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SPEISING Open
01.10.07 @ 08:07
Tausche Gen-Tomate gegen Bio-Radieschen
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Jetzt können die Holländer auch schon Paradeiser (sie sagen Tomaten dazu) züchten, in deren grüne (giftige) Stengel sie genetisch verführerische Duftstoffe zur Lockung der Konsumenten infiltrieren. Und in England sind bunte Gemüse in Pralinengröße der letzte Schrei, die man in hübschen Bonbonnieren erstehen kann.
Die einzige kulinarische Bewegung, die sich diesem Gen-Wahnsinn einigermaßen organisiert entgegenstellt, ist Slow Food, und gerade das hat in Österreich bisher allenfalls ein Randgruppendasein unter einigen beherzten Genießern gefristet. Im bevorstehenden Kampf gegen die Übermacht der Lebensmittelkonzerne hat nun allerdings auch „Slow Food Wien“ endlich eine vorzeigbare Jeanne d'Arc gefunden. Es ist die TV-Moderatorin und Kochbuchautorin Barbara van Melle, die ihre Slow-Food-Armee, sekundiert von der Schilterner Bio-Saatgut-Vorreiterin Arche Noah, auch bereits mit zwei Wunderwaffen ausgerüstet hat: Es handelt sich um die bodenständige Radieschensorte „Asperner Riese“ und den garantiert genfreien Altwiener Paradeiser „Großer Stummerer.“
20 Kommentare | Kommentar abgeben
dschungeltier, 02.10.07 @ 13:15
geschützter begriff
slow food als eingetragene bezeichnung, da kommts mir eh schon hoch. ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass slow food halt das gegenteil von fastfood, vom essen im stehen an der strassenecke, am würstelstand, das gegenteil der wurstsemmel und von mcdonald ist. dass man darunter eine "religiöse" bewegung auch schon versteht war mir bis vor 5 minuten neu. nun, dank wikipedia bin ich jetzt zwar nicht gescheiter, aber weniger ungebildet. warum nennt man das vernünftige verwerten von nahrung slow? food? und was ist neu daran. meine mutter nannte das gar nicht, sie machte es einfach. so gabs die köstlichsten gerichte, aufläufe, gröstln ect.
aber ich schreib zu viel.
dschungeltier, 02.10.07 @ 13:08
TomCool, 02.10.07 @ 10:08
Eine gute Wurst
ist sogar der Inbegriff des "Slow Food". Weil dabei jene Teile des Tieres verwertet werden, die für die Gastronomie "zu minder" geworden sind.Gesamtheitliche Verarbeitung des Tieres ist ja ein Grundkonzept der Slow Food Bewegung.
PICCOLO, 02.10.07 @ 01:18
Eine gute Wurst
ist nach meiner Auffassung kein Fastfood. Ich meine jetzt nicht die zu tausenden abgedrehten Brenwürste einer Wurstfabrik. In Österreich gibt es viele Metzger Familienbetriebe deren Würste durchaus auch sehr speziellen Charakter besitzen. Dass die Wurst dann an einem Standl gegesen wird halte ich auch für Esskultur. Für mich ist Esskultur nicht immer das Essen, sondern der Esser. Ein Depp der eine Delikatesse wie ein Depp verspeist tut sich nichts Gutes. Der Delikatesse ist das egal. Dem ders verkauft auch. Das kann jeder Beobachter feststellen, man muß es nur wissen worauf man schaut. Es ist wie mit Deiner Gänseleber. Ich habe früher viele davon zubereitet bis mir ein Franzose zeigte worauf man schauen sollte. Die Parasiten (Leberegel, Karottenwürmer) schmecken auch so wie die Leber. Man konnte sie nur mit geübtem Auge sehen. Ab dem Zeitpunkt war es aus mit dem Genuß, dann sagte mir noch ein Arzt, dass man davon irr fett werden kann und zum Schluß erst sah ich wie sie gemacht werden.
Ähnlich war es mit dem Kaviar.
Gentechnik ist so wie Atomwissenschaft. Man muß sie gedeihen lassen, überall gibt es Gutes und Schlechtes.
Was ich oft sehe beim Kalbsfleisch sind Verwachsungen die sogar der tierarzt offenbar durchgehen lässt. Und das bei Kälbern aus einer wirklich schönen Umwelt. Und derartig oft. Oder Rückgratverwachsungen bei Forellen und Saiblingen. In unserer Umwelt stimmt Vieles nicht mehr.
dschungeltier, 01.10.07 @ 22:42
ich bin nicht sicher
ob sie wirklich unproblematisch ist, die industrielle gentechnik. vermeidbar ist sie nimmer. aber, und hier möcht ich an den anfang zurückkehren, bio schmeckt nicht per se besser und das andere nicht per se schlechter.
und "slow" ist nicht per se gut und "fast" nicht per se schlecht.
im gegenteil, gutes fastfood ist was sehr feines, wie gar manche asiatische garküche oder einige würstelstände zeigen. und eine waldviertler mit süßem und einem semmerl ist doch sicher fast food. ungesund, kalorienreich, und manchmal trotzdem köstlich.
und gänsestopfleber, lieber piccolo, schmeckt gar köstlich (erstaunlich für ein krankes organ) aber seit ich gesehen hab, welche qualen diese tiere erleiden, halte ich alle, die daran aktiv oder passiv teilhaben für barbaren und esse sie nicht mehr. geschmack hin, geschmack her.
--- 04.09.18 @ 20:56
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Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
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Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
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Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
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Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 06.05. @ 11:56
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33