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SPEISING Open
03.12.12 @ 20:41
Ist essen gehen tot?
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Ist das gut? Ist das gut, dass kulinarisch irgendwie nix los ist zurzeit? Baskisch kochen mit Chemiebausatz ist passé. Kochbücher aus dieser Zeit wirken heute ein wenig seltsam.
Das nordische Konzept "Iss Deinen Wald" ist zwar schlüssig, aber es zündet im Unterschied zu der Chemiephase keine Raketen hier in Österreich. Rinden raspeln, Flechten flechten und Insekten in Szene setzen ... das scheint hier nicht so gut anzukommen. Und ja, es gibt den Trend zum Gemüse. Aber deswegen ist nun auch nicht wirklich viel los. Da helfen auch die Josper-Grills nicht, die sich finanzstarke Betriebe in die Küchen stellen, um das en-voguene trockengereifte Fleisch anzukokeln. Die Betriebe retten sich mit Gansl- und Wildzeit über das Kreativitätsloch, verdienen hoffentlich gut in diesen wenigen, ertragreichen Monaten. Vergönnt.
Aber was kommt danach? Was wird Jänner und Februar auf den Karten stehen? Muss man ein Themenlokal sein, um zu bestehen? Das panpazifische Mochi brummt wie Sau, selbst im Jänner muss man sehr flexibel sein, um einen Platz zu bekommen. Die Steakhütten Flatschers und Rocky Docky´s können auch nicht klagen - rammelvoll, Abend für Abend. Aber das Thema Steak scheint auch erschöpft. Sie bekommen es nicht hin, hardware hin oder her. Es fehlt einfach das richtige Fleisch dazu, und die Trockengereiften erfüllen auch keine Erwartungshaltungen. Bleiben noch Freestyler wie das Kontrapunkt oder St.Ellas. Spontane Küche mit gutem Handerl zubereitet - mal mehr, mal weniger aufregend.
Und bei den Getränken? Natural Wines, die Orangen, zünden nicht wirklich. Deren Wahrnehmung bleibt SpezialistInnen vorbehalten, die Preise sind für viele Konsumenten eine zu hohe Schwelle für ein Experiment. Und beim Bier? Hier könnte in den nächsten Jahren etwas passieren, kleine Privatbrauereien könnten das Vakuum am Markt füllen.
Bricht etwa die Zeit der Nachbarschaftslokale wie das reisinger´s an? Kleine Betriebe, familiär geführt und unaufgeregt in der Gebahrung ... ob das für einen Trend reicht? Ist essen gehen tot?
Gregor Fauma
11 Kommentare | Kommentar abgeben
TBolt, 06.12.12 @ 10:05
AOund wurden ja schon genannt, die gehen sicher in eine ganz spannende Richtung, auch wenn bei der momentanen Jahresschau ja eben nicht gekocht wird. Die Betonküche machts momentan wieder mal spannend, da heissts immer schnell sein. Im Word-Rap: pop-up - regional - lokal - geheim - gern auch nur nebenbei. Auswärts kochen, waste-cooking, neue Strukturen statt neuer Texturen!
mvesely, 05.12.12 @ 21:42
Das aktuelle Trüffelmenü im Tian. Charlie P's. AO& im Ersten. Wieder einmal Khachapuri im Madiani.
OberkllnerPatzig, 05.12.12 @ 12:21
Essen im Urlaub muss Essen im Urlaub bleiben, sonst widerfahren einem nur Enttäuschungen. Aber welche Lokale interessieren Dich jetzt hier in Wien und Umgebung, und weshalb? Bei welchen juckt es Dich unter den Fingernägeln, es einmal auszuprobieren? Wo erwartest Du Dir Überraschendes in Sachen Geschmack, Zusammensetzung, Textur ...?
mvesely, 05.12.12 @ 08:14
Wir fahren ins Ausland und sabbern nachher noch monatelang schon bei der bloßen Erinnerung an die wunderbaren Gerichte der Osterie und Neo Bistros, vergessen dabei aber, dass dort im wesentlichen immer die gleichen, traditionellen Gerichte gekocht werden. Innovation null. Bei aller Liebe zum Neuen - ich bin froh, dass es beim Pöschl immer Reisfleisch gibt, beim Wetter Geschmortes und beim Vietthao Phô.
Strasse, 04.12.12 @ 14:02
Essen gehen selbst ist sicher nicht tot, aber es gibt halt zurzeit keinen Trend. Über Essen schreiben mag gerade schwieriger sein, es zu essen jedoch nicht. Btw, was wurde aus den ewig herbeigeschriebenen Indien-Trends?
--- 04.09.18 @ 20:56
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