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SPEISING Open

20.08.07 @ 17:30

Warum ich ungern in Oesterreich urlaube

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es ist ja eine Weile her und ich bin ziemlich happy darueber, endlich wieder bloggen zu duerfen, auch wenn ich Angelikas Unterstellung maenlicher Wettbewerbslust nicht so einfach hinnehmen will.

Zurueck zum Anliegen, bzw zur Ueberschrift:
Gerade waren wir eine Woche in Oesterreichs bergigen Regionen unterwegs, um letztendlich irgendwann in Tirol zu landen. Das war mein erster Oesterreichurlaub seit ich dem Wachstum entwachsen bin.

Vielleicht sollte es ein zurueck zu den Wurzeln sein, oder einfach nur kuerzere Strecken, um meine schwangere Frau zu schonen. Aber ich dachte schon darueber nach, warum ich mich immer wieder gegen Oe - Urlaub gewehrt hatte. Natuerlich - die Fernlust spielt eine Rolle, aber der Zustand der Gastronomie, sprich das Essen hielt und haelt mich davon ab. Die Angst vor heimischer Landgastronomie, vor schwerer Eintoenigkeit hatte uns unter anderem ueber die Grenzen getrieben.

Und tatsaechlich, leider - die Angst wurde bestaetigt.

Nicht die Goessnitzers oder Buchingers fanden wir, sondern die Frage an die Pensionsvermieterin: "wo wird denn noch selbst gekocht" wurde mit: "grosse Schnitzel gibt s bei,..." beantwortet. Grundguetiger - Dosenware bis zum Abwinken. Frischgekochtes fanden wir nur ein einziges Mal, obwohl wir intensiv suchten. "Schlechtes Fett und Fertigware", so laesst sich der Zustand beschreiben, denn wir trotz intensiver Sucherei antrafen. Mit Ausnahme der Knoedelalm in Kainisch/ STMK waren zumindest die Beilagen ausnahmslos Conveinience. Vom Zustand der Salate will ich gar nicht schreiben. BRRRR!

Wie sehnte ich mich nach Indien, Italien oder die Tuerkei, wo Gemuese noch Gemuese ist - wo Kochen noch Kochen ist.

In gastronomischer Hinsicht ist eine Fahrt durch die Berge wie ein langer Marsch durch die Metro oder die GAST in Salzburg. Daran konnten sogar die Hinweise von altbekannten, feinschmeckenden Speisingern nichts aendern.

Versoehnlich nur die Oma in der letzten Pension in Alpbach. Sie reagierte auf unsere verzweifelte Frage nach Lokalen mit: "Ich gehe nicht essen, deswegen kann ich nix empfehlen, aber einen Kaiserschmarrn mach ich euch gerne." Was fuer eine Wohltat.

-- sonjaaa

37 Kommentare | Kommentar abgeben

dschungeltier, 06.09.07 @ 23:31

ich mach fast überall gern urlaub
Erstens fahr ich nicht nur wegen des Essens auf Urlaub sondern um Länder und Leute kennenzulernen oder mich zu erholen. Essen ist nur ein Teil des Ganzen, der u.U. auch vernachlässigt wird.
Außerdem gibts auch in Österreich gutes und vor allem preiswertes, sehr preiswertes Essen in schönen Urlaubsgebieten. Im Lesachtal beim Birnbaumerwirt zum Beispiel (das Doppelzimmer mit Frühstück um nicht einmal 50 €) und eine wahrlich begnadete Küche zum Sozialtarif die alles draufhat. Die Stille in der Nacht dort muß man auch einmal aushalten. (Nachdem ich das nächste mal dort war folgt eine Kritik). der Filzwieser im Mariazellerland wurde hier eh schon kritisiert, der Gierlinger an der Schlögener Schlinge der Donau, der Mohnwirt in Armschlag im Waldviertel. Der Moserwirt in Königswiesen in OÖ mit genau einer wirklichen Speise: Schweinsbraten mit Erdäpfelknödel (einfach genial, wenns wer nicht mag ist er dort falsch) und und und und..............

Gordon bleu mit Preiselbeeren auf Dosenpfirsich ist nirgends auf der Welt gscheites Essen, in Italien auch nicht (und dort gibts das auch).

Gutes Essen gibts nicht nur in Italien (dort ist nur die Wahrscheinlichkeit an schlechtes Essen zu geraten geringer) gutes Essen gibts auch bei uns, sogar in Deutschland an der Ostsee in der Ex-DDR konnte ich beim vergangenen Urlaub Ende August hervorragendes essen. Und sogar in England hab ich mich 3 Wochen lang ausschließlich von Pub-food gut ernährt. Man muß sich halt traun auch "Niederlagen" zu verkraften. Und wollen muß man auch.

sonjaaa, 04.09.07 @ 12:50

Es gaebe bereits ein neues Thema
Nicht dass mir die Diskussion nicht gefallen taet - find s cool. Aber ich verweise auf den neuen Beitrag: Urbi et Mahlzeit. Oder gefaellt s euch nicht? Das waer traurig.

epicuria, 04.09.07 @ 11:11

ich hab auch in st.ägyd schon eine mittlere katastrophe in form einer lasagne vom hirsch erlebt, die aus schichten von erdäpfelpüree mit dazwischen ca. 20 cm langen scheiben vom hirschgeselchten bestand. beim essen hatte man einen mantsch am teller, wie ich ihn nur gekannt habe, wenn meine kinder lustlos mit dem löffel auf ihr essen geklopft haben, was durchaus vorgekommen ist.
die - à propos - angesprochene qualität der erdäpfel ist auch eines dieser probleme, die mir immer wieder unterkommen. es kann doch nicht so schwer sein, qualität von einem betrieb zu beziehen, der nicht überdüngt?
die beste aussage dazu erhielt ich einmal von einer wirtin im vorhin schon absichtlich nicht namentlich erwähnten zweitheimatort. erdäpfel maximal sautranktauglich, leichte klage darüber angebracht, darauf die antwort: jo, i waas eh, die erdäpfl san heuer goa net guat. tja, das war mein letzter besuch an dieser gastlichen stätte.
aja - mceven, um deine neugier zu stillen: die nette karte hat das 3erlei in hofstetten. aber ich würde einen besuch nciht empfehlen. ein wirt, der gutscheine über eine restplatzbörse verklopft, hat irgendwo ein problem - oder?

kubse, 04.09.07 @ 10:25

Häfngucker
Was ich grad las: http://orf.at/070903-16142/index.html.
Das MUSS sofort hier hinein!

Blöd nur: die Gegend um Stein braucht eigentlich keine kulinarische Häfen-Nachhilfe ;-)

kubse, 04.09.07 @ 01:48

Weißt, St, Aegyd ist ur schwer zu schreiben. Das kann peinlich werden. Also lieber die nächste Ortschaft bemühen ;-)
Aber im Ernst, über den Blumentritt hab ich auch schon die feinsten Sachen vernommen.

Zm Thema, nach einem heißen Sommer mit einigen freiwilligen wie erzwungenen Gasthausbesuchen: für mich sind's da immer wieder die Erdäpfel. Wenn die passen, dann kann das Gasthaus so schlecht nicht sein. Aber in Österreich wird das zunehmend schwieriger, kommt mir vor. Bei den nördlichen Nachbarn dieselbe Situation, nur dass es dort scheinbar immer schon so war. In Italien kriegst halt in der einfachsten Osteria anständige Nudeln, al dente. Und einen herrlichen Kaffee. (Warum muss es grad in den berühmtesten Wiener Kaffeehäusern ein derart untrinkbares Gschlader geben???)

Aber insgesamt wage ich doch zu wiedersprechen: Soll etwa die spanische Küche besser als die österreichische sein? oder die englische? griechische? amerikanische? Ich meine die leistbare Kategorie des Alltags. Würg...

Lieber Martin, wenn du das nächste Mal zu den Rauriser Literaturtagen fährst, dann schau doch zum Gregor Langreiter nach Wörth, "Gusto" heißt das Haus. Da gehst nimmer traurig raus.

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