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Tischgespräche

28.02.07 @ 07:52

Umgangsformen

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Sie bieten Ihren Gästen ein Glas Bier oder Wein an. Und erhalten als Antwort „Ach, ein Glas Champagner wär mir lieber!” Natürlich haben Sie keinen Champagner im Haus, Sie hätten aber auch sonst keine Lust, selbigen zu offerieren. Bei mir daheim würde ja schon der Wunsch nach einem Glas Bier auf Schwierigkeiten stoßen. Aber keine Sorge: der Gastgeber muss nicht. Es liegt an der Höflichkeit seiner Gäste, den Getränkevorschlag anzunehmen. Der sei bindend. Meint jedenfalls eine Frau Inge Wolff, Vorsitzende des Arbeitskreises Umgangsformen International in Bielefeld. [see tinyurl.com/yskovx ]

Ausgenommen seien Wünsche nach nichtalkoholischen Getränken – das sei „zulässig”. Es zähle sogar zu den Pflichten des Gastgebers, Mineralwasser im Haus zu haben. Hab ich aber nicht, ebenso wenig wie Bier. Aber dafür nun jede Menge Tipps fürs Aufmotzen von Leitungswasser. Ist ja schon mal was!

Weitergedacht: Muss ich mich als wohlerzogene Gästin auch mit dem wässrigen Zweigelt des dubiosen fahrenden Weinbauern zufrieden geben, der die Freundin regelmäßig heimsucht? Oder einem 1998-No-Name-Soave, der im letzten Moment noch bei der Tankstelle gekauft worden war? Fällt es schon unter schlechte Umgangsformen, bei solchen Gelegenheiten vorausahnend den eigenen Wein mitzubringen? Wie gehen Sie um?

38 Kommentare | Kommentar abgeben

dfw, 28.02.07 @ 22:00

@Russel
besten Dank, wie gut, daß ich in dieser Community bin.

Bei Petrus oder Romanee Conti wär's dann 500/2000. Ich mach nur Spaß.

Wieder was gelernt. Wer hat diese Klassifiezierung eigentlich erfunden ??

Russell, 28.02.07 @ 21:44

@dfw
06/10 bezeichnet so wie 08/15 oder 04/12 einen Eurobereich, innerhalb dem der Weinpreis zu liegen kommt.
06/10 ist ziemlich zutreffend bei den prämierten Weinen unter 10€, die man bei Wein&Co bekommt.
04/12 wäre zB ein Trip ins Burgenland, wo schon sehr, sehr gute Weine um 7 Euro abgeholt werden können.
Der Barrique Pinot Noir aus Purbach kostete allerdings 13 €uro.
Ein beliebter 04/12 Bereich wäre auch zB. beim Matthias Hager in Mollards gegeben. Da sind die Weißen aus den guten Lagen zwischen 7 und 9 € preiswert.
Ich kaufe definitiv keine Weine um 2,99€ beim Billa oder Spar. Ganz im Gegenteil: dann schon eher einen weißen Imperial (ca. 16 €) oder einen roten (meistens 20) von Halbturn.
-
Und wenn ich wieder einmal gut aufgelegt bin, schaue ich nicht so sehr auf den Preis, sondern decke mich mit
Titan von der Ehn,
Tethys von Graf Hardegg
Viognier von Graf Hardegg
oder
Flaming vom Aumann ein.
-
Bei den roten ist die Liste entsprechend länger, da kommen neben den Burgenländer auch die Franzosen und die Spanier zum Zug.
Oder der portugiesische mit der Wilhelm Busch Grafik am Label...

dfw, 28.02.07 @ 21:08

Hilfe Russel
was ist bei Weinen eine 06/10 Klasse ??

dfw, 28.02.07 @ 20:45

eigener Wein
Ich kenne meine Gäste, und die Gastgeber kennen mich, in der Regel.

Inge Wolf aus Bielefeld kenne ich nicht. No na. In dem von Frau Wolf gewählten Beispiel ist der Sager "Champagner wäre mir lieber" eindeutig unhöflich und unangebracht. Nur habe ich solche Gäste nicht.

Eigenen Wein mitzubringen, ist keinesfalls unhöflich. Ich selbst mache das manchmal, wenn ich darum gebeten werde; von Gastgebern, die schon bei der Einladung sagen, daß sie von Wein nichts verstehen.

Daß Speisinger mit No-Names oder wässrigen Zweigelts bedient werden, kann ich mir nicht vorstellen.

"Vorausahnend den eigenen Wein mitzubringen" kann ich mir vorstellen. Mit meinem Schmäh wird der auch getrunken.

Also Angelika: Sie müssen sich nicht mit No-Names und wässrigen Zweigelts begnügen, solange ich Sie zu diesen Einladungen begleiten darf. Und wenn Sie mir sagen, was es zu essen geben wird, dann werden wir die passende Weinbegleitung schon finden. Die letzte Flasche Chateau Petrus habe ich leider schon hergeschenkt. Und das Leitungswasser motzen wir mit meinem Granderstab auf.

Sie sehen also, wir sind gut erzogen und können mit jeder Situation umgehen.

Russell, 28.02.07 @ 11:28

Anpassung
Als Gastgeber kenne ich meine Gäste.
Ich weiß auch, was sie normalerweise für ihre eigenen Weine zahlen.
Nicht alkoholisch gibt es bei uns Leitungswasser, manchmal mit Kristallen aufbereitet.
Da einige Kinder nur Eistee, Almdudler oder Coca Cola trinken, wird das vor größeren Festen eingekauft.
Wenn nicht so enge Bekannte mit Kindern kommen, so wird auch Apfelsaft und Orangensaft eingekauft.
Bier gibt es bei uns im Haus normalerweise nicht. Gott sei Dank lebt mein Sohn um die Ecke, falls Bedarf besteht.
Manchmal ist aber Bier das passende Getränk. Wenn ich es selber einkaufe, gibt es nur Gösser, Trumer, Kapsreiter, Zwettler oder ein ähnliches aus der Gegend (z.B. Schremser)
Bei den Weinen habe ich normalerweise welche aus der 06/10-Klasse. Zu besonderen Gelegenheiten auch einmal etwas aus 12/20. Aber da muss ich schon wissen, dass die Empfänger Wain richtig buchstabieren können und europäischen Wein den Importen aus Kalifornien vorziehen.
Bei meinen Kindern habe ich keine Bedenken, ihnen teureren Wein einzuschenken. Erstens trinken sie nicht zu viel und da ist es wie mit allen Gütern, was man Kindern an guten Geschmack beibringen kann, ist nicht verloren.
Deswegen sollte man seinen Kindern auch auf Bösendorferflügeln Klavierunterricht erteilen lassen.

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