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Tischgespräche
16.02.07 @ 23:55
Zwischenruf: speisinger heben die Männerquote der SN
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Während ich versucht hab, nach einem wunderbaren Boulez-Bartok-Bruckner-Konzert im Musikverein noch schnell mit der Limousine bei der Oper vorzufahren, ging's ja in der speising-Loge schon recht heiß her! Danke für so viel Diskussionskultur!
Dies hier ist nur ein eingeschobener Zwischenruf: wie aus sicherer Quelle verlautbart, heben in der Wochenendausgabe der Salzburger Nachrichten zwei Speising-Männer die offenbar niedrige Männerquote - hoffentlich stressfrei!
87 Kommentare | Kommentar abgeben
TomCool, 20.02.07 @ 08:41
Türken
Ich kauf fast nur bei Türken ein, die haben, wie mir scheint, einen anderen Bezug zum Gemüse und günstiger gibt's das Gemüse obendrein. Viel Bio ist da allerdings auch nicht, aber die Liebe zum Produkt macht das wieder wett.
Wenn man einmal dem Gemüsehändler zugeschaut hat, wie sie mit palettenweise 2er-Qualität zur Tür reinfahren und das Gemüse dann aussortieren, zuputzen, polieren, bevor sie im Regal von einer 1er-Qualität nicht mehr zu unterscheiden ist, weiß, wo man Wert legt aufs Gemüse.
Und wieder einmal verweise ich auf Laura Esquivels "Bittersüße Schokolade", die eine wunderschöne Eigenschaft des Essens zum Thema gemacht hat: Die Emotionen der Menschen, die mit dem Essen zu tun haben, gelangen in die fertige Speise. und wenn die Köchin weint, werden alle traurig, die die Speise zu sich nehmen.
Und so ist's schon mit dem Grundprodukt: Die Liebe des Gemüsehändlers zur Ware schmeckt man halt.
Natürlich hab ich ob meiner Tätigkeit als Task Force bei der Eröffnung eines 5-Stern-Hotels in Istanbul auch noch eine besondere Affinität zu den Türken. Dort bin ich besonders herzlich aufgenommen worden und hatte meine beste "Arbeits-"Zeit im Ausland. Und dort sehen die Märkte noch drei mal bunter aus. Der reine Wahnsinn.
Von Bio keine Spur, aber die Emotion! Die Emotion macht's aus.
dfw, 20.02.07 @ 02:45
Paradeiser
kann ich Dir vermitteln, lieber kubse.
Vom Martin Merschl in der Donaustadt. Der hat 2005 mit 4,5 mio eur den modernsten Paradeiserbetrieb von Wien errichtet. In seinem gewaltigen Glashaus werden Rispentomaten auf High-Tech Niveau gezogen; ein holländisches System auf dem höchsten Stand der Technik. Vielleicht ein glitzekleiner Nachteil: mit der Mutter Erde machen diese Pflanzen keine Bekanntschaft -seufz. Sie haben keine einzigen Krümel gesehen oder gespürt. Und sie schmecken auch nicht nach Paradeiser. Aber, lieber kubse, der Herr Merschl sagt: "Ich komme vollkommen ohne Fungizide und Pestizide aus". Ob das, kubse, Deinen Bio-Vorstellungen entspricht, mußt selbst entscheiden. Den Wienern ist's egal. Die kriegen jährlich 1,8 Millionen Kilo in die Supermärkte geliefert.
Speisinger, versteht's ihr jetzt warum sonjaaa lieber in einen kleinen türkischen Gemüseladen geht ???
So viel auch zum Thema "Hausverstand"
Vielleicht sollt ma die Türken doch in die EU lassen.
kubse, 20.02.07 @ 00:55
@ profiler
Verzeihung, dass ich so spät noch so weit zurück greife, aber die Zeit wollte nicht früher genommen werden.
Lieber Profiler, dein posting hat mich sehr gefreut - hat es sich doch ausgezahlt, den sich schlafend stellenden zu kitzeln ;-).
Die Hälfte neu, die Hälfte alt, ungefähr. Keiner weiß, warum so plötzlich. Und Piccolo nach dem Facelift, neue Stärken bei alten Tugenden. Mir kommts ein bissl so vor, wie wenn man freundlich in den Wald ruft und die alten, knarzenden Eichen fangen auf einmal zu säuseln an. Nur dass eben seine Schärfe und sein Kämpferherz nicht morsch geworden sind. Vieles, was früher im Streit um des Streitens willen nicht wahrgenommen wurde, trifft nun millimetergenau den Punkt.
Dass der Weise sich nach Berufskollegen sehnt, war sein Wort - ich würde mich einfach freuen, wenn du und andere, seien sie Karlheinz, Bigler oder Guzzifahrer, Oberkllner, Epikuräer oder sonstwer, die Liste ist lang, wieder schreiben. Wie wir das Tempo bremsen können, weiß ich auch nicht, ist doch seit ein paar Stunden das xte Thema angerissen worden, die Leut haben scheinbar nix mehr anderes zu tun, wie schön! (Dass du, lieber profiler, in viel Arbeit steckst, hat ja auch sein Gutes, sag ich mal aus eigener Erfahrung...)
Im Übrigen, Tom, zum Drechsler gibts was hier im Magazin, da kannst mit deinen Frittaten nachhaken.
Also ich mag die Käsleberkässemmeln beim Billa. Peinlich, gell?
Wer kann eigentlich einen dieser Bio-Zulieferer im Raum Wien empfehlen? Das wollte ich schon lange fragen.
PICCOLO, 19.02.07 @ 22:54
@tom - bio konzerne
Bei der Marke "BIO" gibt es Entwicklungen, die sind höchst sonderbar. Bei Früchten oder Pflanzen geht das leichter zu verstehen. Kein Kunstdünger, keine Imprägnierungsmittel, Beize usw. Wie stehts aber mit der Bio - Massentierhaltung? Es ist aber auch bei Gemüse ein Problem gutes natürliches Gemüse zu ziehen. Ist Glashausgemüse dem Feldgemüse ebenbürtig? Künstliches Licht, Substratböden die nie die Güte eines freien Feldes haben. Schadstoffe aus der Luft. Wer Salzburg kennt und die berühmten Walser - auch Bio Bauern, der mag den nahen Flughafen übersehen, wo russische Passagierflieger ganze Kerosinwolken zurücklassen wie das heute in der SN zu lesen war.
Oder die berühmten Ruccola Skandale Italiens wo man den begehrten Salat direkt auf Kompost von Krankenhausabfällen wachsen gelassen hat. Denn ob Bio oder nicht, es muß schnell gehen. Wer hat jetzt den ersten Spargel? Das ist übrigens ein ganz schlimmer Bio - Finger - wenn man die Bodenkultur einmal genau erforscht....
Bei den Tieren gibts von mir massive Bedenken. Oft ergibt sich das Bio Geschwafel am Beuernhof nur in wenige Verbesserung für das Vieh. Offene Stalltüren und Fenster, Verdrecktes Futter durch Bio Fütterungsmethoden - ganze Heuballen zum Selberfuttern wo hingepisst und geschissen wird. Tiere die bis zum Knie im Schlamm stehen. Schweinerotten die sich anfressen. Hühner welche Kanibalen werden usw..
Der Hausverstandstyp wird das nie sehen, was ich ab und zu schon gesehen habe. Der Biobauer vom TV ist das oft nicht. Mir graust immer wenn ich im C&C dieses Grillyferkel sehe, Biosiegel drauf, eingeschweißt in Folie, offenbar mit einer Leberkäseartigen Fülle ausgestopft! Grauslich. Aber ein Hit.
Der größte Schaden jeder Sache ist, wenn habgierige Menschen sich diesen an sich guten Sachen annehmen. Man macht sie bekannt und verdirbt sie. Es ist daher wirklich für jeden wichtig sich selbstständig zu informieren und nicht alles zu glauben was in der Zeitung steht.
Daher , wenn man ein angepriesenes Produkt in die Hand nimmt, immer daran denken welchen Weg es schon genommen hat und wer damit bereits Kohle gemacht hat. Im Grunde ist es einfach, wenn einer dabei ist der fürs Nichtstun bezahlt wurde, ist es zu teuer und damit bereits nicht mehr ganz Bio.
In Massenverpflegungen Bio Qualität zu verarbeiten halte ich nach meinen Erfahrungen für nicht sehr sinnvoll. Alle guten Eigenschaften (Vitalisierenden Stoffe) der Speisen verflüchtigen sich bei einer bestimmten kritischen Menge. Übrig bleiben die nahrhaften Stoffe, welche auch bei nicht Bio - Qualität ausreichend ist.
Ich weiß ich bin jetzt wieder ganz frech: Perlen für die Säue?
TomCool, 19.02.07 @ 19:50
@drechsler
Ziemlich kühl, aber irgendwie geil.
War eine Woche vor der Eröffnung dort und hab mich mit den Malern angelegt, weil sie Fritattensuppe statt Frittatensuppe an die Wand gepinselt haben. Irgendwer schon dort gewesen, ob sie's eh noch korrigiert haben?
Was den Hausverstand und Bio-Ware betrifft, sowie die Verdammung der Konzerne, sie hier nur kurz angemerkt: Als größter Gastronomiebetrieb Österreichs, der vor allem den Juniorenmarkt versorgt, sind wir natürlich auch verpflichtet, so viel Bio-Ware als möglich ins Essen zu bringen. Wir tun das, wo es geht, und es geht mit Nudeln, mit Erdäpfeln, mit Gemüse mit allerlei, aber wenn wir versuchen würden, unser Fleisch auf Bio umzustellen, wäre in exakt 2 Tagen der gesamte österreichische Markt verbraucht.
Es ist also nicht ganz leicht für die großen Konzerne, Bio unters Volk zu bringen, wie sich Otto-Normal-Gourmet das vorstellt.
Es gab einmal einen Visionär, mit dem wir eng zusammen arbeiten wollten, der eine ganze Region unter einen Hut gebracht hat und mit viel Überzeugungskraft viele Bauern dazu gebracht hat, auf Biofleisch umzustellen. Allein, es gab keinen Schlachthof in gesetzeskonformer Nähe, der biozertifiziert gewesen wäre oder dies hätte werden sollen / können.
Das eigentlich bis zum Transport zum Schlachthof komplett biologisch aufgezogene Tier musste dann als normales Fleisch verkauft werden, das sicher von hoher Qualität war, aber keinesfalls den gleichen Preis erzielen konnte.
Was sagt uns da der Hausverstand?
--- 04.09.18 @ 20:56
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