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Das Weinlog

06.08. @ 10:40

Über Libellen ...

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Andreas TSCHEPPE macht Wein in der Südsteiermark. Besser gesagt, er begleitet ihn. So formuliert es der Winzer. Die Flaschen sind auffällig und selten. Das Etikett wird von den Nützlingen im Weingarten dominiert. Also Libellen, Salamander, Hirschkäfer und Schwalbenfalter. Meist steht ein Tier für eine Rebsorte. LIBELLE = SAUVIGNON BLANC. Selbstverständlich wird der Wein Bio ausgebaut und spontan vergoren. Im großen Holzfass und langsam. Das Ergebnis sind elegante, sehr reduzierte Weine, die viel Zeit und Luft brauchen um sich zu entfalten. Wer Primäraromen sucht, ist hier sicher fehl am Platz. Die Lagen befinden sich am Czamillonberg und Krepskogel. Es begab sich also, dass man sich bei den WEINREBELLEN in der BURGGASSE 36 traf, um eine geballte Ladung zu verkosten.

Zunächst gab es BLAUE und GRÜNE LIBELLEN. SAUVIGNON BLANC also. Diese unterscheiden sich hauptsächlich in der Maischestandzeit. BLAU hat im Normalfall ca 2 Wochen, GRÜN 4 bis 5 Wochen. Spannender Vergleich. Die Weine wurden in Jahrgangsflights verdeckt serviert.
2014 BLAU
Feine Würze, Hauch Paprika. Etwas Steinobst, nasser Stein. Sehr elegant und lang. Am Gaumen angenehm cremig und dicht. Sehr schön.
2014 GRÜN
Natürlich recht ähnlich, noch reduzierter zu Beginn. Braucht mehr Luft. Dann insgesamt noch präziser und auch cremiger. Es entsteht eine feine rauchige Aromatik. Etwas spürt man die Gerbstoffe mehr. Der Wein hat bessere Struktur und ist wunderbar zu trinken.
2017 BLAU
Feuerstein und Rauch, so ist mein erster Gedanke. Dann Wiese und Gras. Disteln, Hauch Gurkerlwasser. Wiederrum Steinobst, Ringlotten, hört man am Tisch. Schöne Frucht und Länge. Elegant und mineralisch. Fein.
2017 GRÜN

Wieder sehr schön. Ruhiger und dichter. Popcorn etwas Klebstoff. Zeit ist erforderlich. Dann kommen wieder die Gerbstoffe und die Struktur. Feine Säure und Textur. Salziges Finale. Einer der Weine des Abends.
2015 BLAU
Dünkler, bei vergleichbaren Aromen. Der Wein wirkt reifer als die anderen. Reife Marillen und rote Äpfel. Fast etwas zu üppig. Dann kommt Paprika und Brennessel. Wird straffer.
2015 GRÜN

Vom Start weg straffer und präziser als die blaue Libelle. Zeigt sich auch trinkiger und eben eleganter.
2016 BLAU

Erinnert an Cidre in der Nase. Dann Schwefel, so wie Streichholzkopf. Wenn man das mag, sehr schön. Insgesamt wirkt er leicht unharmonisch, vielleicht nicht in der besten Phase im Moment.
2016 GRÜN

Auch leicht mostig zu Beginn. Aber wieder diese rauchige Finesse. Struktur und Länge sind bei den grünen Libellen einfach eine Spur besser. Trinkfluß. Schöner Wein.
2018 BLAU

Gurkerl als erster Eindruck, dann Kräuter und Salbei. Brennessel, Stachelbeeren. Heu. Mineralität am Ende. Jung. Wird wohl ein feiner Tropfen.
Nachdem 2018 GRÜN einen Kork hatte, ein spannender Ersatz.

WERLITSCH DREI GENERATIONEN 2011

Ein gemischter Satz, vom Opokboden. Präsentiert sich wunderbar zu trinken. Heublumen, Eibisch, Apfel, Lindenblüten, Kamille. Selchig kommt noch dazu. Lang und feiner Gerbstoff am Ende. Auch Rose gesellt sich hinzu. Traminer ist einer der Bestandteile... Spannender Wein.

SALAMANDER steht für CHARDONNAY.
2014
Apfel, Hauch getrocknete Äpfel. Gelbe Früchte. Klebstoff. Mandel, etwas Liebstöckl, aber keine Reifenoten. Dann Minze, Felsen, Thaibasilikum, Cumin. Sehr vielfältig. Wird etwas ruhiger mit der Luftzufuhr. Fein, gut zu trinken.
2016
Etwas fruchtiger, auch Karamell und brauner Zucker. Somit wirkt er etwas breit für mich. Dann kommt doch mehr Struktur und Finesse.
2017
Ruhiger Wein, feine Mineralität. Popcorn. Feuerstein. Toll. Säure und Struktur. Fast ein Hauch Burgund weht durch's Glas.

Die Sauvignons zählen sicher zu den besten und elegantesten des Landes. Sollte man trinken wenn es wo auftaucht. Viel Luft und Zeit und viel Spaß dabei.

www.at-weine.at
www.mtrw.at THE WINE REBELLION

Michael Kantor www.herbeck.wien

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