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Enoteca Cinque Terre (Wien)
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Das „Bevanda” im fünften Bezirk galt unter Ichthyophagen lange Zeit als Wiens zwar nicht feinstes, aber bestes Fischlokal. Dass Patronne Jasmin Jelicic und Chefkoch Neno Treselj es vor rund anderthalb Jahren zusperrten, kann sicherlich nur außerkulinarische Gründe gehabt haben. Den zahlreichen Bevanda-Fans blieb als Trost lediglich die ebenfalls von den beiden geführte kleine Enoteca „Cinque Terre”, in der man allerdings nur kleinere Happen zu exzellenten Weinen reichte.
Seit einiger Zeit ist das anders geworden: Neno Treselj, der aus Dalmatien stammende Meister des richtigen Garpunkts und der venezianischen Meeresküche, stellt sein Licht nicht mehr länger unter den Scheffel und kocht wieder mit dem Schwung von einst. Die Atmosphäre des Lokals ist dabei so schlicht und unprätentiös wie der Stil seiner Küche. Das „Cinque Terre” könnte man, wie es ist, auch in einem Hafengässchen von Genua, Triest, oder Pula finden, und da das Haus gerade renoviert wird, verbirgt es sich auch noch, nahezu bis zur Unauffindbarkeit, hinter einem Baugerüst. Die zweifelhafte Romantik von Fischernetzen und Plastikhummern war freilich auch schon im „Bevanda” niemals der Stil des Hauses.
Und Jasmin Jelicic setzt weniger auf quirliges Parlando als auf einen geradlinig-kompetenten Service, wobei sich ihr zunächst vielleicht etwas spröder Charme erst auf den zweiten Blick erschließt. Kurzum: Das „Cinque Terre” ist dezidiert kein Lokal für italophile Snobs, sondern eher eines für Pfadfinder, die auf oft verschlungenen Wegen das Authentische suchen. Wo bekäme man zum Beispiel einen vergleichbaren Octopus, der innen butterweich ist, und dessen Saugnäpfe dennoch cross wie Speckgrammeln gebraten sind? Auch bei den Primi Piatti entfaltet sich auf der täglich neu geschriebenen Speisekarte eine beachtliche Variationsbreite, die von Berggerichten wie Montasioravioli mit Birnen-Gorgonzolasauce oder hauchzarten Bärlauch-Gnocchi bis zu Meeresklassikern wie schwarzen Spaghettini mit Seppiolini oder Linguine alle Vongole Veraci reicht. Nicht minder beeindruckend war die Qualität der inklusive Rogen servierten Seezunge mit köstlichem Blattspinat, und zum süßen Schluss gibt´s eine feine Pannacotta „a la Caffè Correto”. Was die Weinbegleitung betrifft, nimmt Jasmin Jelicic den Namen „Cinque Terre” wörtlich und hat von Tement über Torres bis Tignanello und New World durchwegs seriöse Weinempfehlungen „aus allen fünf Kontinenten” parat.
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empfohlen am 03.02.04 @ 17:04
Marc-Aurel-Straße 10
1010 Wien
Telefon: 01.533 82 65
Ruhetag(e): So, Feiertags
Küchenzeiten: Mo-Fr 12-14.30 und 18-23, Sa 18-23 Uhr
Menüpreis: ![]()
Inhaber: Jasmin Jelicic
Küchenchef: Neno Treselj
Kreditkarten: Visa, Mastercard, American Express, Diners Club
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