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Das Weinlog
17.11.05 @ 10:19
Rekalibrierung
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gerne habe ich in den letzten Jahren immer wieder auch in ausländischen Medien erscheinende Weinkritiken zu Österreichs hochgelobten Kreszenzen studiert. Dies in der Hoffnung einen etwas weniger durch räumliche und vielleicht auch persönliche Nähe getrübten Blick zu erhalten.
Bis vor einigen Jahren waren das Clive Coates (hat sich zurückgezogen), Pierre Rovani (schreibt immer noch für Robert Parker aber nicht mehr über Österreich) und David Schildknecht (schrieb früher für Steven Tanzer, jetzt für Robert Parker). Dann gibt es natürlich auch noch Stuart Pigott, aber dieser schreibt meines Wissens keine regelmäßig erscheinenden Kritiken.
Da David Schldknecht zu Parker übergetreten ist, musste sich Steven Tanzer um Ersatz umsehen und wo fand er ihn? In Österreich und zwar in der Person von Peter Moser. Somit falle ich um eine Außensicht um, aber Peter Moser sei's vergönnt und dazu meine herzliche Gratulation.
Ich hoffe, keine Copyrightverletzungen zu begehen, wenn ich aus dem eben erschienen (leider kostenpflichtigen) Beitrag ("Austria 2004:A Viticulturist's Year") die beiden Absätze über den Kritiker selbst zitiere. (Die Aussagen über die nötig gewesene Rekalibrierung der Punkteskala finde ich doch recht aufschlussreich.)
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How I taste. Most of the wines I sample for the Falstaff guide are tasted in March and June, prior to bottling. However, the overwhelming majority of notes in this report were based on my subsequent retastings of finished wines in September and early October. Although I use the 100-point system in the Falstaff guide, I have recalibrated my scale somewhat, after consultation with the editor of the IWC, to make my scores more consistent with those of other wines reviewed in these pages. (My scores in the Falstaff guide are in the context of Austrian wine, while in the IWC they appear against the backdrop of wines from around the world, including wines from Bordeaux and Burgundy grapes.) My ratings in this article also take advantage of the fact that I was able to retaste many wines a bit further along in their development. I would like to give special thanks to my translator, Julia Sevenich, who is herself an expert on Austrian wine.
Vienna-based Peter Moser, who comes from a family of vintners in Kremstal, has been senior editor of Falstaff magazine, Austria's leading wine consumer magazine, since 1997. Since 1989 he has tasted virtually all of the top Austrian wines annual for his Falstaff Weinguide, which has appeared twice in English as The Ultimate Austrian Wine Guide. He also regularly represents Austria on the Grand Jury Europeen.
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Steven Tanzer's International Wine Cellar
12 Kommentare | Kommentar abgeben
Minimalist, 24.11.05 @ 15:59
@ Peter Moser
Ich wünschte mir, ich hätte nicht recht gehabt (s.oben).
Ich verstehe schon, dass sich Beurteiler von anderen differenzieren möchten. Aber die Differenzierung sollte in der Beurteilung und nicht im Schema liegen. Das verunsichert nur den Markt.
Das Ideal: ein einheitliches System mit hierarchisch segmentierten Kriterien und einheitlich gewichtet. 100 Punkte für jenen theoretische Wein der alle Kriterien am besten erfüllt.
Ich möchte einfach wissen, wie die anerkannten Beurteilungsinstanzen meinen Liebling, sagen wir, 2000 RS Vinotheksabfüllung Knoll absolut beurteilen (und nicht relativ zu...). Und zwar nicht nur gesamt, sondern in Einzelkriterien.
Ich leide nicht unter Realitätsverlust. Ich weiss, das ist schwierig durchzusetzen. Vor allem nicht von Einzelnen. Aber häufig bedarf es nur einer Vorreiterinstanz. Die Anderen "go with the herd".
PeterMoser, 24.11.05 @ 14:07
Rekalibrierung
Zum besseren Verständnis: auch wenn es sich nicht auf den ersten Blick erschließt: 100 Punkte-System ist nicht gleich 100 Punkte-System. Nachdem mich Steve Tanzer gebeten hatte, nach David Schildknechts Wechsel zu Parker für ihn Österreich zu übernehmen, haben wir sehr lange diskutiert, wie wir die Bewertung handhaben sollten. Hätte Tanzer, sagen wir ein 20/20 Punkte System, hätte sich das elegant lösen lassen. Wir haben vereinbart, dass ich versuchen sollte, an Hand mir gut bekannten internationalen Weinen und deren Bewertung im IWC (International Wine Cellar) die Punkte der österreichischen Weine dort einzuordnen.
Dass schließlich am Ende viele Weine mit 90 Punkten oder mehr Aufnahme fanden, liegt einzig und allein an der Vorselektion. Es ist eine Auswahl der besten in den USA vertretenen österreichischen Weine und da kommt man problemlos in so ein Verhältnis.
Was die zukünftigen Bewertungen für Falstaff betrifft, so wird es ab März 2006 (irgend einen Stichtag muss es geben) hier eine Anpassung geben - soweit es meine Einzelbewertungen betrifft. Mir ist die innewohnende Problematik klar, aber die Punkte sind, speziell im Bereich von 88 - 92 Punkte zu hoch geworden. Ausnahme-Weine wird es nach oben immer geben. Aber die korrekten, sauberen Weine ohne besondere Gebietstypizität müssen von 85 auf 80 Punkte hinunter, sonst fehlt nach oben die Luft zu Feinabstimmung.
Viele Winzer werden keine Freude haben, aber sie punktemäßig künstlich zu beatmen, wird ihnen auch nicht das Überleben sichern. Daher bitte ich um Verständnis - ein 90 Punkte-Wein muss wieder etwas Besonderes werden, und ich weiß ganz genau, das wird ein steiniger Weg.
Aber wie heißt es so schön: Selbsterkenntnis usw.
andreasbigler, 24.11.05 @ 14:05
Ich warte .....
... und zwar auf den Kommentar von Peter Moser
-hs, 24.11.05 @ 11:15
@minimalist: Aktuelle PM-Punkte
so ist es. Ich habe mir erlaubt aus der aktuellen Ausgabe des "International Wine Cellar" zu zitieren.
Minimalist, 24.11.05 @ 09:51
@hs
Ich bin etwas langsam. Diese Bewertungen sind schon Tanzerb.?
--- 04.09.18 @ 20:56
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