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Das Gastlog

21.07.06 @ 12:31

Retro 2

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Zur wohligen Kindheitserinnerung mit absurden emotionalen und kulinarischen Elementen faellt mir noch was ein: Wie ein Tag mit Sieben schmeckt ja auch das morgendliche Schmelzkaesesemmerl in Fruehstueckspensionen. Die Foliendreiecke gehoeren offenbar genau so zur oesterreichischen Urlaubsathmosphaere wie der Tischmistkuebel, die karierte Tischdecke oder das winzige Leberaufstrichdoserl. Fuer mich persoenlich hat diese - sehr, sehr komische - Sitte wesentlich mehr mit alpenlaendischer Tradition zu tun als Karl Moik, Herzerlsessel oder sonstwelcher Kitsch. Ob das gut ist - keine Ahnung, aber ich muss zugeben, dass ich manchmal auf ein Fruehstueckspensionsfruehstueck steh.

20 Kommentare | Kommentar abgeben

membaer, 25.07.06 @ 09:10

Bratl in die Höh!
... habe am Wochenende beim retroschwangeren Schwenden in der Obersteiermark zu Mittag in der Almhütte des Schwendvaters einen Schwartelbraten vom alten Ofenherd mit Saftl geniesen dürfen. Da passte einfach alles - vor allem auch die Umgebung. Keine Frage nach der Herkunft des Schweinderls. Und zur Morgenstunde gabs frischgedrehte Buttermilch (... dies alles 150 Höhenmeter unter dem Pass einer Passstraße).

karlheinz, 24.07.06 @ 23:04

never expect the expectable
es ist vielleicht auch ein sprengen der erwartungshaltung des gastes, wenn ein gordon ramsey schwartelbraten serviert, das macht es schick.
in einem landläufigen österreichischen hauben - landgasthof wäre es zu vorhersehbar, zu gewöhnlich um verspielt zu sein.
ein g.r. hingegen exaltiert sich durch sein hinablassen in die niederungen des alltags, das macht ihn schick.

wäre ein erklärungsversuch, der aber m.e. ein bisserl hinkt, weil ich den gast dadurch pauschaliere (aber das ist ja eh schon passiert).

für meine andere idee, dass es auch lukrativ ist, ein günstigeres produkt in ein 90-pfund-menü einzubauen, habe ich zu wenig einblick in die materie. und mir ist schon klar, dass beim g.r. der materialpreis e i n e s ganges das geringste finanzielle problem ist.

aber, wollen wir hoffen, dass bratl und blunzen im elysium auch bald in den niederungen wieder mode werden und die "nachkocher" ihr geschäft auch verstehen.

was ich doch an einigen orten bestätigen kann. danke.

PICCOLO, 24.07.06 @ 22:30

@minimalist
Fein und gut wenn es das gibt. Aber der Österreicher ist immer ein wenig "hinten". Wer sich erinnert: 1982 -- Die Nouvelle Cuisine kam mit 10 Jahren Verspätung in gerade einmal 20 Betrieben an. Ich glaube hierzulande schaut man zuviel auf das was "der andere" hat, dann schaut man ob der andere Erfolg hat, und dann macht man es. Dann spart man sich vor allem in Städten mangels Platz ( die Mieten sind erdrückend) Abfälle und Küchendunst. Klein portionierte Stücke machen weniger Mist...

Für mich jedoch ist kein tierisches oder pflanzliches Körperteil tabu. Erst letzte Woche habe ich mir gut 50 Nierchen von jungen Bio - Hähnen mit den winzigen Hoden oder sollte man Hödchen sagen, geröstet und munden lassen... die Hälfte teilte ich mit einem zufällig anwesenden Herrn, der sich gleich wie Napoleon fühlte und nicht glaubte was man alles essen kann.

Minimalist, 24.07.06 @ 18:58

noble Blutwurst?
ich weiss nicht, ich weiss nicht?
Warum dürfen die 3 sternigen "Arzak" und "Berasategui" Blutwurst servieren, oder das ebenso 3 sternige "Le Calandre" einfach Safranrisotto und Gordon Ramsay einen Schwartelschweinsbraten,...?
Und bei uns akzeptieren die Esser nur Filet, Hummer, Austern, Stopfleber, Kaviar....?
Das klingt nach Ausrede, Sorry.

PICCOLO, 24.07.06 @ 18:01

Wadschinken....
...ist für Viele das "almaeckerl" am Frühstückbuffet. Leider. Da sind ja Sehnen drin! Ist das mager? Kann man das essen? Was für ein Schinken ist das?
Bedeutende Teile des Allgemeinwissens über die Kochkunst fehlen dem heutigen Publikum leider. Man muß zu jeder Speise schon eine Erklärung schreiben. Dabei wäre "Kopffleisch" an sich schon etwas das Feines ankündigt. Und das 100 Leute Essen aus dem Kalb? Schön. Nur bei 100 Leuten gibts sicher 30 welche dann mehr als schön ist am Teller lassen. Weil der eine glaubt das und der andere das.

Das Axiom des "erlesenen" Verfeinerten" hat die Küche rampomiert, wenn es um die Verwertbarkeit nieder angesehener Teile geht.

Den Wadschinken essen daher vorwiegend Personen die über 60 sind. Jüngst bei mir ein 95 jähriger Münchner, der mir versicherte so etwas seit 50 Jahren nicht mehr auf einer Speisenkarte gesehen zu haben. Ich glaubte es ihm, denn er war sicher ein Gast in großen Häusern.

Viele Grüße, und nett dass ihr alle wieder da seid!!

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