichs so Brauch sein. . Weiß man?? Kann man nicht sagen...
grafazzo, 03.02.08 @ 21:59
So wahr ich Benno Burghummer heisse...
Da gibts allen Ernstes Nobelspelunken die sich wie ein Wirtshaus aufführen! So wie es eine Jodelarchitektur gibt, genauso!! Der Stanglwirt mit drei Hauben? Ich habe einmal den abgestochenen Sturm Chef und denEx - RTL Chef zusammen mit ein paar völlig angetrottelten Promis bein einem Nobelwirten in der Steiermark erlebt. Ja das war was, dass man nie vergisst. Solche Leut´ machen gute Wirtshäuser.
dschungeltier, 03.02.08 @ 15:48
na geh
ich grantle doch nicht, aber wo ich doch so auf die literarische eloquenz unseres patzig steh und die philosophie unseres herrn piccolo. das ist doch nicht pseudo. das ist höchste stufe der literarischen esskultur. eh basta.
übrigens hat mir gestern ein freund den gault-millau geschenkt. also ich find die bewertungen der speisinger nachvollziehbarer, ums freundlich auszudrücken.
dfw, 03.02.08 @ 14:25
aber geh
..herr dschungeltier, wer wird denn da gleich granteln? - frei nach herbert hufnagel - . es darf doch hier jeder seine meinung schreiben, gell - hab ich von der frau katiza gelernt. meinungsvielfalt macht doch speising erst lebendig. früher haben's noch viel mehr gestritten. da war noch viel mehr farbe in diesem blog. und odino ist eh ein fan vom sepp!!!
über die geschichte des restaurants haben sich die speisinger eh schon in wikipedia informiert. na also. das macht's dann auch noch für wirtshaus, gasthaus, beisl, kneipe, bodega, trattoria, deli, usw. von mir aus auch kaffehaus, bar, bistro.....
die erwartungshaltung ist ein luder, weil wir mit all diesen bezeichnungen etwas emotionales verbinden. und auch erwarten. im restaurant zumindest eine stoffserviette. die krieg ich aber auch im wirtshaus, wenn ich sie - höflich - verlang.
namen sind schall und rauch. in der regel historisch bedingt. früher waren bacher, knoll, jamek, usw. eine backhendlstation.
das steirereck ein beisl. - und die harrys bar eine bar. und das landtmann ein kaffeehaus. und erst der/das drechsler .....
ich erwart mir grundsätzlich einmal nix. da kann ich wenigstens nicht enttäuscht werden. wahrnehmen tu ich's dann so, wie es sich mir darbietet. und dann freu ich mich, wenn's gut war und ich mich wohl gefühlt hab. ... und für mich leistbar war :-)
ich halte es mit epicuria - die dame geht überall hin, wo der christian petz kocht. ... vermutlich auch ins beisl oder zum würstelstand :-))
und ich? wo der bernhard kocht, oder die bacher, oder der sepp und günter, oder die frau zarl..... wirtshaus hin oder her...der eselböck kocht sogar in einem taubenkobel :-))
da gibts auch welche, die partout nicht zum mörwald wollen. egal wie und wo der kocht !!! ist halt kein wirt (cit. piccolo)
jetzt bin ich aber schon neugierig, wo odino demnächst hingeht - restaurant oder wirtshaus :-); kokoro hab ich schon gelesen.
dschungeltier, 03.02.08 @ 12:30
@odino
intellektueller literaturwettbewerb ist doch ok, das "pseudo" weise ich mit dem ausdrück empörter entrüstung zurück. und was soll "souveräne gourmandise" denn eigentlich sein? wir wollen uns gut bewirten lassen und das ist überall was anderes, aber es kann auf verschiedenen ebenen sehr gut sein. schlecht ist es nur, wenn einem nachher leid ums geld ist. und schlechtes benehmen gibts überall. beim wirten und beim gast. beim hackler und beim kaffeeröster dem 5.
PICCOLO, 03.02.08 @ 11:01
@odino
Zerlegen wir doch mal den Spruch:
WER NIX WIRD - WIRD WIRT
odino, 03.02.08 @ 00:07
Mein Gott!
Denn wen soll man denn da sonst noch bemühen? Herbert Hufnagel hätt seine freud gehabt. und stoff für viele kolumnen. ich glaube schon. wenn nicht aus jeder pore der p.t.herrschaften überlegen souveräne gourmandise geschwitzt wird, dann hypt man sich gegenseitig in einer art pseudo intellektuellem literaturwettbewerb. eigentlich mag ich das eh. echt! aber manchmal ist es schon so drüber, daß mir ganz blümerant zumute wird. und auf die reaktionen bin ich wirklich gespannt.
PICCOLO, 02.02.08 @ 21:46
Keiner??
Aber zum Text: Was ein wirtshaus ist definieren jetzt ja sehr oberflächliche Kreise. Es ist ein Begriff geworden - wie erwähnt für Billgkeit. Wenn man sagt "Wirtshaus" soll es auch richtige Wirte geben. solche die "bewirten". Dann ist es echt. so ist das Restaurant Hubertus der hochverehrten Familie Maier in filzmoos ein Wirtshaus im besten Sinne des Wortes.Es wird nur als "Restaurant" benutzt. So wie ein Sadist seine Sklaven benutzt. Lest es genau!! So ist das nämlich, da gibts Kreise die nmöchten die Gastronomie "Restaurantisieren". Macdonalds ist ein Restaurant.
Ein Jörgl Wörther oder ein Herr Mörwald die werden nie Wirte sein. Das sind Restaurant - Imperatoren. Sie sind allmächtige Kaiser der zusammengetriebenen Herden. Ihr Personal wird ausgequetscht es gibt angefressene Gesichter, radikales Management usw... Das Restaurant ist ja dem Wirtshaus völlig unterlegen. Unpersönlich, keinen richtigen Ansprechpartner - "Chef nix da, Chef bei Metrokonferenz".
Vorerst einmal alles - will kein Öl ins Feuer gießen liebe Freunde.
Herr Erzbischof was meint Ihre Eminenz zu diesen Anrissen!! Jetzt gehe ich in die frische Luft und dann schau ich weiter.. .
dschungeltier, 02.02.08 @ 13:01
hoch lebe der wirt
und es gibts, das wirtshaus:
und hier auf speising lebts, und lebt sehr gut, reinthaler, katze, gössnitzer, hoftaverne, 2 lieserln............................................
mit küchen von einfach gut bis excellent
und das gästebashing von dradra wird meiner meinung durch doppeltes posting nicht richtiger.
und der pfarrwirt wird von seiner klientel wohl als wirt empfunden werden, von mir halt eher nicht, aber ich kann mir die "ellietten von k" oder den vranz auch nicht in den 2 lieserln vorstellen.
nein, lieber oberkllner, ich glaub so schlimm ists nicht, wie doch speising und die leidige tischsituation in der katze sehr gut zeigt, odr?
dradra, 02.02.08 @ 12:30
Sierich sans, de Pülcher ...
Wenig zahlen und viel bekommen, deswegen.
dradra, 02.02.08 @ 12:17
sierig sans.
Wenig zahlen und viel bekommen, deswegen.
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