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SPEISING Open
11.12.12 @ 14:42
Pflicht vor Neigung?
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Ich hatte es alles. Wie immer. Und es quält mich mittlerweile. Ich will das nicht mehr. Es geht um das Essen, genauer um das Essen im Ausland. Stellen wir uns vor, der Autor dieser Zeilen fliegt nach Belgien, hat Brüssel und Brügge am Radar, ist bis unter die Zähne mit Insidertipps bewaffnet (Danke auch noch einmal auf diesem Weg dafür!), und sieht sich dann mit der Realität konfrontiert.
Die erfordert eine Vorselektion bei den Tipps, je nach Tippgeber und Leumund. Und dann muss man die touristischen Pfade, das Entdecken einer Stadt, auch noch nach den Tipps ausrichten. Und liegt einer der Tipps dann auf einer brauchbaren Touri-Route, hat man natürlich nicht reserviert (Betonung auf natürlich). In Wahrheit und eigentlich kann man sich das Bitten um Lokaltipps sparen.
Und dann sprechen da auch noch die Reiseführer mit, die einem erklären, dass man unbedingt Miesmuscheln mit Pommes frites essen muss. Dass man Pommes frites an diesem und jenem Stand essen muss. Dass Waterzooi unbedingt gegessen gehört. Das die Carbonade, der Bierrindfleischschmortopf, auf jeden Fall probiert werden muss. Wie auch der Flämische Hase oder Aal in Grün. Steak und Fritten so wie so.
Ich hatte es alles. Und ich hatte nie Lust dazu.
Man entdeckt sich ein hübsches Lokal, bekommt ohne Reservieren einen Tisch, schlagt die Karte auf und findet alle belgischen Spezialitäten hübsch aufgelistet. Man will auch alle essen, man hat aber nur 3.5 Tage Zeit dazu, und fängt halt damit an, ein Signature dish des Landes nach dem anderen zu essen. Man kann doch nicht zurückfliegen, ohne den Aal in Grün gegessen zu haben, oder? Aber wenn einem so überhaupt nicht danach ist? Wenn man weder Muscheln, noch Steak, noch Rindereintopf oder dergleichen essen möchte? Verdammtes Kennenlern-Diktat. Es schafft mich. Wie macht das Ihr, geschätzte Speisingerinnen und Speisinger? Wie sieht Euer kategorischer Imperativ im Ausland aus?
OberkllnerPatzig
2 Kommentare | Kommentar abgeben
dschungeltier, 13.12.12 @ 18:29
wenn wer eine reise tut
dann will er was erzählen.
na gut man könnte sagen, dass Waterzoii nicht mehr unbedingt belgische normalküche ist. dann müsste man wahrscheinlich auch als tourist in österreich eher zum McDonalds gehen als Knödel essen.
Aber wenn ich wohin fahr, möcht ich auch landestypisches essen, sogar in england, sogar auf der Isle of Man, obwohls da wirklich schwerfiel. Und Steak and Kindney Pie in einem grindigen pub erfordert schon stehvermögen, gehört aber zu england einfach dazu wie das bier, das wiederum viel besser als sein ruf ist.
Strasse, 12.12.12 @ 09:44
Sind es nicht nur die Touristen, welche gewisse Speisen am Leben halten? Die Touristen und deren Guides? In Belgien essen bedeutet ja automatisch, belgisches Essen zu bekommen. Es müssen doch nicht immer gleich die Standards sein.
--- 04.09.18 @ 20:56
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