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Das Weinlog
24.12.04 @ 15:46
Wei(h)n achten
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Wir TraubingerInnen achten den Wein das ganze Jahr über, aber es lässt sich nicht vermeiden, dass wir wie andere Erdenbürger auch zu den Festtagen mit erhöhter Achtsamkeit an die Wahl der richtigen Flasche herangehen: was trinke ich im trauten Familienkreis mit Kindern und Großmutter ? (Morillon Pfarrweingarten 01 vom Sattlerhof zum eingelegten Kaninchen, oder aber Chardonnay Reserve Ried Ladner vom Jurtschitsch), was bei der Freundesfeier zu mallorquinischem Rind? (erst eine Garnacha Blanca 03 aus D.O. Terra Alta, dann wohl einen Bertl Gmeiner aus Purbach – ob Blaufränkisch Antiquum oder gar den Pinot, ist noch nicht klar) – denn einerseits will man niemanden überanstrengen, andererseits selbst große Freude dabei haben!
Große Freude mit unserer Weinachtsamkeit nicht nur zur Weihnacht wünsche ich aber all den eifrigen traubing/speising-members mit herzlichem Dank fürs tatkräftige Posten – das Neue Jahr wird mit ungebrochenem Elan angegangen!
23 Kommentare | Kommentar abgeben
-hs, 27.12.04 @ 22:36
Tyrannei der Arglist über die Unwissenheit
Und das mir!
Da bemühe ich mich seit Jahr und Tag darum, aufklärend für die Rezeption (französischer) Rot- Weiß- und Schaumweine zu wirken und nun diese Unterstellung:
Durch das vom Gemeindemitglieds t. verwendete "uns" komme ich nicht umhin, den Vorwurf des (rotweinschwenkgefasel-) Obskurantismus auch auf mich zu beziehen.
Um die Unhaltbarkeit dieser infamen Unterstellung zu beweisen erlaube ich mir, den französischen Philosophen, Mathematiker, Politiker und Kommunikationstheoretiker Marie-Jean-Antoine-Nicolas Caritat, Marquis de Condorcet zu zitieren:
Er bezeichnet Obskurantismus als "Tyrannei der Arglist über die Unwissenheit". Allgemein wird darunter eine feindselige Haltung gegenüber jeder Art von Aufklärung gesehen, verbunden mit dem Bestreben die Menschen in Aberglauben und in Unwissenheit zu halten.
Dabei berichte ich doch nur so fundamentale wie unbestreitbare Tatsachen wie den hinlänglich bewiesenen aber immer noch nicht ausreichend bekannten Umstand, dass
- Weine bei zunehmendem Mond unbedingt um 5-10 Sekunden kürzer, bei abnehmendem Mond jedoch um den gleichen Zeitraum länger dekantiert werden müssen,
- Weine die rechts herum geschwenkt werden andere Aromen entwickeln als solche, die links herum geschwenkt werden.
- die Zugabe von 5 Globulis Latour 1961, Mouton 1945 oder Cheval Blanc 1947 in der Potenz D60 (bei mir erhältlich um 100€ je Fläschchen zzgl. Versand und Nachnahme) noch jeden Rotburger von der Brünnerstraße in einen 1er Grand Cru verwandelt hat,
- besonders gewiefte Weinkenner stets eine kleine Wünschelrute mit sich führen, um bei Blindverkostungen den gereichten Wein treffsicher auszupendeln.
etc.
Doch ich will diese ruchlose Unterstellung mit Fassung tragen und keineswegs so weit gehen, mein Schicksal mit dem Condorcets zu vergleichen, der von den Jakobinern angeklagt wurde und 1794 im Kerker starb.
Aber dass der angegebene Link zum Berliner Label "kitty-yo" meinen Mozilla-Browser zum Absturz bringt, das geht dann doch zu weit.
noapino, 27.12.04 @ 21:32
In Mathematik war ich immer schlecht
Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass das Kokettieren mit Unwissen in Bezug auf die Bereiche naturwissenschaftlicher Bildung im Allgemeinen und die mathematischer im Besonderen keine Erscheinung der letzten 20 Jahre darstellt.
Wenn es nun auch die Geisteswissenschaften und sogar die schönen Künste trifft, so erfüllt mich das fast mit so etwas wie hämischer Freude. (Wäre nicht gerade Weihnachtsfrieden angesagt.....)
tastatour, 27.12.04 @ 20:27
merry
dass wissen eitel macht, ist doch schon ein alter hut. die zeitgeistigere variante, mit unbildung und hemdsärmeligkeit zu kokettieren, ist der lifestyle-chic der achtziger und neunziger, der uns allen noch im blut vibriert.
ich gebe kollegin -ad- völlig recht. der öffentliche äusserungsdrang zu mannigfaltiger themenvielfalt bar tiefgründigerer kompetenz ist ein zutiefst männlicher. speising.net bietet mir für diese aggression ein wunderbar liebenswertes ventil.
ob es sich um uns rotweinschwenkgefaselobskuranten und restaurantqualitätsverlaufskurvenzeichner - die wir nun mal sind - handelt oder um die kollegen modelleisenbahnerfahrungsaustauscher und klavierkonzertinterpretationsnuancenfinder, das weibliche geschlecht erschlägt mich mit kompakter eloquenz.
mein weihnachtssummary besteht im wesentlichen aus der erkenntnis, dass omas fischbeuschelsuppe zuverlässig ein höhepunkt des jahres ist. jene herrschaften, die sich nach der bescherung so wie ich dem drum&bass und dem bier hingeben, altern paradoxerweise langsamer als ich, tanzen aber lächerlicher.
zum thema kernkompetenz: das ziemlich suprige berliner label kitty-yo feiert nicht nur zehnjähriges jubiläum, sondern hat auf seiner homepage http://www.kitty-yo.net/index2.php rechts oben einen playlist-button. hier kann man sich durch den halben katalog durchhören, was erstens mächtig freundlich ist und zweitens den festlichen hedonisten-uhu-pick aus dem hirn entfernt.
man wird daran erinnert, dass man und frau womöglich nicht nur um diese jahreszeit bei sinnen sein sollten. ausserdem soll ja nicht weihnachten vorbei sein, sondern bitteschön der jahreswechsel!
andreasbigler, 27.12.04 @ 18:59
Nach 00:00 Uhr ....
ist nicht spät, sondern früh und wer eben nicht faul ist, ist bereits früh morgens bei der Arbeit!
Jetzt weiß sicherlich wieder jemand, was daran falsch ist, bloß ich nicht!
ChristophWagner, 27.12.04 @ 18:35
Die Freuden des Diskurses...
...seien ja nun jedem gegönnt, und in dieser Community sind sie obendrein gratis, ebenso übrigens wie die Watschen, die User hier untereinander, aber auch in Richtung Generalgouvernement und Rathaus austeilen können. Andererseits scheint es hier ja dann doch auch wieder eine gewisse Ganzjahrsversöhnungsdynamik zu geben, die für die sittliche Reife der Speising/TraubingerInnen spricht
Aus Gründen des Selbstschutzes widersprechen muss ich allerdings der in der derzeit laufenden Sirenetta-Debatte geäußerten These, dass, wer nach OO.OOh postet, vermutlich b´soffn sei. Da ich meine Einträge zu 99 Prozent nach der Geisterstunde und oft noch viel später verfasst habe, wäre mein ganzer Weblog in diesem Fall „a b´sofffene G´schicht."
Womöglich ist er das ja auch, und alle wissen es, bloß mir ist es noch nicht aufgefallen.
Es ist schon verdammt schwer, im www. ein Dasein als anonymer Alkoholiker zu fristen. Da lieber noch im wirklichen Leben ein stadtbekannter Trinker sein.
--- 04.09.18 @ 20:56
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