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Reznicek (Wien)

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Reznicek (Wien)

Zu meiner Studienzeit war der alte Reznicek mein Stammwirt, neben dem Narrendattel, falls das wer gekannt hat. Auch nach der Neuübernahme war ich regelmäßig zum Ganslessen dort, mehr aber nicht.
Jetzt, erneut übernommen, gibt es jede Menge Gründe, wieder öfter hinzugehen. Sommelier Simon Schubert und Koch Julian Lechner haben den Reznicek übernommen, die Ganslfettpatina entfernt und aus dem Lokal ein echtes Juwel gemacht. Die Gestaltung besticht durch Reduktion, das Lokal wirkt befreit, frisch und zeitgemäß - trotz der alten Einrichtung. Hohe Gestaltungskunst!
Schubert ist in der Szene kein Unbekannter, war Sommelier bei den Mrazens und im Aend. Dort hat er auch Lechner kennengelernt, der dann noch das Cafe Kandl in die Höhe gekocht hatte. Jetzt machen sie for heaven´s sake gemeinsame Sache.
Das Thema ist Wiener Küche, aber zeitgemäß gekocht und angerichtet. Wie das Lokal selbst gilt auch hier Reduktion auf das Notwendige - kein Tand, keine Effekthascherei.

GUSTO, Kleinigkeiten zum Naschen - während man in der Weinkarte schmökert, zum Beispiel:
Käferbohnen Hummus (9): Die einen waren begeistert, die anderen nicht.
Gebackene Schwarzwurzel (9): Fantastisch. Knusprig paniert, heiß, knackig, toller Biss, noch tollerer Geschmack - dazu ein feiner Dip.
Aufschnitt aus Stiwoll (12): natürlich beste Schinkenspeck- und Salamiware. Gut.
Warmes Brot & Butter für 2 (6): reichlich.

KALT
Es gibt ein Kalbstatar mit Goldrübe und Kren (20): geiles Gericht, herrlich schmieriges Tatar mit Biss, dazu die Rüben - ein Traum. Weiters gibt es einen Kohlsalat mit Ziegenkäse und schwarzer Trüffel (18): ungemein schmackhaft, toll abgeschmeckt - bemerkenswert! ... und einen wunderschönen Teller mit Carpaccio von der Lachsforelle und vom Stör, mit Kürbis und Blutorange (21): Sehr spannendes, frisches Gericht. Mir persönlich war die Blutorange zu dominant für die zarten Fische - aber auf jeden Fall ein Bringer ...

WARM
Creme- oder Rindssuppe (8)
Spitzkohl mit Miesmuscheln und Dill (18): beim nächsten Mal erst, leider
Kalbsbries mit Karotte und Kürbiskern (24): leider auch erst beim nächsten Mal, der Freund war begeistert - mein Kostbiss versteht ihn.
Lammbeuschel mit Wurzelgemüse und Brioche (19): laut schreibender Kollegen der Wahnsinn. Nächstes Mal.

Tagesgericht: La Ratte auf gelbem Ajvar mit schwarzer Perigordtrüffel und einer Comté-Creme: geil.

GROSS
Gulasch XO mit Spätzle (27): von der alten Milchkuh, Esserin war begeistert, aß aber nicht auf (zu viel als Dritter Gang).
Hirschkalbsrücken mit Schupfnudeln und Mangold (35): schlicht perfekt - ohne Überraschungen
Spitzpaprika mit Linsen und Sauce Rouille (23): Hat mich nicht umgehauen, da würde ich noch nachschärfen beim Abstimmen.
Island Lachs auf Erdäpfelpüree mit Sauce Supreme (29): nächstes Mal.

KLASSIKER
Cordon bleu (26): Die Gäste lieben es, wir hatten es nicht.
Southern steirisch fried Chicken (25): wunderbare Hühnerstückchen, perfekt frittiert, dunkel, saftig - geil.

DESSERT
Palatschinken (8), Schoko mit Orange und Grand Marnier (14), Birnenwaffel mit Frisckäse und Honig (12)

KÄSE (20/26): Hatten wir nicht, aber die Vitrine ist bemerkenswert im Raum integriert - toll gemacht!


FAZIT
Ganz großes Essvergnügen. Jeder Teller macht große Freude, auch optisch. Und totzdem stellt sich kein Fine-Dine-Gefühl ein, sondern das Gefühl, das Wirtshaus der Neuzeit entdeckt zu haben. Unprätentiös werden Preziosen aus der Küche geschickt, die Karte bietet wirklich für jede Art EsserIn etwas an.

Die Weinkarte ist natürlich ausgesprochen umfangreich - am besten einfach mit Simon Schubert reden und sich führen lassen. Uns hat er, einfach so zwischendurch, eine Blindprobe serviert und schön beim Raten einfahren lassen. Es war ein 83er-Riesling vom Mantlerhof - und stand aber so was von da ... Respekt, Mantlerhof!!!

Ein Lokal, wie es nicht viele gibt, Zwischenbrückenwirt eventuell, wo der Zugang zum Genuss niederschwellig, aber auf höchstem Niveau geboten wird. Es war an der Zeit!

Gregor Fauma

Gebackene Schwarzwurzel
Käferbohnen-Hummus
Aufschnitt aus Stiwoll
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Speising sagt

sehr gut

empfohlen am 16.01.23 @ 15:19

Adresse

Reznicekgasse 10
1090 Wien
Telefon: 01 3104407
Email: kontakt@reznicek.at

Ruhetag(e): Mo, So, Feiertags
Küchenzeiten: Di-Sa 17-23 Uhr
Menüpreis: €€€

Inhaber: Simon Schubert & Julian Lechner
Küchenchef: Julian Lechner
Kreditkarten: Visa, Mastercard

www.reznicek.co.at

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