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Tischgespräche
16.02.07 @ 23:55
Zwischenruf: speisinger heben die Männerquote der SN
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Während ich versucht hab, nach einem wunderbaren Boulez-Bartok-Bruckner-Konzert im Musikverein noch schnell mit der Limousine bei der Oper vorzufahren, ging's ja in der speising-Loge schon recht heiß her! Danke für so viel Diskussionskultur!
Dies hier ist nur ein eingeschobener Zwischenruf: wie aus sicherer Quelle verlautbart, heben in der Wochenendausgabe der Salzburger Nachrichten zwei Speising-Männer die offenbar niedrige Männerquote - hoffentlich stressfrei!
87 Kommentare | Kommentar abgeben
dfw, 20.02.07 @ 13:34
Dr. Masaru Emoto
ist der mit dem Wasser. Recht aufschlußreich.
Wasser wär auch ein Thema. Könnt ma monatelang posten.
Aber vorher mach ma das Gelage.
5622, 20.02.07 @ 13:17
mozart, kühe und eu
@profiler: genau meine rede. inzwischen fühl ich in lokalen besser aufgehoben, wo ich kein gütesiegel erblicke, weil das der beste beweis dafür ist, dass hier ein koch auf dem kurzen weg sich alles selber mit seinen lieferanten richtet und nur so das beste dabei rauskommt (vorausgesetzt natürlich, das happi ist wirklich gut).
@dfw: das mit der beschallung fasziniert mich schon lang. ihr kennt sicher die kobe-rinder: die werden jeden tag massiert, trinken zwei liter bier und hören mozart. die haben kein gütesiegel, aber ich glaub, sie sind bis zur schlachtung glücklicher als sämtliche hausschweine von michael aufhauser zusammen.
apropos mozart: das mit dem beschallen nennt man sonconchieren (oder so ähnlich). das macht auch ein salzburger getränke-produzent mit seinem mozart-liqueur. der beschallt die tanks nächteweise mit mozart und sagt, ein japanischer wissenschafter habe nachgewiesen, dass das funktioniert. na ja. jetzt bin ich wieder vom thema abgewichen. sch...
was bio betrifft: damit ist spätestens 2009 aufgeräumt. da kommt das super aufgeweichte "jeder-kann-sichs-leisten" eu-gütesiegel für bio. dann ist die nahrungsmittelproduktion wahrscheinlich endgültig wieder dort, wo ein paar bio-pioniere vor 20 jahren begonnen haben...
profiler, 20.02.07 @ 13:04
oh bio mio......
ich werd jetzt ein wenig aus meinem berufsalltag erzählen...
also, ich arbeite in einem betrieb der sich einst (vor 15 jahren) die sogenannte "grüne haube" an die brust heftete. diese art von auszeichnung können betriebe erwerben die eine sogenannte naturnahe, regional bezogene und grösstenteils vollwertige (was immer das heissen mag) küchenlinie im programm haben. verliehen wird das ganze von der steirischen gesellschaft für gesundheit.
jahr für jahr werden diese betriebe auch stichprobenmässig kontrolliert, ob die vorgegebenen richtlinien auch eingehalten werden.
im laufe der zeit wurden die vorgaben immer strenger und zwar in richtung "komplett bio"
seit beginn meiner tätigkeit in unserem haus, versuchte ich die bauern (insgesamt 16 an der zahl) von denen wir einen grossteil unserer lebensmittel beziehen auf eine hochqualitative denk- und arbeitsweise um zu erziehen.sorry für diesen ausdruck. und was ist bekanntermassen der beste motivationsfaktor? genau.... GELD!
ich machte all jenen, von denen mir die produkte nicht so richtig gefallen haben das angebot wesentlich mehr als marktüblich zu bezahlen, wenn sie mir die dinge so produzieren wie ich sie gerne hätte. um es etwas ab zu kürzen..... nach ca. zwei jahren waren dann alle zusammen reif.
ich kaufe nun zum beispiel von einem hiesigen bauern hochwertigstes galloway um 12.- europa das kilo (netto) und zwar fast dessen ganze produzierte menge. bei milchkalb, gemüse, milch, joghurt, butter etc. verhält es sich ähnlich.
soweit so gut....
jetzt wurden die vorschriften für das behalten der grünen haube mit der zeit immer strenger, so zum beispiel müssen nun die betreffenden bauern bio-zertifiziert sein usw. usw.
jetzt stand ich vor der schwierigen situation einerseits für unser haus die grüne haube zu erhalten, da diese einst ein werbemässiges zugpferd für den betrieb darstellte, andererseits hatten die meissten der bauern keine lust sich bio-zertifizieren zu lassen, weil das zum einen ziemlich geld kostet und zum anderen jede menge bürokratischen krims krams mit sich bringt und die jeweiligen landwirte jedoch einen grossteil ihrer erzeugnisse auf meine bedürfnisse umgestellt haben und ich genau WEISS, dass sie bio produzieren. halt eben nicht offiziell... nach längerem hin und
her beschlossen wir auf die grüne haube zu pfeiffen und lieber unseren lieferanten die treue zu halten. das ganze hat sich überhaupt nicht nachteilig fürs geschäft entwickelt... mit dem kleinen unterschied halt dass alle beteiligten zufrieden sein können...gäste, landwirte, mein chef und nicht zuletzt ich selber.
verzeihung für die länge des eintrags, kürzer habe ichs nicht hinbekommen.
gruss
TomCool, 20.02.07 @ 12:51
Und was das Schönste an Asterix ist...
..., am Schluss gibt's immer ein Festgelage.
:-D
sonjaaa, 20.02.07 @ 12:18
Asterix
Endlich kommt mal Asterix zum Zug. Tom hat vollkommen Recht mit seinem Ansatz. Die Idee, den Bio Begriff zu strapazieren ist schon eine Gute. Immerhin diskutieren wir hier darueber. Aber fernab artgerechter Haltung und Pflanzung ist es doch ein sehr wesentlicher Punkt, regionale Produkte saisonal zu verspeisen. Und genau das machen die Tuerken (wie auch die Japaner). Innerhalb der angeblich zivilisierten Gesellschaften denkt doch kein Mensch mehr daran, ob eine Frucht gerade reif ist,... Wir fressen was wir kriegen und lassen uns im Winter Biotomaten servieren. Das ist die eigentliche Perversion.
Vielleicht sollten wir in diesem Zusammenhang eine Tour d´speising veranstalten. Soll heissen: man soll nicht genauso kochen wie Bocusse, sondern regional bezogen. Das hat noch kaum ein Koch begriffen.
Zurueck zum Billa: gestern sah ich die Werbung mit dem Wiener Schnitzel. Der Hausverstand sagt, dass das Fleich aus Oesterreich sein soll und man beim Billa angeblich nur Solches bekommt. So viel ich weiss, ist Fleisch ab dann offizieller Oesterreicher, wenn es hier verpackt wurde!
Gier und Moral sind die ekelhafteste Verbindung die es gibt. Und da Ekel immer mit Oral zu tun hat, ist speising der optimale Stammtisch fuer diese Thema.
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33