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Tischgespräche

12.02.07 @ 08:21

Sag mir, wo die Frauen sind

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Köchinnen kochen, aber künsten nicht.

So kurz zusammenfassen möcht ich die Anregungen, die im vorigen Beitrag daherkamen. Auf der Frage nach den Spitzenköchinnen und ob sich die in Schweden verstecken.

Malerinnen, Komponistinnen, Köchinnen: mangelndes Kreativitätsbewusstsein oder weiblicher Lebenszusammenhang? Toben Sie sich aus! Ich geh derweilen arbeiten ....

93 Kommentare | Kommentar abgeben

kubse, 14.02.07 @ 21:38

Clara Schumann
war die Frau vom Robert. Wirst sie bei den Köchen nicht finden, liebe katiza, sondern bei den Komponistinnen. Sie war eine der ersten Frauen, die sich einen Dreck um die Meinung der Umgebung geschert hat, sondern mit großem Gegenwind ihren eigenen Weg gegangen ist, ohne deshalb zum Mannweib à la George Sand (die Geliebte Chopins) zu mutieren. Deshalb nicht quasi Schwanzverlängerung wie bei den meisten kämpferischen Emanzen, die lieber Männer wären als ihre weiblichen Stärken zu hegen, sondern eine wirklich starke Frau, also Mösenverlängerung. War nicht obszön gemeint.

Ein zu vertiefender Gedanke, wenn der Bürgermeister schon Probleme in unserer Frauen/Männerunterscheidungsfindung ortet, wäre für mich: Weg vom Schlagwort Frauenküche, hin zu

STRESSARMER KÜCHE.

Heißt verschiedenes, aber letztlich einfach weg von dem, was ihr alle als krank im System befindet.

@GM: Mal ehrlich, tun wir nicht ähnliches hier auf diesen Seiten? Machen wir nicht auch Druck auf die Wirten und Kochkünstler? Ich weiß, eine ähnliche Diskussion gab es vor kurzem, Tom, aber Piccolo hat mal angeregt, hier (im Lokalteil) nur positive Erfahrungen abzudrucken. Das würde sicher für manche Betriebe den Stress deutlich verringern. Aber dem gegenüber steht die Meinung (oder Tatsache?), dass mit den negativen Besprechungen auch der Pfeffer dieser Seiten verloren ginge, und so wie der GM seine Leser braucht Speising seine Mitglieder.

Bei stressarmer Küche muss ich an Slow Food denken, eine Bewegung, die sich in Österreich nie durchgesetzt hat. Warum?

dfw, 14.02.07 @ 19:14

Schau unter
Clara Schumann, liebe katiza; was kubse da obszönes gemeint hat, weiß nur er.

katiza, 14.02.07 @ 18:23

Herrlich
und gar nicht dämlich unser Wortwechsel - verzeiht das platte Wortspiel. Wenn sich sogar der Herr Bürgermeister aus dem Exil meldet...lassen Sie nur ordentlich das Blut aus den Tasten rinnen, ich freu mich auf den Leichenschmaus.
Zu Piccolos gastrohistorischen Exkurs kann ich mir die Ergänzung nicht verkneifen, dass die meisten Männer nur "erfunden" haben, was ihnen Frauen vorgekocht haben - die Matts und Witzigmänner verwiesen explizit auf Rezepte ihrer Mütter. Habe jetzt kurz nach einer Clara Schuhmann der Kochkunst gegoogelt und leider nichts gefunden...weiß wer eine Frau Escoffier?
Die Frauenküche gibt es meiner Ansicht nach schon lange - auch als Wirtshausmerkmal, Marketingtool, USP auf neudeutsch PR-Sprech. Denken wir doch an die Wirtinnen-Lieder. Da geht es zwar meist um eine andere Form der Labung, des Geniessens. Nichts desto trotz gab es wahrscheinlich zu allen Zeiten, Wirtinnen deren Frauenküche weithin bekannt und geschätzt war.
Und im Übrigen schließ ich mich der Forderung nach Abschaffung der vielfältigen Einfalt vollinhaltlich an.

ChristophWagner, 14.02.07 @ 15:45

Hallo, Gemeinde!
Aus meinem Mürztaler Exil ein kurzer Zwischenruf des aus kriminologischen Gründen freigestellten Bürgermeisters.

1. Schön, so viele neue Gemeindemitglieder am ehrenamtlichen Werk zu sehen. Das nenne ich Bürgergesellschaft!

2. Der Output an Anschlägen, der da auf beachtlichem Niveau bewältigt wird, überwältigt mich (schier).

3. Was Frauen- und Männerküche anlangt, teile ich im Wesentlichen katizas Unsterblichkeitstheorie (s, Beginn dieses Threads).

4. In der „Wie-Frauen-und-Männer-Kochen"-Debatte wird immer derselbe Fehler begangen: Es werden die Begriffe „gern" und „gut" verwechselt. Viele Frauen kochen nicht gern, aber dennoch sehr gut. Viele Männer kochen unglaublich gern, aber trotzdem grottenschlecht. Und dennoch gibt es Männer, die viel besser kochen als die meisten Frauen. Was keinesfalls bedeutet, dass es nicht auch Frauen gäbe, die besser kochen als die meisten Männer. In den letzten beiden Fällen kochen dann aber für gewöhnlich sowohl die Männer als auch die Frauen gerne.

5. Im übrigen bin ich der Meinung, dass es aus kulinarischer Sicht wesentlich wichtiger ist, ob man ein Beißer oder ein Schlabberer ist als ein Mann oder eine Frau.

So, und jetzt gehe ich die nächste Leiche filetieren. Wer weiß, vielleicht taucht ja die eine oder die andere demnächst in Speising auf.

Bis dahin liebe Grüße aus dem mörderisch schönen Kindberg

Euer Bürgermeister

PICCOLO, 14.02.07 @ 14:36

@dfw
Gewerbe - historisch gesehen haben ja Frauen immer gekocht was Männer erfunden haben.
Jetzt sind wir so weit, dass Kochen eine beinharte Kunst sein soll. Das ist ein Wiederspruch, denn Kunst muß ohne Druck entstehen und aus sich selbst entstehen können.

Die feminine Varante bedarf vieler angewohnter Richtlinien nicht. Man kann das aber nicht aus dem Stand erreichen. Das gesamte Erscheiningsbild eines Gewerbes gehört hier hinterfragt, wie weit es sinnvoll ist den in diesem Blog angesprochenen Stress immer weiter zu erhöhen.

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