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Das Weinlog

16.09.06 @ 17:46

Grüve aus Usa

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Eigentlich ist der Traubinger Bezirk seit jeher ein eher ruhiges Eck, gleichermaßen umtost wie unbeeinflusst von den Aufregungen des sonstigen Lebens wie Fußball, High Society und Politik. Doch in hitzigen Wahlkampfzeiten kann es offenbar doch passieren, dass einmal etwas herübeschwappt. So geschehen Anfang dieser Woche, als unser Fernschreiber (ja - bei uns steht tatsächlich noch eines dieser Geräte) unvermittelt zu rattern begann und nicht mehr aufzuhören wollen schien.

Absender waren die von einer intenationalen Meldung aufgeschreckten Parteisekretariate, die (in chronologischer Reihenfolge) die folgenden Kommentare verbreiteten:

o Es ist genug antiimperialistischer Grüner für alle da!
o Ganz, ganz großer Exporterfolg für Dr. .....!
o Gefährdung des autochthon Österreichischen Gen-Pools durch die Kellertüre!
o Dem G'spritzten droht die Überfremdung!
o Internationale Großkonzerne profitieren auf Kosten kleiner österreichischer Weinkonsum- und produz-entInnen!
o ... deckt transatlantischen Missbrauch von EU-Weinbau-Fördergeldern auf!
o Keine zweisprachigen Weinkarten mehr und 30% weniger ausländische Grüne!

Und die Ursache all der Aufregung?

Rudy von Strasser, Inhaber der im Napa Valley gelegenen Von Strasser Vinery hatte soeben den Abschluss einer Jungfernlese bekannt gegeben. Doch nicht wie sonst auf diesem Weingut üblich, waren Cabernet, Chardonnay oder Zinfandel eingebracht worden, sondern der (laut Rudy von Strasser) erste kommerzielle Grüne Veltliner auf dieser Seite des Atlantik.

Zwar ist es zunächst nur ein halber Acre (rund 2000 m2), der heuer erstmals in den Ertrag kam, aber schon im vorigen Jahr hat der Winzer mit österreichischer Verwandtschaft nochmals soviel Grünen Veltliner ausgepflanzt.
Auch damit wird er wohl kaum den Markt aufmischen, doch interessant wird es schon wie das Ergebnis mundet. Offenbar auch für de Winzer selbst, der auf eine diesbezügliche Frage erklärte, er hätte keine Ahnung, aber dass schlussendlich der Sortengeschmack das Wichtigste sei.

Auch ob die Weine (wie gerüchteweise zu vernehmen war) als „Feather grass”, „Falconry lure” und „Emerald” vermarktet werden sollen, konnte bislang nicht bestätigt werden.
Doch wir bleiben dran und halten Sie auf dem Laufenden.

Verkostungsnotizen folgen so bald wie möglich.

12 Kommentare | Kommentar abgeben

noapino, 18.09.06 @ 23:00

Auch ganz nett....
Ganz und gar nichts gegen einen Smaragd aus Übersee.

Aber wenn ich so drüber nachdenke fällt mir kaum eine Rebsorte ein, die außerhalb ihres Ursprungsgebiets auch nur annähernd so gut wie "daheim" reüssieren bzw. mit einem anderen Stil nachhaltig überzeugen kann.

Selbstverständlich gibt es immer wieder (gelegentlich auch über viele Jahre) höchst spannende Ausnahmen, aber in stilprägender Breite?

Ad hoc fällt mir nur Riesling ein, der in Ö, D und F einen gleichermaßen unterschiedlichen wie hochklassigen Charakter entwickelt hat.

Und wer weiß, vielleicht gibt es in ein- bis zweihundert Jahren auch unglaubliche Veltliner aus Kalifornien, Neuburger aus Chile oder Zweigelts aus Norwegen.

Immerhin erinnere ich mich auch an eine Blaufränkischprobe von vor 15 Jahren, die ein Lemberger aus Washington für sich entscheiden konnte.

-pv, 18.09.06 @ 17:08

Auch in Deutschland ...
... versucht man sich am Veltliner. Konkret tun das die allerdings kaum bekannten Weingüter J. Koegler in Eltville (Rheingau), Strub in Nierstein und Frey (beide Rheinhessen), insgesamt sind's 2,4 ha. Dass Egon Müller seine einzigartigen TBAs demnächst aus Veltliner-Trauben keltern wird, ist allerdings ein Gerücht.

-bd, 18.09.06 @ 14:07

Wunderbar!
Was besseres kann unseren Veltliner-Exporteuren doch gar nicht passieren, als dass die Sorte in Übersee bekannter gemacht wird. Trotz des propagierten Booms ist es ja schon aufgrund der geringen Menge ein Nischenprodukt. Und je mehr "nachgemacht" wird, desto gefragter wird das Original.

pivu, 17.09.06 @ 21:01

Strasser
Und ich dachte, der Strasser wär' aus dem Kamptal...

noapino, 17.09.06 @ 20:34

Lehnwort
Gilt dann die Rebsortenbezeichnung "Chateaune" (vor einigen Jahren selbst gesehen) auch als zu vermeidendes Fremdwort oder geht das dann schon als eingedeutschtes Lehnwort durch?

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