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Tischgespräche

02.01.07 @ 20:24

Rituale

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Wieder aufgetaucht aus der neujährlichen Versenkung (versunken – hingesunken – trunken) möchte ich doch gleich die Anregung zu den RITUALEN aufnehmen und fasse zusammen, was schon beigetragen ward:

Sonjaa hat ein rituelles Ganslessen mit Freunden beim Resniczek anzubieten; Tastatour outet sich mit weihnachtlicher Fischbeuschelsuppe und sonstigem „Zeug auf kalten Platten”, karlheinz hat den Schweinsrüssel mit alten Apferln im Neujahrsprogramm, 5622 hingegen beklagt, dass seine früheren vielgesuchten französischen Mitbringsel nun auch in heimischen Supermärkten gelistet sind.

Was aber macht ein Ritual aus? Immer dasselbe Essen zum selben Event? Ist es geliebt oder ungeliebt? Familien- und Freundeszwang oder so etwas wie eine immer neue freiwillige Rückkehr in einen „Schoß” der (kulinarischen) Geborgenheit? Müssen Rituale zwangsläufig einer Tradition verbunden sein, wie sieht es mit Neuinstallierungen aus?

Zum letzteren hätt ich anzubieten (mangels familieneigener Rituale): der sich irgendwie selbst installiert habenden Osterbrunch im Freundeskreis, der kulinarisch sicher noch genauer zu definieren ist, aber das letzte Mal mit allerhand Eierinterpretationen schon ziemlich gelungen war und damit die Weihnachtsfeier im „erweiterten Familienkreis” (=Freundesrunde), die in der Zwischenzeit nach den Feiertagen und vor Silvester für zusätzlichen Kaloriennachschub sorgt, ideal ergänzt. Die Freunde haben übrigens andere Freunde, mit denen der rituelle Montag (im Radl) begangen wird: speisentechnisch mit reichlich Abwechslung, aber eben immer montags.

Und es gibt so etwas wie ein rituelles Essen meiner Kinder, das sich von einem fixen Tag auf gelegentlich verschoben hat, weil die Regelmäßigkeit des Familienlebens nicht mehr so gegeben ist wie noch vor Jahren: das sogenannte Dienstagessen. Id est Tortillas, weil sich irgendwann ergeben hatte, dass fast jeden Dienstag Tortillas zubereitet worden waren. Ich bin auch neuerdings mit einem Teeritual konfrontiert: Hagebutte-Malve mit frischgepresstem Orangensaft und ein, zwei Löfferln 72%igem Jamaicarum. Pro Tasse. Passt gut zu Lebkuchen mit Butter. Zumindest im Advent.

49 Kommentare | Kommentar abgeben

TomCool, 18.01.07 @ 07:33

Auch ein Ritual...
... dass auf Speising auch die interessanteste Diskussion beendet ist, sobald ein neuer Eintrag im Weblog steht.

Da sollte man einmal über die Strukturen nachdenken. Vielleicht wäre ja ein Forum angebrachter?

kubse, 11.01.07 @ 23:20

HUNGER!!!
... und ich nach dem heutigen... Mit letzter Kraft heim und eine Thunfischdose aufgerissen - jaja, eine von denen, wo Dutzende Delfine dafür draufgegangen sind.

Was is jetzt mit dem speising-Würschtlstand? Es besteht dringender Handlungsbedarf, zumindest für Konzertgänger und -spieler! Alma, du musst was unternehmen, nicht wieder zurück hinter die sieben Berge!

-ad-, 11.01.07 @ 14:09

beharrliche senfbeigaben
Ich danke mal freudigst für die reichlichen und informativen Senfbeigaben, die den Weblog lebendig halten, derweil ich mich zwischen Weinviertel und Musikverein herumtreibe -

ja, so einen speising-Würstlstand hätt ich nach dem gestrigen Konzert gut gebrauchen können!

Bitte noch ein bissl durchhalten, bin erst am Wochenende wieder in schreibtauglicherem Umfeld!

PICCOLO, 11.01.07 @ 10:03

@tom
..ich versuche immer nicht das zum Besten zu geben was in einem Lexikon steht. Aber wenn Du einmal so lange kochst wie ich, wirst Du sehen, dass es eigentlich nicht schwer ist über das Essen nachzudenken und man kommt auf einige selber drauf. Großes verdanke ich einem Freund der in münchen ein Auktionshaus besitzt - ist ein alter Herr der mein Gast ist - 95 Jahre alt und immer noch fit - der hatte vor ca 15 Jahren die größte Kochbüchersammlung Deutschlands zur Versteigerung. Er hat mir regelmäßig davon etwas mitgebracht, iich durfte es mir durchsehen und eine Woche später nahm er es wieder mit. So kenne ich jetzt zumindest viele "Quellen".
Aber irgendwo was heruasschreiben und für meine Sache ausgeben, das wäre mir eine Schande. Ich mag daher auch keine modernen Kochbücher, weil sie mir irgendwie alle von einander abgeschrieben erscheinen. Da wundert man sich auch oft, woher die Ghostwriter das Zeug ziehen..
Viele Grüße - setzt bitte mit den Ritualen fort, ich schweige

TomCool, 11.01.07 @ 08:47

Sag amal, Piccolo!
Weißt du das alles, oder schaust du irgendwo nach? :-o :-D

Brötchen und Würstchen sind ncoh immer gefragt.

Obwohl, eigentlich geht's ja um Rituale. :-D

QUARK, 10.01.07 @ 23:21

Mein Senf dazu
Senf dazu geben ist ganz richtig eine Unsitte, deren sich nur mehr richtige Gentlemen bewußt sind.
Wenn ich mit meinem Shuttle in Euer blödes 17. JAhrundert reise gibt es überall beim Essen Senf dazu, ob es passt oder nicht. Aber im Speck sind dort die eindeutig besseren Maden.

PICCOLO, 10.01.07 @ 23:13

Seinen Senf dazu geben...
Im frühern Mittelalter konnte man dem König als Geschenk noch eine Sau, einen schinken oder wenn man aus dem fernen Orient kam ein Kistchen Zimtrinde und Gewürznelken schenken. Die Zimtrinde, so erzählte ein berühmter mittelalterlicher Arzt, sei der Kot des Vogels Phönix. Ein Kistchen Zimt machte so manchen HAndelsmann zum kaiserlichen Günstling, denn man siedete damit den Vorläufer des Glühweins, der zu jedem Ritteressen den Anfang machte.

Aber Senf galt als etwas Biederes. Die alten Bayern backten Brot aus Senfmehl, Roggen und Weizen kam viel später zu ihnen. Emmerweizen nicht vor dem Jahr 900, und der war nicht sehr ertragreich.

Jetzt wenn jemand seinen Senf dazugab, war das eine nicht sehr willkommene Meinung zu einem schon beschlossenen Thema. Man fühlte sich ans Bein gepinkelt, mußte aber still sen weil der Typ halt auch etwas zu sagen hatte...... Da kam noch wer und wollte seinen "Senf" dazugeben!! Der aht denen dann oft den Spass gehörigst verdorben. Senf war ein Allerweltsgetreide, man meinte damit nicht díe wertvollere Zubereitung, die aber dazumal auch shcon ein üppiges Gastgeschenk darstellte.

Jetzt habe ich auch meinen "Senf" dazu gegeben.

5622, 10.01.07 @ 23:03

opferwurst
wahrscheinlich wissts es eh. aber wenn ihr daham a wurst essen wollt, die so gut ist, wie die vom würstelstand, dann müsst ihr eine opferwurst bringen. das heißt, eine in stücke geschnittene wurst dem wasser beigeben und dann erst aufkochen: warum? die würstelstand-würstel sind nur deshalb so gut, weil die wurst minerale beim kochen abgibt, da wird das wasser sozusagen zum fond und über diesen fond nehmen die jungfräulichen würstel die minerale wieder auf. ausprobieren! ihr werdet begeistert ob des schmeckbaren unterschieds sein..

kubse, 10.01.07 @ 21:34

WS
Der nächste ist am Schwarzenbergplatz, also Platz genug. Ideal wär der Ring direkt vorm Imperial-Eingang, dass die russischen Magnaten und amerikanischen Präsidenten mal draufkommen, was gut ist! Oder der Platz zwischen Künstlerhaus und MV. Und einen Stammgast hast schon ;-)

TomCool, 10.01.07 @ 20:51

Würstlstand
Gibt's vorm großen Musivereinssaal keinen Würstlstand? Dann schenk ma noch an Schrammler aus dazu. :-D

kubse, 10.01.07 @ 20:38

Würstelstand
Hey, TC, deine Idee ist grandios!!!
Aber nur für einen Tag???
Und was essen wir die restlichen 364?
Was wär ein www.speisinger Würstelstand, in Speising oder sonstwo, aber mit euren Senf-und Ketchupträumereien? Würscht und Brot find ma schon no, da hab i ka Sorg ned.
Hmmm, i fänd des suppaaa :-)

TomCool, 10.01.07 @ 19:21

seinen Senf dazugeben
Weil man "mit seinem Senf" die ursprüngliche Speise verändern kann.

Eine Wurst ist eine Wurst.

Mit Kremser wird's eine "süße" Wurst, mit Estragon eine angeblich "scharfe" Wurst, mit englischem eine wirklich scharfe Wurst.

Und so ist's mit den Meinungen: der eine "gibt seinen senf dazu" und ein problem wird milder, eines anderen Senf verschärft die Situation nur, und bei einem dritten ist es nachher so, als hätte er gar nichts gesagt.

;-)

karlheinz, 10.01.07 @ 17:24

so hörts ihr männer uns zu...
was schrieb ich, wenige sek. weiter oben, zum thema senf ? :
"überlebensmittel" - na klar, weil weiland fast net anders zu konserveren ging.
"senf oder der ihn bedingende essig (most wars erst später, manche bezeichnen ihren essig noch immer so, ..., loc.cit)
war dermaleinst existentielle grundlage des stoffwechsels.
danke, piccolo, für die wh. erklärung.
zurück zur kurz einem impresso aufgetauchten frage:
warum: "seinen senf dazu geben??

5622, 10.01.07 @ 16:53

hmmm...
und was is mit mayo?find ich auch voll geil. is aber a bissel durch erlebnisse mit den deutschen freunden auf der skihütte abgewertet worden: "einmal pommes mit mayo"

motorradlberger, 10.01.07 @ 15:04

Mir auch...
..wo muß ich bei meiner nächten tour hin. Wien und ...?? Das schätze ich an Speising, da lebt die Speise!!!Dank für die geilen Anregungen!! Ich werde nie mehr Senf zu meinem Möstrich sagen!

TomCool, 10.01.07 @ 11:14

Voll scharf
Sind wir uns ja wieder einmal einig. heute hab ich eine Verkostung thailändischer Currys, die ich für einen Kunden vorbereitet habe. Habe mich an meine Zeit im Mangostin erinnert und mich von der Schärfe her eher am Personalessen orientiert. *gacker*

Das würde dir sicher auch munden. :-D

PICCOLO, 10.01.07 @ 11:02

Scharfer Spass...
T.C. Ketchup - Senf - Pesto sind am Ende ja nur Konservierungsspeisen aus früherer Zeit wo man den Überfluss an Nahrungsmittel einer Jahreszeit nur auf diese Art Herr werden konnte.
Ich bin ein Superscharfesser und bin auf diese Zubereitungen selber angewiesen, denn beim Sambal Oleg oder manis mag ich die Konservierungsstoffe nicht und das scharfe Industriesalz. Ich koche nur mit Kristalsalz. Ketchup und dergl. würze ich mict Birnendicksaft oder Honig, auch Ahornsirup ist voll geil..

TomCool, 10.01.07 @ 10:32

By the Way
Senf ist ein Superthema, Ketchup aber auch. Nicht, dass ketchup in der österreichischen Tradition auch nur annähernd die selbe Bedeutung hätte wie Senf, und schon gar nicht am Würstelstand, ist ein hausgemachtes Ketchup doch vielfach besser als jegliche Tubenware.

In früheren Zeiten, unter der Ägide des Mannes, der auf der Speisinger Titelseite dem Covergirl eine Köstlichkeit serviert, haben wir unser Ketchup immer selbstgemacht.

Wieder einmal muss ich mich schämen, weil ich das Original-Rezept nicht mehr im Kopf habe, andererseits gehört sich das eh nicht. Drum lieber ein Rezept von mir, das ich später eine zeit lang für meine Studenten gekocht hab: eine Dose geschälte Tomaten, 1 kg Äpfel, 8 große Zwiebel, drei rote Paprika, 2 gelbe Chilischoten, 1 Tasse Apfelessig, frischer Ingwer, Piment, 6 Knoblauchzecherln, Nelken, 4 Zimtstangerl, 10 dag Rohrzucker. 1 Teelöffel SENFKÖRNER, 2 TEelöffel salz.

Alles grob schneiden, gemeinsam aufkochen und langsam simmern lassen. Durch ein Spitzsieb schlagen, kalt stellen.

Wir hätten nun also Piccolos Senf, TC's Ketchup, wer sorgt für die Wurst und wer für ein passendes Brötchen?
Und dann entern wir einen Speisinger Würstlstand und machen draus für einen Tag einen Gorumettreff zugunsten von "Gebt den Kindern gutes Essen" oder so. :-D

PICCOLO, 10.01.07 @ 00:30

Pflanzen Familien...
Abwertend war es nicht gemeint,drücke mich nur schlecht aus. Den Kern triffts aber schon. Ziehe meinen Hut vor jeden schönen festen Kohlkopf!Kohlsamen waren in früheren Zeiten wie Senfsamen Gewürz und Hausmittel..

TomCool, 09.01.07 @ 22:56

Aber hallo!!!
Das klingt ja geradeso, als ob Kohl und Raps schlecht wären. Dabei geht doch nicht viel über ein köstlich eingemachtes Kohlgemüse oder einen feinen Blattsalat mit Rapsöl. "Yummie"

:-D

PICCOLO, 09.01.07 @ 19:37

Die Mischung..
..hängt von der Fähigkeit der Senfkörner ab, Feuchtigkeit anzunehmen. Besser als eine kleine Menge, ist es gleich 5 kg anzumachen. Ich kaufe Senfkörner und mahlen tuts ein Müller. Das Verhältnis Schrot : Staub ist auch auszutesten. Aber das frische Mahlen ist schon sehr wichtig.

Das Wurt Mostrich, oder auch Möstrich ist die Original Bezeichnung dieses Produkts, dazu nur Senf zu sagen, zeigt die Einfalt welche gewissen guten Lebensmitteln entgegengebracht wird. In anderen Sprachen ist das bei dieser Zubereitung nicht so: Moutarde oder Mustard sind die franz. oder engl. Ausdrücke.
Senf ist ja eine Kohlart und steht dem Raps nahe.

TomCool, 09.01.07 @ 18:23

O Großartiger!
Welch schönes Rezept!

Arbeitest du mit Senfmehl??

Denn wenn du von "ziehen" sprichst, klingt das nicht nach Fermentation. Ich erinnere mich, meinen letzten Senf (zugegebenermassen schon eine Weile her) aus gestossenen Senfkörnern gemacht zu haben, dazu hab ich die Körndln in der Müslimühle geschrotet. :-D Angerührt hab ich ihn mit einem Apfelbalsamessig, 14 Tage ließ ich ihn nicht zu kalt im Keller stehen. Dabei fermentiert er und dunkelt nach. Erst dann ging ich mit dem Mörser zugange uind ließ ihn in der Folge noch einmal 2 Wochen kühlschrankkalt stehen.

Was ich an Gewürzen daran tat, weiß ich nicht mehr so genau, aber ich glaube, Piment, Koriander und Chilipowder waren sicher dabei.

Nachdem ich damals schwarze Senfkörner hatte, war das Ding herrlich süßscharf, aber so richtig ausgewogen war es nicht. Hab meine Versuche leider nicht weiterverfolgt, um Euch hier ein ebenso schönes "Mein Senf"-Rezept abgeben zu können.

Aber jetzt bin ich so richtig motiviert. 8-).

PICCOLO, 09.01.07 @ 17:28

@alle
Das oberösterreichische "sauer" für salzig kommt aus dem altem Sprachgebrauch, weil die Oberösterreicher sicher das erste Volk war dem deutsch beigebracht wurde. Wiener haben es da schwerer. Es gab im Bezug auf Speisen auch kalt bezeichnete Gerichte die sehr heiss aufgetragen wurden. Oder das Wort grün für "roh".

Aber nun zum laufenden Senfritual. Ich verehre den Senf nicht nur als eines meiner Hauptgewürze, er ist eines der bewährtesten Hausmittel für viele Krankheiten. Mit Kren aufgelegt auf eine Bronchialkatharr ist er sehr fein, die Körner sind ein super Magenmittel - der motoradlberger soll sich zum PIPifein Essen einen Sack Senfkörner mitnehmen....
ich mache Senf zum Teil auch selber.

Früher hieß das Zeug auch nicht Senf, denn so heißt die Pflanze, das was jetzt als Senf aus der Tube kommt nannte man Mostrich.
Das kam von dem abgekochten Saft halbgereifter Weintrauben,der abgekocht über das Senfmehl kam und daraus nebst vielen Zutaten man den "Mostrich" machte.

Mostrich Rezept: Frei nach mir

Quitten in Wein sieden und fein passieren. Senfmehl - gute Mischung aus hellem und dunklem dazurühren über eingie Tage ziehen lassen und dann fein würzen:
Muskatblüte, Zimt, Nelken, Zitronenschale, Honig, Weinessig..

Anmerkung - Senf in großen Gebinden hat aber mit meinem Senf nichts zu tun, man achte auf Konservierungsmittel und Farbstoffe, die ich meide wie der Teufel das Weihwasser..

karlheinz, 09.01.07 @ 17:10

@TomCool
wobei mir noch der allseits bekannte begriff "sur" (=allemannisch für "sauer") für die salzige beize des die räucherung erwartenden schweinderls einfällt.
babylon lebt!

TomCool, 09.01.07 @ 15:57

schoaff
Na vielleicht nennt er sich ja auch "schoaff", weil er, wenn einmal eingetrocknet, aussieht wie Schorf? :-D

Schoaf = sauer erinnert mich an mein Weibi, welche aus Wels stammt, und mich stets zur Weißglut bringt, wenn sie "sauer" sagt, aber "salzig" meint. Was ja dann endgültig zur Verwirrung aller beitragen würde, wenn man am Würstlstand steht und der Standler fragt:

a: "... mit am siassn oda an schoafn?"
meine Frau: "womit? einem schoafn?"
Ich:"na, an saurem!"
Meine Frau: "aso, an salzigen"

Vermutlich `würde sie dann ein Salzgurkerl denken. :-D

Und wenn wir schon vom mäcki reden, (schreiben oder lesen), welchen Senf streichen die denn da rein?

By the way, ich war vor kurzem in Düssseldorf, da, wo der Löwensenf herkommt. Die haben unglaublich viele Sorten, und etliche davon (allerdings auch nicht alle) sind wahrlich lecker.
http://www.loewensenf.de/3_sortiment/index.php

karlheinz, 09.01.07 @ 15:26

"Tapferkeit war kein leeres Wort..."
("Der ferne Spiegel", barbara tuchmann)
wenn man bedenkt, dass überlebensmittel wie würstel (-> faschiertes), senf oder der ihn bedingende essig (most wars erst später, manche bezeichnen ihren essig noch immer so, dafür ist er dann aber aus 'alten sorten') dermaleinst existentielle grundlage des stoffwechsels waren, wunderts einen nicht, dass sie sich so lange gehalten haben und somit auch einigen kultivierungsversuchen unterzogen wurden.

der österreichische senf der nachkriegszeit war in unseren breiten oft das alleinig verfügbare gewürz; daher würde mich die verwendung als solowürze, salz nicht mitgerechnet, für den 'wr. rostbr.' interessieren - hatten wir der türken strenge herbe etwa vergessen?? (nein, nicht im knoflgen vanillerostbraten)

uns sooo nach dem westen orientiert, wo sie uns (gegen unser damaliges können, das ja auch nicht lebensnotwendig war) was vorpfiffen mit dem was man daraus machen konnte??

so mutierte er (der senf)im laufe der folgenden decenien zum "arme-leute-gewürz", dem man nicht so viel aufmerksamkeit schenkte, es daher auch kulinarisch verkommen ließ.
schick wurde er erst wieder neuerdings, bald wird auch er in der gastronimie fast ausschließlich regional, bioenergetisch und aus alten sorten hergestellt sein.

der estragonsenf ist "da schoaffe", weil er sauer ist (ja, eh abgestuft je nach herkunft...) und alles würzige im wr. mund "schoaff" ist
('streng' umgangssprachlich und schon grenzüberschreitend, 'herb' bereits etwas veraltet, noch immer aber von herbs oder herbes abgeleitet (sucht euch die sprache aus)
und somit wenigstens mehr als'nach was' schmeckt.
as gegntöh vo schoaff is siass!

über den mäcki verliere, auch wenn es euch nicht interessiert, ich nur mehr die bemerkung, dass diese bereits zu viel war als ihm gut tut.

katiza, 09.01.07 @ 12:30

Geb auch meinen Senf dazu
Den Lustenauer haben wir heuer zu Weihnachten verschenkt - habe ich dank Speising-Geburtstag kennen gelernt. Der englische Ramsa gehört aber auch zu meinene Favoriten! Und zum Thema Fast schon Food - das beste Kebab und Co gibt es meiner Meinung nach bei Halal, Alserstraße 21.

PICCOLO, 09.01.07 @ 12:29

Senf aufpeppen...
Jeder Industriesenf, leider auch Händlmeier ist ein gutes "Basisprodukt". So nimmt man den an sich billigen Senf und macht einen besseren daraus:

Basis - Senf vom C+C einfach weiterentwickeln. Die Köche hier wissen eh wie es geht.

Mein "Piccolo Spezial" Weisswurstsenf geht so:

Schoafa Senf + geriebenes hartes Schwarzbrot + Honig dann nach Geschmack Baslamessig.
Oder mit englischem Pfefferminzgelee eignet sich das zu edlen Vorspeisen.
Oder mit Wasabi... Geht endlos weiter und auch mit Schokolade...

Den "selbstgenachten" kann man sich auch zum Würstlstand mitnehmen und die arbeitslosen versoffenen Koch-Kumpels von einer Parkbank dazu einladen. Mach ich ab und zu in Salzburg mit einem Rudel Punks, zuerst gehen wir ins noble Sacher auf ein Torterl - ist immer eine visuelle Mordsgaudi wie die spießigen Verkäuferinnen dort glotzen wenn wir aufmarschieren,auf ein händisches Tortel vom Feinsten... Dann schnell über den Mozartsteg zum Würtlstand. Wir "Ess - Satanisten" stecken nicht nur die Kreuze am Friedhof verkehrt in den Flötz, wir drehen auch die Menüfolge um... Fürs Carpe Diem reicht aber mein Wohltätigkeitsbudget nicht.

profiler, 09.01.07 @ 12:01

so ein senf.....
zur weisswurst nur händelmeier, zu allem anderen nur lustenauer...

gruss

TomCool, 09.01.07 @ 11:27

Übergabe
Na, das glaub ich nicht. Unser Bürgermeister ist einer guten Wurst garantiert nicht abgeneigt. Aber übern Senf könnt mareden. Warum heißt der Estragonsenf in Wien "schoafa", wo er doch gar nicht scharf ist, wie jeder Genießer von Dijonsenf oder englischem jederzeit bestätigen wird? Warum lebt der Kremser Senf ein Schattendasein in Österreich, ist aber immer noch ein Megaseller gegen die vielen köstlichen Alternativen? Wie schafft es eine Firma marktbeherrschend bei diesen beiden Sorten zu sein, obwohl sie drei mal so teuer und nicht einmal geschmacklich besser ist als die Konkurrenz.

Fragen über Fragen, dazu sollte jeder mal seinen Senf geben.

kubse, 09.01.07 @ 00:50

Früher ist man ja auch nach dem Corso zum nächsten Würstlstand richtig essen gegangen.
Früher?
Ich geh jetzt nach oder vor gewissen Lokalbesuchen auf a Eitrige mit Buckl, bestes Beispiel das Carpe Diem in Salzburg.
Gibts jetzt bald einen Fast Food Thread? Wer kennt den besten Gürzmürz Kebab Standler? Was ist der zweitbeste Macki nach der Singerstraße? (Muss morgen sofort dorthin testessen!!!!) Und wer kann den Krensenf zur Haaßen bei der Badnerbahn-Endstation toppen?
Freu mich schon, das wird ein tolles Jahr! Und unser Bürgermeister übergibt sich gerade auf sein Krimi-Skript...

kubse, 09.01.07 @ 00:43

und ...
...wo is der???

motorradlberger, 09.01.07 @ 00:11

Lieber Kubse!
Das mit dem M, wenn ich beim Meindl den Tommy Göls an einem schlechten Tag erwische, oder im Ambassador, wenn wieder alle köche weg sind weil das Lohnsackerl nicht angekommen ist, mir passiert das einfach immer wieder, dann ist mir der Dreihauben Mäcki immer noch der beste, übrigens in der Singerstrasse arbeitet ein Haubenkoch, dort trifft man viele bekannte Gesichter. Früher ist man ja auch nach dem Corso zum nächsten Würstlstand richtig essen gegangen. Schon wegen das Geschmacks. Und wenn man die Kochrituale jetzt s ansieht, ist der gute Geschmack sowieso schon nirgends mehr da. Das Zeitalter des Leberkäses bricht endgültig an. Muss ja kein Neuburger sein, aber so ein Pizzaleberkäse - da fällt mir ein Pferdemetzger am Gürtel ein, der hat einen Pusztaleberkäse, dort fahre ich rituell hin und knie vor der Türe nieder!

kubse, 08.01.07 @ 23:53

UUUPS...
Da sind jetzt ein paar Missverständnisse aufgetaucht und gleich vertieft worden...
Ich vergraul den Kleinen den McD keineswegs, geh ja selber viel zu gern hin :-))
Was ich mit dem Tschuniortütenritual meinte, war, dass wenn der Koch beispielsweise grad irrsinnig gute BigMacs macht, weithin gerühmt und mit frischesten saisonalen Zutaten bereitet usw usf, dass also diese Wunderbigmacs trotzdem bei der Jugend keine Chance auf Anerkennung finden, weil halt kein Spielzeug dabei ist. Klar?

Ansonsten meinen gerührten Dank für die Anteilnahme, v.a. mradlbergers Outing find ich erschütternd, im besten Sinn! Hab Dank für so viel Offenheit, ist in diesem Weblog nicht alltäglich! Gibst Du mir vielleicht noch einen Tipp, wo man eine solche Ehefrau findet? (Ach nein, ich hab ja eh schon eine, tschuldigung...) Jedenfalls tausend Rosen zum Muttertag, so lautet meine Empfehlung, lieber Bikerfreund ;-)))

Was mir noch zum Thema, liebe Alma, einfällt: mein kleines, feines Ritual nach getaner Arbeit, vorzugsweise gegen Mitternacht, ganz allein - eine junge schlanke Banane und Nutella draufgeschmiert. Sozusagen Kindheitstraumverwirklichung, weil Nutella hamma uns echt nicht leisten können, aber seit sie mich in Lignano als Vierjährigen damit bekanntgemacht haben, bestand das Paradies aus diesen ovalen, griffigen Gläsern mit dem weißen Deckel und dem braunen Patz drin.

PS @mrb: (r) passt schon, heißt DER kubse, zumindest im Nominativ, nicht im Genetiv.

PICCOLO, 08.01.07 @ 22:28

Animal ohne Ritual
..das ich bin... Den Kindern den Mäcki vergraulen, das hätte ich nie übers Herz gebracht. MAn braucht auch keine grauslichen Sachen darüber zu erzählen. Die beste Art Kinder zu guten Essern zu machen ist die vordere Kalbshaxe. Mit dem Knochen gebraten und schön zart. Das dürfen sie dann mit den Fingern abklauben. Oder gute Spareribs. Das Spielzeug dazu kauft man sich einfach, aber Kinder die mit den Fingern solche guten Sachen essen lernen, werden keine Dauer Burger Esser. Ich habe das vielen Leuten schon geraten und oft auch gute Rückmeldung erhaltne, weil die heutigen Hausfrauen einfach nicht auf solche einfache Ideen kommen.
Prost Neujahr Allerseits! Bleibts gesund und haltest die Ohren und alles andere auch schön steif!

karlheinz, 08.01.07 @ 16:21

"egal was für einen Schas "
"Jetzt bin ich gespannt, wer nun mit den besten Erziehungstipps daherkommt." (cit.: kubse)

ichichichich!!!
weil, bitte, ich hab meine kids nie das große gelbe verboten, ihnen nur immer die geschäftspolitik dieses vereins als mahnmal wider den kapitalismus und die soziale kälte versucht beispielgebend wirken zu lassen, ja, meine brut zum co-boykott aufzurufen, allein:
"was für einen Schas"...

werde ergo versuchen, meine ritane handlungsweise auf diesem gebiet als ebensolche zu akzeptieren.
weil: ...siehe vorletzten satz letzten postings des motorradlbergers. griaß di!

motorradlberger, 08.01.07 @ 01:18

@herzblutliebste(r) kubse...
..so direkt angesprochen muss ich zu später stund, noch was in schicken, in das kugelrund... Nein, ich bin in keinem anderen Forum vertreten, macht keinen spass, hier lese ich viel mehr sagendes, ab und zu. Wenige indianer, aber viel spannendes, irgendwie. Deftiges aus meinem Leben gäbs genug, aber das hat ja jeder selber auch wenn er´s will. Ich bin janus, ein kopf nur für meine guzzi (BJ 66)ein anderer für´s röschti. Bin gerne ein gutundvielundoftesser. Der mit Schinken und Käse gefüllte Schweinsrücken, in Franzosien lange das Erkennungszeichen warmer gleichgeschalteter Männlein, verehre ich als zentralen ausgangspunkt ritueller Essweise, erst draußen in meinem planetarium kommen die Schischis an saschis usw.. Im Taubenkobel, Coburg, Mauthern, Mörwald zB. ess und trink ich auch aber nur wenn ich muß und mit einer schachtel riopan 1600. Sonst streife ich , verheiratet seit 22 Jahren Familienvater einsam auch auf brautschau - da notorischer fremdgänger, die frau toleriert das (kein geschäftsneid) und ich bilde mir sogar ein sie steht drauf dass ich so ein Held bin wie gesagt auf meiner guzzi (weibl) werde ich omnipotent.... Sie muß so zufrieden mit mir sein denn sie hat mich noch nie abgeworfen...
Schau kubse, das hat für mich alles mit essen zu tun. Gelernt hab ichs vom Thorberg und Henry Miller. Feudal und notdurft geht bei mir über eine stiege..

Das große M. Das ist doch die Mama aller Menschen, nicht wahr. Ja wer den Kindern das vergrault wird nie gute Esser aus ihnen machen. Das ist so wie wenn man nur auf gertenschlanke Beifahrerinnen steht, nimm einmal eine 125kg lady mit und --wunderbar, i find des suppa!

kubse, 08.01.07 @ 00:09

Der Große Ritus
Seit Tagen zermartere ich mir den Kopf, was ich Geistreiches zu diesem Thread beisteuern könnte, aber meine Oma ist dahingeschieden, Schweinsrüssel hab ich selber und die Zündkerzen werden bei der Hornettn ned so oft hin wie bei der Guzzi.

Wollts unseren absoluten Superritus wissen, nämlich den, der außer sich selbst absolut null Sinn macht? Kubsefamily geht zum Großen Gelben M(anitou), und egal was für einen Schas die grad als Spielzeug anbieten, der Nachwuchs versteift sich auf die Tschuniortüte, weil Spielzeug und so. Und nach ein paar Minuten wiss ma nimma, wohin mit dem kranken Zeug. Das ist Ritus, oder?

Jetzt bin ich gespannt, wer nun mit den besten Erziehungstipps daherkommt.

Übrigens, geschätzter Motorradlberger, meine Hochachtung, man spürt in Deinem Posting fast körperlich, wie sehr Du Dich bemüht hast, im sittsamen Rahmen zu bleiben. -Sag an, schreibst Du auch noch in einem etwas freizügigeren Forum, mich tät schon interessieren, wie die G'schicht weitergeht - mir kommt vor, die interessanteren Riten magst für Dich behalten ;-) ??? Jajaja, is eh besser, der Abgang, den Dein Tattoo hinterlässt, ist weiß Zeus mächtig genug für die nächsten Feinschmeckerrunden...
Wann seh ma sich in der KK?

-ad-, 07.01.07 @ 10:58

Viktualien-Rituale
Ein selten zelebriertes, wohl aber ein an einen bestimmten Ort geknüpftes Ritual ist das Austernschlürfen am Viktualienmarkt in München. Der von der empfehlenswerten Fischhandlung Witte ebendort mitgenommene Loup de Mer führte dann zu einem neuen, aber seit seiner Existenz mit Hingabe durchgeführten Ritual: nach Verzehr des gekonnt bereiteten und präsentierten Fisches noch in der Küche zu stehen und all das, was sich an Fischgerippe und im Fischkopf an Köstlichkeiten befindet, sorgfältigst aufzuspüren - was entgingen einem doch da an Feinheiten, hätte man nur immer die Filets vor sich!

TomCool, 05.01.07 @ 23:22

Gegenteil
zitat:
"das liegt ja im wesen des ritu, ansonsten er ja ein "spontus" wäre."

Dann ist ja das Gegenteil von spontan ritan. Das wusste ich bisher nicht, kannte nicht einmal das Wort.

Mensch, isses wahr, dass du jeden Freitag Fisch isst?

Klar, da bin ich ganz ritan. Bin überhaupt so ein ritaner Mensch. Gestern erst, da hab ich das selbe gemacht wie vorgestern und vorvorgester, ja wie letzte Woche auch.

Cool, oder?

karlheinz, 05.01.07 @ 17:44

ritus.chön.arg...
"Immer dasselbe"
das liegt ja im wesen des ritu, ansonsten er ja ein "spontus" wäre.

"geliebt oder ungeliebt?"
geliebt nur dann, wenn er von uns selbst initiiert wurde oder wir mit einem obrigkeitskomplex herumrennen (siehe beamtenlaufbahn).

"Neuinstallierungen"
installieren können wir einen ritus nur dann, wenn wir einen vorgang stets wiederholen und andere zum mitmachen br(zw)ingen.
da uns dies in vivo aber in größer- oder kleineren dimensionen als täter oder opfer immer wieder passiert, sollten wir (selbst persönlich ungeliebte) kulinarische riten doch schätzen - sie sind wohl das harmlosere übel.

motorradlberger, 04.01.07 @ 22:55

@ Herr Koarl!
Mein Lieblingslokal für ein halbes Kilo Cordon Bleu ist der
Alpengasthaus Gregorhansl am
Kruckenberg in Hollenegg. Der ist immer auf meiner Weinebene - Klippitztörl - Lungau - Salzburg Tour zur Sommerszeit. Also der Kartoffelsalat dort ist der beste den ich kenne. Und nur zur Info: Ich kehre auch bei Johanna Maier ein,übernachte dort aber nicht mit dem Motorradl, eh, klar! Aber das Cordon Bleu beim Gregorhansl ist ein Ritual. Das wird buchstäblich angemessen. Ich mit 120 kg Lebendgewicht bei 195 cm Körpergröße bekomme etwa 500g.
Da wert man dann schon seine 45 Minuten daran herum. Ein Ritual eben.

karlheinz, 04.01.07 @ 19:19

correctur
verzeihung, es handelt sich um den "seetalHOF". aber, um's mit gungl zu sagen: "is eigentlich eh wuascht."

karlheinz, 04.01.07 @ 18:19

"plötzlich stottert das Eisen"
ritueller weise empfiehlt sich das abendessen dann beim "seetalblick" - wirten am fuße des stmk. seebergs in form einer riesenleberknödelsuppe ("do kumman die baika extra her deisweign", cit. wirt) und eines anschließenden "g"ordon bleus.
was irgendwie wieder zurück zum weilanden "retro" - thread führt, sich aber in so einem falle einfach gehört.
und: die bettwäsche im ebendortigen übernachtungszimmer muss ganz leicht miachteln. sonst wärs gewöhnlich.

motorradlberger, 03.01.07 @ 14:56

Zündkerzentauschen ist eine rituelle Handlung
..auf Tour: plötzlich stottert das Eisen. Ein Schweißausbruch. Das Schatzerl am Sozius schluckt trocken. Rocckervergewaltigung? Nein, als sie abgestiegen ist sieht sie wie ich stolz und genau die Toolbox abnehme eine neue Kerze herausziehe. Die Kerze ist am Motorrad soviel wie Zeus, der Blitzeschleuderer oder Thor. Das sage ich ihr. Mensch das wirkt, die Braut denkt ich sei ein Pfarrer. Aber doch nicht soviel wie Chronos. Chronos ist der "Häfen" selber.
Dann die Motorabdeckung herausgeschraubt, den Kerzenschlüssel fest angesetzt und dann die Arschbacken zusammengepresst, und offen! Der Rest ist heilige Handlung. Meine Guzzi ist eine alte Mutter und das anziehen der Kerzen ist eine Gefühlssache, wo dazu im Vergleich jeder Schluck bei einer Weinverkostung eine kinderleichte watscheneinfache Übung ist. Dann erst schaue ich nach des Motorradlbergers Sozius Braut: Sie hat gesehen wie ich mich ehrfürchtig gebückt, dabei die beiden Erdhälften meines rückwärtigen Globusses halb freigelegt habe. Sie hat dort mein satanisches Tatto bestaunt und genug Zeit bekommen richtig heiss zu laufen. So Gewaltfantasieen haben doch alle die mit so einem Rocker wie ich es bin (innen gaaaanz weich und außen gaaaan hart) mitkommen, und das törnt mächtig an. Sie wird von meinem Rital derartig angetörnt, so richtig heiss gelaufen. Die Zündkerze, die noch richtig warm ist halte ich ihr auf das Bluserl gerade da wo die weiblichen Schmiernippel sind. Hinterher fahren wir zum profiler zum wellnessen, übernachten und Speisen.
Und natürlich mit weiteren Ritualen..

sonjaaa, 03.01.07 @ 13:31

Tom
Lieber Tom,

soll ich Dir gepolsterte Tuerstoecke entwerfen - mit Weinblattdekor vielleicht,...

Das steht uebrigens im Brockhaus zum Thema Ritual:

[lateinisch] der, Religionswissenschaft: (Ritual), kultischer Handlungsablauf (Worte, Gesten, [symbolische] Handlungen), der mit religiöser Zielsetzung (Verehrung Gottes, der Götter beziehungsweise des als heilig Angesehenen) festgelegten Regeln (Zeremonien) folgt.

(c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2003

Naja - Essen hatte ja schon immer mit Religion zu tun, ist es doch nicht nur nahrhaft, sondern auch symbolisch. Mehr als der Ritus selbst gefaellt mir aber der grundsaetzliche Wille, Nahrung zu gestalten (aus welchen Gruenden auch immer).

katiza, 03.01.07 @ 10:48

Was wäre mein Leben ohne Rituale...
... daher haben ich und der geliebte Mann uns einige für das Zusammenleben mit der Wahlverwandschaft geschaffen. Deren zwei wichtigste sind:
Das Oster-Kitz: Mindestens ein halbes Kitz wird selbst zerlegt und zur Gänze zu Suppe, gebackenene Kitz und Keule verarbeitet und zu acht verspeist
Der 17. Dezember: Ganz großer Bahnhof mit Nudelsuppe, Würstel und Erdäpfelsalat sowie Rote Linsensuppe für die Veggies. Jeder muss ein 50S-Geschenk (3,63 Euro) bringen, Geschenke werden um Mitternacht beschert, wer einmal war kann immer wieder kommen.
Ein sehr persönliches Ritual ist mein weiches Ei, das mit einer Messespitze Butter, einem Tropfen Tabasco, einem tropfen Worcestersauce und ein wenig Salz gewürzt wird - das Umrühren mit dem Messer ist gar nicht mal so einfach.

-ad-, 03.01.07 @ 10:11

Das Tischgebet
*lacht herzhaft* Tom, danke für diesen Morgenbeitrag - dienen die Türstockkollisionen einer besonderen Form der Erhellung?

Was mir im Morgenschlummer eingefallen war als Ritual der Kindheit, das unmittelbar mit dem Essen zusammenhing: das Tischgebet. Umso verwunderlicher, weil in meiner Familie sonst keinerlei Ansätze eines religiösen Lebens erkennbar waren. Aber wir Kinder saßen mit brav gefalteten Händen um den Tisch und sprachen:

Wir bitten den lieben Gott
um Speise und Trank
dass alles bleibt gesund
und niemand wird krank. Amen.

Offenbar tat ich dies als Erstgeborene auch schon alleine, denn es gibt penible Aufzeichnungen meines Vaters aus meinem 21.Lebensmonat. Das klang dann so:
Bittn Gott / Peite Rank / alle tunt / niima rank / Amen.

TomCool, 02.01.07 @ 22:45

Ritual:
Aufstehn
Über die Hose vom Vortag fallen
Gegen den Türstock rennen
Das Essen vom Vortag bei der Wiederverwertung abgeben
Milch aufstellen
Nespressomaschine einschalten
Gegen den türstock rennen
Milch aufschäumen
Nespresso runterlassen
Milch schwingen, damit sie glatt wird
Milch auf den Nespresso schütten
gegen... na, eh ned no amal
Milchkaffee trinken
Den neuen Tag geniessen...


Rituale

Ritus: Brauch, Sitte, Gewohnheit
dann schon lieber:
Rita: gerne auch gebraucht, unsittlich und ungewöhnlich.

:-D

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