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SPEISING Open

16.01.08 @ 09:18

Teuer muss schmecken.

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Die derzeit durch alle Medien geisternde US-Studie (als ein Beispiel von vielen möge dieses tinyurl.com/23skb3 dienen) zur Korrelation von Weinpreis und Geschmacksempfinden enthüllt, was wir eh schon immer wussten: Teures MUSS schmecken.
Deshalb besuchen wir eifrig Blindverkostungen, um das Gegenteil zu beweisen, frönen in kostspieligen Lokalen der Genusssucht, um das Haar in der Suppe zu finden, und trauen selbstverständlich keinem Marketing-Strategen über den Weg.

Blöd nur, dass das, was mehr kostet, auch wirklich sehr oft besser ist. Haben Sie schon mal Kaschmir gefühlt? Zum Süchtigwerden! Ja, guter Geschmack kann leider auch teuer sein. Muss aber nicht, wissen wir eh, und ich frag mich, wie das so ist, Cabernet-Schlürfen im Computertomographen?

Angelika Deutsch

88 Kommentare | Kommentar abgeben

piccolina, 01.02.08 @ 16:42

Nicht nur Matjes...
Hering galt im letzten Jahrhundert lange als "Arme Leute-Essen", denn es gab ihn so reichlich, dass ihn auch wirklich arme Leute bezahlen konnten... - das änderte sich erst mit den modernen Fischerei-Fangmethoden, die ein Überfischen erlaubten.
Nun ist er zur Delikatesse geadelt, weil er nur noch begrenzt zur Verfügung steht. An der Küste hat man früher sogar die Hühner damit gefüttert, bis sich herausstellte, dass die Eier fischelten.
Sic transit... und manchmal auch andersherum!

PICCOLO, 01.02.08 @ 15:57

Hering Luxusgut des 14. Jahrhunderts
Der Aufstieg der HANSE ist eng mit diesem Massenfisch verbunden der ab dem 13. Jahrhundert in ganz Europa bekannt wird. Es war eines der ersten Massegüter das in Fässern durch Europa, bis nach Russland und Persien gekarrt wurde. Der Heringsschmauß dürfte aber in den Klöstern seinen Ursprung haben. Zu Beginn der Fastenzeit. Als Quatemberfisch (EIn Superhering - Heringus Godzillensis) hat er eine mythologische Bedeutung. Wenn dieser Fisch, den man sich als Riesenhering unter der Erdscheibe im Ringozean vorstellte mit dem Schwanz wackelte gabs Sturmfluten und Erdbeben. Die Christen nutzen diesen Mythos und schrieben das Wackeln des Fischschwanzes der Unkeuschheit und exzessiver Fleischeslust zu. Fleisch während der Fastenzeit zu essen erregte diesen Tatzelwurm sehr.

Aber zurück zur Kultur: Viele viele Gerichte, sogar Süßspeisen wurden aus Stockfisch und Hering hergestellt, fast alle vergessen.

Vielleicht der Heringskäse für die Speisinger:

Salzheringe gut abwaschen - ist immer ein Schei-- Salz dabei.
Die Haut abziehen - sie dralassen ergibt eine unappetittliche Farbe und etwas Bitterkeit. . Dann faschieren - zwei Mal - diese Masse dann nach Belieben mit Topfen und etwas aufgeweichter Butter - Butter kann man aber auch sparen, abmischen. Man verdünnt so den Salzgeschmack und spart den Fisch.
Würze dafür wäre auch etwas Honig, gemahlener Anis und Fenchel. Man kann das gut auf Vorat machen. Wenn Besuch kommt nimmt man dann eine Portion heraus und wenn man will arbeitet man in die Masse, jetzt etwas gefestigt , guten Portwein oder frische Dille und alle anderen Kräutlein darunter. Nicht ein gehacktes Zwiebelchen vergessen!! Fein Fein der Heringskäse...
Man soll nur aufpassen dass das Salz gut herausgelaugt wird....

Huhn wie einen Hering schmecken zu lassen liebte schon die Zarin Katharina die Große... Das war sowieso eine gute Frau..

Iknit, 01.02.08 @ 12:31

Ich danke
den Herren für die ausführlichen Erklärungen bezüglich meines geschlechtsunreifen Heringschmaus, den es sichtlich nur beim Vikerls gibt.

dschungeltier, 01.02.08 @ 11:49

trotzdem
es sind heringe, wohlschmeckende gar, find ich halt
aber ohne mein mausilein geh ich nicht hin zu vikerls, hab ich gsagt

5622, 01.02.08 @ 11:11

kein bisserl spaß hams ghabt, die armen matjes...
genau genommen sans "geschlechtsunreife" salzheringe, also müsst der heringschmaus, "geschlechtsunreifer heringschmaus" heißen, genau genommen. is aber egal. im mittelalter galt das ausbleiben von heringsschwärmen übrigens als zeichen für den bevorstehenden weltuntergang - aber ich glaub, ich schweif gerade ab...

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