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Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch

09.07.07 @ 10:16

Do grillt wer...

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Während Kubse vor den Salzburger Festspielen noch eine Woche lang in Kärnten Kräfte zum Geigen sammelt, sehne ich mir meinen Urlaub herbei. Nächsten Montag geht es los: Haus in Südfrankreich. Natürlich mit Kamin zum Grillen.

Ja, ja: Das Grillen. Das ist so eine Sache. Köche sagen ja, Grillen habe nichts mit Kochen zu tun. Beim Grillen würde man nur Fleisch verbrennen. Ist das der Grund, warum sich immer die Männer um die Grillerei bemühen? Das Festhalten an archaischen Ritualen? Tatsache ist: Die Grill-Fraktion ist mit einem Geheimbund vergleichbar! Es kursieren immer wieder Gerüchte, wie jetzt genau gegrillt werden sollte, mit welchen Hölzern besondere Geschmäcker erzielt werden können, Gerüchte von Zaubermarinaden machen die Runde. Und ist nicht tatsächlich in den Slommertagen der meistgehörte Satz unserer Breitengrade: "Do grillt wer..."

Sollte noch jemand an Sekundärliteratur im Netz interessiert sein, dann lege ich zwei Links ans Herz. Und zwar die Präsentation der aktuellen Grillweltmeister, die Waldviertler Hornochsen (die seit Jahren immer wieder ganz knapp vor den Salzburger Barbecue Bulls landen; die hießen übrigens schon Bulls, bevor es Taurin aus der Dose gab):

members.1012surfnet.at/hornochsen.griller/catering.htm

und die Homepage der derzeit wohl aufregendsten Grillausstatter Österreichs:

www.barbecue-point.at

Der Griller ist angeheizt: Jetzt warte ich auf Fleisch für den Blog...

32 Kommentare | Kommentar abgeben

dfw, 20.07.07 @ 13:11

@PICCOLO
eh klar, a la plancha, auch a la playa. in spanien.
aber weiss das der andy??
beim letzten grillen, in spanien, am strand, nächtens, im mondschein, waren alle im wasser, im tiefen, buberl und mäderl. ein buberl hat einen krampf kriegt. das mäderl hat ihn zudem gewürgt. sie war zu, vom sangria. er hat's überlebt. sie am übernächsten tag wieder halbwegs nüchtern.
kubse hat recht, grillen kann gefährlich sein. wenn auch anders.

warum gibt's im rioja-club keinen sangria??

PICCOLO, 20.07.07 @ 11:01

@kubse
Das stimmt Herr Chef.
Zu uns hat man gesagt: "Bua wennst zündelst brunzt ins Bett!" Ich habe beim Kühe hüten scho gegrillt, mit einem selbstgebastelten Herd aus drei Steinen. Kartoffeln aus der eigenen Kohle... In welchem Molekularbunker gibts das??
Als ich merkte das es mit dem ins Bett brunzen nicht stimmte habe ich dann glatt einmal einen kleinen Wald angezündet.. Kam aber keiner dahinter dass ich es war.
Wo sollte ich denn das Feuer her haben?
Bei den Grillfesten im Garten - in der Eisenbahnersielung -- auch wenns die übelste Sorte nitrierte Wurst zum brutzeln gab - mich haben dazumal die drallen Hormonüberständigen mit dem Konsum Tetrapack gedopten Hausweiber regelrecht fasziniert, in ihren Leggins wo man sah, kam und alles was man zum Leben braucht sich vorstellen konnte.

Damit sich keiner vorstellt ich sei irgendein Fanatiker: Beim Essen und überall sonst wo Genuss erahnbar ist habe ich immer und überall zugeschlagen wo ich konnte. Mir die Finger verbrannt usw. aber gibt es schönere Schmerzen als dort wo es wenn man zufasst schon ein wenig angebrannt ist?? Das ist wie bei überreifen Früchten und süßen Weinen. Her damit bevors wirklich ganz schlecht sind... Denn das kommt ganz knapp hinter ganz gut!

kubse, 19.07.07 @ 23:22

fett und verkohlt
Ich seh's so arg bei den Kindern. Der Bub: Nur zündeln. Was das für eine Faszination ausübt, ist eigentlich unglaublich! Lagerfeuer, das schönste ever! Wurscht wo, wurscht wozu, auch die Wurscht is wurscht - Hauptsache es brennt ;-)
Und das Mädel: Aufpassen, warnen, hüten. Auch wenn sie gern mit ihm mitzieht, vor allem beim Blödsinn machen ;-)

Ich weiß eh, wie ungsund des is. Aber beim Vorbeijoggen an der Eisenbahnersiedlung (also lang nach Verlassen meiner Villengegend) gibts nur noch einen Reflex: MITMACHEN WOLLEN!!! Sch...: Das Verkohlte sengt sich ins Hirn ein und losd nimma locka!
Aber wirklich wahr: Die Griller sind immer die Fetten... In mehrfacher Hinsicht ;-)

PICCOLO, 19.07.07 @ 17:36

Beim El Bulli grillen´s ned...
..aber sonst grillt man bestens - a la plancha...

dfw, 19.07.07 @ 15:49

@katiza
du hast eh recht, mit den vestalinnen, das waren aber die hüterinnen. da ist ja das feuer schon da. die macher des feuers waren halt die männer, die verbrennen sich gern :-)
das ist wie beim kindermachen und kinderkriegen :-); da sind ja auch die rollen verteilt. zuerst ist das machen; hab ich ghört. :-)

sophie, willkommen !! und nimm den andy biegler nicht so ernst. der verkauft spanische weine, sehr gute sogar, kann aber kein wort spanisch. und im elbulli war er auch noch nie. erspar dir also, ihm was zu erklären. und grillen tuns in spanien auch nicht. die sind ja nicht so blöd.
aber zum andy in den rioja-club solltest einmal gehen. der gibt dir dann den monatswein gratis, nur ein glasl, aber immerhin!!! und grillen tut er im club auch nix. - damit ich beim thema bleib.

die liebe mazi geht mir ab !!!

QUARK, 19.07.07 @ 15:14

Ich grille nur
Mit flüssigem Stickstoff. Da bleiben dann die Sauereien erspart die Griller in irdischen öffentlichen Parks so anrichten. Auf meinem Shuttle habe ich da nur eine kleine Röhre dabei, dort fülle ich klingonischen Garch mit Rohrmaden hinein, etwas Stickstoff hinein und zisch - fertig. Kein Gestank, nur Genuss.

karlheinz, 18.07.07 @ 20:22

tit-for-tat...
...sieht rein oberflächlich wie eine strategie der generellen kooperativität aus (ich grill, du machst die beilagen), ist aber nicht gleichbedeutend mit einer strategie des blinden altruismus.
das heißt, man muss ständig nach "mitspielern" wie auch nach "spielverderbern" ausschau halten.
das gibt mir letztendlich das recht, scheinbar in meiner rolle zu erstarren und als selchender mann zu brillieren; darf ich so auch kochende jungfrauen erwarten, liebe katitza? :-D

hier klinke ich mich aus aus soziophistischen traktaten; egal, wer mir das leicht verbrannte zubereitet, ob mars oder diana, ich will benzopyren!
raucher lassen's sich ja auch nicht ausreden, auch sie behaupten, es schmecke .

drum find ich's super, dass auf diesem level gekocht und konsumiert wird, die soziokulturellen grenzen, die wir dabei scheinbar vorgeben - und das mit vergnügen - umtanzen sich, und somit uns, eh ständig, und zwar so, dass wir das in ordnung finden. somit fallen wir uns beim grillen auch selten ins wort, weil ja eh jede(r) immer wieder (zyklisch) drankommt.
drum schmeckts auch immer - weils spaß macht, ohne dass wir wissen müssen, warum.

katiza, 18.07.07 @ 19:04

Aber, aber meine Herren,
Herr Bigler, Herr Cool, tun's ma die junge Dame nicht anpflaumen und lieber dfw: die Hüterinnen des Feuers sind die Vestalinnen - (Jung)-Frauen wohl gemerkt -und auch sonst haben wir Weiber in den letzten paar Tausend Jahren wohl so manches Feuerchen entzündet und so manche Glut erhalten. Aber es stimmt schon, die Herren der Schüpfung haben dabei oft den Funken springen lassen und (mit)entzündet. Ansonsten verrät mir "Nektar und Ambrosia" von Klaus E. Müller, die kleine Ethnologie des Essens und Trinkens, die ich mir besorgt hab, um mich hier in Speising wichtig zu machen, dass die Jäger halt immer schon gegrillt haben, während die Sammlerinnen mit Beikost für etwa 70 Prozent der Nahrung aufkamen. Ihr wart zwar schon damals Grillmeister, das Bier haben aber wir erfunden!
Und weil wir euch so gerne haben, lassen wir uns auch Selchen - Seite an Seite mit euch - übrigens weiß Sophie, wie das gepostete Traktat beweist eh schon sehrt viel über Männchen und Weibchen,

schön, eine die uns die Physik des Kochens erklären kann, bei uns zu haben - willkommen!

andreasbigler, 18.07.07 @ 18:42

Moment mal "sophie"
Des musst ma jetzt erklären!?

Auszug aus deinem Profil: Lieblingsküche: Griechisch
Lieblingsgericht: Schnitzel, Spaghetti, Desserts
Lieblingslokal: das lokal meiner eltern/nibelungenhof

Wie funktioniert das, Griechisch, hab ich mir sagen lassen, soll ganz lässig sein (nicht auf die Küche bezogen), aber wie läuft das mit Bröselteppich und Spaghetti, das ist wohl nicht die Spezialität der Griechen ..... (*g*)

LG
Andy

karlheinz, 18.07.07 @ 17:21

weißes fleisch
leicht schwarze fischlein waren mir in kroatischen gefilden schon immer das canceropolitisch unkorrekte, daher intensivere.
die feinsten sprotten dergestalt fertigte zu sman auf der dugi otok ein altes weiblein, herself das grillfeuer aus wurzelholz der region entfachend.
richtige männer? ein geheimrezept!
grillen daheim? geschmacksgarantie!
wissen, warum? ein geheimrezept...

willkommen, sophie!

dfw, 18.07.07 @ 15:28

@sophie
das allerwichtigste beim grillen ist das feuer. das vergessen alle. ich weiss das, weil ich pyromane bin. feuermacher sind immer männer. die spielen auch gern damit. die fertigkeit, hitze fürs kochen zu erzeugen, gehört zu den niederen diensten. das anspruchsvolle, verantwortungsvolle, machen immer die frauen. aufdecken, salate, marinaden, nachschub von bier, usw.
männer sind nach dem grillen immer geselcht; frauen nie. wird dir auch noch auffallen :-))

sophie, 18.07.07 @ 11:27

nur weiter so
nur weiter so !!! bin täglich!!!! auf dieser hp!

TomCool, 18.07.07 @ 11:25

Witz
den ich mit einem Witz beantwortet habe. ;-)

13 und schon Speisingerin?

Das lob ich mir!!!

Das bedeutet aber auch, dass wir uns künftig ein wenig zurücknehmen müssen. :-D

sophie, 18.07.07 @ 10:58

witz
das war ja nur ein "witz" - bin erst 13 jahre!!!!!
schönen "grill-tag" sophie

TomCool, 18.07.07 @ 05:49

Geh bitte, Sophie
Du weißt doch selbst genau, dass das nur Emanzen-PR-Gewäsch ist und von der Realität weit entfernt!





Welcher Mann registriert schon, dass seine Frau eingeschnappt ist.

:-D

sophie, 17.07.07 @ 23:18

grillen
die grillsaison hat endlich wieder angefangen und es ist daher wichtig, dass wir uns ein paar punkte in erinnerung rufen über die regeln des kochens draussen, da das das einzige kochen ist, das echte männer unternehmen, weil damit ja immer eine gewisse gefahr verbunden ist.
wenn ein mann sich dazu bereit erklärt, das grillen zu übernehmen, wird die folgende kette von ereignissen in bewegung gesetzt.
1) die frau kauft das essen
2) die frau macht den salat, bereitet das gemüse und den nachtisch.
3) die frau bereitet das fleisch fürs grillen vor, legt es auf ein tablett, zusammen mit allen notwendigen utensilien und trägt es nach draussen, wo der mann schon mit einem bier in der hand vor dem grill sitzt.
und hier kommt der ganz wichtige punkt des ablaufs.
4) DER MANN LEGT DAS FLEISCH AUF DEN GRILL.
5) danach mehr routinehandlungen, die frau bringt die teller und das besteck nach draussen.
6) die frau informiert den mann, dass das fleisch am anbrennen ist.
7) er dankt ihr für diese wichtige information und bestellt gleich noch mal ein bier bei ihr, während er sich um die notlage kümmert.
und dann wieder ein ganz wichtiger punkt !!!!
8) DER MANN NIMMT DAS FLEISCH VOM GRILL UND GIBT ES DER FRAU.
9) danach wieder mehr routine. die frau arrangiert die teller, den salat, das brot, das besteck, die servietten und saucen und bringt alles zum tisch raus.
10) nach dem essen räumt die frau den tisch ab, wäscht das geschirr und wieder ganz wichtig!!!!!!!:
11) ALLE LOBEN DEN MANN FÜR SEINE KOCHKÜNSTE UND DANKEN IHM FÜR DAS TOLLE ESSEN.
12) der mann fragt die frau, wie es ihr gefallen hat, mal nicht kochen zu müssen und wie er dann sieht, dass sie leicht eingeschnappt ist, kommt er zu dem schluss, dass man es den weibern sowieso nie recht machen kann.
na dann PROST!!!!!!!!!!!

TomCool, 17.07.07 @ 22:41

Anmeldung?
War da ned irgendwo eine Möglichkeit zum Anmelden für ein Fest beim piccolo???

Wir täten zu dritt kommen mögen.

Einer ist Selbstversorger. ;-)

wird da eh gegrillt? :-D

PICCOLO, 17.07.07 @ 17:52

@sonjaaa
Die Gelegenheit für mich was "boshaftes" einzubringen. Ob es wirklich böse ist kann ich nicht versprechen. Aber am Metzger meines Vertrauens sehe ich wie "Grillen" zu einer Dekadenzerscheinung generiert!
Da brauche ich nicht an die Grills in Ostberliner Plattenbauwohnungsbalkone denken, dort ist es sicher nicht so dekadent wie hierzulande, wochenends in der Häuslbauer Siedlung.

Da ist Freitag, Samstag bei unseren zwei Dorfmetzgern der Teufel los. Ab Dienstag fahren de drei Metzgerburschen Sonderschichten. 500 Leberkäse zu 1000g in einer Aluwanne, teilweise mit Käseeinlage oder italienisch als Pizzavariante macht man da verkaufsbereit. 900kg Innviertler Speck muß gepoltert, gepökelt und in zwei Tagen geselcht sein. Im Lieferwagen sehe ich , während mein Kalbsschlögel ausgeladen wird einen 50 Kilosack Schredderkäse, nein nicht Cheddar - Schreddar vom Schärdinger. Abfall.
Käsegriller gehen weg ohne Ende, bis zu 3000 Stück an einem Wochenende. eine Palette Salate in Dosen und Grillmarinaden vom Metzgerbedarfsgeschäft in 10l Gebinden. (aus Frankfurt am Main)
Ich glaube nirgends würde ein Lebensmittelkontrolleur soviele Untaten auf einmal feststellen wie bei sochen Metzgerorgien mit Brutzelwürsten und marinierten Schweinsripperln.
Ja die Schweinsripperl, das gibts Engpässe, ein niedersächsischer Fleisch LKW (Nordfleisch) parkt im 2 Wochenrhytmus vor meinem Metzger, hier wird mit Ripperl und Brutzlersachen geklotzt nicht gekleckert. In großen Bottischen wo man 500 Stück auf einmal hineinbringt mischen die Metzgerburschen die Brühe auf. Diese Brühe bleibt gleich den ganzen Sommer im Bottich, weil die ist so scharf dass keine Fliege lange daran naschen kann. Nur ganz verblödete vom Nitrat besoffene legen dort ihre eier ab. Ab und zu ersäuft ein fettsüchtiger Ratz.....

Ja die Grillzeit ist Weihnachten und Ostern zusammen für die Metzger, da geht wirklich alles raus. Was man selber nicht hat kauft man dazu. Seperatorenfleisch aus Ungarn kommt unter die Proleten, das würds jeden Arbeiterkammerpräsidenten glatt flach umhauen. Das wird so schnell gegessen, dass man es einfach nicht zum kontrollieren bekommt... Der Nitratgehalt der Kläranlage verdreifacht sich.

Wer grillt kauft natürlich viel größer ein als wenn wer sich eine Polenta kocht. Obwohl das Polenta in dieser heissen Zeit wesentlich gesünder wäre. Aber die typischen Proletengriller sind ja richtige schwergewichte (A richtiger Mann fängt bei 100 Kilo an) "Big Beautiful Human Beeings BBHB" Barbeque Bellys Heritage Bulls... Für diese Kategorie Mitmenschen ist das Grillfest eine Orgie, das ist so geil , da merkt keiner wenn wer gleich den Leberkäse kiloweise verdrückt. Majonäse und American Dressing! Senf und Ketchup zum feisten Brutzlerwürstl geilen einfach die XXL Welt irre auf.
Der Metzger meines Vertrauens hat gleich einen Drogerie Laden daneben, aber keiner kauft was gegen den Sodbrand. Offenbar sind Grillfreunde innen anders gebaut. So Fleischbeutel mit vorne und hinten eine Loch, der Kopf ist wie bei allen Menschen oben.

Auf englisch sagt man : edible waste - auf Deutsch darf man das im Zusammenhang mit Essen nicht erwähnen, das essen ja die Mehrheit.. So gesehen ist es eine gute Möglichkeit den Müllberg über das Gedärm der Grillmeister zu verkleinern. Grillen ist Staatspolitisch wertvoll (Verminderung des Sondermülls auf biologischem Weg) Aber ein Blick in die Gemeinde Müll Sammelstellen zeigt schnell wieder ein etwas komisches Bild: Viele Griller entsorgen ihre Rippchen im Altglascontainer....

So jetzt ist mir ganz heiss in der Birne, Im Bild vor mir erscheint die gute Fee. Was sehe ich sie ist ganz nack? Ich habe wieder meinen Frust hier abgeladen und hoffe es freut sich der Herr Patzig, der Fürstenfelder, die ich daheim an ihren Geräten grüße und alle anderen Kollegen und Streiter für ein besseres Sonnensystem.

Euer Piccolo.




sonjaaa, 17.07.07 @ 11:01

zu heiss zum speisingern
es sei mal festgestellt: jetzt ist es sogar zu heiss zum speisingern. Schon der Gedanke an eine Grillerei treibt mir den (Angst)schweiss auf die Stirn. Ein gekuehltes Bier hingegen,...

Im Uebrigen: Zwar bin ich noch immer nicht in der Lage, Sonja s Schuhbesitz quantitativ zu ueberholen (trotz redlicher Bemuehungen), aber diesen Jagdinstinkt auf Textil und Leder kann ich durchaus nachvollziehen. Verwandtschaft zum leiblichen Genuss ist ja auch erkennbar: ob optisch oder kulinarisch: Genuss ist eine Form von Eitelkeit.

Und bevor wir nun in Machoismen abtauchen: Zeit mir einen uneitlen Mann und ich gebe eine Runde Eiswuerfel aus.

alma, 14.07.07 @ 12:28

Was grillt denn da ...?
Perfektes Grillwetter verspricht gerade die sanfte Frauenstimme beim Wetterbericht - der Run auf die einschlägigen Kühlvitrinen im Supermarkt war schon um 8 Uhr morgens entsprechend intensiv.

"Was grillt denn da ...?" war vor vielen Jahren der Ausruf meiner damals 2jährigen Tochter bei einem Spaziergang durch sirrende abbruzzesische Felder - "Il grillo" die logische Antwort. Ja was denn, wird man sich heute und morgen bei abendlichen Spaziergängen durch die Gartensiedlungen wohl fragen können. Mit meinen tandoori-Feinheiten bin ich jedenfalls gegenüber der massiven Steak- und Schopf-Präsenz einer sommerlich überbordenden männlichen Fleischwütigkeit regelmäßig weit abgefallen; ritualisierte Fleisch- und Bierexzesse einer sonst so sittsamen Tischgesellschaft stiegen (steigen wohl auch weiterhin ohne mein Beisein) in Korrelation mit den warmen Sommernächten an.

Solche Erfahrungen aber sagen nichts darüber aus, dass das Zusammentreffen von Sommernächten, Männern, Fleischbergen und Grillen ein kausales sei. Irgendetwas muss halt grillen ... doch weil Sommer ist !?

piccolina, 13.07.07 @ 20:20

@ 5622
Ist das nicht alles schon ein bisschen lange her? Und wo bleibt, nach diesem 7000 Jahre alten archaischen Verhalten, die evolutionäre Entwicklung? Hat sich da bei den Männern denn gar nichts getan?
Ja, ja, ich weiß "der Urinstinkt" ist nicht auszurotten... - doch man soll die Hoffnung nie aufgeben... :-)

5622, 13.07.07 @ 12:16

der unterschied ist die jagd
ein anthropologe hat mir das mit mann und frau beim essen mal so erklärt:
nur die frauen seien schon vor zigtausend jahren besonders intensiv mit der erde verbunden gewesen. sie seien es auch gewesen, die den ackerbau erfunden haben (weil ja der mann mit seinen spezln immer was zum jagen und fischen ausgerückt ist).

daraus schließe ich: die instinkte sind im großen und ganzen beim grillen noch intakt. frauen kümmern sich wie früher um die erdknollen und ihre raffinierte zubereitung. höhlendeko sowieso...

nur die männlichen instinkte sind ein bisserl verkümmert. genau genommen ist der mann sogar ein fauler sack geworden. denn er müsste eigentlich das fleisch im supermarkt erjagen. ein tolles fleisch müsste es sein, ein mächtiges fleisch, ein gefährlichles fleisch - marinieren muss natürlich wieder das erdweibchen (sie ist ja auch als kräuterhexe bekannt). dann: feuer und grillen: wieder mann. hugh!

ps: und überhaupt kommt die frau dem mann beim jagen schon seit jahrzehnten emanzipatorisch arg in die quere - oder wie soll ich die vielen jagdausflüge der damen in die glitzernden einkaufstempel sonst deuten? ganz zu schweigen von ihrem triumphalen geheul, wenn sie manolo blahnik-ledertreter oder ähnliches erbeutet haben...

piccolina, 13.07.07 @ 11:02

Zur Geschlechterdiskussion...
Sonjaa hat Recht, es ist keine Ironie. - Da ich aber das "Contra" ablehne, musste ich eine Zwischenlösung finden: Es gibt zwei Sorten Mensch und die sind in zwei Kategorien eingeteilt: Prachtexemplare und Hohlköpfe und das hat nix mit Emanzipation zu tun! Also, Ihr lieben Prachtexemplare der Matchofraktion, es gibt Frauen mit Hirn, man muss sie, ebenso wie kluge Männer, nur finden! Viel Spaß beim Suchen... -

PICCOLO, 13.07.07 @ 11:01

@sonjaa
Das "materielle" Feuer glaube ich hatten Beide gemeinsam. Dem Mann mangelte es aber immer an Bedeutung. Daher hat er in den Zeiten wo die Frau aus natürlichen Gründen "schwächer" ist die Zeit genützt und sich mehr "Feuer" besorgt. Denn göttlich ist das Feuer nur wenn es gleichberechtigt zwischen den beiden Menschengattungen geteilt wird...
Auch beim Gartengrill....

Das Feuer der Liebe meine ich aber wird immer noch sehr gut geteilt, weil es ohne dieses "Teilen" nicht geht.
Aber das Herdfeuer? Das würde eine lange Geschichte und sie würde immer nur Theorie sein. Ich glaube aber schon dass Erfindergeist einfach eine Zwangshandlung der Männer war, den man sich zuerst evolutionär nastürlich erworben hat und dann wenn der Frust zu groß wurde, ewiger Zweiter, Dritter oder Zehnter zu sein, einfach immer weiter assimiliert hat. Denn ich bin der Meinung dass früher einmal ein gutes "Weibchen" sicherlich zehn Kerle hatte mit denen sie spielte. Bis einer mit dem Feuer kam.. Der durfte dann den Mammuthintern grillen.

sonjaaa, 13.07.07 @ 10:17

grins
Paul - das einzige Problem deiner Worte (ich habe mich sehr amuesiert) ist: es handelt sich nicht um Ironie,...

Danke Tom - fuer die Praezisierung.

War eigentlich klar, dass das Thema Grillen die Geschlechterdiskussion auf den Tisch werfen wird und wieder einmal harre ich gespannt der weiteren Argumente.

Uebrigens Piccolo: Weisst du warum, der Mann zum Meister des Feuers wurde - war ja nicht immer so und ich frage mich, wie s dazu kam. Wer (welches Geschlecht und welcher Stand) hat welches Feuer wann kontrolliert und wieso?? Eine Frage, die naturgemaess auch meinen Beruf des Architekten stark betrifft ;-)

piccolina, 12.07.07 @ 21:24

Lauter Wilde...
Was muss ich da lesen? Frauen haben Grillen im Kopf und dürfen nur die Salate, Saucen, die Beize und den Abwasch machen? - Ich hoffe sehr, ihr träumt fröhlich weiter vom großen Wilden in der Prärie, der seine Steaks am Feuer grillt und die Finger an den Jeans abwischt!
Viel Spaß beim Herren-Grillen, beim Abwasch und in der Salatküche...

Paul, 12.07.07 @ 20:19

Grillsaison
Aus einer e-mail Zusendung, die ich aus der Steiermark erhalten habe, für diejenigen die das noch nicht erhalten haben:-)
mfg,
Paul Stach
***********************

Die Grillsaison hat endlich wieder angefangen und es ist daher wichtig, dass wir uns ein paar Punkte in Erinnerung rufen über die Regeln des Kochens draussen, da das das einzige Kochen ist, das echte Männer unternehmen, weil damit ja immer eine gewisse Gefahr verbunden ist. Wenn ein Mann sich dazu bereit erklärt, das Grillen zu übernehmen, wird die folgende Kette von Ereignissen in Bewegung gesetzt.

1) Die Frau kauft das Essen
2) Die Frau macht den Salat, bereitet das Gemuese, die Sossen
und den Nachtisch.
3) Die Frau beizt das Fleisch fürs Grillen ein, legt es auf
ein Tablett zusammen mit allen notwendigen Utensilien und
trägt es nach draussen, wo der Mann schon mit einem Bier in
der Hand vor dem Griller sitzt.

Und hier kommt der ganz wichtige Punkt des Ablaufs.
4) DER MANN LEGT DAS FLEISCH AUF DEN GRILL.

5) Danach mehr Routinehandlungen, die Frau bringt die Teller
und das Besteck, die Gläser, Öffner, Saucen, Salate, Servietten,
Gewürze, Zahnstocher etc. etc. nach draussen.
6) Die Frau informiert den Mann, dass das Fleisch am Anbrennen ist.
7) Er dankt ihr für diese wichtige Information und bestellt gleich
noch mal ein Bier bei ihr während er sich um die Notlage kümmert.

Und dann wieder ein ganz wichtiger Punkt!!!!!
8) DER MANN NIMMT DAS FLEISCH VOM GRILL UND GIBT ES DER FRAU.

9) Danach wieder mehr Routine. Die Frau arrangiert die Teller, die
Salate, das Brot, das Besteck, die Gläser, die Servietten und
Saucen und stellt alles ordentlich auf den Tisch.
10)Nach dem Essen räumt die Frau den Tisch ab, wäscht das
Geschirr

und wieder ganz wichtig!!!!! :
11)ALLE LOBEN DEN MANN FUER SEINE KOCHKÜNSTE UND DANKEN IHM
FÜR DAS TOLLE ESSEN.

12)Der Mann fragt die Frau, wie es ihr gefallen hat, mal nicht
kochen zu müssen

und wie er dann sieht, dass sie leicht eingeschnappt ist, kommt er zu dem Schluss, dass man es den Weibern sowieso nie Recht machen kann

TomCool, 11.07.07 @ 20:08

hmmm
Frauen und Grillen werden ja in sonjaaas Kommentar überhaupt nicht angesprochen?

motorradlberger, 11.07.07 @ 14:41

@sonjaa?
Frauen und Grillen? Die haben vielleicht Grillen im Kopf, aber mit einem Grill umgehen können sie nicht, sollen sie ja auch nicht können. Wer will denn eine Frau die grillt?? Eine Frau kocht vielleicht. Aber am Grill? Nee. Könnten sich verbrennen oder gar in die Glut fallen... Wir sind doch keine Unmenschen.
Bei Grillparties soll ja auch nicht die feine Etikette des französischen Königs herrschen. Grillen ist wie Gruppensex. Da wird gemampft was da ist. Der Bauch ist ein Steakfriedhof und die Gurgel soll auch nicht verrosten. Freue mich schon auf das Guzzi Treffen im Piemont heuer im August. Dort wird gegrillt und hernach gibts ein Coleslaw Wrestling mit heissen Hasen, deren Zylinderköpfe die einer 2000er Münch in den Schatten stellen.

OberkllnerPatzig, 11.07.07 @ 14:04

Ich dachte, Grüz wäre eine türkische Spezialität?

sonjaaa, 11.07.07 @ 11:55

Maenner, Maenner, Maenner
Eine der groessten Luegen der Menschheit ist, dass Maenner grillen koennen!

Christian Wrenkh hat mir mal seine Interpretation nahegelegt, die ich ziemlich gut finde: Fleisch, oder sogar ein ganzes Tier ueber offenem Feuer zu grillen ist die ultimative Form von Dekadenz. Die energiehaltigste Masse des Tieres, das Fett, schmilzt raus, tropft in s Feuer und verbrennt. Heutzutage mag das en vogue sein (waehrend meiner Kindheit wurde ich noch gezwungen das Fett zu essen), aber zu Zeiten des Mangels war es ein Machtbeweis, in s Dorf zu reiten, einen Ochsen zu schnappen und dessen Fett zu verbrennen. Beim Kochen bleibt s ja bekanntlich drin. Well, ich grill ja auch ziemlich gern (wegen der g´selchten Haare riecht man die Fahne nicht so,..) aber beeindruckt hat mich diese Theorie durchaus.

Und noch ein Sinnspruch zum Abschluss - ausnahmsweise als Dialektversuch: "Des wichtigste beim Grillen is, dass die Maenner a ordentliche Gluat zamkriegen!" - Jetzt mach ich uns Marillenknoedel.

PICCOLO, 10.07.07 @ 23:09

Grillen...
Grillen zu haben bedeutete im Mittelalter, man habe unausgegorene Ideen oder noch schlimmer.. Ein Wüstling hatte allerley "Grillen" mit den Jungfrauen im Kopf....
In der Tat ist es auch eine richtig verrückte Art Fleisch zu garen. Rücksichtslos allen Gepflegtheiten der Hochküche zum Trotz werden rare zarte Filets, zarte Spanferkel und zarte Kamelkälber auch übers oder an das Feuer gelegt. Komplett verbratenes Fleisch mundet urtümlich mit einfachen Würzungen. Würste die vor Hitze ihr Fett verspritzen und angesengte Fische, alles schmeckt. Der Lockstoff aus der Frühzeit der Menschheit, jener verbrannte Stoff der aus den Purinen der Haut zu Osmazon verbrennt lässt bei Doktoren und Professoren die Festplatte völlig abstürzen. Einer der eben im Haubentempel bei Tütü und Tata über die Konsistenz eines teuren Balsamessigs fachgesimpelt hat, knackt mit seinem Schneidezahn eine angebrannte Käsekrainer, ohne dass er dabei etwas anderes als reinen Genuss empfindet.

Grillen ist in der Tat nur eine Unterform des Kochens. Es wurde von der Grundlage zu einer Unterordnung der klassischen Rotîsserie. Das Braten am Spieß ergibt sich aus natürlichen Gründen. Die feine Rotisserie kennt nur spezielle Formen des Bratens am offenen Feuer. Der Gartengrill kommt dort nicht vor.
Diese Garungsform reizt vor allem die Männer zu kulinarischen Großtaten bei Würze und Technik, weil damit wahrscheinlich in den unteren Regionen des Reptilengehirnteils jene Reflexe des Jagdtriebes ausgelöst werden, welche die Männer seit jeher schon zu ganz wilden Gesellen werden ließen. Das Erlegen des Wildes wird hier mit dem weit angenehmeren Teil des gesellschaftlichen Verkehrs zum Zwecke der Nahrung und Fortpflanzung überlagert.
Nach ausgierbigem Grillen werden die Grillmeister auserordentlich potent, wenn gutes Bier im Spiel war können sie, wenn sie die Augen schließen schließen noch vage die Mammutstoßzähne erkennen die an der felsigen Höhlenwand lehnen.
In seinen Lenden spürt er den Gattungstrieb und sein Gehirn schaltet auf "polygam".

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