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17.07.08 @ 10:38

Mein Ichseheauswieeinriedlglas-Terzett

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Es reicht. Ein für alle Mal. Ich möchte zumindest hin und wieder ein Ichseheauswieeinriedlglas so angreifen dürfen, wie ich es will. Jedes Mal, wenn ich mich dabei ertappe, den Gspritzten im Ichseheauswieeinriedlglas am Kelch anzufassen, überkommt mich schlechtes Gewissen und mein Widerspruch mahnt mich: Ich müsste doch eigentlich wissen, dass man Stielgläser nur am Stängel angreift, der Wein würde nicht erwärmen und ich hinterließe keine Tapser für C.S.I Vienna. Aber die boshafte Stimme des Widerspruchs quält und nötigt mich, fremden Konventionen anstelle meiner Intuition zu folgen. Dabei bin ich eh in der Regel compliant (deutsch: kompleient) und würde bei einer großen Kreszenz bzw. Gewächs im ebenso großen Ichseheauswieeinriedlglas nie und nimmer den Kelch mit meinen Fingerspitzen desavouieren, sondern bringe dezent selbstverständlich perfekt manikürte Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger, kurz das Ichseheauswieeinriedlglas-Terzett, relativ weit unten am Stiel an und übe gerade nur soviel Druck auf eben diesen aus, dass mir das Ichseheauswieeinriedlglas nicht entgleitet - ich bin eben feinsinnig, gebildet und über alle Maße distinguiert. Hoffentlich erkennt das jeder, der mich in dieser Position sieht.
Je mediokrer jedoch des Glases Inhalt, desto weiter hinauf tendieren meine Finger; das Terzett öffnet sich, zwei weitere Taster schließen sich dem Terzett nun zu einem Quintett an und ich beweise mir und meinem Widerspruch, dass ich ein niedriger Prolet bin und mich stets contre-coeur benehme. Darüber hinaus bin ich in der Leopoldstadt aufgewachsen, die ja laut Ex-Brioni- und nun Briuni-Koberer J. Paic für gute Grundprodukte die falsche Gegend ist, und daher kann ich gar nicht wissen, wie man mit den Requisiten der feinen Leute umgeht und schlürfe, das Glas abnudelnd, meinen verdünnten Billigalkohol in mich hinein. Dem Widerspruch in mir grauts.
So, hin und her gerissen zwischen Konvention, Stil und niedriger Intuition, werde ich mir heute eine Bouteille (deutsch: Butö:n) Solitaire 2000er von Feiler-Artinger öffnen lassen und hoffe auf ein riskant dünnwandiges, unpolierbar glitzerndes, zärtlich fragiles Zalto-Glas, das ich gebührend (Clinton: appropriate) handhaben werde.

gf

18 Kommentare | Kommentar abgeben

-ad-, 17.07.08 @ 16:25

Zart wie Zalto
So zart wie die Gläser aus Neunagelberg sind sonst keine - fragil am Stiel und überhaupt. Als würden sie gleich davonschweben. Und dass der Wein draus irgendwie besser schmeckt, liegt offenbar an den idealen Winkeln - kosmische Parallelen und so. Der Unterschied zu Ichseheauswieeinriedelglas ist fühlbar. Also packens ruhig zu, Herr Widerspruch, bei den Ichseheauswie ...

OberkllnerPatzig, 17.07.08 @ 14:08

Wenn es wirklich schön klingen soll
zwischen Dir und Deinem Mausilein, dann achte darauf, dass die flüssigkeitsgefüllten, unteren Drittel der Kelche, quasi die Bäuche, beim Anstoßen aneinander stoßen - dann hörst Du die Glocken klingen ...

dschungeltier, 17.07.08 @ 13:11

ich tu mir (mich?) viel leichter
als bekennender weinbanause greif ich das glas am kelch an, sonst fallts mir sowieso über kurz oder lang aus der hand und bei den riedlglaspreisen gibts dann einen kö:ch. und das will ich nicht.
am stengel (sic!) greif ich ein glas nur an um mit meinem mausilein anzustoßen. das klimpert so schön und das ist doch der einzige zweck des stengels und der unpraktischen glasform.

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