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SPEISING Open

02.02.08 @ 09:14

Keiner will das Wirtshaus!

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Zwei rezente Lokalbesuche lassen mich vermuten, dass das Wirtshaus einerseits von den Gästen nicht erwünscht wird, bzw. auch die Wirtsleut, vormals "Koberer", dieses negieren. Wie geschah es?

Der Wirt eines von mir sehr geschätzten Wirtshauses hat sich unlängst Luft gemacht: Die Gäste wüssten zwar die Preise eines Wirtshauses zu schätzen, erwarteten sich aber dennoch einen Service, eine Karte und eine Atmosphäre wie in einem Restaurant. Das Benehmen ist dann auch dementsprechend, weil die falschen Erwartungen natürlich nicht erfüllt werden können.

Wirtswechsel: Ich besuche ein Lokal, das sich –wirt nennt und sich den Nimbus eines Wirtshauses verleihen möchte, aber eindeutig ein gut- bis hochpreisiges Restaurant darstellt. Man zahlt Gedeck, sitzt sehr fein an geschmückten Tischen, freut oder ärgert sich über das Design der Räumlichkeiten und wird professionell betreut. Den Spagat zum Wirtshaus sollen wahrscheinlich die Würstel mit Saft erledigen und einige typische Wiener Gerichte. Die Hauptkarte aber offeriert jene aktuelle, gute Küche, die vor ein paar Jahren noch als kreativ gegolten hat.

Das echte Wirtshaus wird als Restaurant wahrgenommen und das Restaurant wäre so gerne ein Wirtshaus – seltsam. Weshalb stellt sich einerseits ein Lokal gerne als einfaches Wirtshaus dar und wieso gehen die Gäste hin, um sich andererseits dann doch ein Restaurant zu erwarten?

Gregor Fauma

39 Kommentare | Kommentar abgeben

epicuria, 12.02.08 @ 16:38

kutteln
trippa hört sich besser an.
hm. eigentlich doch nicht.
also doch kutteln.
what shall's - ich äße sie so und so nicht.
weder im wirtshaus noch in der trattoria.
brrrr.

TomCool, 12.02.08 @ 13:56

San marco
Fahrt's ihr jetzt tatsächlich nach Venedig?

Auf ein paar Kutteln?

dfw, 12.02.08 @ 11:16

danke, piccolo, für die spende; du wirst in die gebete eingeschlossen. auch am wochenende in der kathedrale zu san marco :-)

PICCOLO, 12.02.08 @ 00:00

Liebe Speisinger!
Heute 12. Februar vor 73 Jahren ist der Jahrtausendkoch A. Escoffier verstorben. Was schreibe ich? Er ist in den Himmel aufgefahren!
Bitte feiert den Himmelfahrtstag in angemessener Weise. In allen Wirtshäusern gibt es Freibier, Cordon bleu und Pfirsich Melba, Omelette Surprise und Kalbsballotine Grand duc dazu -- sofern die depperten Wirte Österreichs dieses Datum überhaupt kennen... Na ja der Rudi Kellner wird ja persönlich so von Geist zu Geist mit ihm anstoßen... Hoffe ich doch und glaube ich auch! Ungefähr , cirka beneidenswert, nicht wahr?

Seine Eminenz der Herr Kardinal zu Speising möge eine Messe lesen. Ich spendiere sie.

motorradlberger, 07.02.08 @ 23:31

Viel Wahres...
War einige Wochen in Norditalien unterwegs und habe alte "Haltestellen" besucht. Ich bin nicht einer der sich die Top Adressen leisten kann gebe ich zu. Aber es ist shclichtweg schon ein Jammer dass ich meinen Slowfood Guide wegwerfen kann. Überall hat die Gastlichkeit der Tourismus gefressen und wenn man mit jemanden redet, der jammert was geht. Und in der Tat, das Problem des Wirtshauses ist sein Personal. Gute Wirtshäuser hatten früher immer ein paar Leute drauf, die sich um die Nebenarbeiten kümmerten. Seit das soziale Netz so gemacht ist, dass jeder der ein wenig bescheuert ist gleich in die Anstalt muß, gehen den Wirten die Hilfstschaggos aus. Das drückt auf die Kosten und dort hakt die Industrie dann ein. Denn ein richtiger wirtsjob das sind 18 Stunden hackeln. Basta. Das mag keiner mehr und durch den Verkehr bauen sich auch nirgends mehr Stammkunden auf von denen sich leben lässt.
Was ich auch bemerkte, da als Speisinger Leser recht aufmerksam geworden - überall wo einst ein guter Laden war sind jetzt mehrere, so Bistromäßig moderne Läden die sich gegenseitig das Gras abnagen...
So ist schon fast ganz Norditalien südtirolerisiert!

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