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Herbeck (Wien)

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Ganz Gersthof ist vor Neugier fast geplatzt. Was würde aus der alten Herbeckstube werden? Die Wochen und Monate vergingen, das Hoffen auf einen anständigen Wirten schwoll gewaltig an - und schwemmt sich wie eine gewaltige Welle zu den ersten Eröffnungstagen in das neue Herbeck.

Und es ist hübsch geworden. Renoviert, wo es sein musste, belassen, wo es eh schon bestechend schön war. Dafür verantwortlich zeigt das Gersthofer Trio Barbara Bonka, Wolfgang Nemeth und Michael Kantor. Die können ihr Metier, das merkt man nach wenigen Momenten im Lokal.

Die Speisenkarte bietet das Wiener Wirtshaus-ABC mit zwei, drei vegetarischen/veganen Gerichten (Bröselkarfiol, Gemüsesalat) und netten Snacks (Schnitzelsemmel, Waldviertler, ...).

Es gibt eine Weinkarte für die einfacheren Weine, und eine für die spezielleren. Michael Kantor ist da ein ganz wunderbarer Berater, wenn es um die Erfüllung der Gästevorlieben geht. Natural Wines sind dabei, Rieslinge aus dem Elsass und Deutschland, ... Frankreich und Spanien sind auch vertreten ... alles sehr interessant und probierenswert. Sieben Weißweine gibt es glasweise. Der vorzügliche Schankwein kommt auf 1.90 das Achtel.
Das Helle kommt aus Weitra, das Pils und Natürtrübe kommen aus Zwettl (Pils, Zwickl).

Los geht´s: Erster Öffnungstag, volle Konzentration beim Service, alles klappt flott und freundlich. Die Jiddische Hühnerleber (7.9) schmeckt vorzüglich, ist schön dunkel und vor allem zuviel! Das Brioche kommt gut gewärmt dazu. Sehr fein.
Das Herb-Egg, (6.9) ein gebackenes Kräuterei, kommt auf knackigem Salat mit süßlichem Balsamicodressing. Der Salat ist viel zu großzügig bemessen, der Dotter leider nicht mehr flüssig. Aber sehr gut, gibt´s nichts.
Der Kalbskopf (9.9)vom Fleischhauer Bauer aus Gersthof (eine Insel der Seligen dort, btw) kommt mit viel, zuviel Mozzarella gebacken, und wieder auf einem gewaltigen, diesmal zu kaltem Salatbett. Zumindest gewusst hätte ich diese Dareichungsform gerne. War in Ordnung, fast schade um den Kalbskopf, der bei diesem Gericht ein wenig untergeht.
Die Ungarische Fischsuppe (6.9) ist eine dicke, pürierte Paprikasuppe mit einem dicken Stück Zander darin. Sehr, sehr gut, wunderbar in der kalten Jahreszeit. Eventuell noch einen Schärfekick, dann wäre sie die Mutter aller Fischsuppen, die ohne Augen, Rogner und sonstigem Fischgebeuschel auskommt.
Das Kalbsbeuscherl (8.8/12.8) ist sehr sämig, ich vermute ein bisserl einbrennt, fein die zarten Zitronenaromen, die es ein wenig leichter scheinen lassen. Die Scheibe Semmelknödel ist angebraten. Auch ein gutes Gericht.
Das Schweinswiener (9.9) kommt in perfekt goldener Panier und reiht sich in die Liga der besten Schweinswiener der Stadt ein. Zwei schöne Schnitzel, Vorspeise braucht es da keine. Wünschenswert wäre ein wenig mehr vom Beilagensalat (Rahmgurke, top).
Dass das Ausgelöste Backhuhn (10.9) dann ebenso perfekt war, ist klar. Panieren und rausbacken kann er, der Koch. Drei "Hühnerschnitzerl" im Drahtkorb serviert, dazu ein Beilagensalat und ein Teller - das geht sich platzmäßig auf dem Tisch kaum aus. Sollte immer nur einer bestellen ... was kaum möglich sein wird, ist das Henderl doch so was von saftig, dass mir die Glückstränen in die Augen schießen. Leider war es das Gericht meiner Tochter. Fantastisch!
Die Geröstete Bullenleber mit Erdäpfel (10.9) war gut, nicht mehr, nicht weniger. Ich liebe besonders den Saft dieser Speise, den man so herrlich mit den zerdrückten Erdäpfeln binden und aufnehmen kann.
Gebratene Beiriedschnitte (18.9) mit Speckfisolen: top Fleischqualität, der roh-rosige Bereich zergeht fast am Gaumen, so zart bzw. gut angehangen ist dieses Stück Fleisch.
Die zwei Marillenpalatschinken (4.8) konnte ich wegen einer Allergie nicht kosten, rochen aber fantastisch gut.
Stichwort Allergenauszeichnung: tadellos, so gehört sich das.

Wir waren die ersten beiden Eröffnungstage dort, so sehr haben wir ein brauchbares Wirtshaus in Gersthof herbeigesehnt. Noch muss sich erst alles einspielen, über manche Dinge muss man noch hinwegsehen. Aber eines ist mir jetzt schon klar: Ich habe ein neues Wohnzimmer, das a) optisch sehr ansprechend ist, b) wo anständig und solide Gekochtes serviert wird und c) ein sensationeller Gastgarten auf uns GersthoferInnen wartet - meiner Seel`, sollen halt auch von außerhalb welche kommen ;-)

*Freu*
Gregor Fauma

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8 Kritiken | Kritik verfassen

Speising sagt

sehr gut

ø 1.50 Punkte (4x bewertet)

empfohlen am 01.03.15 @ 15:11

Adresse

Scheibenbergstrasse 11
1180 Wien
Telefon: 01 4703757

Ruhetag(e): Mo, Feiertags
Küchenzeiten: Di-Sa 11-22 Uhr, So über Mittag
Menüpreis: €€

Inhaber: Barbara Bonka, Wolfgang Nemeth, Michael Kantor

www.facebook.com/herbeck.wien

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