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Das Weinlog

01.12.21 @ 10:30

Daou Daou

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Es handelt sich nicht um den neuesten Panda in Schönbrunn, sondern ein Brüderpaar aus Kalifornien. Georges und Daniel wollen in ihrer Heimat demnächst zu den Besten gehören. Sicherlich ist dieser Bundesstaat das Epizentrum des amerikanischen Weinbaus. Einwanderer aus Italien, Kroatien oder sogar Deutschland haben die ersten Reben gepflanzt. Namen wie MONDAVI, SEBASTIANI, SCHUG und GRIGICH stehen für die genannten Länder. Fast alle gründeten erfolgreiche Dynastien. Prominente oder erfolgreiche Geschäftsleute sind in das Business eingestiegen. FRANCIS FORD COPPOLA steht dafür. Die DAOUs zählen zu den letzteren, sind eben Quereinsteiger. Kalifornien bietet kühle Täler im Norden und Regionen an der Küste, aber ebenso warme Gegenden wie das NAPA VALLEY und PASO ROBLES. Man findet extrem große Betriebe wie GALLO oder auch viele kleine Projekte, die oft sehr interessant sind.

Die Familie DAOU stammt aus dem Libanon. Sie flüchtete nach der Zerstörung des Hauses und der Äcker nach Frankreich. Man konnte dort ein gutes Leben führen und fand Geschmack an gutem Wein. Die Brüder zogen später weiter in die USA und bauten erfolgreich eine Network Firma auf. Irgendwann wollte man sich der ländlichen Herkunft erinnern und diese mit dem Interesse an Wein kombinieren. Man beschäftigte sich sehr mit dem Terroir für Cabernet Sauvignon und den anderen Bordeaux Sorten. In der jungen Weinregion von PASO ROBLES fanden sie den HOFFMAN MOUNTAIN. Dort waren bereits Weingärten und somit wurde das Ganze gekauft und das Herz der heutigen DAOU Vineyards. Der Berg ist ca 700 Meter und gar nicht weit vom Meer, somit profitiert er von Nebel und kühlen Winden. Der besagte Boden ist nun Lehm und Kalk, die Voraussetzung hochwertiger Bordeaux Style Weine.

Spannend ist auch das die Familie alles selbst macht. Es gibt keine Önologen als Berater. Unlängst wechselte ein Teil des Teams von OPUS ONE zu Daou. Die Weingärten sind alle im eigenen Besitz, auch keine Selbstverständlichkeit im Sunshine State. DANIEL DAOU war nun zu Gast in Wien. Auf Einladung des Importeurs FINE WINE SHOP by KRACHER. Man war gespannt ob die Weine die einleitenden Worte des Herrn DAOU entsprechen können. Der Großteil wird spontanvergoren und unfiltriert gefüllt. Phenole sind ihnen sehr wichtig. Hoher Phenolgehalt steht für Farbe und Textur im Wein, vereinfacht gesprochen.

CHARDONNAY ESTATE 2020
2 % der Anbaufläche. Es gibt auch einen Reserve. Es werden alte kalifornische Klone verwendet. WENTE und MOUNT EDEN, beide Wineries zählen zu den Pionieren. Eine schöne Nase, etwas Vanille, etwas Röstaromen, leicht nach Apfelstrudel. Eine durchaus elegante, kalifornische Nase. Am Gaumen ist man zunächst auch in dieser Richtung unterwegs, das Finale ist jedoch kühl, frisch mit einem Hauch Minze und Melisse. Eher europäisch. Gute Säure und Struktur. Eine schöne Mischung aus kalifornischen und französischen Stil. Ich bin überrascht.

CABERNET SAUVIGNON ESTATE 2018 80% neues, französisches Holz.
Elegante Nase, dicht und durchaus einladend. Dunkle Beeren, Heidelbeere, Brombeere. Dezente Frucht, nichts aufdringliches. Hauch Banane, gute Struktur und seidiges Tannin. Es kommt diese Graphitnote dazu, Bleistiftspitze. Später dunkle Schoko und etwas Holzkohle. Trinkt sich bereits gut, natürlich einiges an Zukunft. Schöner Wein.

SOUL OF A LION 2016 CS/CF/PV
Selektioniert und ca 22 Monate in speziellen Barriques gelagert. Daniel hat die Fässer mit einer berühmten Binderei in Bordeaux mitentworfen. Diese Weine sind eine Hommage an den Vater, der immer den Kindern die „Seele eines Löwen“ wünschte. Ein ruhiger Wein, der gar nicht dem Estate unähnlich ist. Ebenso dominieren die dunklen Beeren. Natürlich kommt der Wein stoffiger und dichter. Wieder sehr beeindruckend das elegante Tannin und die feine Länge. Bleistift und etwas Zesten im Abgang. Schön zu trinken und viel Potential.

SOUL OF A LION 2018 CS/CF/PV
Für mich hat der 18er bei ganz vergleichbarer Aromatik mehr Druck im Moment. Eine echte Stilfrage und Momentaufnahme der Flaschen. Beide beeindruckend.

PATRIMONY CABERNET FRANC 2018
Wir bleiben zwar am DAOU Mountain, legen aber quasi noch was drauf. Man will schließlich in der absoluten Topliga mitspielen. Eine kleine Parzelle wird nun gut 30 Monate in bestem, französischem Holz ausgebaut. Diese raren Fässer werden teilweise aus wirklich alten Bäumen ( 360 Jahre, sterbender Baum, der von der französischen Regierung freigeben werden muss. Gerade mal 20 Fässer gehen sich da aus) ausgebaut, gilt natürlich für alle PATRIMONY Weine.
Äußerst feingliedrig und ein Hauch Paprikapulver. Unglaublich leichtfüßig und elegant. So bleibt er bis zum Finale. Leicht Frucht und rote Blumen, Rose? Mineralisch am Ende. Toll. Viel gibt’s nicht davon.

PATRIMONY CABERNET SAUVIGNON 2018
Ein Wein der gleich mal sagen will, ich bin Oberliga. Zwar gleich sehr präsent, jedoch spürt man auch, da steckt noch mehr dahinter. Heidelbeeren, Brombeeren, Struktur des Tannins ohne Ende. Feuchter Stein, Kräuter, etwas Olive. Mit Luft wird er nochmals straffer und zeigt einen immensen Zug am Gaumen. Großer Wein.

PATRIMONY BLACK SERIES 2017 MAGNUM
Ein Wein der mir wohl nicht mehr unterkommen wird. Die besten 2 Zeilen der Reben hat Daniel veranlasst diesen Tropfen zu füllen. Ca 600 Magnum. Die Erwartung war grenzenlos. Etwas das den Wein vom normalen unterscheidet, ist diese immense Ruhe, die er in sich trägt. Er wirkt konzentriert und doch elegant. Tolle Mineralität. Bleistift und wieder dunkle Beeren, sogar eher Zwetschke. Lang und tolle Säure. Das kann schon was, gerne in 10 Jahren wieder…. Da wird’s wohl endlich die 100 Punkte geben, bis jetzt waren es nur max 99 schmunzelt der Winzer.
Danke

www.daouvineyards.vom
www.finewineshop.com

Michael Kantor
www.herbeck.wien

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