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Das Weinlog

20.02. @ 08:14

MERLOT ...

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Es gibt unter Weinfreunden durchaus Diskussionen, ob reinsortiger Merlot ein Top Wein sein kann. CHATEAU PETRUS und MASSETO sind nun mal nicht immer zur Verfügung, um den Beweis anzutreten. Als führender Cuvee Partner im Pomerol gibt es unzählige Beispiele, auch im günstigeren Bereich, wie bereichernd diese Rebsorte sein kann. Die klassische Bordeaux Mischung mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc bzw. Petit Verdot ist wirklich eine der besten Kombinationen der Weinwelt.

Der MERLOT stammt ursprünglich aus Frankreich und ist heute im weltweiten Reben Ranking die Nummer 2 hinter dem Cabernet Sauvignon. Die Kreuzung aus MAGDELEINE NOIR DES CHARENTES und CABERNET FRANC wurde im 14. Jahrhundert im Bordeaux das erste mal erwähnt. Der Name MERLOT alleine taucht 1784 wieder auf, und zwar als eine der wichtigsten Sorten im Bordeaux. In Venetien findet man einen BORDÒ ab 1855, der wohl dem Merlot entspricht. In DAVIS (Universität of California) hat man die enge Verwandtschaft zum CABERNET FRANC und zu CARMENERES bestätigt. Durch die Reblaus wurde der Merlot im Bordeaux ziemlich reduziert, erst später kam wieder der Aufschwung. Carmeneres und Merlot wurden erfolgreich nach Chile exportiert und haben dort einen Siegeszug angetreten.
Der Name stammt von dem Wort MERLE, Amsel auf Französisch. Die Trauben schmecken diesem Vogel recht gut. Diese Sorte braucht schon etwas Wärme und ist gegen Frost anfällig. Somit war der Erfolg in Österreich noch nicht so aufregend. Mittlerweile gibt es gute Weine aus dieser Rebe bei uns.

In den letzten Wochen seien diverse Jahrgänge von RENE PÖCKL erwähnt, vor allem 2000. SCHLOSS GOBELSBURG macht einen tollen und die Familie KRUTZLER. Reinsortig 2017 gibt es nun einen Wein von JOHN und MARTIN NITTNAUS.

Es wurde zur Verkostung in die NITSCH FOUNDATION geladen. Die Parzelle am GOLSER KURZBERG, die normalerweise ganz in den COMMONDOR einfließt, erbrachte eine tolle Qualität, somit entschloss man sich diesen Wein extra zu füllen. BLAACHE der Name, nach dem extremen Kalkgehalt im Boden. Bleich (BLAACHE) sagten die Heiligenkreuzer Mönche seinerzeit dazu. HERMANN NITSCH entwarf das Etikett und die Präsentation sollte in einer Blindprobe mit anderen MERLOTs des Jahres 2017 erfolgen. Die Gegner waren hart. Und der COMMONDOR 2017 ist ein großer Wein, nebenbei.

Einstieg:
BLAUFRÄNKISCH GRITSCHENBERG 2014 GROSSE RESERVE ZERO DOSAGE
Der Gritschenberg wurde 2014 leicht verhagelt, somit wollte man keinen Lagenwein füllen. Man probierte einen Sekt zu produzieren. 1500 Flaschen und 7 Jahre auf der Hefe. Ich hatte diesen Schaumwein jetzt schon mehrmals und er ist bestechend erfrischend, mit Tiefgang und leichtem Rotweintouch. Eigenständig und gelungen.

BLAUFRÄNKISCH GRITSCHENBERG 2018 LEITHABERG DAC
Ausbau im 500 Liter Fass, Kalkboden. Tintig, würzig, dicht und verschlossen. Jung und mineralisch. Feines Tannin, mit Luft präzise und fruchtiger. Struktur und Länge. Zwetschke und Orangenzesten, Gewürze. Toller Wein.

BLAUFRÄNKISCH JUNGENBERG 2018 LEITHABERG DAC
Ebenso 500 Liter Gebinde, aber Schieferanteil im Terroir. Der Wein ist schmeichelnder und einladender. Kirsche, Bleistiftspitze, präzise die Säure. Mineralität baut sich auf. Spannend wieder mal beide Lagen nebeneinander zu kosten. Toller Wein.

Die MERLOT Probe. Verdeckt serviert. 2017 only
DUCKHORN THREE PALMS VINEYARD NAPA VALLEY 91% Merlot 5% CS etwas CF und PV
Man ist recht schnell in der neuen Welt. Trüffelschoko, hauch Rum, einladend, etwas üppig vielleicht. Später mehr Struktur und leichte Mineralität. Gute Länge und Struktur. Trinkt sich fein, jedoch ist das einer der WEINE DES JAHREs vom WINE SPECTATOR mit 96 Punkten. Da fehlt bei dieser Flasche doch die Eleganz und Präzision.

CHATEAU EGLISE CLINET POMEROL 90% Merlot 10% CF
Toller Stoff, Kakao, Haselnuss, feine Frucht. Waldbeeren, Orangenzesten, Minze. Elegant und nie aufdringlich. Perfekte Tannine, gute Cremigkeit. Struktur und Länge deuten auf ein langes Leben. Mit Luft bereits ein schönes Glas Wein. ROBERT PARKER vergibt 98+. Ja, schon gut.

BLAACHE 100% Merlot
Dunkle Noten, Wald, Fichte, straffes Tannin. Viel Mineralität vom Start weg. Braucht viel Zeit im Glas, der letzte Schluck zeigt erst, was dieser Wein einmal können wird. Momentan kein Faserschmeichler. Viel Substanz und Zukunft. Die Säure und die Struktur versprechen viel. Es kommt eine zarte, süße Frucht hinzu. Himbeeren, Schoko. Das Finale bleibt präzise, aber etwas unzugänglich. Ein tolles Paket für die Zukunft. Man ist beeindruckt. Toller Stoff.

REDIGAFFI TUA RITA MAREMMA 100% Merlot
Extrem präzise und wieder sehr tintig. Schwarze Kirsche, Schoko, Orangenbiscuit. Tolle Tannine. Elegant und kreidig. Säure und feiner Abgang. Kräuter und viel Würze. Die Luft lässt in feiner und stoffiger werden. Ebenso großer Wein. ROBERT PARKER ist bei 96 Punkten. Passt.

Ich habe Weine 3 und 4 für Österreich nominiert. Dann auf 4 gesetzt, weil mir die leichte Cremigkeit des Weines einen Weg ins Burgenland gewiesen haben. Gut, die Region war noch wärmer. Wein 1 war eindeutig neue Welt, Wein 2 schon irgendwie Bordeaux. Kompliment an die Famile NITTNAUS, der Vergleich war toll und 3 Weine auf einem Niveau, Kalifornien hat heute etwas ausgelassen.

Danke.
www.nittnaus.at
www.weinturm.at
Michael Kantor
www.herbeck.wien

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