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Tischgespräche

28.02.07 @ 07:52

Umgangsformen

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Sie bieten Ihren Gästen ein Glas Bier oder Wein an. Und erhalten als Antwort „Ach, ein Glas Champagner wär mir lieber!” Natürlich haben Sie keinen Champagner im Haus, Sie hätten aber auch sonst keine Lust, selbigen zu offerieren. Bei mir daheim würde ja schon der Wunsch nach einem Glas Bier auf Schwierigkeiten stoßen. Aber keine Sorge: der Gastgeber muss nicht. Es liegt an der Höflichkeit seiner Gäste, den Getränkevorschlag anzunehmen. Der sei bindend. Meint jedenfalls eine Frau Inge Wolff, Vorsitzende des Arbeitskreises Umgangsformen International in Bielefeld. [see tinyurl.com/yskovx ]

Ausgenommen seien Wünsche nach nichtalkoholischen Getränken – das sei „zulässig”. Es zähle sogar zu den Pflichten des Gastgebers, Mineralwasser im Haus zu haben. Hab ich aber nicht, ebenso wenig wie Bier. Aber dafür nun jede Menge Tipps fürs Aufmotzen von Leitungswasser. Ist ja schon mal was!

Weitergedacht: Muss ich mich als wohlerzogene Gästin auch mit dem wässrigen Zweigelt des dubiosen fahrenden Weinbauern zufrieden geben, der die Freundin regelmäßig heimsucht? Oder einem 1998-No-Name-Soave, der im letzten Moment noch bei der Tankstelle gekauft worden war? Fällt es schon unter schlechte Umgangsformen, bei solchen Gelegenheiten vorausahnend den eigenen Wein mitzubringen? Wie gehen Sie um?

38 Kommentare | Kommentar abgeben

katiza, 01.03.07 @ 08:59

Oh ja - und schon sind wir bei einem neuen Themenstrang
Sardinien vor 15 Jahren - wild campieren und plötzlich kommen Einheimische, fragen, ob sie hier grillen dürfen (es war unser Platzl, aber immerhin ihre Insel) und grillen ein Lamm auf Mirto-Blättern - dazu Cannonau aus Kanistern und anschließend Espresso aus der Thermoskanne - wir hatten nur Rauchwaren zu bieten, Gitarrenmusik und Dankbarkeit...
Zum Ursprungsthema: Im Hause habe ich immer ein paar gute Rot- und Weißweine - von 06/10 bis 04/12 - viele davon auch von Gästen mitgebracht und nicht gleich mit ihnen getrunken (wie hält man es eigentlich damit - ist es unhöflich den vorbereiteten Wein zum Essen zu kredenzen, obwohl jemand seinen Favorit mitgebracht hat?). Bier gibt es auch immer 6 bis 8 Fläschchen, Wasser aus der Leitung und ein wenig Sirup dazu, falls die Neffen kommen

katiza, 01.03.07 @ 08:57

Oh ja - und schon sind wir bei einem neuen Themenstrang
Sardinien vor 15 Jahren - wild campieren und plötzlich kommen Einheimische, fragen, ob sie hier grillen dürfen (es war unser Platzl, aber immerhin ihre Insel) und grillen ein Lamm auf Mirto-Blättern - dazu Cannonau aus Kanistern und anschließend Espresso aus der Thermoskanne - wir hatten nur Rauchwaren zu bieten, Gitarrenmusik und Dankbarkeit...
Zum Ursprungsthema: Im Hause habe ich immer ein paar gute Rot- und Weißweine - von 06/10 bis 04/12 - viele davon auch von Gästen mitgebracht und nicht gleich mit ihnen getrunken (wie hält man es eigentlich damit - ist es unhöflich den vorbereiteten Wein zum Essen zu kredenzen, obwohl jemand seinen Favorit mitgebracht hat?). Bier gibt es auch immer 6 bis 8 Fläschchen, Wasser aus der Leitung und ein wenig Sirup dazu, falls die Neffen kommen

-ad-, 01.03.07 @ 08:36

Der schönste Abend passiert einfach...
Beipflichtung auch meinerseits. Und die beste Gastgeberin: die Natur. Als wir vor fünf Jahren meinen Geburtstag an den See verlegten, um die Mittsommernacht wars, zu vier guten Freunden kamen noch zwei sich liebende Lehrerinnen dazu, ich allein, wir hatten allerhand picknicktaugliches Mahl vorbereitet, eine Kühltasche mit Getränken, alles nix Besonderes, aber die Stimmung da: spiegelglatter See, Froschgequake, Glühwürmchen, hüpfende Fische, und dazu noch Vollmond und auf den Bergkämmen die Herz-Jesu-Feuer der aufrechten Tiroler - so viel wunderbaren Kitsch hält man ja kaum aus.

Der Versuch der Reinszenierung im darauffolgenden Jahr: besserer Wein, ausgetüfteltes Essen - war nur ein bemühter Abklatsch. Außerdem wars viel zu kalt.

mazi, 01.03.07 @ 08:04

Markennamen leer
Lieber 5622, Du sprichst mir aus dem Herzen! Nicht, dass ich nicht auch vor den sogenannten Marken den Hut ziehe (wenn sie halten, was versprochen wird...), aber das eigentliche, das im Leben zählt, ist Spontaneität.

Ja, es gibt natürlich die vorbereiteten Feste, die Freude daran, etwas schön zu gestalten, zu planen, exklusiv (im guten Sinne des Wortes, vielleicht wäre "besonders" das bessere...) zu machen.
Bei Geburtstagsfesten für Kinder ist eine liebevolle Vorbereitung und die Vorfreude auf die leuchtenden Kinderaugen, wenn man sie 5 Stunden nach Beginn, selbst am Rande des Wahnsinns und erschöpft, aber rundum glücklich an die Eltern zurückgibt, ein Geheimrezepzt.
Und gerade da merkt man das Wichtige: man nimmt sich Zeit. Zeit für die Gäste, ob groß oder klein, kann niemals mit großen Namen wettgemacht werden.
Wenn ich 22 Kinder zu einer Kinoparty einlade, sie dort verköstigt werden, sie Markenkindersekt samt Sacher verdrücken und Kino schauen wird das einen ungleich... vergänglicheren Eindruck hinterlassen als ein Ritterfest, wo man diverse "aventiuren" wie Brezelessen, Sackhüpfen und Co zu bestehen hat und dann mit den Fingern ein Rittermahl am Tisch (alles mit Plane abgedeckt:-)) verzehrt.

Gleiches gilt für große Gäste: ein Catering mit Tüdldü und Chichi, die großen Namen auf den Flaschen, kein Abwasch - fein.
Und dann die gemütlich spontane Spielrunde, ein paar schnell und vielleicht gemeinsam zusammengedrehte Knödeln, Palatschinken mit der letztjährigen Marillenmarmelade am Tischgrill und dazu ein Most (oberösterreichisch, vom Lieblingsbauern) - ist das überbietbar?

Beides hat seinen Platz, und dort, wo man Inhalte nicht mit Seele, mit Herz füllt, bleiben sie leer...

5622, 01.03.07 @ 00:23

jetzt werd' ich wieder jung...
die klassifizierung ist tatsächlich gut. kann man doch gleich alles gleich einschachteln und bewerten. aber ich werd nicht müde zu betonen, dass klassifizierungen der erste schritt zur langeweile ist.
ich kann und will mir bei einladungen die ganz großen aufmerksamkeiten für meine gäste einfach nicht leisten. vor allem, weil ich viel zu viel besuch daheim habe.

ich bin auch überzeugt, dass exzellente produkte und tolle dekoration viel zu viel von einem schönen abend ablenken würden, weil diese materiellen dinge gleich zum gesprächsthema werden. und die wirklich schönen abende passieren doch einfach. oder? was waren eure schönsten geselligen runden, an die ihr euch erinnert. ich bin ziemlich sicher, da tauchen bei jedem von euch irgendwelche picknicks am strand, gemütliche abende auf almhütten oder ein spontaner besuch, der mit wein aus dem kanister bis in die morgenstunden abgefüllt wurde, auf. frei nach element of crime: "der whisky war uns nie zuviel und das zweite glas unser ganzes hab und gut - damals hinterm mond" . ich glaub, uns gehts allen viel uns zu gut, weil unser feuer offenbar nur noch mit markennamen angeheizt werden kann("um gottes willen: huch: bloß keine no-names anbieten. was denkt denn da der besuch.").

ich geh jetzt in meine bescheidene kellerbar und lass mir was vom weinschlauch runter (corbieres: 13,5 proz., 10 liter, sechs monate nach dem öffnen haltbar) - prost und gute nacht und: bussis auf die bauchis...

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