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Tischgespräche
04.03.07 @ 14:19
Das erste Mal
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Irgendwann fängt man damit an. Mit dem Selberkochen. Und wenn man das Kombinieren und Komponieren und Zusammenfügen in höchster Harmonie nicht von einer guten Fee in die Wiege gelegt bekam, kann es schon einige Zeit dauern, bis man auf den eigenen guten Geschmack kommt. Vor allem wenn auch das Elternhaus nicht geeigneter Nährboden für leibliche Genüsse ist.
Meine erste Liebe war auch Initiation fürs gute Essen - wenngleich Mitte der Siebziger erst ein paar merkwürdige, damals aber wohl kulinarisch höchst zeitgeistige Hürden genommen werden mussten. Und so geriet meine erstes Selbstgekochtes (mit 17), eine Lasagne (noch nie zuvor selbst gegessen, geschweige denn gesehen) sehr trocken. Hab wohl die Anleitung nicht ausreichend studiert. Dafür waren kleine, frisch vom Feld geklaute Maiskölbchen drin.
Ab da ging's unaufhaltsam bergauf.
153 Kommentare | Kommentar abgeben
PICCOLO, 05.03.07 @ 10:11
Chemie
Zu Beginn eines "Kocher - Lebens" steht aber schon der chemische Eindruck. Und mehrheitlich ist Kochen auch Chemie. Denn die Umwandlung vom Rohen zum Gegartem Zustand braucht eigenlich nur die "Temperaturkraft" Kochen ist ein langsames Verbrennen oder Auflösen das der Koch irgendwann ganz genau stoppt.
Solches erfährt dann ein Kind, ist es unvorsichtig dann brennt ein Brei an, die Milch usw. Also die erste Kraft ist das Feuer.
Genaugenommen reichen Fett und Wasser und ein nahrhaftes essbares Naturprodukt um Kochen zu erlernen.
Würde man das auf diese Weise angehen, hätte man weit bessere Köche.
Es ist mit Sicherheit so, dass gelernte Köche eine Unmenge von Idiotien in das Fach gebracht haben und daher jetzt niemand mehr Kochen in seiner natürlichen Form lernen kann.
Man sollte sich grundlegend nur diese Gedankengänge vornehmen.
Angebraten oder nicht?
Fett - trocknet aus. - Verdorren - Verbrennen.
Wasser und ähnliche Flüssigkeiten laugen aus, verkochen usw..
Angebratenes - Kochen mit Färbung
Eingekochtes - Kochen ohne Färbung.
Jeder essbare Gegenstand wird somit zum Werkmaterial des angehenden Kochs.
Bei den Gewürzen : Zuerst nur Salz. Dann sanfte Kräuter - Sellerie, Petersilie Liebstöckel, Kerbel.
Na ja, ein reges , angeregtes Gehirn muß der Eleve auch noch mitbekommen haben. Dann entwickelt sich eine Neue Küche.
Russell, 05.03.07 @ 09:41
@5622
keine Angst bezüglich der Chemie. Es waren damals keine Konservierungs- oder Farbstoffe angesprochen, sondern lediglich die Veränderung verschiedener Geschmackseindrücke durch Temperaturänderung und Vermischung.
Für mich selber landet jegliche Chemie sowieso in der Physik, wenn es einmal klein genug wird.
Und die Versuche, welche mit Erhitzen und Abkühlen zu tun hatten, kannten wir halt aus der Chemie.
Nachdem ich auf einem Elektronikinstitut "assistiert" habe, war aus dieser Richtung wenig abzuleiten;)
mazi, 05.03.07 @ 08:44
Virus
Zunächst: Ich bin überwältigt, danke für die Kaffeegeschenke! Hab überhaupt nicht damit gerechnet, das zu gewinnen und freue mich wirklich sehr - danke!
Und zum Thema: Mein "erstes Mal" lässt sich nimmer genau eruieren, es gab mehrere kleine Anfänge und Anzeichen für meine spätere Leidenschaft. Meine Urli erzählte mir immer, dass ich schon mit drei Jahren bei ihr am Küchentisch gesessen wäre und gemeint hätte, "Die Knödeln do brauchn nu mehr Möh, Urli!", was sie königlich amüsiert (und angeblich gestimmt) hatte. Ein Kaiserguglhupf mit 9 Jahren, den ich einem (erwachsenen!) Besuch mitnahm und der ratzeputz weggegessen wurde, ist auch so ein Licht. Aber immer noch nicht hatte ich, Chefgrießkochköchin der Familie, kapiert, dass ich offenbar ein Händchen für Süßigkeiten hatte.
Der Durchbruch war ... die Eifersucht. Als ich, heiße 16 Jahre alt, von meinem Freund erfuhr, er hätte den weltbesten Marillenkuchen von einem ANDEREN MÄDCHEN bekommen, dachte ich: "Das kann ich auch!". Und so begann Mazi sich für das Backen, in der Folge für Kulinarik in jeder Hinsicht (außer Insekten, Verzeihung, TomCool:-)) zu interessieren.
Was Hänschen nicht lernt... ich weiß nicht. Ich bin sicher, dass man Kinder dafür begeistern kann (meine Burschen kochen leidenschaftlich gern nach Jamie Oliver und rufen mich immer, wenn sie per Zufall in eine seiner Sendungen zappen - soviel zum Thema "Man kann diese Rezepte nicht nachkochen" aus dem letzten Blog, liebe Grüße, Herr Robuchon!) oder sie völlig abschrecken.
Aber wer sich einmal in den Duft sanft vor sich hinbrutzelnder Butter mit Knoblauch und Zwiebeln verliebt hat, wer einmal über wunderflauschig aufgegangenen, selbstfabrizierten Plunderteig gestreichelt hat, wer einmal einen Teller mit Hingabe garniert hat - der ist infiziert!
PICCOLO, 05.03.07 @ 00:16
@hypercube
Wenn der Vater die Mutter "mitspielen" muß, dann ist das mit Sicherheit ein sehr guter Einstieg. Leider bieten die Elekroherde nicht mehr so eine gute "Spielkochanlage wie die alten "Windöfen" und Sparherde. Die Platte ist entweder zu heiß und gefährlich, die Verschmutzungsgefahr ist groß usw..
Am besten lernt man den Kleinen jetzt das Kochen beim Grillen im Garten. Nichts ist schöner als "echtes Feuer".
Meine ersten selbsterzeugten Speisen waren total verkohlte Kartoffeln, die in einem selbstgebauten "Herd" aus mehreren Steinplatten über einer kleinen Grube wo man mit dürren Hölzern befeuerte, auf der Kuhweide zubereitet worden waren - zur Herbstzeit wenn die Wiese vom Rindvieh abgeweidet werden mußte und ich auf die Herde als Hirte aufzupassen hatte. Die Kartoffeln waren vom Acker daneben, jene die noch am Kraut hängengeblieben sind wenn man daran gezogen hat. Kurz vor der Ernte.
Außen waren die Dinger total glühend und innen herrlich flaumig, total heisse Dinger und wenn man dabei auf eine Kohle gebissen hat knirschte es zwischen den Zähnen.
hypercube, 04.03.07 @ 21:36
prägung
als scheidungskind beim vater bleibend, durfte ich schon früh an den herd. und was mich somit mehr interessiert als das erste mal, ist die Frage nach der prägung. ich habe oft den eindruck, dass es sehr schwer ist gewisse geschmackkomponenten und geruchskomponenten, die man so kochend entwickelt, zu verlassen. bei meinen eigenen gerichten - bin ein leidenschftlicher speisenzubereiter - wobei mir das kochbuch inspirationen gibt, aber mir das weiterdenken und ausprobieren wirklich spass macht, finde ich immer wieder komponenten, die ich schon so lange kenne - wie sind diese zu verlassen? und auch bei anderen sehr guten köchen, finde ich wiederkehrende küchengrüche und -gschmäcker. Ist das Stil oder ist es einheitsbrei? Apropos: T. Gottschalk sucht wettkanditaten: Es gibt sicherlich viele speisinger, die jedes gericht eines österreichischen Haubenrestaurants einem speziellen koch zuordnen können, oder?
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33