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SPEISING Open

16.01.08 @ 09:18

Teuer muss schmecken.

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Die derzeit durch alle Medien geisternde US-Studie (als ein Beispiel von vielen möge dieses tinyurl.com/23skb3 dienen) zur Korrelation von Weinpreis und Geschmacksempfinden enthüllt, was wir eh schon immer wussten: Teures MUSS schmecken.
Deshalb besuchen wir eifrig Blindverkostungen, um das Gegenteil zu beweisen, frönen in kostspieligen Lokalen der Genusssucht, um das Haar in der Suppe zu finden, und trauen selbstverständlich keinem Marketing-Strategen über den Weg.

Blöd nur, dass das, was mehr kostet, auch wirklich sehr oft besser ist. Haben Sie schon mal Kaschmir gefühlt? Zum Süchtigwerden! Ja, guter Geschmack kann leider auch teuer sein. Muss aber nicht, wissen wir eh, und ich frag mich, wie das so ist, Cabernet-Schlürfen im Computertomographen?

Angelika Deutsch

88 Kommentare | Kommentar abgeben

swanie, 30.01.08 @ 14:57

@PICCOLO
Jetzt weiss ich, wie Du Deinen Ruhetag verbringst ;-)
Aber im Ernst - ich habe eine 300L Tiefkühltruhe, extra für solche Zwecke.
Aber bei Schweinefleisch, auch sorgfältig vom Nachbarn gefüttert, fand ich, dass die Qualität durch's einfrieren abnahm. Noch mehr bei Rindfleisch, auch von einem nahe gelegenen Bauern erstanden.
Oder mache ich etwas falsch??!
BTW: Habe mir wieder mal das Kokoro vergönnt...

PICCOLO, 30.01.08 @ 14:06

@liebe epicuria
Sei unbesorgt, ich bin mir ganz sicher, wenn man seine Sache kennt - sie richtig objektiviert - dann ist das Weitere absolut kein Problem. Es war früher einmal Brauch, in Tiefkühlhähnchen Wasser zu spritzen um sie schwerer zu machen.
Wer Koch ist und Tiefkühlfische verwendet wird merken - auch bei Garnelen - sie sind in einer Wasserhülle. Daher auch oft so billig weil man den Liter Wasser auch um 20 euro kauft. Als ich Lehrling war kamen Scampi im Block. Die waren weit besser als das Einzelgefrostete Zeug. Kosteten aber 1970 das Kilo bei 700 Schilling!
Schollenfilets waren damals mit einem dünnen Papier getrennt. In einem Karton waren 25kg, nicht wie jetzt 5 kg. Jetzt wird das Filet in Wasser getaucht und schockgefrostet, damit der Dödelkoch das immer schnell zur Hand hat.

Beim Fleisch ist es aber wahrlich eine Vertrauenssache. Eine frühere Kochweisheit - die waren immer recht brutal und nicht so sehr zum ausstellen geeignet hieß es : Man soll einen Metzger und einen Gemüsehändler schon vor der Stadt gekreuzigt an den Straßenrand zur Abschreckung aufstellen... Damits am Markt keinen Müll gibt.

Weil wie oft ist man nach Ablage der Lieferung draufgekommen, dass das Fleisch zäh und der Salat faul war. So hat jede italienische Obstkiste, ob Zitrone oder sonstwas noch immer ein faules Objekt drin. Zur Herbeiführung größeren Geschäfts. Was heissen soll, der welcher verkauft, will gleich wieder nachliefern. Denn wenn der Koch die Kiste nicht gleich umfüllt und die schimmeligen Objekte herausnimmt, braucht er gleich wieder eine neue Lieferung. Sogar prominente Lieferservices haben ihre Fahrer angewiesen, die Sachen die sie schon dreimal durch die Stadt führen speziell zu verkaufen.... Was immer das dann ist, es ist schon angefault, welk oder an der Grenze zum Erlaubten.

Wer aber weiß was er verspeist, nimmt nicht unbewußt schädliche Substanzen zu sich. Das macht die Organe sehr wachsam und die verzehrte Speise viel genußfähiger. So weisen Südtiroler Speckproduzenten ihre Kunden sehr darauf hin, dass ihr Speck nicht gepoltert wurde.

http://www.speck.org

Man erkennt das Fleisch aber auch gut an der Schwarte. Gepolterte Stücke haben eine aufgeweichte Schwarte, während ein gutes Schweineteil ein trockene Schwarte und sehr hellen weißen Speck hat. Gepoltertes Fleisch kann so angepriesen werden: "Schauns gnä´Frau wie weich das Scherzerl ist.." .. Gutes Fleisch ist fester, griffiger , fast starr.

Man muß auch bedenken dass ein Viehhändler nach Cent und Groschen einkauft, dass Schlachthöfe verdienen und dann noch Fleischdistributoren das ihrige dazulegen. Und dass es nirgends so große Gewinne gibt als bei Feisch - durch die Technik welche das Fleisch bis zum Endverbraucher begleitet.
Hier muß man einfach diese Wege umgehen und sich eine 300Liter Tiefkühltruhe anschaffen.

Bedenke dabei aber immer, dass viel Akusmatik in den Metaphern für gutes Essen steckt und man Tiefkühlfleisch jetzt wo jeder nur nach frisch schreit, etwas verdächtig anschaut. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn man eine halbe Sau gut zerlegt, hat man Delikatessen zur Hand und spart sich die Fleischerei.

piripiri74, 30.01.08 @ 13:04

@ dschungeltier
ich hab doch nicht gesagt, daß ich es hier esse, oder !!!!???????

jedoch wenn ich mir im fernsehen anschaue woher unser österreichisches Schwein, das uns im Supermarkt vorgesetzt wird so herkommt (lebendtransport aus litauen oder sonst woher, dann ist mir das Tk Schweinderl aus Portugal oder Spanien schon lieber!

in diesem Sinne
Mahlzeit

ich gehe jetzt Schweinsbraten (aus Polen oder so..?) essen

dschungeltier, 30.01.08 @ 11:24

@piripiri
ein österreichisches gutes schwein ist mir lieber als eine arme sau die quer durch europa gekarrt wurde, ich find diesen weltweiten lebensmitteltourismus zum kotzen. steak aus argentinien, schwein aus spanien, apfel aus neuseeland, halten zu gnaden,aber das ist doch alles nonsense.

epicuria, 30.01.08 @ 11:12

geh, piccolo,
du nimmst mir meine wirklich allerletzten illusionen. jetzt hab ich tierliebende carnivorin geglaubt, meine ernährung durch verzehr von biofleisch, freilaufenden eiern und allem solchen gutmenschelnden nahrungsmitteln etwas vom haut gout des bösen zu befreien. und nebenbei noch die umweltrentabilität des besseren geschmacks einzustreifen. und jetzt das! es wird gepoltert - und nicht nur auf zelluloid. schöne neue fleischwelt, entstanden durch maschinen. huxley hätte auch daran seine freude gehabt, wo doch der bruder sogar biologe gewesen ist.
deine idee mit dem eigenen hausschwein, das von pflegeeltern großgezogen wird, scheitert leider am nichtvorhandensein einer größeren tiefkühleinheit.
btw: das einfrieren tät dem lieben "du, bauer" schweinderl dann nicht schaden?
und - muss ich jetzt also auch sich vergrößerndes fleisch ebenso scheel ansehen wie das, das schrumpft?
fragen über fragen. seuzf.
aber ich bin sicher, du zerbrichst dir weiter für uns alle dein philosophisches hirn und bietest mir ein brauchbare alternative zum traurigen vegetarierdasein, das für mich am ende der long and winding road sonst lauern tät.

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