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SPEISING Open

05.10.07 @ 07:52

Die Hauben sind schuld

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Der Untergang der Spitzengastronomie steht bevor. Es sei nicht möglich zugleich haubenwürdig zu kochen und Geld zu verdienen. So oder zumindest so ähnlich las sich am Wochenende ein Artikel im Kurier über die Sperre des allseits beliebten und gelobten Gasthaus Jeitler in Bromberg.

"Wer auf Michelin-Stern-Niveau einen Heilbutt als Hauptspeise um 20 bis 25 Euro anbietet, verdient damit kaum Geld." Aber hallo! Da fragt sich doch, was war zuerst da? Der Stern oder der Heilbutt? Warum überhaupt muss Heilbutt auf der Karte eines Dorfwirtshauses in Bromberg stehen? Liegt Bromberg jetzt an der Nordsee?

Was genau brachte Herrn Jeitler denn dazu, so aufzukochen? Schuld seien wieder einmal die guten Beurteilungen in den Guides, die so viele Investitionen notwendig machen, und eine Umgestaltung der Karte. Wer von weit her anreist, hat auch gewisse Vorstellungen. Erinnere ich mich falsch, dass der Jeitler anfangs ein ambitioniertes Dorfwirtshaus mit regem Zulauf war? War es wirklich nötig, die Karte zu ändern?

Der Jeitler in Bromberg sperrt also zu. Aber nicht ganz. Den Montag will er auch künftig weiter betreiben. An seinem freien Tag vom neuen Job als Küchenchef in der Therme Lutzmannsburg will er die lieb gewonnene Tradition des "bits of Jeitler" aufrecht erhalten. Dabei, denke ich mir, muss gerade diese "bits of Jeitler-Aktion besonders verlustträchtig sein. 6 Gänge plus 2 Achterln um 25 Euro. Wo er das doch eigentlich für eine Hauptspeise verlangen müsse.

Dieser Tag, der Montag, war aber immer der einzige, an dem das Lokal voll war. Ansonsten wäre halt Bromberg kein gutes Pflaster für eine Spitzengastronomie. Aber wen wundert es, dass jene Leute, die montags 6 Gänge inkl. Getränkebegleitung 25 Euro zahlen, dies an den anderen Tagen nicht für eine Hauptspeise hinlegen wollen? Da werden sie dem Herrn Jeitler im Hotel ein ordentliches Gehalt zahlen müssen, damit er sich just diesen Tag weiterhin leisten wird können.

Machen nicht solche Aktionen die Spitzengastronomie mehr kaputt als weitere Hauben und Sterne? Und welchen Sinn hat es, ein eigentlich geschlossenes Lokal mit einem Aktionstag pro Woche am Leben zu erhalten? Ist das wirtschaftlich zu vertreten? Oder ist er doch nur ein Eitler, der Jeitler?

Thomas Strini aka TomCool

101 Kommentare | Kommentar abgeben

karlheinz, 25.10.07 @ 16:27

salzgourmetmenue
habe dank für diesen link, 5622 :-))
das beweist wieder einmal eine these, dass lehrer unterbezahlt und szb. caterer pädagogisch über dem stadtschulamt anzusiedeln sind, vom erfolg her, halt.
tu felix austria, nutri!

TomCool, 25.10.07 @ 14:28

100
hihi, ....

Habe die Ehre, trau mich ja gleich gar nimmer sagen, wo ich arbeite...... :-D

piripiri74, 25.10.07 @ 14:21

.............da lob ich mir doch den großen chef - hr. illinger !! der hat damals (mitte der 90er) vom sheraton aus kindergärten in salzburg bekocht & alles frisch gemacht........

5622, 25.10.07 @ 13:37

gourmet menü unterhält salzburg seit monaten
täglich? hmmm. woass i jiatz echt nimma so genau. aber anfangs war in der diskussion garantiert von täglich die rede. hab in der schnellsuche jetzt gschwind zur zwei, drei links zur themenabhandlung in den sn gefunden.
der erste ist pflichtlektüre: die stadt salzburg jagt interne emails durch ihre reihen, um zu verhindern, dass lehrer den kindern ihr tiefgekühltes gourmet menü wegfuttern, kein scherz :-))

http://www.salzburg.com/nwas/archiv_artikel.php?xm=3418557&res=0

http://www.salzburg.com/nwas/archiv_artikel.php?xm=3368312&res=0

http://www.salzburg.com/nwas/archiv_artikel.php?xm=3366506&res=0

TomCool, 25.10.07 @ 11:53

@fünfsechszwarazwanzg
Täglich?

Das wäre mir neu. ;-)

Magst ned noch amal recherchieren?

TomCool, 25.10.07 @ 11:45

piripiri hat's durchschaut.
Meine Worte!

Das Essen hat so viel zu kosten, wie es eben kostet.

Punkt.

Aber eigentlich hätte das zum anderen Blog gehört. ;-)

5622, 25.10.07 @ 11:42

KORREKTUR AUSSCHREIBUNG
50 PROZENT MACHTE NATÜRLICH DER PREIS AUS::: LASSTS EUCH UNTEN NET VERWIRREN VOM VERWIRRTEN 5622

5622, 25.10.07 @ 11:40

von klein auf verkauft
yes: den ausführungen von piripiri74 ist wohl nichts hinzuzufügen. außer vielleicht ein kurzes beispiel aus der praxis in salzburg.
thema schulverpflegung: da gab es vor einem halben jahr eine ausschreibung, wer sbg.schulen catern darf.

wir hatten bis zu diesem zeitpunkt ein "frisch-gekocht-system", gefördert vom land sbg. unter der mitwirkung vom plainlinde-gerhard-brugger, der auch kochkurse mit den kindern gemacht hat.

50 prozent machte bei der ausschreibung die qualität aus. dann waren noch vier weitere kiriterien - darunter: ja, auch ein kleines kriterium namens qualität.

jetzt liefert die st. pöltner "gourmet menü gmbh" täglich tiefkühlkost nach salzburg. naaaaach salzburg - ins land der hauben zukunftsarm...

dafür durfte ronald mcdonald auch schon in den kindergärten unterrichten. das ganze system ist verkorkst, wenn ihr mich fragt.

cw forderte es ja schon mal vor jahren. heute wiederholt brugger im sn-interview die forderung noch mal aus akutellem anlass: wir brauchen bereits in der schule ernährungslehre. aber nicht der theoretische kack, sondern eine saftige erklärung der frischen küche a la ratatouille - ja wär denn das so schwierig?!?!?!?!?!

piripiri74, 25.10.07 @ 11:25

Mc Donalds, Maggi & Co. gibt es nur deshalb, weil sie von den Konsumenten GEZÜCHTET wurden!!!! Aber der Erfolg und der Umsatz gibt ihnen auch Recht!!!

piripiri74, 25.10.07 @ 11:10

Nich die HAuben sind schuld - der Konsument ist schuld !!!! -

Warum ist den die Situation so,...

"NACHFRAGE" regelt das Angebot!!!!!

weil in der Regel JEDER irgendwann (hier haben sich doch auch eineige im SOMMERLOCH z.B. pro MC DONALDS geäussert . manchmal halt (ein bisschen manchmal halt bei Millionen Menschen = Weltkonzern ........!!!!! ..schon vergessen IHR MORALAPOSTEL!) auf Convenience zurückgreift - weil Müde von der Arbeit ect,..

Und ausserdem will doch sowieso keiner den ECHTEN Preis für ECHTE Lebensmittel inklusive der ECHTEN Kosten die ein Restaurant hat zahlen, wenn man den wahren Wert von hochwertigen Lebensmittel + hochqualifizierter Koch (Köche) & natürlich der qualifizierte Kellner (ja. der will auch bezahlt werden!!) rechnen würde, könnte kein Mensch mehr essen gehen. Das ist alles KÜNSTLICH aber nur weil es der Markt (Wir alle) es so wollen. Der Wirt ist der dumme und wird angeprangert das er Trickst und sein personal nicht zahlt und für sich selbst auch noch einen kleinen Teil (für die 7 Tage Woche, 15 Stunden Tag) schwarz auf die Seite bringt usw.

ES MÜSSTEN DIE ECHTEN PREISE VERRECHNET WERDEN, dann gebe es diese ganze Miserie (diese Diskusion übrigens auch) nicht.

Der "Markt" würde sich reinigen - und nur einige Gute überleben und die wären jeden Tag Voll - der Gast würde etwas Ehrliches bekommen und alle könnten davon Leben - es währe Echt!!!

Ein Istallateur verrechnet Ihnen für 1 Arbeitsstunde ca. 100 € + Fahtkosten +Material ++++

Legt das mal auf ein Bio Schnitzerl (das viel strapazierte!) mit Bio Eiern & BioMehl & handgeriebenes BIOBROT & Butterschmalz , natürlich von glücklichen (Kälbern, Kühen & Henderln) & Waldviertler Erdäpfeln & Gärtnersalaten vom ect, ect., die Zitrone lassen wir weg, weil Flugware (co2) gedeckter Tisch usw. um = € ??,-


Deshalb haben viele - nicht alle!! – Schulden. Der Wirt muss den Preis künstlich niedrig halten weil er sonst nicht bestehen kann im Wettkampf "wer hat das billigste Schnitzerl - wurscht woher es kommt"
und natürlich darf mann als Gast "ein bisschen kreativität " auch noch voraussetzen. sonst wäre es zu einfach!

Das ist die Realität und wer dies bestreitet hat keine Ahnung. Hier werden doch auch immer die fairen Preise beschrieben (FAIR FÜR WEN? – sicherlich nicht für den Wirten)

Es bestimmt der Preis und LEIDER nicht Immer (Minderheit) die Qualität

Und die die es sich etwas kosten lassen (weil Firma zahlt oder so) die gehen dann nur in die auffrisierten Nobelrestaurants. und fressen eben dort Hummer - da bleibt für einen EHRLICHEN Wirtshausbetreieber so gut wie kein spielraum.

lg

dfw, 24.10.07 @ 22:18

danke dschungeltier
und katiza & co.
in meiner kindheit war auch noch das huhn eine rarität. das gab's dann nur bei entsprechenden schulnoten.
dschungeltiers werteerhaltung und piccolos "ruf" nach konservativer kochkunst sind ja deckungsgleich.
5622: mir gefiel der kritiker; sein schluss-statement muss ich mir besorgen. hervorragend im englischen original.
ein kultfilm. auch oder vorallem für erwachsene.

katiza, 24.10.07 @ 19:33

Oh ja
@ dschungeltier: wie wahr, Lachs und Shrimps waren Weihnachten und Silvester und wer hätte einst gedacht, dass fünfjährige einmal Thunfischsushi zu ihren Lieblingsspeisen zählen werden - war doch schon ich ein verwöhnter kleiner Fratz, weil ich Schnecken ganz oben auf meiner Hitliste hatte.

@5622: mit mazi, kubse und dfw im Kino gesessen und dasselbe gedacht - was für ein realistischer Film - ich, als linke Emanze, habe natürlich Colette besonders in Herz geschlossen!

5622, 24.10.07 @ 14:34

mehr ratten bitte!
hab mir am wochenende im kino mit meinem töchterchen ratatouille angeschaut.
der zeichentrickfilm bringt eigentlich alles auf den punkt:
die abgehobenen iditioten, die mafiösen chefköche etc.

und der einzige koch, der wirlich liebe zum kochen hat - ist eine ratte.

und betrachten viele gourmetköche und gourmetkritiker lokale wie die schwarze katze, den buchinger, den gössnitzer & co nicht auch irgendwie als abtrünnige ratten? sie bewundern sie zwar, das weiß ich, aber noch viel mehr fürchten sie sich vor ihnen: weil sie von ihnen daran erinnert werden, dass sie irgendwann einmal damit begonnen, sich von übergeordneten interessen fernsteuern zu lassen. aber wie mein vorschreiber so schön und richtig formuliert hat: jedem das seine. es werden schon alle auf ihre art glücklich werden

(nur eines ist komisch: von koksorgien, alkoholproblemen und personalausbeutern liest man so gut wie immer nur in der gourmetliga...)

dschungeltier, 24.10.07 @ 14:21

es war einmal
vor vielen jahren als turnusarzt als ich zu weihnachten nachtdienst hatte und die angebetete auch, da haben wir tief in die tasche gefriffen und uns lachs geleistet. was waren wir glücklich ob unserer dekandenz.
und heute? heute magst das zeugs nicht einmal mehr zum frühstück. sowas nennt man inflation und werteverfall.
dafür freu ich mich, wenn ich einen gut zubereiteten semmelkren krieg, weil sowas ist in dieser komischen zeit selten geworden.
oder was es bei meinem lieblingswirten gibt: ein supperl von der krausen glucke, pastinaken (nicht nur die schwarze katze weiß was gut ist)
werteverschiebung statt werteverfall ist doch auch was schönes, hoftaverne, gössnitzer und schwarze katze statt jeitler, hangar 7 und mörwald ist doch auch super oder nicht?

5622, 24.10.07 @ 12:20

hmm
de vier doingerl do oben neben 5622: san des erdäpfel- oder semmelknödel?

ich muss jetzt in des volkes mittagskantine - hin und wieder wär ich schon gern kaiser ;-))

PICCOLO, 24.10.07 @ 09:54

5622°°°°
Ich kann das gewiss unterscheiden, aber das Blog Thema ist ja so.

Die Frage ist nur warum man das Essen, Speisen, Luxus usw , soweit kommerzialisiert dass es für den gewöhnlichen Supermarktkunden attraktiv wird, überhaupt ein qualitatives Niveau zusprechen kann. Das dient nur dem Markt. Jeder vernünftige Mensch weiß dass die vielen Qualitätszeichen nur für die Deppentäuscher sind und nie und nimmer Garantien für Qualität sind. Wie kann bitte eine Milch in diesem Packerln voller Weichmacher und Plastik Bio sein? Allein die statische Aufladung beim Lagern ruiniert das BIO...

Ich hatte einst einen sehr guten Koch als Lehrer, der hatte eine Methode uns den wichtigsten Grundsatz des Kochens zu vermitteln: Freiheit von Rezepten und immer das Endprodukt im Auge behalten. Das heißt die Imaginationskraft fließen lassen. Wie Du es machst ist egal, schmecken und gut aussehen muß es. Der Koch macht der Natur kein extra Mascherl, er hilft ihr gut beim Kunden anzukommen. Jetzt gibt es das "moralische" Essen. Köche ohne jene Kraft. Denn die Vorstellung liefert die Industrie und die Betriebswirtschaftslehre. Wobei von der letzteren die Burschen recht wenig wissen. Das ergibt Speisen die schon fast fertig in der Küche ankommen und keinem Kochverfahren das Wissen und Aufmerksamkeit braucht ausgesetzt zu werden brauchen. Kombidämpfer und Salamander, Mikrowelle und Warmhaltebecken reichen.

Man freut sich wenn jeder Proll Delikatessen futtern kann. Nicht weil man haben will dass plötzlich der Proll etwas vom Essen versteht. Nein, weil man sein Geld will und braucht, je weniger der versteht desto besser ist es. Das gibt jetzt Stoff für den Lifstyle Teil der Presse.

Aber kein Wirt kann sich davor schützen, dass seine "Perlen" vor die Säue geworfen werden. Welcher gute Koch hat sich nicht schon geärgert wenn seine Luxusmahlzeiten, als umgestochene Sache am Teller zurückkam und der Kunde nicht einmal sagte, dass es ihm nicht geschmeckt hat. Hatte keinen Hunger, keinen Appetit, zuviel usw... Da wandern auch Gänseleber und Hummer en gros in den Mistkübel. Hauptsache ist doch dass es bezahlt wurde und der Koch sich sicher war dass es richtig gemacht war. Wieviele Tonnen Spargel werden sozusagen "umsonst" gegessen. Es gibt Leute die glauben dass man die Spargelpitze wegschmeissen soll! Dafür schwärmen sie für die Kastaniensuppe mit Zitronengras, ohne das Essen zu verstehen. Nur weil man es im TV beim TÜTTÜ gesehen hat.
Soaber ist das für das Wesen des Essens eine Katastrophe wenn Essen Ausdruck der Kultur sein soll. Denn menschliche Nahrung darf nicht so weit heruntersinken, dass völlig gute Sachen in den Dreck geschmissen werden. Deppenküche durfte die Haubenküche nie werden. Das hat der Onkel Reinartz oder auch der CW nie verstanden. Man hätte ja gar nicht auf die Industriesponsoren verzichten brauchen, also hatte man schon ein wenig boshaftes Denken dabei, es so anzulegen. Typen zu erzeugen damit es im TV neben Fußball für die Baucherten noch eine billige Unterhaltung gibt. Dem "Essen" dient es nicht.
Wenn die Haubenküche nur mehr dazu da ist den Gast zu täuschen, der Massenkunde im Haubenrestaurant zum "futtern" kommt!! Heiliger Strohsack das kann doch für einen Gutesser nie und nimmer ein Maßstab sein. Das ist Dekadenz, auch wenn wer davon gut lebt.

Für mich geht das einfach nicht, wenn ein Unternehmer- Koch sein Personal schlecht behandelt, Schulden macht und sich gleichzeitig als Ikone der Kochkunst von der Presse feiern lässt. Mit dieser affigen manieristischen Platitüdenküche.
Man wirds mit Sicherheit bald bemerken: Die Kochkunst muß sehr konservativ sein. Weil sie den Leib zusammenhalten muß und nicht auseinandertreiben.
Dem Kaiser was des Kaisers ist und dem Volke was des Volkes ist.

TomCool, 24.10.07 @ 07:11

"Überspitztes" Essen...
will doch sowieso niemand. Überspitzt sagt eh schon alles. Besonders viel Abfall und dann sticht's auch noch.

Gut gewähltes Wort für die Misere, mari.

mari, 23.10.07 @ 22:14

@tomcool
..natürlich das überspitzte Essen. Merci!

TomCool, 23.10.07 @ 19:11

Essen uninteressant?
Mon dieu! Qu'est-ce que tu parle?

Essen kann ganz und gar NIE uninteressant werde. Essen ist ein Grundinteresse des Menschen, weil das Essen das Überleben sichert.

Uninteressant wird vielleicht "auswärts essen" oder "Essen gehen", aber doch niemals das Essen an sich.

mari, 23.10.07 @ 18:32

Mein Herzblut Pikkolo!!!
Das stimmt, und es wird sie nicht ändern! Daher wird das Essen immer uninteressanter. Ehrlich!

5622, 23.10.07 @ 14:33

nein und ja
betrachte die geschichte einfach mal aus sicht eines gastes und nicht aus der eines kochs. der kann sich in der auflistung die aktuellen dumping-schmankerl raussuchen. noch nie hat das sogenannte einfache volk so elitär um so wenig geld futtern können wie heute. das wurde hier schon andiskutiert. der lafer hat sicher recht, wenn er sagt, die wirte geben sich zu billig her. es ist genauso wie in der weinwirtschaft. wer die aktionen von wein & co, jacques weindepot und stangl abwartet, der kommt im schnitt um 30 prozent billiger durch. für den konsument ist das kurzfristig super. langfristig machen sich aber die wirten wie die weinbauern ihre marken kaputt. dann gibt's neue gschaftler, die sich in die medien drängen und irgendwann den billigen jakob geben müssen - insofern geb ich deiner fundamentalen kritik vollkommen recht.

PICCOLO, 23.10.07 @ 13:22

@5622
Da gehts nur um das Übel der Feinspitzredaktionen, dass es in der Gastronomie gewisse Ikonen gibt, die ALLES dürfen. Sie können Hinterlassenschaften haben die jedem anständigen Menschen die Röte ins Gesicht treiben würde. Unterbezahltes oder nicht bezahltes Personal, Aktenberge bei Konkursrichtern, Pruzesse, Offenbarungseide usw. Kochen haben alle diese Herrschaften vielleicht beim Rungis Espress oder aus dem Falstaff Hefterl samt Ablegern gelernt. Heute übernimmt das Trendscouting laut Eigenwerbung die jedem Gastronomen vorliegt, der Pfeiffer Großmarkt und andere Elite Lieferservices. Also wenn man morgen über ein besonders Spezialitäterl in der Zeitung liest, hats der Pfeiffer Trendscout vielleicht in den Bergen Vietnams entdeckt und ein panamesischer Großreeder hats nach Hamburg verschifft. Ein Auserwähltes österreichisches Schlitzöhrli darfs dann vorstellen.
So funktionieren auch der Guide Michelin und der Gault Milllau. Diese Vorzeige - Götzen dürfen dann immer wieder antreten. Die anderen Nachmacheraffen mit ihren 14 Punkten die dürfen die Schulden dann selber zahlen, dort wird nur Geld gemacht.

Den Ranstl oder den Fuiko zuerst zwei Jahre arbeiten lassen geht ja nicht - weil in einem Jahr sind sie wieder anderswo. Warten wir doch ab wann der ledige Bua vom Reinartz wieder wo aufkocht? Dann geht der CW zu Fuß hin und wenns hinter hintertux ist , da wette ich mal einen fetten Turopolje Schweinearsch drauf.

Aber zum Abkühlen: Ich stelle nur fest was sich ein Gastronom mit guten Betreibsergebnissen und langjährigem guten Geschäfts- und Qualitätsstandards, zwangsläufig denken muß wenn er diese Berichte sieht. Mir persönlich ist das sowieso total wurscht,
Tatsache ist, dass es in einem Touirismusland einfach eine Schweinerei ist, dass ein Gastwirt in der Stadt wo ihm täglich 100000 potenzielle Gäste vor die Türe kommen gleich besteuert wird wie der Land - Wirt wo das Unternehmensziel weit härter erarbeitet werden muß.
Zeitungsredakteure sind die Jammerer pur wenn man an die Kampagnen fürs gratis Leitungswasser denkt. Daher werden für die Betroffenen die Lifestyle Zeitschriften immer niveauloser.
Es ist auf keinen Fall ein Zeichen des Fortschritts. Die Allgemeinste Formel die dieser Sache zu Grunde liegt ist einfach: Tue dies und tue das! Lass dies und lasse das dann wirst Du glücklich. Das ist doch nur eine Moral. Sonst nichts.
Meine Folgerung ist diese: Wenn eine Kultur zugrunde geht dann zeigt sich das an Laster und Luxus. Nicht Laster und Luxus sind die Ursachen für den Verfall, das wäre moralisch gesehen richtig. Treffender ist das andere. In der Kochkunst können nur gewisse Archetypen. Die oberen Stufen Haubenküche! expicit -amen.

5622, 23.10.07 @ 00:59

es herrscht eben wettbewerb, na und?
tja: man könnte man fast meinen, der redakteur von piccolos tageszeitung (die auch die meine ist), liest hier regelmäßig mit ;-))

passend zum thema "die hauben sind schuld" wurden da die aktuellen gastro-projekte und aktionen unter einem hut präsentiert. was haben wir jetzt also in salzburg grad zu bewundern?

da ist einmal ein sterne- und haubenlokal, wo es das dreigängige mittagsmenü um 14,90 euro gibt und gäste unter 30 von dienstag- bis donnerstagabend minus 30 prozent bezahlen (ausweispflicht)

dann der nächste nobelhobel, der das mittagsmenü um 17 euro im angebot hat und am abend zum trüffelkaufen ins lokal lockt (zum großhandelspreis, dort über das menü hobeln, den rest der trüffel mit nach hause nehmen).

ein hotelier, der einen haubenkoch engagiert hat, um einen traditionskeller zu beleben und ein gourmetrestaurant ins hotel zu basteln.

ein lifestyletempel aus dem bullenimperium, der das mittagsmenü um 17 euro anbietet und wo der koch für das foto tatsächlich nur ein paar salatblätter in die kamera hält und behauptet, darunter würde sich ein saibling verbergen.

ein multigastronom, der beim festspielhaus ein vietnamesisches lokal hinschnalzt, weil die anderswo (london, new york etc.) auch im kommen sind.

die beispiele lassen sich beliebig fortsetzen... aber ob da die hauben schuld sind? glaub ich nicht. der markt ist eben gesättigt und jetzt findet eben der knallharte verdrängungswettbewerb statt. das einzige, was wohltuend auffällt: die meisten kehren zur regionalität zurück. man fragt sich nur, warum sie nicht gleich ein ganz normales gasthaus eröffnen und auf stammkundschaft aus der umgebung hoffen.

aber by the way: der neue pitter keller in salzburg, in dem herbert ranstl (früher stiege in werfen und kobenzl) jetzt werkt, ist wirklich für jeden gutesser einen kleinen umweg wert. tolle regionale küche (super geschmorte lammhaxe und tadelloses blut- mit leberwurstrendezvous), . vernünftige preise, das naturtrübe paracelsus zwickl von stiegl süffig wie eh und je.
schaun mer mal

karlheinz, 22.10.07 @ 17:10

das leben ist ein strom
irgendwie scheint mir, die gegner des preisbullensystems innert der gastwirtschaft verschreien die vergabe der hauben, etc.p.p., genauso wie deren ausbleiben.
unbehaubte reinheit wird mit gleichen mitteln gefordert/verteidigt wie deren gegenteil.
nestroy? chimäre?
aber schön ist's darüber zu lesen!
:-)

sunnseitn, 22.10.07 @ 15:50

@Piccolo
Da gebe ich dir auf jeden fall in allen Punkten recht.
Wie wir unser kleines Lokal in einer Stadt mittleren Große eröffneten,
kam auch die ganze C-F Prominenz daher, und dachte Sie bekommen was geschenkt, wenn Sie Freunde mitbrachten. Nur auf das muss man halt verzichten. Dann dauert es ein wenig länger, aber Sie kommen dann schon wieder, wenn die Qualität passt.

Ich versteh aber auch die Salzburger Wirtin, denn wenn man, so wie wir, nur einen Fisch auf der Karte hat, und den halt dann 3 Wochen, brauchen wir für Stammgäste die 4mal die Woche kommen, halt Alternativen. Da wird dann auch der schon vieldiskutierte Stein- oder Heilbutt gekauft. Nur die Zahlen dann auch den Preis, den er wirklich Wert ist.

Und die Besserwisser gibt es Überall, ein Mitgrund von Jeitler´s Schicksal. Da wurde auch das Resturant umgebaut, dann noch eine Weingalerie etc....

Und was macht man mit den Hauben?
Selbst stehen wir bei 14 Punkten, hoffe einen Punkt zu verlieren, als einen zu Gewinnen, aber ganz darauf verzichten können wir im Moment auch noch nicht drauf. Das kann man erst, wenn die Stammkundenbasis wirklich groß genug ist. Und das haben wir nach 2 Jahren noch nicht ganz erreicht, aber trotzdem hoffen auch wir, bei diesen Ganzen Kasperltheater bald nicht mehr mitmachen zu müssen.

PICCOLO, 22.10.07 @ 15:29

Bevor es im Erdäpflsalat versinkt:
Just for the record:
Ja es gibt sie, die Refugien jener aussterbenden "specias haubifuzziensis coqqiis"! Das Grandhotel, RedBull, reiche Architekten und Anwälte, ja sogar einen Zahnarzt kenne ich der hat drei Lokale. Dort ist der WE egal, Hauptsache Haube und Stern und darauf eingeschworene Kunden. Wenn man sieht welche Wichtigkeit solche Zivilversager in den Medien hervorrufen, muß man staunen.

Das war heute auffällig, unsere Tageszeitung bringt einen Sonderbericht wo diese Dummchen ohne Hemmungen und Scham zugleich auf einer Seite zusammen sich wärmen können. Alle stehen jetzt unter Kuratell, der F&B Manager wacht und schier nix kann mehr schiefgehen. Stehaufmanderln mit weißen Huterln. Der Tütenjörgi ist untergetaucht und der neue Superkoch präsentiert ein Essensresterl am Teller. Zu so großen Veränderungen muß man erst heranwachsen. Alle haben Gemeinsamkeiten, Nichts im Sack, nichts unter der Mütze viele Gläubiger, angefressenes Ex- Küchen- und Servicepersonal natürlich auch. Es wird eine Kündigungswelle über Salzburg kommen. Darauf wette ich!
Der Jeitler , den ich bisalng nicht kannte, denn dort im Mörwald Land strahlt seine Galaxie erst wenn man das Hubble Telekop bemüht, der hat wohl überhaupt kein Schamghefühl und schießt für mich heute den medialen Vogel ab:
Im kulinarisch - geistlichen Onanierblatt des Pfeiffer Konzerns "Qintessenz" prahlt er bereits wieder wie eh und je. Ob er schon darauf schielt Pfeiffer Haubenkoch zu werden? Das soll ja das Daunenbett aller Köche sein, die den Offenbarungseid in der freien Wirtschaft geleistet haben sein, ein harter Prellbock aber doch am Abstellgleis der Kochkunst!

dschungeltier, 21.10.07 @ 22:43

endivi is supa, aber mit kochte erdapfin bitte
und bitte ni nicht an ketschap,

OberkllnerPatzig, 21.10.07 @ 22:29

wöd salod - do gibts nix.

veuveclicquot, 21.10.07 @ 22:28

aber nicht das zuckerfreie ketsachap, das tät man merken! und was sagert ihro gnaden zu einem andivisalat, statt dem chinakohl?

OberkllnerPatzig, 21.10.07 @ 22:02

Da Knödl is wurscht
oba a wichtiche Zuatat hob i vagessn: sKetschap!

dschungeltier, 21.10.07 @ 20:50

in die vom hochlöblichen oberkllner präsentierte rezeptur passen meiner meinung nach fast allen knödeln, z.b auch in gefizelte fleischknödeln oder grammelnknödeln, aber auch semmeln- oder erdäpfelnknödeln.
ich stelle mir das ganze jetzt mit einem dunklen girrer bier (aus mariazell, sollts wer nicht kennen) vor.

5622, 21.10.07 @ 20:25

bitte en detail, mon cher
tres interessant, monsieur: aber könnten sie mir bitte nosch berischten, welsche knödel sie jötzt gödenken reinsuschnüpseln:
die knödel von de harte baguette oder dü knödel von die flaumige pommes de terre?

OberkllnerPatzig, 21.10.07 @ 20:09

Die Lösung des gordischen Knödels ...
ist eine sehr heisse Pfanne mit Butterschmalz, Knödelscheiben rein bis knusprig, dann 2 Oa drüber, mächtig Pfeffer und einen Chinakohlsalat mit gezuckerter Hesperiden-Kronenöl-Wasser-Emulsion dazu. Hmmmm.
Das Bier: Starobrno (Altbrünner): Bernstein farben und durstig machend. Oder ein helles Radegast.

[a haasses Pfandl mit a bissal an Buttaschmoiz, Knedlscheim eine bis knusprich san, dann zwa Eia driwa, vü Pfeffa und an Chinakoisalod mit ana zuckatn Hesperin-Kronenö-Wossa-Emuision dazua. Oida is des guat.
Die Hüsn: A Schtaro, Beanstei foam und wos da an Duast mocht. Oda a hölles Radegast.]

dfw, 21.10.07 @ 16:52

bier ist doch längst salonfähig geworden. vor 40 jahren war das noch nicht so. lest nach bei conrad seidel.
aber eines fällt mir schon auf - bierseeligkeit ist eine andere als weinseeligkeit. beobachtet einmal die leut'. oder euch selbst.
und ein bierrausch ist auch ganz anders als ein weinrausch. alles ausprobiert :-)

5622, 21.10.07 @ 16:15

PROSTBUAMALITER!!!
bravo an mazi: sie hat mich als einzige verstanden (was zugegebenermaßen nicht leicht ist).
auf die vielfalt der biere kommts an. und dazu braucht es eben die unverwüstlichen oberösterreicher und salzburger, die noch nicht in heineken-hand sind. kurz zum mitschreiben für meine freunde aus em osten : vor sieben jahren gab es in österreich 100 brauereien - tendenz sinkend), das land drohte zu "verheineken".

dann wurde in salzburg die BierIG gegründet. Und was hamma heute: 173 brauereien!!! der anstieg geht ausschließlich auf das konto der hausbrauereien, die jetzt zum gorßteil in sbg. und oö. entstanden sind. gebraut werden jetzt in österreich wieder jede menge naturtrübe kostbarkeiten, die vom aussterben bedroht waren. und lokale, die in unserer gegend was auf sich halten, haben jetzt mindestens fünf unterschiedliche sorten im angebot. bierkultur ist was feines (das mit der maß war eigentlich nur als metapher der körperlichen überlegenheit des westlers gegenüber dem ostler gedacht :-)).

was biergläser betrifft, hat claus riedl mal was interessantes gesagt: er meinte ein bierglas darf nicht mehr kosten, als eine flasche bier. ein weinglas darf so viel kosten, wie eine flasche wein. also steigt er nicht ins bierglasgeschäft ein. Weinliebhaber meinen immer, bier ist ein industrieprodukt und vergessen, dass ihr scheinbar geniales tröpferl ja auch hektoliterweise in stahltanks abgefüllt wird.

wie gesagt: kommt ins gusswerk und verkostet die produkte der hausbrauereien und ihr werdet merken: hoppla, da passiert grad was aufregendes. die zukunft der getränke gehört nicht nur den garagenweinen, vor allem auch den garagenbieren,

prostbuamaliter!!!
bei uns gibts koa müdi-müdigkeit
prostbuamaliter
beiunsgibtskoanstreit!!!

erst recht net in speising
und tc: schreib net siegl, des mod da sepp net, weil des klingt so noch stiegl, da sepp is und bleibt da sigl sepp ;-))

piccolina, 21.10.07 @ 06:43

G'sund ist's
Leider drängst sich der Verdacht auf, dass "Hauben & Bier" nicht zusammenpassen, da im Haubenrestaurant der Ober meist pikiert und mit gespreizten Fingern den Bierwunsch notiert. Wein ist vielleicht "edler", doch wer's mag, dem ist Bier ebenso lieb, nur schwebt es halt nicht im Olymp der Trink-Kultur. Warum eigentlich nicht?

Vor über 50 Jahren ist ein medizinisches Fachbuch erschienen, das "Bier - wie es der Arzt sieht" heißt und ich habe 1977 mit Vergnügen gelesen, wie gesund das Gebräu ist. Glaubt man dem Verfasser, kann man sich alleine vom Bier ernähren! Er war sogar so kühn, Schwangeren einen ganzen Liter p.d. zu verordnen, um sie optimal mit Vitaminen, Mineralien, Kalorien und Spurenelementen zu versorgen. Oh ha, da war sicher ein Urbayer am Werk, mit Hang zum Löwenwasser! Jeder Suchtherapeut wird Hilfe schreien... - doch es kommt sicher auf die Dosis an, wie es mit allem im Leben so ist.

Mich hat es immer gestört, dass es "Trink-Vorschriften" gibt - Weißwein dazu und Roten nur dazu... - zum ordinären Schweisbraten hätte ich lieber ein gepflegtes Bier oder gar nix und Weißwein mag und vertrag ich nicht - mein Pech.

Wenn Bier, dann nur "Zipfer", es ist so gut in der Würze! Stiegl ist zwar groß, doch mir zu süß und die Über-Werbung, die zZt. betrieben wird, grenzt schon fast an Indoktrination - es scheint kein anderes Bier in Österreich zu geben... - soll man glauben.

Faszit: Bier is g'sund, fast alle Sorten gut und in der richtigen Dosis (bloß keine Maß) ein Genuss!







dschungeltier, 20.10.07 @ 23:47

maßkrüge
eine maß trumer pils? und wer trägt mich dann nach hause? abgesehen davon, dass das zeug spätestens nach der hälfte grauslich schmeckt.
maßkrüge sind was für bayern und angeber.
sollte ich jetzt jemanden beleidigt haben, tut es mir zwar nicht leid, aber ich bitte trotzdem um verzeihung.

TomCool, 20.10.07 @ 23:31

Als Trumerfan ...
... und 10 Jahre lang Trumer-Wirt kann ich Dir nur empfehlen.... Bestell amal beim Siegl eine Mass von seinem Trumer Pils.

*rofl*

Der wird Dir eher ein auf einen Meter Höhe mundgeblasenes Seiderl machen lassen als Dir einen Literkrug in die Hand zu drücken. Nein, nein, das Mass ist kein Mass für einen Genießer und Auskenner.

mazi, 20.10.07 @ 23:23

Schönen Dank, ...
... lieber 5622, ja, Ihr seid mir auch abgegangen! Und norbad: Verzeihung, natürlich wollte ich nicht grauslig sein, aber es regt einen halt schon auf, gell, die Katze so in den Sand zu schreiben!;-) Noch dazu, wo wir eh so schlecht zahlt werden für die guten Kritiken. Vielleicht sollten wir zu GM wechseln.
Also, bei Bier sind wir (ich dachte, Ihr wolltet einen Schwenk zurück zum Thema??). Ich zisch gern ein Bierli zuhaus, ein kleines, und das hat wahrscheinlich genau die o,3 Gräder zu wenig, von vornherein, damit ich nicht Halsweh bekomm. A Hoibe, a Seil, a Krüüüüügal, a Kloans - ist das nicht wurscht? Ich meine die Diktion, der Inhalt ist nicht wurscht, eh klar.
Ich steh ja auf zwei Sorten, nein, drei: Raschhofer Zwickl, Stiegl Zwickl, Krombacher. Echt jetzt.
Und leider gibt's das Bier der Privatbrauerei Mayer nicht mehr, aus Kirchdorf in OÖ. Das war der helle Wahnsinn: mit einem Zweiliterflaschl hinkommen, anfüllen, dahein austrinken, nachfüllen fahren. Und sowas geht den Bach runter. Zum Schämen.
Das Biertreffen wäre hochgenial - ich finde ja, dass man die Unterschiede bei Bieren viel zu wenig preist. Jeder Durchschnittswirt hat jetzt drei Zweigelt und viereinhalb Veltliner zu Auswahl, beim Bier mehr als drei Sorten überhaupt zu finden, grenzt an ein Wunder. Warum??? Schulchz.

Und was haben jetzt die Wirtn damit zu tun???

5622, 20.10.07 @ 20:31

wer hats erfunden? wer genau? eben!!!
spotzln, passts jetzt guat auf, wos i eich sog: ihr meldet euch jetzt rasch als vollwertige mitglieder der BierIG (gibts wirklich) an und lässt euch mal einen crashkurs verpassen. besser wärs, ihr kommt mich beim bierfestival besuchen (25. bis 27. oktober) in der bergheimer eventfabrik gusswerk. 200 biersorten aus der ganzen welt, die besten braumeister der welt, die besten gäste der welt (aus oö. und sbg. natürlich). wiener dürfen natürlich auch kommen. solangsnedwiedadegonzezeitmiteanamseidlundkrügerlgequatschekomischauffoin...;-))

biertrinkkultur wurde übrigens in obertrum bei sbg. erfunden: oder muss ich die zylinderglasbierrevolution noch mal extra erwähnen. gell, trumer bier hätts a ganz gern in schwechat (gehören eigentlich schon alle wiener brauereien heineken. freunde: wo steht die tradition? natürlich bei trumer und stiegl (wir san eben net so schnö käuflich, wia unsere spotzln im osten ;-))))))) bussis, hab euch lieb (wirklich!!!)

dschungeltier, 20.10.07 @ 19:20

einen liter
können die bayern nur deshalb trinken weil sie von 2 dingen keine ahnung haben: von fußball und von bier.
derartig lasches zeug braucht selbstverständlich größere mengen. nur bei nierensteinen wirklich zu empfehlen.

TomCool, 20.10.07 @ 17:37

A krügerl ...
... is grad so viel, dass der letzte Schluck um 0,3° C zu warm ist. Über so was macht's ihr Euch im Westen halt keine Gedanken, weil's keine Trinkkultur habt's. ;-)

Wir im Osten hingegen wissen ob der perfekten Trinktemperatur Bescheid.

5622, 20.10.07 @ 14:13

stimmt! mein freund aus dem osten
weil wir westler unsere kellnerinnen nicht mit dem kleinzeugs belästigen und ihnen laufwege ersparen, weil wir am liebsten gleich einen liter bestellen. oans zwoa gsuffa

mei ihr ostler seids schon süß: "ein seiderl bitte". und do wunderts eich, dass wir im westen immer schmunzeln, wenns so komisch in der gastwirtschaft reden tuts ;-))

dschungeltier, 20.10.07 @ 13:30

gulasch mit semmelnknödeln?
dazu fällt mir, nachdem dir die nähe zum paparatzi sowieso bekannt ist nur eines ein:
EXKOMMUNIKATION

gulasch und ein handsemmerl und ein seiderl bier, aber ihr westler wißt ja nicht einmal was ein seiderl ist.

5622, 20.10.07 @ 13:25

und jetzt noch grundsätzliches zum thema crossover und semmelknödel. und jetzt is endlich ruah do drent im osten, hobts gheat!!! zefixx

http://www.salzburg.com/nwas/archiv_artikel.php?xm=2588513&res=0

5622, 20.10.07 @ 13:23

herrschaftszeiten, sakrament numoi!!!
jiatz schauts amoi her do wia ma an richtigen knödel mocht:
http://www.salzburg.com/nwas/archiv_artikel.php?xm=2588512&res=0#Scene_1

i hoff, der link funktioniert

TomCool, 20.10.07 @ 07:01

Das nächste Cooking ...
... schreibt der Kubse. Damit die Allgemeinheit endlich weiß, wie man richtige Erdäpfelknödel macht.

Wenn Kubse Cooking schreibt, ist das auch nur eine logische Fortsetzung. Der Kuh-King ist er ja schon.

Sprechen sie nach dem Muh!

ich stell mir grad eine Schwammerlsauce mit Krumpiraknöl vor. Das kann nix sein. nein, nein, das kann einfach nix sein. 8-/ ;-)

kubse, 20.10.07 @ 01:44

Katzendung
Das mit dem Hype, das ist in dem Fall wirklich wahr. Ich weiß von den Anfängen, den Fortsetzungen, den Kulminationen, den Aufgaben, dem Neubeginn. Aber da ist eins, was nicht vergessen werden sollte: die Qualität. Ohne die wär das alles ein aufgeblasener Schas vom Patzig gewesen. Bloß: Der hat noch nie schlechte Tipps abgegeben, bis jetzt halt.

Ich möcht nicht wissen, wieviele Pflanzerln da im Verborgenen blühn, die auch einen Oberkllner zum Düngen bräuchten. Ich bin froh, dass es einen wie ihn gibt, auch wenn er hemmungslos Hypes entfacht. Ohne seine Beschreibungen wär Speising noch in der Steinzeit.

@mazi: DER Knöl. Erdäpfl wie Semml. Dir hamms scheinbar die falschen reingstopft. Semml den Erdäpfln vorziehn - tsts.

5622, 20.10.07 @ 01:16

querblogger?
maaaaaaa gottseidank: mazi is the best "new kid on the blog". wie hab ich dich vermisst...
hab jetzt eben erst gecheckt, was mit nur bad gemeint ist. hat der böse bub glatt eure schwarze katze angepatzt, gell? aber wahrscheinlich hat norbad nur im auftrag von kubse geschrieben. der hat sich ja kurz zuvor beschwert, dass er keinen tisch mehr kriegt, hab ich dich durchschaut, kubse, du alter gauner ;-))

und wie kriegen wir das ganze jetzt wieder zum thema "die hauben sind schuld" hin? Müss ma gar nicht. ist ja ein topbeispiel, wie ein hype um ein lokal gemacht wird. bald wird die schwarze zur goldenen katze und die kalbsbackerl gibts dann in stickstoff. also: dank an norbad. hin und wieder muss wohl einfach gezwungen werden, am boden zu bleiben. (ich war übrigens auch nie in der katze. muss aber unbedingt dem kubse den letzten tisch wegschnappen, er muss sich aber nicht ärgern. ich würd eh nur hingehen, wenn er dabei ist,
bussis

kubse, 20.10.07 @ 01:03

Nur keinen Hass auf den Nur Bad. Menschen sind verschieden. Der war halt noch nicht in der Katze. Aber sonst? Vielleicht der ur coole Typ.

kubse, 20.10.07 @ 01:01

kann i da kochn.

mazi, 20.10.07 @ 00:43

Moooooooment!
Also, über einen echt oberösterreichischen (oder auch, ich will ja niemanden ausschließen, restösterreichischen) Semmelknödel lass ich nichts kommen! Erdäpfelknödel, vielleicht noch DAS Erdäpfelknödel, brrrrruha! Den muss mir erst mal jemand so kredenzen, dass ich bekehrt werde. Vielleicht (um den norbad zu ärgern) die Schwarze Katze!:-))))))

5622, 20.10.07 @ 00:36

@erdäpfeknödla
jetzt fallts mir wie schuppen von den augen: ihr ostler miassts jo erdäpfelknedl essen, weil ihr net wissts, wia ma an gscheitn semmeknedl mocht ;-))))))))))
des do oben is mei zehnfochkinn vom semmeknedl-mampfen.

jo und zu meine spezis veuveclick und junglebeer: schckts ma de ID von dem zuagroasten franziskus, damit ma'n ausbürgern kennan (is wahrscheinlich a abgschobener mühlviertler, der bei uns im innviertel politisches asyl kriagt hot. und do siecht ma's wieda: sie woin se oafoch net opassen, de gfrasta...

kubse, 20.10.07 @ 00:28

Eadäpflknöl
Nix besseres gibz. Zum Schwein oder zur Gans. Wurscht. Klaane Eadäpflknöl, Bradlsafdl. Kraud, ja, okee. De Semmlknel kennz eich eirexn. Jo, zu de Linsn, vo mia aus. Oba ned zua Sau.

dschungeltier, 18.10.07 @ 13:50

oh tempora oh mores
zu xöchtn kann selbstverständlich erdäpfelpüree mit gröstem zwieblauch gegessen werden. da hat die witwe offenbar keine ahnung. natürlich sind aber auch griesknöl mit saurem kraute was gutes.

semmelknöl zu schweinesau mag ich aber gar nicht. genauso wie ich magere schweinesau nicht mag.

veuveclicquot, 18.10.07 @ 12:32

aber es sind doch die fluffigen, flaumigen knöl, die die fetten aufnehmen, oder habts ihr im innviertel die berühmte steinsemmelknöl, die man- gott behüte- mit dem messer schneiden muss?

zum taliban kannst werden, wenns reis zum schwein gibt. oder erdäpfelpürree zum geselchten. das passt ja doch nie nicht zusammen!

aber nachdem wir mühlviertler ja ein weltoffenes völkchen sind, ess ich grundsätzlich auch gern semmelknöl (flaumige) oder gar nur erdäpfel zum gebratenen schwein. hauptsache, das bradl hat ein krusterl.

und das hab ich im internet gefunden..... die welt steht nimmer lang!!!! (hehe)

Hallo ihr Lieben,
ich will ja nicht gescheit daherreden. Aber einen Tipp aus einer typischen Innviertler Küche (wie dwa weiß, ist Stöcklkraut bei uns heimisch!): Ins Kochwasser (genügend Salz und angesetzt mit viel Kümmel und eine Spur Koriander!) gebe ich nur die halbierten Krautstücke mitsamt dem Strunk, dann fällt das Kraut nicht auseinander und der Strunk lässt sich vor dem Servieren auch noch entfernen. Übrigens, das mit dem Mitgaren mit dem Schweinebraten macht wirklich einen herrlichen Geschmack und wird bei uns immer gemacht (natürlich nur, wenn\'s Schweinebraten gibt - aber Stöcklkraut und Schweinbraten gehören ja zusammen - und dazu Erdäpfelknödel (=Kartoffelklösse) hmmm, mir rinnt schon das Wasser im Mund zusammen!

Liebe Grüße aus der Küche!
Franziskus

TomCool, 18.10.07 @ 12:14

Erdäpfelknödel
Red ma eh von "flaumigen" Waldviertler Gummiknödeln? :-D

dschungeltier, 18.10.07 @ 11:40

oh nein
beim schweinebraten verläßt mich der humor: nie mitohne erdäpfelknödel, wobei es egal ist ob die waldviertler variante halb und halb oder die ganz gekochte variante (die von mir leicht bevorzugt wird)

und französich ist nie nicht nouvelle sondern schwer und kalorienreich. und köstlich. und natürlich regional.

5622, 18.10.07 @ 11:29

@dschungeltier
eben weil ich französische küche mag, muss ich ja zum schweinsbraten stehen wie gott ihn im innviertel schuf. denn die französische küche ist ja nur ein hilfsausdruck für gutes essen. in wahrheit gibt es in frankreich ja nur regionalküchen: aus der provence, dem burgund, der bretagne, dem bordelais, dem berry, der champagne, normandie, etc und die unterteilt sich noch verschiedene noch regionalere spielarten, weshalb sich ein bretone im zentralmassive genauso wie ein österreicher die speisekarten erklären muss - und das find ich sehr schön.
ich glaub, ihr versteht unter französischer küche nouvelle cuisine. also so was ähnliches wie schweinsbraten mit erdäpfelknödel (hehe),

nimms net so ernst dschungeltier, is jo nur lustig gemeint (oder hab ich die gourmet-konklave gestört), wie xagt: gemma auf a bier,

ah ja: und schweinsbraten mit erdäpfelknödel musst ich schon ein paar mal kosten. i halt des flaumige zum fetten einfach nicht aus. der semmelknödel schmiert eben besser runter.

motorradlberger, 18.10.07 @ 01:17

5622er...
Ganz schön frech, aber so mag ichs! Die gebratene Sau, ich bevorzuge das Baucherl geht mit Semmel- und mit Erdäpflknödel. Also tuads ned streidn.... Kann ja sein dass man aus Braunau alles was der mit dem Charliebartl unter die Leut gebracht hat verdrängt. Die Hitlerbanane wie man bei uns Alemannen noch hie und da sagt, war sicherlich mangels Semmel und Brotgetreide eine Alternative. Nur gute Kartoffelknödel gibts es halt selten. Meißtens machen die Köche den Fehler sie zu groß geraten zu lassen. Dann müssen sie, sagte meine Meuder länger ziehen und das macht sie schwer. Um den Molekulareffekt, der ja tatsächlich durchs Hügli und Pfanni ab und zu durchblickt zu verhindern macht man Halbseidene. Da kommt frisch geriebene H- Banane dazu. Die sind dann recht schlatzig. Dem Pikkolo sei ausgerichtet er sollte seine Homepage so pflegen dass man erkennen kann wann Urlaub ist. Ich komme von meiner Sommertour im August aus dem Friaul eigens ans Ende dieser Erde und finde die Hütte dort verlassen vor. Ein paar wirr blickende Eingeborene auf Entzug wollten mir partout keine andere Adresse dort empfehlen. Ich glaube da werd ich mal eine Gänseleber und ein Hummerschwanzl nebst Steinbutterl gut haben, gell. Meine alte Guzzi ist ein Benzinfresser.

dschungeltier, 18.10.07 @ 00:20

halten zu gnaden
aber für einen der französisch als seine lieblingsküche bezeichnet nimmst du den mund zum schweinsbraten schon sehr voll. die witwe und ich reden vom mühlviertel, vom oberen mühlviertel um genau zu sein. mit dem innviertel haben wir hier nichts im sinn. und für mich, wahrscheinlich auch für die witwe hat ein ordentlicher schweinsbraten mit erdäpfelknödeln serviert zu werden.
außerdem. machst du immer die empfehlungen oder den geschmack anderer madig, ohne überhaupt gekostet zu haben?
de gustibus non est disputandum.
iss du deinen schweinsbraten ruhig im innviertel, ich fahr ins mühlviertel oder zu meiner mutter.
eh basta!

5622, 18.10.07 @ 00:06

sorry: jetzt werd ich zum taliban
pardon meine liebe witwe cliquot: aber schweinsbraten mit erdäpfelknödel ist ein klassisches beispiel für den verfall sämtlicher kulinarischer werte. als innviertler, der den schweinsbraten noch in seiner urform verehrt , muss ich dir sagen: ein schweinsbraten ohne semmelknödel ist kein schweinsbraten, sondern ein übler ausbund preussisch und ostösterreichisch motivierter angriffe an unsere esskultur. der erdäpfelknödel an sich ist für einen innviertler ja schon der sündenfall, der die molekurlarküche erst möglich gemacht hat.
und überhaupt - um jetzt zu dir zu komen, mein liebes "dschungeltier" - wenn du schweinsbraten im mühlviertel essen willst, dann bist du selber schuld. du kommst jetzt endlich mal zum piccolo und lässt dich von ihm aus erster hand über ein echtes bratl aufklären.

remarque hatte schon recht: im westen gibt es nichts neues. aber hin und wieder ist das alte eben das beste. vor allem beim schweinsbraten und den kriegst du bei uns zwischen marktl, wo der papst herkommt, und braunau wo der - nein: nicht der kleine braune, sondern - ,der eberhartinger von der eav , der kotanko vom kurier und der gnaiger von den SN herkommen, in jeder spelunke formvollendet serviert

veuveclicquot, 17.10.07 @ 22:41

schweinsbraten an schweinsbraten mit den fluffigsten erdäpfelknödeln schlechthin?? wo man eine rein knödel auf den tisch gestellt bekommt und ein schüsserl mit saft? wos noch extra krusterln gibt?

das kann nur der moserwirt sein, wo der ist , weiß ich nicht. wie man hinfindet, schon.

dschungeltier, 17.10.07 @ 14:53

kommt
aber nachdems mehr als ein jahr her ist, dass ich dort war, geh ich erst verkosten, obs eh noch konveniert. ich blamier mich doch nicht.

dfw, 17.10.07 @ 14:45

@dschungeltier
hast ja recht!! wenst jetzt noch sagst wo's den schweinsbraten im mühlviertel gibt, dann haben dich alle speisinger lieb. und dann sagst auch gleich, wo noch !!! und schreibst auch eine anständige kritik da herein, okay.

dschungeltier, 17.10.07 @ 14:36

bissiger kommentar eines konsumenten
eines konsumenten, der keine ahnung hat und der auch gar keine haben will:
mich interessierts nicht ob die gänseleber kostendeckend angeboten wird oder nicht (abgesehen davon dass ich sie wegen tierquälerei nicht mehr esse). diese kalkulation ist meine sache nicht.
warum wollen denn alle, die gut kochen können so hoch hinaus? höher, als sie fliegen können? warum gibts so wenige, die echte (!) regionale küche in über alle zweifel erhabener qualität anbieten? Was hab ich am wochenende für eine freud gehabt, als ich in bruck/mur ein formidables gekochtes rindfleisch (sic!) mit semmelkren gekriegt hab. sowas gibts ja nirgends mehr. wo krieg ich einen guten sterz, wo einen über alle zweifel erhabenen schweinsbraten mit erdäpfelknödel? ja ich kenn ein lokal im mühlviertel, so versteckt dass es keiner ohne karte findet, das bietet gar nichts anderes als schweinsbraten mit erdäpfelknödel an und die leute kommen von weit her und reservieren tage vorher um den braten zu kriegen.
tschulligung, ich verzicht auf alle flußkrebse und zeugs an kaviar oder sonstwas, ich will gescheites essen. ESSEN! wo krieg ich das? piccolo ist zwar etwas weit vom schuß für mich, aber vor einem besuch von mir ist er nicht sicher. die schwarze katze steht schon am kalender.

und wenn dieser drang zu schicki und micki (ein bekannter ex-im-kreis-fahrer ist berühmt dafür noch nie bezahlt zu haben) aufhört, und nur mehr gscheit gekocht wird ohne dass dafür die zutaten zuerst eine reise um die welt antreten mussten, dann stimmt auch das einkommen der wirte wieder. oder seh ich schon wieder was falsch?

PICCOLO, 17.10.07 @ 11:47

@sunnseitn
***********"Landgasthaus mit regen Zufluss."

Zufluss bracuht man nur wenn man keine Stammgastbildung zusammenbringt. Wird auch immer schwieriger

********„der HYPE entsteht“ **********

Der Hype ist das Probelm, aber das Wort sagt alles. Es ist eine Blase - wie aus Seife nicht vom Kalb.:-))!!

Du hast es wirklich gut erfasst, aber ich lese aus Deinen Worten mehr Zynismus als man glauben kann. Und Wahrheiten die man verstehen sollte.

Ja, diese Spendierhosen Deppen unter uns Wirten gibt es, die das genau so machen. Teures Billig hergeben . Den "gewissen“ Leuten (Führungskräfte mit Einfluss) etwas schenken wird als billige Reklame gesehen. Das Gegenteil ist der Fall. Ich kenne das seit ich Koch bin. Nur heute wissen das zu viele und das geht schief. In jedem Dorf gibt’s diese Spekulanten. Das kann der Vereinsboss vom Sportklub sein, der sagt wennst UNS Funktionäre einladest, dann kommen dann auch die Familien der Mitglieder …. Der Rentner der Dir zwei Leute vorbeigeschickt hat, will ein ein Gulasch und damit´s leichter hinunter geht ein Bier dazu, der konsumiert bereits dreimal den Gewinn der geschickten Kundschaft.
Die Buschauffeure und der Rieseleiter wollen sowieso überall gratis essen. Und dann die Haubenkundschaft. Das sind meistens ein Zahnarzt und Anwalt, oder Schauspieler usw.

Wenn Haube noch nicht da sind sie in ihrem Element:
Es mundet der Schweinsbraten, aber wenn´s Jakobsmuschis wären, wärs halt so fein, bei Ihren Kochkünsten Frau Cheffin!! Man ist angetan von solchen Kunden und los geht’s. Eine Haube ist nie genug und zwei zuwenig. Drei wären schön und die Vierte? Die ist so uninteressant wie die Erste. Am Ende gehört die Bude dann der Bank die ihre Kundschaften mit Gutscheinen dort hin schickt.
Es soll ja viele solche Gastro - Leute geben, wo man nicht mehr mit Kreditkarte zahlen kann, weil die Hausbank keinen anderen mehr ans Geld lässt als sich selber. (Tut mir leid aber mit IHRER Kreditkartenfirma arbeitet unser HAUS nicht mehr zusammen – die unverschämten Kosten, wissen´s eh, nur Bares ist Wahres)

Es ist sensationell wie rücksichtslos gewisse betuchte Leute schnorren. Ich erinnere an einen Haubenkoch am Mondsee, der war bekannt, dass er jeden namhaften Redakteur, eingeladen hat. In der Ecke mit dem Reservierungsbuch hing die Liste der VIP´s. Das ging 10 Jahre gut. Bis er merkte , dass ihm diese Persönlichkeiten bei einer großen Steuerprüfung nicht geholfen haben. Wareneinsätze mit 90 Prozent bei Flußkrebsen und Luxuszeug glaubte ihm keiner. Denn man darf das keineswegs, diese Luxusprodukte unterm Preis verkaufen. Kein Finanzer glaubt den Schwund bei Gänseleber und Co und wird das auch nicht als Werbeausgabe anerkennen. Auch für Werbeausgaben werden Belege verlangt. Und sie müssen angemessen sein.
Als ich Haubenkoch war, kamen auch zu mir zuweilen diese noblen Gäste aus dem Seengebiet rund um Salzburg, das von Edel - Schnorrern geradezu verseucht ist. Sie gaben gute Tipps, wie man eine Vinothek macht und wie man vielleicht durch einen Somellier noch mehr Wein verkauft. Ein Innenarchitekt den ich kenne würde .... usw..

Und ich beobachte das jetzt immer noch gerne wenn ich z. B. am Irrsee in einem biedern Gasthof esse. Die Wirtin dort wird von der Prominenz denen das Golfrestaurant und die Stadt Salzburg zu teuer sind regelrecht in Zugeständnissklaverei halten. Man glaubt es nicht, aber für diese illustren Runden aus alternden Schauspielern Tierschützern, Schriftsteller und Kammersänger kredenzt sie völlig andere Speisen als normal, eben auch Jakobsmuscheln und Hummer und Gänseleber. Die Anwesenheit dieser Leute meint sie bringe ihr Geschäft. So blöd kann man sein. Menschlich all zu menschlich nur.

Wenn der Wirt dann irgendwann ausgelutscht ist findet man schnell ein neues Opfer: Waast eh, des wooor vielleicht a Depp, der hat mit dem Gö´d ned umgehn kennan… !“

TomCool, 17.10.07 @ 08:22

Willkommen, sunnseitn!
Das nenn ich einmal einen bravourösen Einstieg. "sunnseitn" ist auch ein cooler Nick, passend zu Herrn Jeitlers neuer Wirkungsstätte, die ich hier in diesem Thread, so wie sein Wirken da, eh schon ausreichend gewürdigt habe. zahlt sich echt aus, so ein Aufenthalt auf der burgenländischen "sunnseitn".

Um die Frage zu beantworten: ja, ich gehe arbeiten, um mir meine Hobbys leisten zu können.

Und der Zynimsmus meiner Kommentare ist Basis für das Herauskitzeln so herausragender Statements wie des Ihren. Trauen sich ja sonst nie heraus, die Wissenden. ;-)

sunnseitn, 16.10.07 @ 23:57

Die Hauben sind nicht schuld
Es ist schon interessant, dies alles zu lesen, aber haben Sie das alles eigentlich schon mal von einer anderen Seite gesehen?

Sie haben ein Landgasthaus, daß, dank der guten "Wirtshausküche" gut läuft, und endlich auch etwas zahlungskräftigeres Publikum anzieht,
aber auch die Leute aus der Region kommen jetzt wieder gerne öfter.

Endlich kann man auch Frischfisch, Gänseleber etc... einkaufen, da man es nun auch verkaufen kann. Andererseits möchte man den Einheimischen aus der Region auch mal gerne was anderes bieten, ausser Saibling und Forelle. Weil man ja vom Land nicht wirklich in der Lage ist, sich einmal in der Woche nach Wien chauffieren zu lassen.

Natürlich achtet man auf Wirtschaftlichkeit, aber es muß ja auch alles schön Flott gehen, ansonsten werden ja manche Gäste und auch Pseudokritiker wie hier auf Seising.net ja gleich ganz unrund. Aber Frisch muß es sein.

Und wie lange ist man ein Landgasthaus mit regen Zufluss.
Solange man eben genau Sachen wie Gänseleber, Jakobsmuschel und Heilbutt günstig anbietet. Aber eben bloß am Anfang.
Denn da erwartet es ja keiner.

Da musst du hinfahren, irgendwo am Arsch der Welt, da bekommst du eine Gänselebervariation um kein Geld, und Kalbswangerl mit einem ganzen Kilo weisser Perigortrüffel oben drauf. Dazu noch 2 Flaschen Mystique und 4 Salzberg, 2 davon natürlich auf Haus. Und bezahlt haben wir fast garnichts.
Das macht die Runde, der Hype entsteht. Mit oder ohne Hauben, Punkten und Sternen. Mit ihnen gehts einfach schneller.

Nur nach ein paar Jahren ist das alles ganz Normal, und wenn man es dann nicht geschafft hat, 3-4 Haubengekrönt zu sein, interessiert sich kein Schwein mehr für dich. Denn dann hat im nächsten Arsch der Welt der nächste Schüler von irgendeinen Superüberdrüberstarkoch neu Übernommen, oder was neues Aufgesperrt.

Dann geht das Spiel von vorne los.

Und was heisst Eitler Jeiter?

Geht einer von Ihnen Kommentarschreiber nebenbei Arbeiten um sich seinen Traumjob zu finanzieren???

Um warum nur noch Montag???

Vielleicht ist es einfach zu schwer, sich von einem Tag auf den anderen zu seinem Lebenswerk zu trennen?

Die abschliessende Frage sollte nicht lauten, wer war zuerst, Stern oder Heilbutt, sondern Wirt oder Gast.

Denn wo kein Wirt, dort auch kein Gast.
Ich werde Ihn vermissen, doch ich glaube an ein Comeback, und zwar an ein Gewaltiges. Den kochen kann er, egal ob Heilbutt oder Polardorsch. Und er macht es mit Herz, Leib und Seele.

Das sollte man, bei so manch Zynischen Bemerkungen egal über welchen Vollblutgastronomen nie vergessen...

PICCOLO, 13.10.07 @ 15:55

Ja und??
Was hat der schon alles probiert? Hüttenwirt, Gault Millau Jahreskoch bis zum Kaviarhandel, Dosensoßen und Gourmetkrimskrams...
Unter Köchen würde man wenn man unter sich ist, sagen: Eine Edelnutte der Branche. Ein Mann der alles kann fürwahr! Noch heute ist sein Ex- Lokal in Mauterndorf ohne ständiges Klappern nicht zu verwirklchen. Frag im Lungau einen wo man gut Essen kann, der Fuiko ist für jeden der NAQCH ihm kommt ein Problem. Sozusagen ein wunderbarer Wörther Ersatz der ja offenbar, so versteht man das, nicht so gut österreichisch bodenständig kochen kann. Es wäre ja wie man weiß Wörthers Lebensstellung gewesen . Der Jörgi ein Konzernguru in seinen weltweit vertretenen Cone - Tempeln. Conehead!

5622, 12.10.07 @ 22:22

da issa wieda, da fuiko
... gehört zwar nicht zum blog. aber für alle, die es interessiert: am 16. 10. steht franz fuiko erstmals in der küche des carpe diem (laut salzburger nachrichten von morgen). und preisfrage: wie heißt das erste gericht, das er auf die karte setzt?
spanferkel auf spitzkraut.
sieht ganz so aus, als ob in die cones-fabrik ein hauch regionalität einzieht ;-))

mari, 12.10.07 @ 15:05

5620!!
Gebe ich Ihnen völlig Recht. Man soll sagen wer hat die "künstlichste" Küche? Wer mit dem Arbeitnehmerschutz zu tun hat weiß wie es in der Gastronomie aussieht. Wer das Essen kocht ist wurscht wenns ums Geld geht. Es geht nämlich NUR ums Geld. Wenn wer einen Parkplatz hat dann versucht er den auch mit Bosna - Kebab Standln zu verhütteln. So gbts überall verfallene Häuser wo einer noch deinen depperten Koch finden kann und ihn dann ablaust. Der Pinkel Prinz hats einmal auf den Punkt gebracht : Vieles in der Gastronomie - er meinte die Diskothekenmafia funktioniere wie Zuhälterei. Da bracuht ihr nur beim Pikkolo nachlesen, der hats als erster begriffen, wenn sich mal was Bessern sollte dann gebührt ihm vor Allen der ganze Lohn dafür. Weil auch die untergegangenen Kochgrößen dienen sich dann nur wieder woanders an, anstatt sie das System einmal angreifen würden. Ihnen Herr 5620er gebühren die Lorbeeren für Ihr Buch In die Suppe gespuckt! Ich versteh die Arbeiterkammer nicht warum sie Sie noch nicht geehrt hat!!

5622, 12.10.07 @ 13:03

quark
echt cool quark. mehr wollt ich zu dem thema vorgestern auch nicht sagen. das ist eben das problem, lieber patzig, jede branche kriegt die journalisten, die sie verdient.

was die kunst in der küche betrifft: ich kann den sch... ehrlich nicht mehr lesen: von wegen "wurde gezaubert" und so weiter. schon mal in eine küche reingeschaut. hallo: da wird gehackelt, geschuftet, geflucht, da zieht man sich verbrennungen zweiten grades zu und schnipselt sich was vom finger weg. ganz zum schluss wird durchgedreht (nicht bei allen, ich weiß. aber der prozentsatz liegt sicher weit über jenem von anderen branchen). ich glaub, das ziel dieser diskussion sollte ja auch sein, diesen prozentsatz der durchgeknallten und weltfremden ehrgeizlern zu senken. wir loben an dieser stelle dann immer gern den buchinger, den piccolo, den brugger von der plainlinde usw. die wissen, wie sie glücklich mit ihrer arbeit werden - und ihre gäste sind es auch.

stattdessen ist die gastrobranche leider ständig im wettstreit mit der baubranche um den ersten platz bei den konkursen. ich weiß nicht, ob die festspiele oder die ars electronica sich damit jemals beschäftigen müssen, weil - eh scho von tc gelesen - von unseren steuergeldern unterstützt. der vergleich hinkt leider wirklich

QUARK, 12.10.07 @ 00:29

Das Latinum - das goldgepresste...
AK Oberösterreich:
Spitzenköchin um Lohn geprellt: Abserviert

Schwer im Magen lag einer Köchin die Abrechnungspraxis
ihres ehemaligen Dienstgebers. Die Küchenchefin aus dem Bezirk Ried war von Juni 2002 bis Juli 2003 in einem Vorchdorfer Haubenrestaurant beschäftigt. Dann beendete sie das Dienstverhältnis.
Bei der Kontrolle der Abrechnung kam die Überraschung. Die Köchin stellte fest, dass der Dienstgeber zahlreiche Ansprüche nicht berücksichtigt
hatte: Es fehlte ein Teil des Lohnes sowieeine zusätzlich vereinbarte Sonderzahlung. Auch Geld für nicht verbrauchten Urlaub sowie für 109 geleistete Überstunden war ausständig.
Da der Dienstgeber auf eine schriftliche Intervention der Arbeiterkammer nicht reagierte,
entschloss sich die Frau, den kostenlosen Rechtsschutz der AK-Bezirksstelle Ried in Anspruch
zu nehmen. In einem Vergleich bekam die Frau mehr als 12.000 Euro Nachzahlung zugesprochen.

DAS WIRTSCHAFTSBLATT :

Susanna Sailer

Vorchdorf. Keine Gefahr für den Führerschein und für die schlanke Linie soll das neue, alkoholreduzierte Premiumbier darstellen, das die Schloßbrauerei Eggenberg auf den Markt gebracht hat. Die Braufamilie Stöhr hatte zur Verkostung ins Haubenrestaurant ,,Tanglberg" geladen, um mit ihrem Chef-Verkoster des Abends, Wirtschaftskammer OÖ-Präsident Kurt Kaun, den dem Zeitgeist entsprechenden Gerstensaft zu testen. ,,Unser Hopfenkönig Medium enthält 2,9 Prozent Alkohol und ist um 40 Prozent leichter als herkömmliches Bier", verkündete Eggenberg-Geschäftsführer Karl Stöhr. Von der spritzigen Leichtigkeit bekam die versammelte Gästeschar gleich beim Bieranstich etwas ab, als der WK-Präsident mit einem gezielten Schlag eine Bierfontäne über die Köpfe regnen ließ. ,,Das zeigt, daß ich beim Tennis einen zu starken Aufschlag habe", sagte Kaun. Die 0,5 Promille-Grenze hat der Schloßbrauerei einen Absatzrückgang beschert. Stöhr: ,,Mit dem Medium-Bier sind wir aber zuversichtlich, unseren jährlichen Fünf-Prozent-Zuwachs zu halten." Unter den Gästen: Rudolf Staudinger, Leiter von Spar OÖ, Erich Spitzbart, Teilhaber des Restaurants Tanglberg, und Herbert Blechinger, Co-Geschäftsführer der Brauerei Eggenberg. (sail)

PICCOLO, 11.10.07 @ 23:24

Herr Ober!
Fühle mich angesprochen. Klingt aber nirgends nach Jammern, sondern nach Erklärungen.. Ich bin ein Beobachter, mehr kann ich niemals sein. Ich stehe auch zur Marktwirtschaft und zur Kritik. Kritik sollte Wahrheit schaffen. Das macht sie aber wegen der ganz rationellen Überlegung auf ihre Wirkung - wennn sie wahr wäre - nicht. Sie täuscht und enttäuscht nicht. Sie kann in ihrem Wesen ja gar nicht wahr sein. Ehrlich ist sie aber dennoch. Ich habe nie gesagt C.W. oder T-S. lügt. CW und T:-S täuschen sich, damit müssen sie leben.

In Summe sind für die Wirtschaft immer nur diese Artefakte interessant, die viel "weiterbringen". Der Porzellanfabrikant beneidet den Brauer und Weinbauern mit Sicherheit, weil deren Produkte werden wie alles in der Gastronomie das dem primären Zweck des Saufens und Fressens dient, einfach weggeputzt. Für die sind dann die wirtschaftlichen Tollpatsche sehr wichtig, denn viel Porzellan und viel Glas und Tischwäsche, vor allem personalisierte wird unbrauchbar. Der Nächste bitte...
Ich bedauere aber die Unglücksfälle, die unschuldigen und guten Leute in diesen existenziell so schädlichen Strudel der Zahlungsunfähigkeit rutschen hat lassen. Ihre Kinder und Frauen und das ganze Trübsal was so eine Geschichte mit sich bringt. Ich weiß nicht ob ich mir dann nicht die Kugel gebe wenn mir das passiert.
Man sollte sich von seiten der Interessensgemeinscht Gourmedia einmal überlegen, einen Insolvenzausgleichsfond für jene Köche zu gründen, die so hervorragende TV Kasperln und Gazettenheinis abgegeben haben, bevor sie so abgetreten worden sind... Denn man hatte ja in jedem Fall sein Geld damit verdient und billige Komparsen in seichten Feuilletons gehabt.
Ich verspreche Euch hier im Namen des großen Bromios (Gott der Köche) nie wieder zu einem Haubenthema an diesem Orte meinen Senf dazu zu geben. Da bin in Zukunft "ich wie Flasche leer" ...

TomCool, 11.10.07 @ 21:10

Aber Herr Patzig!
Öffentlich subventionierte Kultur wird öffentlich kritisiert und das ist gut so?

Küche ist Kunst, wird zwar nicht oder kaum öffentlich subventioniert (bis zum Konkurs), soll aber öffentlich kritisiert werden, weil das ist Wirtschaft?

???

Zweierlei Mass?

OberkllnerPatzig, 11.10.07 @ 20:23

Raus aus der Jammer-Ecke
das ist ja nicht mehr auszuhalten!
Für mich zählt Kochen zur Kunst, wie Musizieren, Malen, Darstellen, Insezenieren usw.. Das Maß für mich sind Kreativität; Interpretation und die Beherrschung der dazu notwendigen Techniken.
Die Vorführung findet im Restaurant statt. Dort sitzt das Publikum, heterogen in Ansprüchen und Erwartungen. Und Kritiker. Die Gäste freuen sich oder ärgern sich über die Inszenierung, die Kritiker schreiben darüber, die Gäste lesen tags darauf die Kritiken und stimmen zu oder empören sich maßlos. So what?
Gäbe es die Salzburger Festspiele, die Staatsoper oder das Burgtheater ohne finanzielle Unterstützungen? Bringen Kritiker ein Theater zu Fall, nur weil ihnen die Vorstellung missfällt?
Hat Ioan Hollender je die Kritiker für die Budgetierung und Auslastund seines Hauses verantwortlich gemacht?
Wer nicht wirtschaften kann, soll es bleiben lassen und eine Anstellung suchen. Dieses ewige Geraunze und Übertragen der Verantwortung auf die Journalisten nervt schon gewaltig.

TomCool, 11.10.07 @ 20:07

Von wegen Stützung
Das Essen wird nicht von den Zimmern subventioniert. Der Zimmerpreis enthält das Essen. Weil ohne Zimmer gibt's das Essen da nicht.

Was fast a bisserl schad ist.

Was den Landgasthof betrifft, da bin ich nun angekommen, wo ich hingehöre: Urlaub am Weingut. Mit sehr gutem ungekünstelten Essen. Einfach herrlich, wenn das Schulterscherzl 2 - 3 cm dick daher kommt, darauf 4 schräg geschnittene Stücke einer nicht zu lang mitgekochen gelben Rübe, das Kürbisgemüde im Extragschirrl cremig und süß, die Rösterdäpfel keineswegs irgendwelche Röstitaler, sondern gut gewürzte, mit Zwiebel und Petersil versehene Erdäpfel, auch in einem Extraschüsserl, weil das Scherzl, das schwimmt ja in seiner Bouillon, wie sich's ghört.

Wären 10,50 dafür recht? jawohl, jederzeit. Und der Grauburgunder aus Eigenbau ist eine Wucht. Zu einem Drittel im neuen Eichenfass, Tannine perfekt eingebunden, schmalzig, fruchtig, herrlich. Reden wir nicht über den Preis, sonst kommt morgen jeder her.

Das Essen ist wie die Gegend so fantastisch, da störts mich auch nicht, dass ich mir jedes mal, wenn ich aufs Häusl muss, die linke kleine Zehe an der gemauerten Duschwanne anhau. Selber schuld, wenn Du auf großem Fusse lebst.

Bussi aus der Steiermark.

Tom

PICCOLO, 11.10.07 @ 10:53

powidl
Der Denkanstoß stimmt haargenau. In Hotels ist die Küche immer von den Zimmerpreisen gestützt. Aber die Thermenwelt ist auch nicht zu unterschätzen. Das ist eine Staats- und Bankengestütze Sache. Der Stellenwert des Essens ist dort unterm Hund. Ein guter Koch gar nicht nötig wenn man betrieswirtschaftlich korrekt denkt. Die Küche um 20.30 zu schließen zeigt wie Kostenorientiert sie denken. Denn ein Haubi hat unter der Zugeständnissklaverei gerade die Energiekosten nicht im Griff. Weil da kommt ein prominenter Schauspieler vom St. Pöltener Landestheater just um 22.30 und will als Dessert um 11.30 Palatschinken. Was den Palatschinken dann zum teuersten Dessert macht und diese Zeche bezahlt der Chef dann sowieso. Aber der kennt den Chefredakteur vom NÖ Tagblatt und es wird ein Streifen Latinum mehr in der referenzliste. Dem Steuerprüfer ist das aber völlig egal. Womit sich ein Kreis schließt.

powidl, 11.10.07 @ 10:01

Der Jeitler
Meiner Meinung nach hätte er dass bleiben sollen was er von Anfang an wollte - eine Landgasthaus mit regionaltypischer Küche ( wie's so schön heißt ). Da gibts einige gute Beispiele in ganz Österreich. Niemand hat Ihn gezwungen Steinbutt o.ä. zu verarbeiten. Naja, und seine Wareneinsätze nimmt er nun in die Therme Lutzmannsburg mit....die müssen sich's leisten können :-)

TomCool, 11.10.07 @ 08:09

Dem Jeitler sei Dank
ich konnte zwar nicht mit ihm plaudern, aber dass der zufall ihn justament in jene hütte geführt hat, in der wir gebucht hatten, war schwer in ordnung. Denn das Essen dort war absolute klasse und allein für das Abendbuffet lohnt sich der Nächtigungspreis. Da ist sie Therme nur mehr Drüberstreuer.

Kochen kann er, und auch eine Brigade führen. Da gab es nichts, gar nichts auszusetzen.

Was möglicherweise daran lag, dass das gesamte Personal aus Ungarn kam und nicht aus Einheimischen rekrutiert wurde. Einzig die Essenszeiten mit Schluß um 20:30 sind heftig. naja.

@5622
Auf der Gast bin ich im Dauereinsatz auf unserem eigenen Stand. Mal schaun, ob mein Produkt auch für die Haubis taugt. ;-)

PICCOLO, 11.10.07 @ 01:06

Bruder Motor..berger!
Daher weht der Wind.... Das gibts aber auch in anderen Branchen. Man kennts ja: Das Essen ist eines der größten Geschäfte neben Geld und Ölwirtschaft. Jeder tuts ein paar Mal am Tag. Daher so umkämpft. Ich leb ja auch von diesem Hype. Aber was hier immer problematischer wird ist dass die Kosten dramatisch gestiegen sind. Energie und Rohstoffe gehen noch aber das Personal ist gut 100% teurer als vor 10 Jahren.
Ich höre noch den großen Witzigmann reden, als er 1995 davon sprach Spitzenküche wie sie er geschafft hat wirds nur mehr mit Unterstürtzung von finanzkräftigen Liebhabern geben. Er war ja auch so ein Idealist der es mit Bedauern gesehen hat wie die Kundschaft bei ihm in der Aubergine jedem Kellner und Koch die Latte hochlegte und dann ein paar Stunden später im Zillertal auf einer Hütte sich den Schnaps vom Literkrug in den Rachen schütten gelassen hat. Erst jüngst sah ich im Fernsehen eine Bouillabaisse in einem Lokal der Provence die aussah wie trübe Abwaschlauge und sie kostete 56 Euros!! Daher kann man diese Diskussion ob sich Spitzenküche noch lohnt ad acta legen. Das wird sich hier nie so durchsetzen. Weils am Willen der Leute mangelt das zu bezahlen. Daher auch die vielen Fakes unter den Köchen die es sich mit den Krückenprodukten richtet. Und die noch komischeren Leithammeln welche brav vorangehen. ...

motorradlberger, 10.10.07 @ 18:57

Reinfaller - Ausrutscher...
Nehmen wir an hier in Speising würde ein Lieferant exclusiver Zutaten mit - bloggen? Nicht nur die hochwohlgeborene Übervorsicht. Der würde das als Betroffener etwas härter anfassen. Man müsste es mit Sicherheit gleich löschen weil da jede Beniimmregel sofort gebrochen ist. So kraftvoll würden die Ausdrücke sein, die man den vielen "Jeitlers" des Gewerbes zumessen könnte. Da wird ein Kaffeeröster oder auch ein Biobauer oder Weinbauer schon vom hohen Ross herab behandelt. Man verweist sofort darauf - ein Haubenrestaurant zu sein - lesen Sie nicht den Gault Maillau??!! Wir ahben bei Perserquelle einen 80 Prozentrabatt den wir bei Vert4ragsabschluss für zwei jahre im Voraus kassieren. Unser Küchenchef ist Mitglied ... wenn er eine Ausienz gibt kommen Sie bitte nicht ohne ... Na, ja, das färbt die Meinung von Meiner Eins halt ein. Und jeder kann das bestätigen, fragen sie einen unbekannten Weinbauern aus dem Mittelburgenland wie der von Haubi und Co abgefertigt wird.
Die Leute haben nämlich durchwegs kein Bares und geiern nach Provisionen und so weiter... Einer der jeden der nicht zahlt abblitzen lässt, wenn der normale Konditionen anbietet, kauft andererseits gerne die abgelaufene Ware eine Mtromarktes auf wo mein Spezl Abteilungsleiter ist. Besuchen Sie liebe Speisinger Optimisten ein Seminar für Reisende eines Lieferanten für gastronomiebezogene Spezialartikel, oder wie mein Vor - Blogger 5260 andeutet die Gastromessen. Jeder der dort verkauft, wird ohne Umschweife JEDEN ausnahmslos jeden Luxuskoch, abseits der Show etwas anderes nennen als Feiner Herr. Das sind zum Teil völlig ungebildete Lümmel denen man das Hände waschen nach der Toilettte nicht zutraut. Nur durch Fernsehen (wo sie auch die EU Richtlinie zur Hygiene nicht einhalten) mir graust entzetzlich vor Köchen die ohne Handschuhe mein Essen befingern - und Zeitungen werden sie vorgeführt, weil die Gastronomie Mafia ihre Ikonen braucht.
Wenn dann so eine Person pleite ist und er hat ein Jahr lang immer noch die Schutzengerln um sich gehabt, dann darf sich niemand darüber beschweren wenn die Esskultur flöten geht.
Ich verstehe diese Einrichtung "Speising" durch die vielen kritischen Beiträge und deren Widersprüche, als einen Rettungsanker. Ich hoffe es gibt wieder spaßigere Themen ! Grüezi!

5622, 10.10.07 @ 16:55

non: die schreiber sind schuld
jessas, kaum schaut ma a zeiterl net ins speising gehts schon wieder rund.

piccolo hat natürlich recht, wenn er die schreibende zunft in die pflicht nimmt - und weil ich mich ein bisserl angesprochen fühl, muss ich dem lieben meister erst mal mitteilen, dass mein fernbleiben vor dem "fastfertigspitzengerichtekochen" mit walkensteiner keine feigheit vor dem feind ist. ich hab schon mehr als genug über diese kulinarischen wunderheiler geschrieben. wenn ich daran denke, krieg ich schon kopfschmerzen. andererseits wird sich diese spitzenkoch-convenience-lobhudelei wohl nicht großartig von der salzburger GAST unterscheiden. einmal gesehen, das reicht für immer ;-))

natürlich sitzen all zuviele gourmetjournalisten gemütlich im speck künftiger insolventer haubenrestaurants.
bei unserer zeitung kann mir das gottseidank nur schwer passieren: mein chefredakteur übertrug mir meine aufgabe als gastro-journalist mit den worten: "sie schreiben über restaurants. aber sie werden auch über diese lokale berichten, wenn sie in konkurs gegangen sind." und wenn man das dann ein paar mal gemacht hat, dann tritt man als journalist bei der präsentation eines neuen lokals eher als berater auf und nicht als sprachrohr des kochs. (ich rieche insolvenzler heute schon 300 km gegen den wind und werde mich wohl bald bei wetten dass bewerben...).

das beraten eines kochs sollte prinzipiell auch eine wichtige aufgabe eines gastrojournalisten sein. wer immer nur schreibt, was einem beim gratis futtern trüffel und kaviar ins ohr flüstert wird, bringt keinen in der branche weiter. stattdessen wird heute jeder neue tempel automatisch zum absoluten "must go hin" hochstilisiert.

sollte jeder gourmetjournalist laut schreien müssen, für jedes lokal, das er wider besseres wissen zum erfolgreichen szenetempel hochgeschrieben hat, dann wärs verdammt laut hier in österreich

die hauben können wirklich nichts dafür. die würde gar keiner mitkriegen, wenn nicht ein paar adabeis in den lifestyleblättern kritiklos darüber berichten würden.

dschungeltier, 09.10.07 @ 21:15

und jetzt zahlt er nur 4 tage miete? und personal für 4 tage im monat?
irgendwie ist das alles sehr eigenartig. vor allem bei einer kolportierten miese von 600000 € (siehe http://www.speising.net/essen/detail/jeitler_bromberg/index.php?sc=1#com)
irgendwie ist das alles unglaublich. mich erinnert das an die geschäfte eines ex-politiker schönlings mit einem kaffeeröster V.

TomCool, 09.10.07 @ 08:16

Ausgleich
Der Jeitler hat einen Ausgleich geschafft. Und jetzt endgültig zugesperrt.

Bis auf den Montag eben. ;-)

PICCOLO, 09.10.07 @ 02:48

piccolo - nerd --- nachtrag
http://www.pleitegeier.eu/german/insolvenzen_08_08.php


Tom .. der Konkurs war aber letztes Jahr??

Oder heuer schon weider???


LG Wr.Neustadt - Konkurs
Gerald Jeitler Gastwirt
Oberschlatten 1, 2833 Bromberg.
Masseverwalter: Dr. Michael Lentsch Rechtsanwalt , 2700 Wiener Neustadt.

PICCOLO, 09.10.07 @ 02:31

Veuvecliquot - piripiri . Tom Fahrradlberger usw..
Die Hauben sind nicht schuld. Wissenschaftlich gesehen ist die gute "Nahrungsmitteldecke" schuld. Feinschmeckerei funktioniert in solchen Zeiten wo jedermann mit Speisen in einer Üppigkeit gesegnet ist, eigentlich nimmer. Wie auch wenn jedes Spargeschäft besser ausgerüstet ist als das Wirtshaus ums Eck. Da geht die Tupperware Gesellschaft schon zum "Haubi" und meckert dann weil sie nur gut dekorierte teure Essensreste am Teller hatten. Ein Bäuerinnenausfluig geht heute nicht mehr zum Neuwirt nach Hintertupfing, man fährt zur besten Köchin der Welt und ärgert sich keine Essigwurst bestellen zu können.. ( Das sind Tatsachen) Eine Delikatesse muß weltweit erhältlich sein ? Ja genau. Gerade der Prolet will das. Ich bin als Lehrbub einmal in ein Magazin eines Innsbrucker Nobelhaushalts gekommen, dort waren damals schon mehr Schildkrötensuppendosen als in meinem Lehrbetrieb!! Und Kaviar und alles sonst auc hder Kamtschatka Hummer in Dosen!!! Heute gehts noch doller: Jeder muß die Delikatesse kennen - überall. Nur das krasse Gegenteil wäre echte Feinschmeckerei. Da flachen diese Begriffe einfach aus.
Ich bin kein Wiener, wo jeden Tag Tausende an meiner Haustüre entlangflanieren - ich lebe in einem Stück Österreich wo sich die meißten Bewohner ihr Geld aus guten Umständen verdienen, die durchschnittlich besser sind als im Rest Österreichs. Sie sind aber Pendler. Abends ist es schwierig Leute in ein kleines Dorf zu kriegen. Jeder Fährt gleich mal 50 km her.... Es gibt aber doch kaum Tourismusorte wo die "Werktätigen" so oft ausgehen wie hier. Daher gibt es auch eine Dichte von Lokalen. Schaut man über die Grenze nach Deutschland, wirds schnell sehr seicht. die Stadt in meiner Nähe ist "Pizza City" oder "Zaziki Gulch" Der Rest ist deutsches Convienience. Aber zurück zu den hiesigen Haubenköchen:
Die Feinschmeckerei geht gut, wenn es einmal Fleisch in der Woche gibt. Und wenn das Essen im Gasthaus etwas höchst Besonderes ist. Besser als daheim .
Jetzt nicht so einen Katzenzander Paperbark Zitronegraserl Combi - sondern auch der Schweinsbraten herrlich lecker zu Tisch kommt. Eben besser als man es daheim kann. Wo man die Kinder damit erziehen kann zu versprechen dass bei einem Einser ein Schnitzel gegessen wird. Von einem ganz besonderen Schweinderl. Umgekehrtes ist jetzt der Fall: Das Wirtshausessen war und ist immer noch eine Schlamperei für sich. Es gibt kein solches Fleisch mehr und es gibt keine Leute mehr die es zubereiten. So mit Herz. Wir haben alle Stress! Auch bei mir. Ich nehme mich nicht aus. Und es kommt eben auch aus diesem Eck den man das Haubenniveau nennt. Das bestimmen längst Metro und andere C&C Märkte. Ich habe ein Prospekt hier das besingt die rosarote Zukunft der Küche aus dem Großmarkt. Kein Personaleinsatz und pure Haubenqualität, es wird in den genannten Märkten von österreichischen Spitzenköchen vorgeführt. In Salzburg macht es ein gewisser Herr Walkensteiner. Der ist sich nicht zu schade das zu tun. Die Leute werden signierte Haubenkochbücher von besten und weltbesten Superköchinnen abschleppen und der Parkraum rund ums Schloss Klesheim wird zu klein sein. Der Markt gibt jedem der von 7 Uhr bis 14 Uhr einkauft jetzt 10 Prozent Rabatt. Damit die Veranstaltung welche um 14 Uhr beginnt und gespickt ist mit Kochpromis und Bands usw... nicht noch überfüllter wird.
Da werden Salzburgs Haubenköche im Ornat erscheinen, ihre Lehrbuben werden die Gäste verköstigen, wie üblich wenn der Aff im Purpur seine Seitenblicke Stunde hat. ... und kein C.W. Reinartz, Rome oder andere werden das in ihren Artikeln schreiben. Sie werden es nicht einmal registrieren. Ich habe versucht einen schreibenden Mann hinzukriegen, aber der fürchtet sich vermutlich auch vor dem Blickkontakten dort...
Also machen wir mit den Hauben weiter. Es ist nur ein Vermarktungs- Warenzeichen mehr nicht. Vergesst die tolle Küche, die Kochbücher, alles warme Fürze. Köche sind Kasperln. Daher kommen die Köche nach der Lehre des Shandilah auch zum schwarzen Bali in die Hölle. Dort dürfen sie den größten Huren ihre Unersättlichkeit stillen. Ich freu mich schon mal..

Die gute gastronomische Nahrungsmitteldecke könnte durch eine Teuerungswelle Risse bekommen. Das Überangebot an Gastronomie wird schnell weg sein, alleine seit Freitag sind in Österreich (ORF TELETEXT 178) gut 10 Gastwirte in Konkurs gegangen. Der Druck welcher von den Vermietern kommt wird zunehmen. Mit der Teuerung steigen Pachtzins. Keine good news für uns also. Auch ganz normale Wirtshäuserl wie meins ist immer latent in Gefahr.

Trotzdem: Als gebürtiger Kärntner kenne ich die Steirer: Angegeben haben sie immer schon gern. Das wird auch des Jeitlers primäres Problem sein.

adriano, 09.10.07 @ 02:05

@ piripiri74
... es schweigen aber auch immer dieselben.
Nicht schreiben aber über die Schreibenden maunzen, dass sie schreiben. Sorry, ich bin zwar nicht vom Land, verseh es aber trotzdem nicht.

TomCool, 09.10.07 @ 00:53

je ätzender, desto besser
Das ist die wahre Würze der Gourmetkritik.Je mehr Ihr schreibt, desto besser wird's. Also nix baba sondern welcome. ;-)

Ich sitz übrigens grad im Hotel Sonnenpark in der Therme Lutzmannsburg. Der Küchenche is heut ned da. Das ist nämlich besagter Jeitler.

Reiner Zufall übrigens.

Wir waren ein bisserl spät dran. 20:15 Ankunft im Hotel. "wir machen den Check-in später. Gehen Sie schnell essen. Das dürfen Sie nicht versäumen. Unser Küchenchef ist ein 2-hauben-Koch!"

A do schau her.

"Wie heißt der nochmal?"

"jeitler"

*oooops. und sie sagten, um 20:30 ist Schluß mit küche?"

Ja, um 20:30 ist Schluß, aber ganz so eng sehen Sie's eh nicht. Erst wenn auch die Crew gegessen hat, ist Schluß. Also hatten wir noch drei Viertelstunden. Hat sich aber ausgezahlt. Allein fütrdie Blunznwürferl oder die Fischsulz. Klasse. Und der haiwels mit Melissencouscous und Zitronensauce sowieso. Wobei ich das Viech erst im Lexikon nachschlagn muss. Hätt wohl ein 'Fogosch auch getan. ;-)

Werd mal morgen nachfragen, ob der Küchenchef da ist. Und ein Plauscherl halten. Mal schaun, ob er mit mir redet. ;-)

By the way: super kinderfreundlich hier, schönes Hotel, schöne Therme, tolles Essen. Allerdings Finito um halb neun? Aber hallo! In meiner Vrstellung leif das so: Zimmer beziehen, Kind versorgen, warten bis es schläft, Babyphone mitnehmen und endlich zu zweit genießen bis 12 oder sonstwann.

Denkste.

Najo. Die werden meinen, für DAS sind sie zu billig. Nojo. Sooo billig ist das dann aber nicht hier.Kost ja doch über 100 Euro pro Nacht. Dafür hätten s' uns aber VORHER sagen können, dass um halb neun Schluß ist.

veuveclicquot, 08.10.07 @ 20:37

natürlich reden immer nur die selben, weil die anderen fußfrei in der ersten reihe sitzen und sich die show anschauen. gratis. so wie du und ich. es steht aber jedem frei, seinen senf (süß oder scharf) dazuzugeben und damit seine chance auf einen gewinn zu erhöhen. die bücher werden nämlich, wie für jeden lesbar, unter den fleißigsten bloggern, kommentarschreibern, absenfern verlost. womit meine chancen gleich null sind!

dass es lokale gibt, die man zwar nicht hungrig, aber auch nicht satt, dafür aber völlig verarmt verlässt, ist ein seit jahren bekanntes phänomen. und witzigerweise laufen die massen hin.

seids ehrlich, vielen von uns ist ein kleines aber feines wirtshaus am liebsten.

aber ich bin ja vom land, ich kenn mich ja nicht aus.

piripiri74, 08.10.07 @ 19:05

super, motorradlberger!!!!

es reden hier sowieso immer nur die selben ...wie öde - objektiv ist das schon lange nicht mehr, nur langweilig, die tagebücher der speisinger! die gehen dann alle gemeinsam in die schwarze katze und gewinnen sogleich auch die bücher vom wagner, ect.

...machts gut ..........

motorradlberger, 08.10.07 @ 14:03

Ja wirklich,
was will ich hier... Alles in ´wiener Hand. Keine Blogkultur? Nur Beifall?? Erwartet man das ?? Gut - machts gut.

motorradlberger, 08.10.07 @ 10:55

dschungeltier..
Das Thema kratzt. Ich bin Reisender (Vertreter - Kaffee) Ex - Koch und Geniesser... Zum Jubeln gibts in der Gastronomie nur die oft gute Aussicht. Das beste Geschäft haben die Massenoutlets und auch die beste Zahlungsmoral. Und beim Geld hört sich ja alles auf. Leider..

dschungeltier, 08.10.07 @ 10:43

@motorradlberger
was wollen sie hier auf speising eigentlich? nur ätzen? denn wenn sie meinen, sie nehmen die hotelempfehlungen nicht an, weil sie einfach nur teuer sind, zeigt, dass sie sie nicht gelesen haben. denn wenn ihnen 22 € pro nacht zu teuer sind, bleibt eh nur mehr jungendherberge oder campingplatz. aber dann sind sie hier definitiv falsch.

und nur dagegen sein ist halt zuwenig.

cmling, 08.10.07 @ 03:57

Adipositas
Die Meinung, man müsse heute auch nur irgendwo in Österreich die Gerichte, die man bestellt, mit dem Mikroskop suchen, ist ziemlich erheiternd.

motorradlberger, 07.10.07 @ 22:12

Die Hauben sind nicht Schuld!!!
Die depperten Wirte sind selber schuld. Es gibt ja überall bereits ein Haubenlokal! Schon die Wortschöpfung ist ein kompletter Blödsinn. Vom französischen toque - wurde das bereits falsch übersetzt... Aber ob ahuebn oder Sterne, wenn das Allgeneingut wird, dann ist es mit dem Geldverdienen vorbei. Es wird ja doch nur das gekocht was der LKW liefern kann. Und das so zusammengebrutzelte sind aus der Nase gezogener Denkrotz . Was man aber hier auch immer sieht und daher wird speisinfg auch nicht besser als Gast.at usw. Man lobt solche buden wie das Hotel in Ischgl wo ich bereits verköstigt worden bin. Wahrscheinlich was der berühmte Koch gerade nicht da, es war reiste Fertigkost in Combidämpfern aufgewärmt.. Daher nehme ich keine der von Speiseng so warm empfohlenen Hotelempfehlungen wahr, weil das einfach nur teuer ist. Wie manche Háubenlokale.. Haube oder nicht, überleben wird der wer die Signale der Zeit versteht..

piccolina, 06.10.07 @ 16:50

Küche und Mode
Der Titel verwirrt sicher, doch ich habe den Verdacht, dass man beides gut vermischen kann!
Heute tragen Frauen ohne mit deer Wimper zucken Kleider aus Stoffen, die ich eher für mein altes Sofa verwenden würde und man speist "Haube", zahlt Unmengen und geht meist hungrig zum nächsten Würstelstand, da die Potionen zwar gut sind, doch manchmal möchte man doch ein Mikroskop dazu bestellen.
Als nebenbei Hausgfrau denkt man da in Euro und Cent und fragt sich angesichts der Minaturen wofür so viel Geld verwendet wurde, dass derartige Preise zustande kommen können... - natürlich ist der Koch ein Genie, das Personal vom Feinsten und das Silberbesteckt nicht im Preis inbegriffen.
Es ist, so glaube ich, ein Präsentationsort für Vips und Promys, die glauben, mit ihrem Auftritt Anerkennung heischen zu können und da wird geklotzt - was die Preise angeht. Preiswert (kommt von: Das ist den Preis wert) Essen kann nicht gut sein, doch ich weiß, dass es geht... - s.: Eggelsberg, dort werkt ein Kochgenie mit seinen unbezahlbaren Helfern und es schmeckt und: man kann es sich auch am Monatsende leisten, sofern die Millionen gerede knapp werden, die man eh nicht hat!
Und Mode? Ich bin, sagen wir, konservativ und benötige keine Selbstbestätigung in Schicki-Lokalen und trage was mir gefällt, selbst wenn es sonst keine andere hat oder gerade nicht "in" ist! Wer bestimmt eigentlich was wer tragen soll und wer, was und wo man essen soll??? Lasst Euch vom Geschmack verführen und niemals von "Nimbus" eines Lokals, dann kann nichts passieren!

mari, 06.10.07 @ 14:58

pikkolo...
ein Gasthaus , herabgewirtschaftet, das kauft ein spekulant. Der spekulant kennt die szene.. Das Haus wird umgebaut, eine gesellschaft gegründet und ein koch gesucht. Man fragt beim schuhbeck, der kennt sich aus. Schnell kommt in die goldgrube ein toller koch. Was dem koch fehlt, ist den spekulanten recht. Der koch geht ein, dann wars halt ein arschloch. Der nächste kommt. Ich hab mir die mühe mal gemacht und habe nachgerechnet. Nicht einmal die sogenannten spitzenleute wären ohne brutales marketing in der lage ihre häuser auch nur ein jahr lang zu betreiben. Dazu frage ich mich wer kocht dort eigentlcih wenn man diese leute ständig irgendwo auf messen, oder präsentationen - siehe letztes FORMAT MAGAZIN - Maier , Mörwald, Reitbauer, Hanner alle in südfrankreich vereint auf Elsners spuren??? Hirn- aber nicht herzlos arme ritter des kapitals....

PICCOLO, 06.10.07 @ 11:22

Ein Jammer die Haube...
Ich war bei letztes Jahr einer Eröffnung in Deurtschland dabei: Ein Schuhbeck Schüler "belebte" ein altes Gasthaus an einem idyllischen See. Da ich als uralter Freund des Großmeisters der Immobilienschacherei eingeladen war, hielt ich mich mit meinen Bedenken zurück. Die Eröffnung kostete für 300 Gäste ein Vermögen, das der Koch, 32 Jahre alt mit Sicherheit nie hereinbrachte.. Alle Gratisgeier aus dem Bavaria Filmstudioviertel inklusive RTL und PRO Sieben waren da.... Ich habe mit dem kochenden Ziegenbartl eine Runde disputiert und gesehen dass der sich nicht einmal ein ordentliches Deodorant leisten konnte... Vor wenigen Wochen hat der Kerl aufgegeben. Wie ich hörte mit Offenbarungseid oder so...

Haubennärrische Wirte werden von der Presse gemacht. Man sucht sich als Redakteur einen willigen Deppen der das dann inszeniert. Denn die Schickeria braucht Events und die Neo Industriellen einen Ort Geld am Tisch zu kleschen. Der Koch nennt sich dann Mozart der Küche und glaubt die Leute rennen ihm die Türe ein. Bestellt man dann für sein Kind ein Wienerschnitzel mit Pommes frites, dann schupft der Kellner mit den Achseln und sagt: Sowas machen wir nicht..
Ich kenne einen Haubenkoch der schafft es nach drei Jahren noch nicht seine Lehrlinge zeitgerecht zu bezahlen...
Und wer es noch immer nicht kapiert hat: In der Gastronomie sind die Zeiten längst vorbei wo man mit Schmäh Geld verdienen kann. Darüber aber vielleicht später. Mal sehen wer was dazu sagt:..

dschungeltier, 05.10.07 @ 17:26

sie sind eitel
nämlich sowohl die anbieter der haubengstronomie als auch die konsumenten. hauptsächlich eitel.
und im gegensatz zur spitzenkunst a la salzburger festspiele, oder wiener oper, wo ich das gebotene bei wirklichem bedürfnis als weniger betuchter wenigstens vom stehplatz oder von der CD noch nachvollziehen kann, geht das bei der sogenannten spitzengastronomie nicht. denn teller der anderen abschlecken gibts halt nicht.

ich hab die sogenannte spitzengastronomie a la steirereck im dritten, damals noch als einladender, später als eingeladener einige male verkosten dürfen. ja es war gut, sehr gut sogar. aber es war irgendwo auch von einer gewissen zwanghaftigkeit. und es war nie SO gut wie es teuer war. wiklich befriedigt hat es mich nie. immer hab ich mich gefragt ob das wirklich soviel geld wert war, obwohl es gar nicht mein geld war.
natürlich wird nach oben hin jede verbesserung immer unverhältnismäßig teurer. aber brauchts das wirklich?

und nochwas fällt auf: die gastrokritik ist irgenwie etwas inzüchtlerisches. da beurteilt ein bekannter kritiker ein neues mühlviertler lokal nicht weil es bisher was tolles geleistet hat, sondern weil der neue besitzer bisher koch in einem wiener nobelschuppen war. und meinen lieblingswirten, 30 kilometer weiter besucht keiner. weil den hat bis jetzt keiner besucht, braucht also auch weiter keiner besuchen. dabei würd ich das essen sogar bezahlen. weil ich von seiner qualität überzeugt bin. (ich bin mit dem wirten nicht befreundet, verwandt, oder verschwägert und hab mit ihm auch noch nicht mehr als 100 worte gewechselt) empfohlen hab ichs schon oft, interessiert hats noch keinen.

was mir wirklich imponiert ist, wenn wirte hohe qualität zu guten preisen anbieten. so freu ich mich schon drauf, die schwarze katze kennenzuleren.
und tom cool, danke für die frage, wozu ein heilbutt in bromberg. wahrscheinlich hat der transport mehr als der fisch gekostet.

und drum brauch ich kein schickimickitamtam an frischen 100-euroscheinen

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