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SPEISING Open
16.01.08 @ 09:18
Teuer muss schmecken.
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Die derzeit durch alle Medien geisternde US-Studie (als ein Beispiel von vielen möge dieses tinyurl.com/23skb3 dienen) zur Korrelation von Weinpreis und Geschmacksempfinden enthüllt, was wir eh schon immer wussten: Teures MUSS schmecken.
Deshalb besuchen wir eifrig Blindverkostungen, um das Gegenteil zu beweisen, frönen in kostspieligen Lokalen der Genusssucht, um das Haar in der Suppe zu finden, und trauen selbstverständlich keinem Marketing-Strategen über den Weg.
Blöd nur, dass das, was mehr kostet, auch wirklich sehr oft besser ist. Haben Sie schon mal Kaschmir gefühlt? Zum Süchtigwerden! Ja, guter Geschmack kann leider auch teuer sein. Muss aber nicht, wissen wir eh, und ich frag mich, wie das so ist, Cabernet-Schlürfen im Computertomographen?
Angelika Deutsch
88 Kommentare | Kommentar abgeben
dschungeltier, 22.01.08 @ 10:59
und wieder einmal
trifft piccolo den nagel auf den kopf
wenn ich mir meine kater wenzel und eusebius anschau, die ungeachtet des preises das teure sheba zeugs verweigern und lieber anderes speisen, andererseits sich aber auch das billige zeugs vom hofer auch nicht vorsetzen lassen, sieht man wieder einmal dass nur wir depperten menschen auf den preis hereinfallen. bei hochpreisigem essen war ich schon oft sehr enttäuscht, in der hoftaverne oder der katz noch nie.
und von wein hab ich eh keine ahnung.
PICCOLO, 22.01.08 @ 10:08
dfw
Eigentlich wollte ich nichts mehr dazu beitragen, aber wenn Du das auf so hohem Niveau anlegst:
Der Geschmacksinn ist neben dem was Du angeführt hast auch der am primitivsten ausgebildete Sinn in uns. Wir haben ihn mit vielen Lebewesen gemeinsam, aber noich ist der Mensch auf der suche nach dem idealen Brei..... Daher ist "teures" Essen auch ein sicheres Zeichen des kulturellen Verfalls. Schaut man sich auf den noblen Teller nan was Hauben und Sterne und Klamaukkoch so kocht, dann graust es den Schweinen jederzeit...
Essen ist dort Arroganz, Hochmut einfach ein tödliches Laster dem man aber auf eine ganz andere Art verfällt als einem technisch mechanischem Apparat wo man Verarbeitung und Material sehr genau bestimmen kann. Der Betrug beim Wirt oder auch daheim mit sogenannten "elitär gemachtem Dreck" ist eine öffentlich gewollte, ja für gewisse Kreise zu ihrem Lebensgefühl gehörender Fall.
Weil eine Trüffel, was ist das schon? Ein Gotteslachs beginnt wie eine Forelle, wenn zulange an Land zu stinken. Das machen Rolex und Porsche, Kleider von Dior und Chalet in Davos nicht.
Man muß einmal ausmessen wie niedrig gewisse Gourmands vegetieren. Hunde und Katzen haben es besser. Sie fressen bei Gott nicht alles was nur teuer ist. So wird eine Katze niemals eine Spitzmaus oder Maulwurf verzehren wei lsie aus nicht leicht erkennbarem Grund sicher nicht zu ihrem Futter gehören.
Um persönlich weiter zu kommen, muß man sich vom "vermarkteten" Essen lösen und FREI werden!
dfw, 22.01.08 @ 00:30
preiswert...
... hängt ab vom grenznutzen des geldes; oder verständlicher ausgedrückt von der leistbarkeit jedes einzelnen. auch billig oder teuer ist subjektiv.
geschmack von wein und essen ist was sehr persönliches, entzieht sich daher der objektivierbarkeit; geschmack ist nicht messbar. wie geschwindigkeit oder ps-anzahl oder beschleunigung oder....eines autos.
weil das beim geschmack also so ist, auch beim wein, halten wir uns an andere kriterien, z.b. auch an den preis, oder empfehlungen von "fachleuten", usw. dies sagt die studie aus. nicht mehr und nicht weniger.
so halte ich es mit piccolina: wir menschen sind so konditioniert, dass wir das teurere grundsätzlich als das "bessere" ansehen. auch wenn es uns nicht schmeckt :-)) da spielt uns das hirn einen streich. das nennen wir dann erfolgreiches marketing.
peter_s, 21.01.08 @ 18:06
Die Studie besagt wenig
Das Ergebnis der Studie überrascht mich nicht wirklich -- es ist ein
zu erwartender "Placebo-Effekt" Interessant wäre (auch), was herauskommt, wenn man einen billigen und einen teuren Wein anbietet und beide als billig ausgibt.
Generell ist die Studie -- wie viele solche Meldungen aus den USA -- recht fragwürdig: 20 Probanden -- wie wurden sie ausgewählt? Waren es Personen, die sich für Wein interessieren?
Auch die Schlußfolgerung erscheint nicht zwingend. Höherer Preis wird die Erwartungen steigern -- und vielleicht schon dadurch die Aktivitäten im Gehirn auslösen (ohne daß er deshalb auch als besser wahrgenommen wird).
peter_s, 21.01.08 @ 18:04
Billig oder teuer)
Man sollte unterscheiden zwischen billig/teuer und preiswert.
Sowohl Billiges als auch Teures kann preiswert oder aber überzahlt
(seinen Preis nicht wert) sein. Höhere Qualität, die höheren Aufwand
erfordert, kann nicht (auf Dauer) gleich billig angeboten werden,
wie schlechte Qualität mit weniger Aufwand.
Billiges Wirtshausessen kann gut oder schlecht sein, aber auch teure
Menus in Dreistern-Restaurants können preiswert sein, andere hingegen überzahlt -- zum Beispiel, weil unnötiger Nebenaufwand betrieben wird, oder auch, weil nicht die zu erwartende Qualtiät geboten wird. (Das Ikarus ist zwar teuer, trotzdem aber preiswert.)
Zu den sich am Preis widerspiegelnden Aufwand kommt aber noch ein
Markteffekt: Wenn Qualität -- oder auch nur vermeintliche Qualität --
außerdem noch nur in beschränktem Umfang verfügbar ist, dann kann der Preis unverhältnismäßig ansteigen, solange sich Kunden finden, die ihn bezahlen.
Ob man (individuell) einen Preisunterschied als gerechtfertigt ansieht,
wird überdies auch von der Erfahrung beeinflußt. Im Spitzenfeld sind
Qualitätsunterschiede ohne gewisses "Training" kaum feststellbar
-- in der Kunst, bei der Musik, ebensowenig wie beim Wein und bei der Haute Cuisine.
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 06.05. @ 11:56
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33