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Das Weinlog

05.09.05 @ 20:24

Küchenachterl, bairisch

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Das Küchenachterl ist eine feine Erfindung: natürlich muss jener Wein, in dem später ein gutes Tier schmurgelt oder der die Soß erst zur Sauce macht, auf seine Verwertbarkeit überprüft werden, und Koch/Köchin bedarf auch ausreichend erleuchtender Unterstützung, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen, da wird so ein Probeschluck schnell zum pluralisierten Achterl. So kann es geschehen, dass die Köchinnen eines Silvestermenüs fröhlich kichernd mit leeren Flasche auf dem Boden sitzen, als endlich die nur schnell auf ein Vorabendbier gegangenen Herren den Weg zurück nach Hause finden – das Rohr war hoffentlich auf Niedrigtemperatur gestellt!

Gute Küchen sparen nicht beim Kochwein, denn dieser soll dann auch entsprechend zum Gericht getrunken werden. Nur beim Burgunderbraten dürfte man in wohlsortierten Haushalten eine Ausnahme machen: aber da kann Kollege -hs sicher seine Erfahrungen zum Besten geben!

Unlängst begegnete ich einem Küchenwein, bei dem ich, wiewohl mein Hang zum Kauf von Weinen im Supermarkt ist nicht sehr ausgeprägt ist, angesichts einer meterhoch bestückten Regalendfront doch zugreifen musste: Vin de Cuisine. Das ist französisch. Zusatz: „Der Wein für die feine Küche”, und darüber prangt das subtil lächelnde Antlitz von Meister Witzigmann. Holla! denk ich mir, feine Küche fürwahr, und studiere die Rückenetikette: Lerchl GmbH aus Gamlitz. Das wäre steirisch. Landwein aus Gutsabfüllung – und ein Grüner Veltliner! Aus der Steiermark! Ab mit dem Doppelpack zum Sonderpreis.

Als Einstiegs-Küchenachterl ist dieser prominenzversehene Küchenwein durchaus möglich, aber tunlichst am selben Tag zu verkochen oder auszutrinken, denn er verliert sich schnell in seiner undefinierten Zugehörigkeit. Und so bleibe ich bei bayrisch, denn:

wer sich in der Steiermark umtut, dem ist mittlerweile auch „Terra Gomeliz” (ja, diese alten lateinischen Namen ...) ein Begriff: das Weingut eben jener Familie Lerchl aus München, die die Steuerberatermillionen des Seniors in ein schmuckes Weingut samt Hubschrauberlandeplatz und Alterssitz investiert hat. Zu den 11 ha in Steinbach kommen noch Beteiligungen in Slowenien und weitere Vermarktungen innerhalb der Firma Vino Alpe Adria. Steirische Frische mit internationaler Stilistik: der Muskateller Cru 2003 etwa, der weniger als Aperitif denn als Begleiter zu asiatisch Anmutendem taugt. Man wird sich weiter umsehen.

www.lerchl.at

31 Kommentare | Kommentar abgeben

andreasbigler, 09.09.05 @ 22:12

@ Petrus long
Echt, Afri Cola gibt's noch?

Kann mich noch erinnern, unsere Bauern im Tullnerfeld ließen sich in den 70ern alle die Afri Cola Werbung auf den Stadl montieren, denn dafür gab's anscheinend nette Kohle .....

Minimalist, 09.09.05 @ 16:03

Petrus long
Ein Verbesserungsvorschlag. Petrus mit AfriCola mit rot-weiss gestreiftem Plastikstrohalm mit elegantem Ofenrohr-Knick.

classic-wine, 09.09.05 @ 12:59

ESSIG
OK nehm den stoff heute mit.....wird aber nicht ausgesoffen....dient rein gastro-wissenschaftlichen zwecken.......petrus ist aber nur 97er...soll ich alles schon mischen? ca 1 liter.....

-hs, 09.09.05 @ 12:19

@classic-wine: Zuerst zu Essig vergären
keine speziellen Kochpläne meinerseits, aber wie wäre es mit einem Projekt, bei dem selektierte Rotweine zunächst zu Essig vergoren werden.

Ich würde das in einer Art metayage gerne übernehmen: classic-wine liefert die Weine, ich mach den Essig und bekomm' dafür die Hälfte.

So ein Petrus-Essig wär doch was.....

classic-wine, 09.09.05 @ 11:34

Wineadvocate 160
Habe mich gefreut das wieder etwas über Österreich geschrieben wird, muss aber dazu sagen das es sein könnte das der Schuss dann nach hinten losgeht.....denn hauptsächlich mässige Bewertungen mit hohen Preisen könnte den wichtigen US Zukunftsmarkt sowie viele internationale Weinliebhaber abschrecken.......

Hallo Heinrich kochst Du heute?, wie wäre ein Versuch mit Petrus Masseto Phelps oder Magdelaine........

Thema Merlot in der Sauce....

Minimalist, 09.09.05 @ 09:08

How to Create Awareness
1. ich bin kein Patriot
2. ich bin nicht der Advokat der österr. Weinwirtschaft
3. ich kenne die Fam. Prieler (flüchtig) und freue mich für sie, weil sie einfach nett ist.
(Goldbergs, Ungerbergen, Seeberg hatte ich schon vor dem Lob im Keller)

Solche "create awareness" Punkte sind ein Segen, und weil so einzigartig, ist es VORDERHAND wurscht, dass es auch "Spanier" gibt, die ähnliche Bewertungen haben.

("did you ever had a Goldberg?") ist ein guter Start.

Es geht z.B. um den BF?! Ich erinnere mich an die abfällige Gabriel (dessen Urteile ich sonst schätze) Bemerkung: (sinngemäss) "BF kann man sowieso nicht trinken".

Wie geht die österr. Weinwirtschaft nun damit um? Ich befürchte mit noch mehr "Phantasienamen" und singulärer, unverständlicher Preispolitik.

ich weiss, strategisches Marketing ist wirklich schwierig, aber ich hoffe die "Prielers" (einfach als Platzhalter) versuchen als "Weingut" noch mehr ins internationale, positive Gerede zu kommen. Mit integraler, bedingungsloser Qualität (durchaus mit Ecken und Kanten).
Und nicht: Goldberg ist "Goldesel". Denn DANN kommt der Vergleich mit den gleichpreisigen Franzosen, Italienern,...
Und eine allfällige Watschn belibt lange und weit sichtbar.

Preisgefühl und Positionierung ist eine Wissenschaft.
Bitte Nachdenken, liebe Winzer.

("how many Prielers did you buy this year?") muss das Ziel sein.

Und damit es zum Thread passt. Goldberg nicht verkochen. Seeberg? Ja.

Minimalist, 09.09.05 @ 08:32

Korrektur
Check bei gestrigem Besuch im RBP:
Goldberg, 2000: EUR 62,50 (nicht 68)
(konnte es selbst nicht glauben)

pastinake, 08.09.05 @ 17:48

Wunder Punkt
Danke für die Korrektur bezüglich Parker bzw. Schildknecht.
@Preis:
Da haben Sie den wunden Punkt getroffen: der Preis ist wirklich happig. Aber andererseits: wenn für knappes Gut (Goldberg) so ein Preis gezahlt wird und den Prielers aus der Hand gerissen wird, wer soll es ihnen verdenken? Der spanische Wein um USD 15 ist wahrscheinlich in viel grösseren Mengen am Markt???

classic-wine, 08.09.05 @ 17:20

GOLDBERG 2003
Schön für die Familie Prieler...
Die Bewertung kam von David Schildknecht im Wineadvocate leider nicht vom Grossmeister himself......aber es wurde auch darauf hingewiesen das der US Verkaufspreis von 144$ (einhundertvierundvierzig) kein Druckfehler ist......und aus spanien gibts schon 93 punkte für 15$ (fünfzehn)

Daher es ist noch dringend an Preis/Leistung zu arbeiten....

2003 Senorio de Barahonda Bellum Providencia 93 $15.00
2003 Celler de Cantonella Cervoles Tinto 94 $25.00
2003 Holus-Bolus Syrah 93 $25.00
2003 Artadi Vinas de Gain 93 $27.00

prost

Minimalist, 08.09.05 @ 11:19

Goldberg 2000
gibt es bei meinem Lieblingsinder (Royal Bombay Palace", Linz, Goethestrasse ??) in 0.7 um EUR 68 (oder 66) und Magnum um 2*....
So, wie CS "Ungerbergen" 2002.
Nicht aber in der "butter marsala" Sosse.
(so kommt man krampfhaft zum Thema).

noapino, Danke für die Präzisierung! Sorry für das "frisst" (das hat sich der feinsinnige ER nicht verdient).

pastinake, 08.09.05 @ 10:58

Gehort nicht hierher, aber sensationell
Blaufränkisch Goldberg (2002?) und Pinot Blanc Seeberg 2004 von Prieler haben in Parkers Wine Advocate sehr hohe Wertungen bekommen.
Parker hat erstmals einem österreichischen Rotwein die Spitzenbenotung
von 91-93 Punkten zuerkannt.
Für den PB Seeberg gab es 91 Punkte. Gratulation an die Familie Prieler!
 
 
Blaufränkisch Goldberg:
Wine Advocate #160 (Aug 2005)
Austrian cult wine, anyone? Make no mistake, that is what this is. But
there is a good reason as few if any other Austrian reds have
demonstrated such quality and ageability. Open this up in 5-7 years in
the company of its equivalently priced brethren from more celebrated red
wine regions and you will gain a proper perspective. Meantime, the nose
here is bitter-sweetly scented with Franc-like mulberry, machine oil,
iron filings, and walnut oil as well as cassis. Ripe and rich without
tasting overtly sweet, this deep red spreads its tentacles on your
palate and won’t let go. Don’t worry – the tannins won’t hurt you. The
 effect is very fine-grained and a lovely saltiness creeps into the back
which, along with the faintly tart edge of berry freshness, makes for an
effect at once soothing and refreshing. The long finish offers a reprise
of black fruits, violets, nuts and iron filings along with cardamom and
mint. (And if you can detect the 100% new wood here you must have x-ray
olfactors.) 
 
Pinot Blanc Seeberg:
The high reputation and prices of the red wines are by no means
undeserved, but the 2004 Pinot Blanc Seeberg is the latest in a line of
one of Austria’s consistently most fascinating, delicious, and ageworthy
whites. (The 1994, for example, was just lovely at ten years.) The
Prielers brought this in before the local spell of rainy October
weather. In a departure from their norm, this is the second year in a
row that the Pinot Blanc did not go through malolactic fermentation. In
2003 there simply wasn’t any malic acid (or a negligible amount) to
convert. In 2004 ? who knows, but the result is terrific as well as an
outstanding value. Fresh corn meal and hazelnut aromas lead to a juicy
yet creamy palate featuring milled grain, chalk-and-chicken-broth
Chablis-like flavors, and distinct and fascinating notes of shrimp
shell. A restrained, peachy sweetness mingles in the finish with the
salty, iodine notes of crustacean, lightly toasted hazelnuts, and chalk.
And all this is before you even follow the most basic of directions:
Add Food.”

noapino, 07.09.05 @ 21:06

Ein Mensch
Eugen Roth, wer sonst:

Das Schnitzel
Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
bemerkte, dass es ihm missriet. Jedoch, da er es selbst gebraten,
tut er, als wär es ihm geraten,
und, um sich nicht zu strafen Lügen,
isst ers mit herzlichem Vergnügen.

als Draufgabe:

Die Torte
Ein Mensch kriegt eine schöne Torte.
Drauf stehn in Zuckerguß die Worte:
"Zum heutigen Geburtstag Glück!"
Der Mensch isst selber nicht ein Stück,
Doch muß er in gewalt'gen Keilen
Das Wunderwerk ringsum verteilen.
Das "Glück", das "heu", der "Tag" verschwindet,
Und als er nachts die Torte findet,
Da ist der Text nur mehr ganz kurz.
Er lautet nämlich nur noch: ... "burts" ...
Der Mensch, zur Freude jäh entschlossen,
Hat diesen Rest vergnügt genossen.

Minimalist, 07.09.05 @ 19:10

Selbstgekochtes
Verkürzt aus dem Gedächtnis (von wem? vergessen)
"Ein Mensch der sich ein Schnitzel briet (welches ihm gänzlich missriet). Um sich nicht selbst zu strafen Lügen, frisst er's mit Vergnügen"

Minimalist, 07.09.05 @ 18:38

Nebbiolo aus dem Veltlin
Sassella, Inferno, Sfursat?
Da tanninelt es aber auch ganz schön.

classic-wine, 07.09.05 @ 15:31

champagner zum kochen
da ich in der glücklichne lage bin zu viel hochwertige weine zum kochen zu haben......kann einfach nicht alles drinken.......ein kleines rezept für filet mit rosmarin.

filet 2 tage vorher in olivenöl und rasmarinzweige einlegen....dann schüttet man 1 glas champagner in den koch...filet anbraten...warm stellen.....rosmarin zweige kurz anrösten....pfanne mit überreifen champagner...taittinger82......aufgiessen......sojasauce und creme de chassis + wenig tomatenmark dazugeben....kurz einreduzieren....sieben...fertig herrlich.....
viel vergnügen....

ps. vielleicht bin ich auch nicht sehr kritisch bei selbstgekochtem....

pastinake, 07.09.05 @ 13:21

Veltliner ist nicht gleich Veltliner
Ich glaube, die meinen den Nebbiolo aus dem Veltlin (Lombardei), oder?

Statt Preiselbeeren zum Wild:
Waldbrombeeren oder -Heidelbeeren mit wenig Zucker, Portwein und geschrotetem schwarzen Pfeffer kurz gekocht, passiert.
Zum Junibock: Wildkirschen in Balsamico
Zur Wildente: rotes Ribiselgelee
Zum Fasan, Rebhuhn: Asperlmus
Zum Hirsch, Wildschwein: Sauce Cumberland, ganz klassisch.

alma, 07.09.05 @ 12:45

Verirrter Kochwein
Während sich der Einstiegswein zu diesem Thread zwischen französischer Benamsung, eher nordostösterreichischer Rebsorte und steirischer Abfüllung durch bayrische Hand in seinem Ortsbezug etwas verirrt hat, kam mir auf der Suche nach einem Alternativrezept für Preiselbeeren (wer hat eins?) eines für solche auf "Bündner Art" unter:
sollte die in Klammer gesetzte Angabe zum "schweren Rotwein", die da "Veltliner" lautet, auf zu intensiven Küchenachtelgenuß eines Roten Veltliners zurückzuführen sein? Bis hin zum illuminierten Zustand der Farbverschiebungen?
http://tinyurl.com/95mx2

pastinake, 07.09.05 @ 09:50

@hs
Merci!

-hs, 07.09.05 @ 09:46

Banyuls, Maury und Rivesaltes
Banyuls, Maury und Rivesaltes (leider nur in kleiner Auswahl) gibt es in Österreich u.A. bei:
- Boehle
- Quendler (u.A. ein wunderbarer 79er Mas Blanc)
- La Cave (die Cuvée Aimé 73 ist ein Traum zu Vanillekipferln)
- Wein & Co

Die meisten angebotenen Weine sind jedoch im Rimage-Stil (ähnlich dem Vintage Port) ausgebaut. Zum Kochen sind meines Erachtens die im traditionellen Rancio-Stil besser geeignet. Also aufpassen.


Ein größere Auswahl gibt's in D:
dessertweine.de
bosfood (hier auch zwei Trockene zum kochen!)

Gutes Gelingen!

pastinake, 07.09.05 @ 08:39

@hs
Sie haben recht, bei geschmortem Burgunderfleisch muss ich meine Aversion gegen Saucen mit viel Wein revidieren: das ist wirklich köstlich! Bei den Eiern (und Kartoffeln) mit Burgundersauce schreckt mich die Optik immer etwas ab, aber wahrscheinlich sollte ich dies nicht so überbewerten.
@Banyuls: ein Perlhuhn (oder Fasan) in Banyuls geschmort und am besten erst am nächsten Tag gegessen ist ein Hochgenuss. Das führt mich zur Frage: wo bekomme ich in Ö Banyuls (muss kein trockener sein), damit sich die ersten Perlhühner des Herbstes schon auf ein Bad freuen können ?

andreasbigler, 06.09.05 @ 19:16

Küchenachterl
Zuerst, seas Angelika!

Freut mich, dass du wieder was von dir gibst und den Umsiedelungsstress gut überlebt hast mit ein paar "Siedelungsachterl"? (*gg*)


Und weil sich "profiler" logischer Weise auch schon gemeldet hat, ist mir eingefallen, dass er nicht nur kochen kann, sondern wirkliches Wissen der "Wein - Essen - Kombi" hat. Irgendwie bin ich Ihnen dieses "Kombiwissen" (Kombikönnen) neidig, denn ich bin eher ein begnadeter "lass die anderen Leut kochen". Aus diesem Grund werd ich heut nur ein Butterbrot mit Paradeiser essen und dann eine Flasche Vina Tondonia Gran Reserva 85 (Lopez de Heredia; Rioja Haro) öffnen und mich freuen, dass ICH diesen Wein nicht verkocht habe.

-hs, 06.09.05 @ 17:36

Burgunder in die Sauce!
zugegeben, auch ich käme nicht auf die Idee Chambertin, Richebourg oder Romanée Conti (den hab' ich eh nicht) in die Sauce zu schütten.

Aber mein Bœuf braisé bourguignon habe ich schon mit Côte de Nuits Villages aufgegossen und in der Sauce Meurette zu den gleichnamigen Oeufs macht sich ein guter (und durchaus säuregeprägter) Bourgogne nicht schlecht. Bei der Qualität achte ich durchaus darauf, dass ich auch gerne ein Glas davon trinke. Allzuviel aber nicht, denn größere Kochaktionen sind auch ohne Alkoholeinfluß stressig genug.

Bordeaux sehe ich ebenfalls als problematisch zum verkochen an, aber bei den Süßweinen schlägt das Verschwenderische (sic!) in mir doch manches mal durch: Von Climens 86 im Weinschaum bis zum Doisy Vedrines 01 in einer köstlichen Sauternes-Sauce zu Jakobsmuscheln: es hat sich durchaus ausgezahlt.

Ansonsten natürlich Port und Madeira. Klarerweise auch Noilly Prat, aber auch noch eine Rarität: Eine Art trockener Banyuls mit viel Rancio der speziell als Kochwein hergestellt wird: den gibt’s (zu durchaus respektablen Preisen) in Banyuls bei den Celliers des Templiers und heißt dort "Fin Gourmet Spécial Cuisine". Gerüchteweise soll er sich neben der von mir gepflegten Anwendung in Saucen zu Wild und Taube auch perfekt zu Havannas machen.

alma, 06.09.05 @ 17:30

abendvergnügen
Jetzt weiß ich, womit ich mich heut Abend vergnüge ... Risottobereitung. Wenn mich nicht alles täuscht, ist ein taugliches Fläschchen Nebbiolo schon ganz sehnsüchtig im Keller wartend.

Minimalist, 06.09.05 @ 17:29

ich bereue
jetzt wird es Zeit mich zu outen. Ich bin ein lausiger Koch aber fanatischer Rezepteschnüffler. Und Esser.
ptofiler, trotzdem ist Ihr/Cesares Rezept nicht vergeudet. Meine Frau.....
Ich hoffe trotzdem, mit einem qualitätsvollen Barolo und nicht mit einem zugeneinringelnden Nebbiolo aus der Mittelliga,....
Es gibt nämlich "seidenweiche" Baroli.
Altare: "Ich möchte Barolo machen, der wie Burgunder schmeckt. Mein Vorbild: Clerico".

profiler, 06.09.05 @ 16:46

barolorisotto...
geschätzter minimalist!
hier noch ein kleiner tip, falls von nöten.
bereiten sie ein herkömmliches, neutrales risotto mit einem ordentlichen geflügelfond zu. gleichzeitig (oder auch vorher) lassen sie den zu verwendenden rotwein seperat sehr stark reduzieren, etwa auf ein viertel des volumens. wenn ich mich nicht täusche verwendet niemand barolo oder barbaresco ( auch wenn es im rezept so steht) sondern eher nur "normalen" nebbiolo. ich kann es nicht beweisen, bin aber fest davon überzeugt.
und kurz vor ende der garzeit des risotto geben sie den reduzierten wein dazu.
das hat meiner meinung nach den vorteil, dass der wein lange genug kocht um keine hefigen geschmacksnoten im gericht entstehen zu lassen und der reis bekommt eine bessere geschmeidigkeit. ich verwende risottoreis der sorte carnaroli superfino. das ganze hat mir cesare giaccone aus albaretto della torre verraten, und der ist ja beileibe kein lulu.

gruss

Minimalist, 06.09.05 @ 15:52

verkochte Rabiatperle
stehe ich jetzt mit meiner konzentrierten Rabiatperle, Barolo, im Risotto ganz alleine da?
Zumindest zum Schmorbraten mit Barolo, kann ich ja (1 bis 2mal im Jahr) ins "Aquila d'Oro" gehen und Tannine zerbeissen.

alma, 06.09.05 @ 14:02

Sauce für Kinder
Ich mag einfach weinige Saucen zum fast kruden Stück Fleisch. Meine armen Kinder jedoch haben immer gejammert - bis ich auf Portwein verfiel: mit der angenehmen Süße, die dieser hinzufügt, sind sie hochzufrieden.

Danke an profiler für die Tipps aus dem Profialltag.

pastinake, 06.09.05 @ 13:20

Wein zum Kochen
Ich kann Profiler nur recht geben. Ich habe schon mehrmals ungeniessbar saure Rieslingsaucen serviert bekommen - auch in Spitzenrestaurants.
I. G. dazu war vor kurzem im Tiroler Hof eine mild-elegante Chardonnaysauce zu Seezungenroulade ein wunderbarer Genuss.
Rotwein in Saucen ist ebenfalls problematisch: oft bekommt man graubraune, säuerlich-bittere Saucen, weil der Wein nicht richtig oder zu wenig reduziert wurde.
Ich denke auch, dass Wein besser getrunken wird. Ich koche viel lieber mit weissen Süssweinen, Port, Sherry und gut gealtertem Essig, bzw. frischen Gemüse- und Fruchsäften als mit Wein.

Minimalist, 06.09.05 @ 13:02

@profiler
klingt überzeugend. It is a life-long learning.
Danke.

profiler, 06.09.05 @ 12:52

lieber ein viertel als ein achtel......
zu allererst muss ich gestehen, dass ich den wein lieber trinke als ihn zu verkochen.

aus meiner erfahrungskiste kann ich berichten, dass sich sehr viele ausgezeichnete und grosse trinkweine überhaupt nicht zum kochen eignen.
zum beispiel bordeaux (auch cru`s) in saucen kommt meiner meinung überhaupt nicht gut, da sich die tannine und gerbstoffe extrem unangenehm bemerkbar machen.
eher sind es oft etwas banale weine die einer guten sauce so richtig schmackes verleihen. südtiroler lagrein mit seiner extrem dunklen farbe, viel frucht, wenig säure nehme ich sehr gerne für dunklere saftl`n.

der grösste frevel für mich ist riesling in rahmsaucen. die ausgeprägte säure schneidet geschmacklich wie ein laserschwert durch feine und leichte emulsionen.
neuburger, weissburgunder eignen sich da wesentlich besser. ich bin auch kein überzeugter verfechter der theorie, dass der wein der zum essen getrunken wird auch darin verkocht werden soll.

ich habe einmal für alois stangl zu einem lammgericht einen sauvignon blanc verkocht (kann mich nicht mehr genau erinnern welchen, ist schon eine weile her) weil er ihn unbedingt zum essen probieren wollte.

mir hats nicht besonders geschmeckt, er aber war total hin und weg.

im laufe der jahre bin ich auch draufgekommen, dass es sehr von vorteil ist, wenn man, beim trinken von älteren weinen zum essen, sich beim würzen von gerichten extrem zu bremsen.
manchmal wachsen dann weine die man schon tot glaubte zu ungeahnter grösse. (ducru beaucaillou 72 oder lafite 72 aus der 0,75 l flasche zu geschmortem kalb mit steinpilzen war da meine letzte positive erfahrung) sauce mit ganz wenig zweigelt aus der literflasche zubereitet.

falls mir noch was einfällt poste ich später noch mal.

gruss

Minimalist, 06.09.05 @ 09:00

weinachteln in der Küche
das reizt mich zu mehreren Bemerkungen

1. ich habe einen (österr.) Supermarkt seit Jahren nicht von innen gesehen. Deshalb sind mir wahrscheinlich solche Entdeckungen verwehrt.

2. Kochwein. Da neigen wir (Frau und Mann) zur Vergeudung: Barolorisotto mit einem 96er oder 98er z.B. von Bartolo Mascarello (kein Monfortino oder Gran Bussia aber auch kein...)

3. Da bleibt nichts übrig, deshalb ist der KöchInnenwein meist ein Smaragd.

4. Bayer in der Steiermark? Kürzlich hörte ich ein Interview mit dem Besitzer und Weinmacher von Canon la Gaffeliere (incl Mondotte). Ein "Piefke"?! Intervieweindruck: ein wunderbar feinsinniger Mensch. Diesen Wein muss ich unbedingt wieder (in den späten 80ern öfter getrunken) probieren. Und zum Schmurgeln von Perlhuhhnhaxn einsetzen?

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