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Das Weinlog

22.08.06 @ 13:45

Stirbt die Austro-Magnum aus?

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Dass größere Gebinde bessere Lager- und Reife-Eigenschaften haben ist ja hinlänglich bekannt. Dennoch sind Magnums oder größer nicht immer einfach zu bekommen. Und in größeren Runden und bei Festen sind die größeren Einheiten auch schnell ausgetrunken.

Irgendwie schade, dass der einst so populäre Doppler vom Aussterben bedroht ist. Das haben sich vermutlich auch Herbert Zillinger und Herbert Studeny aus dem Weinviertel gedacht, als Sie Grüne Veltliner ihrer besten Lagen cuvéetierten und im Doppler abgefüllt und noch dazu mit Kronenkorken verschlossen haben. Diesem Revival der Austro-Magnum verpassten sie ein wenig ansprechendes Retro-Etikett und gaben ihm den Namen Top-ler.

Ob die Intention eine von der Nostalgie oder eher von Marketing-Gedanken getragene war, lassen wir einmal dahingestellt. Aber wieso eigentlich nicht Top-Weine im Doppler abfüllen, was spricht dagegen?

43 Kommentare | Kommentar abgeben

vino, 23.08.06 @ 16:43

lieber so ein gag als....
zB: seine Weine mit nackten Frauenkörper (Bodypainting) zu bewerben, wie es der Herr Kadlec auf der Vievinum gemacht hat. Den was dies mit Wein bzw Weinqualität zu tun hat entzieht sich meiner Kentniss.
Da ist mir bei weitem diese kreative "Weinidee" lieber.

Und ich denke im speziellen die Weißweinqualität in Österreich ist mehr als Top, da wären diese großen Gebinde bestimmt eine Bereicherung.

Aber es stimmt natürlich, der Konsument wird dies entscheiden.

wünsche heute noch einen angenehmen Tag mit einem guten Glas grünen Veltliner

profiler, 23.08.06 @ 15:57

gag um des gags willen?
also, nach meinem bescheidenen dafürhalten ist die im mittelpreissegment positionierte österreichische weinwirtschaft besser beraten an ihrer eigenen qualität zu feilen, anstatt sich krampfhaft irgendwelche sinnlosen gags zu leisten. maggi zum beispiel ist auch ein traditionelles produkt, wird es allein durch diesen umstand dadurch besser?
ausserem ist es sowieso ein wenig müssig darüber zu diskutieren, denn letztendlich entscheidet der konsument. wenn sich jetzt die "besseren" weinbauern (und von denen ist hier die rede) aus vernunft- oder ästhetischen gründen nicht zum abfüllen im doppler entschliessen, bin ich der letzte der ihnen böse sein wird.



gruss

dac, 23.08.06 @ 14:38

Top Idee
hier bin ich ganz bei TomCool. Es geht den Winzern nicht darum, die Weinwelt zu revolutionieren, der TopLer ist ein Nischenprodukt, ein Gag.
außerdem sehe ich das ähnlich wie tomcool: der doppler ist ein (mittlerweile leider fast vergessenes) österreichisches unikat, hat sehr lange tradition (weitaus länger als die herkömmliche magnum), und bietet dem wein optimale reifemöglichkeiten!

dieser wein sorgt wahrscheinlich bei jeder party, bei jedem abendessen in netter gesellschaft, in jeder weinrunde,... für ein paar schmunzler und auf jeden fall für eine menge gesprächsstoff!

TomCool, 23.08.06 @ 14:22

und doch..
Eine lustige Studentenrunde.... "Burschen, i lod eich auf a Glaserl ein!" .... Riedelgläser....

und dann der Doppler ... Kornenkork.... plopp! (macht der plopp?) .... "oida, wosn des? A Doppler?" .....

und dann doch schmackofatz, welch Überraschung.

Ich bleibe dabei, als Gag auf jeden Fall super.

Und dann stellt sich noch eine Frage: Entspricht der Doppler nicht eher der österreichischen Tradition als die Magnum? Warum wird denn ein Wein in größere Gebinde gefüllt? Doch vorwiegend, damit er länger Zeit zum Reifen hat.

Ich hatte vor ein paar Jahren einmal das Vergnügen, eine vergessene Flasche des Hochzeitsweins meiner Eltern im Keller zu finden. Im Doppler, eh klar, war damals so üblich im Burgenland. Mit kleineren Flaschen hat sich da keiner abgegeben, wer steht denn schon gerne alle 10 Minuten auf?

Tatsächlich war der Wein in einem hervorragenden Zustand, schöne Reifetöne, etws kurz im Abgang, aber insgesamt durchaus ein (sentimentales) Vergnügen.

Am Flaschenformat allein liegts also mit Sicherheit nicht, ob sich der Wein jetzt in der Magnum oder im Doppler versteckt. Dafür blickt man mit dem Doppler auf eine jahrhunderte alte regionale Tradition zurück.

Irgendwie hat die Idee trotzdem mehr Potential, ich werd mir mal ein paar Flaschen besorgen und schaun, wie das ankommt.

Minimalist, 23.08.06 @ 13:18

@dac
als reiner Konsument geht es mir hier nicht darum einen Gag zu zerstören.
Zynisch gesagt, mir kann es vollkommen Wurscht sein, ob ich Topweine aus Frankreich, Italien oder Österr. kaufe (im Inrenet ist die kaufwelt nur mehr ein Dorf) und trinke.
Es hat sich aber so ergeben, dass mein Keller von fröher 20% Österreichern zu heute 70% mutierte.
Und dies ausschliesslich deshalb, weil es österr. WinzerInnen schaffen, sich auf dem sehr zerbrechlichen Feld der Top-Qualität immer sicherer zu bewegen.
Ich bin hier zu 100% mit profiler einverstanden. Image zerstört ist viel einfacher, als aufgebaut. Und gerade mit Gags muss bei der Produktpositionierung sorgsam umgegangen werden.
(Ich bin mir nicht sicher, ob dasTop-Management bei VW noch sehr glücklich über die Einführung des "New Beatle" ist? Aber man wird "so etwas" nicht mehr los).
Wir haben (meiner Meinung nach) in der Weinwirtschaft, ähnlich wie das Friaul, ein Hauptproblem: zu wenig fokussiert, zu diversifiziert in Qualität, Sorten, Bezeichnungen, Namen,...
Und noch ein Nachsatz (zynisch zum Quadrat): solange es Winzer, wie die junge Frau Prieler (die "Goldberg"macherin) gibt, die sich mit dem "Wesen des Weines" auseinandersetzen, können Doppler, Kronenkorken und Kunstnamen fröhlich an mir vorbei segeln.

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