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SPEISING Open

01.10.07 @ 08:07

Tausche Gen-Tomate gegen Bio-Radieschen

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Jetzt können die Holländer auch schon Paradeiser (sie sagen Tomaten dazu) züchten, in deren grüne (giftige) Stengel sie genetisch verführerische Duftstoffe zur Lockung der Konsumenten infiltrieren. Und in England sind bunte Gemüse in Pralinengröße der letzte Schrei, die man in hübschen Bonbonnieren erstehen kann.

Die einzige kulinarische Bewegung, die sich diesem Gen-Wahnsinn einigermaßen organisiert entgegenstellt, ist Slow Food, und gerade das hat in Österreich bisher allenfalls ein Randgruppendasein unter einigen beherzten Genießern gefristet. Im bevorstehenden Kampf gegen die Übermacht der Lebensmittelkonzerne hat nun allerdings auch „Slow Food Wien“ endlich eine vorzeigbare Jeanne d'Arc gefunden. Es ist die TV-Moderatorin und Kochbuchautorin Barbara van Melle, die ihre Slow-Food-Armee, sekundiert von der Schilterner Bio-Saatgut-Vorreiterin Arche Noah, auch bereits mit zwei Wunderwaffen ausgerüstet hat: Es handelt sich um die bodenständige Radieschensorte „Asperner Riese“ und den garantiert genfreien Altwiener Paradeiser „Großer Stummerer.“

20 Kommentare | Kommentar abgeben

dschungeltier, 03.10.07 @ 10:44

es ist stärker als ich:
@ tom cool: schreibt keine kochbücher sondern kocht und ladet mich zum essen ein :-))

@piccolo: sei umarmt dafür: "Die Burenwurst an getrüffeltem Kartoffelpüree beim Modekoch - ein Essen "zum Niederknien" besser kann mans nicht sagen

TomCool, 03.10.07 @ 10:18

@piccolo
Lass uns gemeinsam ein Kochbuch schreiben!

PICCOLO, 03.10.07 @ 09:33

dschungeltier
Begriffsbewußtes Essen ist in unserer kapitalistischen Wirtschaftsordnung sehr notwendig. Nicht für die "Gesunderhaltung" unseres Leibes wird gegessen, sondern zur Feststellung des finanziellen Status. Slwfood ist eine Art Fress - Sekte wo man die selben Personen sieht wie in den Rotrary - Lions - Golfclubs.

Oder Leute die sich einfach "geil" finden weil sie neben Zahnarzt und Anwalt zu sein , sich noch als Gourmets ausweisen wollen. Im Grunde folgen sie der Herde und beten die selben Idiome an die ihre "Schäfer" vorbeten. Sie bilden damit nur Kausalketten des Geschäfts mehr nicht.
Geistloses blödes Verzehren mit Verdauungsbeschwerden. Wem das reicht, der hat ein bequemes Genießer - Dasein. Daran ist natürlich nichts auszusetzen. Man kann es so sehen. Wer weiter denken will und etwas aßerhalb der gesteuerten Esser - Moral sein Leben schöner findet wird sich sehr schnell etwas viel Besseres finden. Es liegt unbeachtet vor ihm. Es muß den Nebel des herrschenden Geschmacks der Modeküche einfach verlassen.

Daher kommen auch die sehr teure Luxusrestaurants und auch die billigen Imbissbuden. Nicht wegen "besserer" oder "schlechterer" Küche. Der Hummer des Hamburger Fischzirkus am Pappteller mundet gut! Die Burenwurst an getrüffeltem Kartoffelpüree beim Modekoch - ein Essen "zum Niederknien"! In beiden Varianten kannst du gut essen.
Eine Karotte aus der Erde ziehen , an der Hose abwischen und in den Mund stecken - fein!
Die "richtige" Ernährung würde man aber nicht " slow " oder " fast " nennen müssen, sondern "living food". Denn man muß sich die Essweise immer der persönlichen Stimmung anpassen. Bin ich im Stress, dann ist Fastfood besser weil es zur inneren Stimmung passt. Bin ich in Ruhe, passt ein langes Menü, will ich erotisches muß ich darauf sehen, dass mein Blutdruck passt, also nur Früchtesaft und keinen Alkohol. usw....
Living Food würde natürlich auch auf den Zustand der Nahrung ´zu beziehen sein: Es muß noch in dem Zustand des "Lebendigen" sein. Nicht Bio und Quatsch. Das ist zerkleinertes Fleisch oder lang vermahlenes Getreide nicht mehr. Sprich: Keimfähiges Korn, Gemüse, frische Kräuter, kein abgehangenes (mortifiziert - langsam faulendes) Fleisch, keine Pasteten, gekochte Würste und Schinken usw. und natürlich das uralte resch und frisch gebackene Brot. ...

Man sieht hier auch schnell das Dilemma der Kochbuchautoren, keiner ist seit langer Zeit in der Lage ein wirklich gutes Buch zu schreiben. Besonders Köche sind in dieser Sache wahrlich Komiker. Es geht um das immer weiter vermischen der im Markt erhältlichen nahrhaften Bestandteile und nicht um eine Küche die sich mit dem menschlichen Gemüt anfreundet. Die eigene Eitelkeit wird bedient und mit der Hoffnung verkauft einen Deppen zu finden der diese Arroganz schätzt! Siehe des Rindfleischgottes neue Bibel.... .... So ist jedes Buch, egal woher und von wem oft nur eine Marktschreierei, Angeberei und nur als weitere Buchrücken im Regal tauglich....

dschungeltier, 02.10.07 @ 18:41

eigentlich wollt ich die pappn haltn
aber eines muß ich doch loswerden: wir werden nicht wegen der modernen ernährung 95 sondern trotz der modernen ernährung. es ist schon fast ein medizinisch zivilisatorisches wunder, das diese übergewichtigen wuzerln, die heutzutage die straßen bevölkern, so alt werden.
übrigens weiß ich schon ein bisserl, wovon ich red, ich bin arzt.

karlheinz, 02.10.07 @ 18:00

warum?
@dsch.tier:
"warum nennt man das vernünftige verwerten von nahrung slow? food?"

warum ist diese art nahrung zu verwerten vernünftig?
("so gabs die köstlichsten gerichte, aufläufe, gröstln ect.")
fett, tierisch (speck im gröstl), kalorienreich, unzeitgemäß, schuld daran, dass wir nur 65 und nicht 95 jahre alt werden, ...

leben wir nicht gesünder, wenn's functional ist? ya, cult brauchen wir schon ein bisserl um uns gegen den gen, den atom und alles andere, was die so in die luft schießen, wehren zu können.

warum nicht raunzen, wenn uns ein begriff ohne unser wissen "ver"klärt wurde (danke, oberkellner! ihr sprecht mir aus der seele!)?
nein, nein ... wir neigen schon nicht zum aufbauschen!

alarmiert sein können wir auch aus dem bauch heraus, ganz ohne klein- und größerformatiges expertentum:
wenn der erste versuch, durch gezieltes gene engineering das zu erreichen, was wir seit jahrtausenden durch bewusste selektion tun,

nämlich ertrag (quantität) und, wie in diesem fall beabsichtigt , geschmack (qualität) zu verbessern (gewisse tomaten waren da ja willige versuchskaninchen),

so kläglich scheitert, weil werbung und papillen unvereinbar waren,
brauchen wir vor der verwertlosung unserer gustostückerln durch kulino-technische fiction nicht wirklich erzittern.

egal, was uns centurien von experten vorwarnen.

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